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Die neun Prinzen von Amber (eBook)

Die Chroniken von Amber 1

***

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage 2017
268 Seiten
Klett-Cotta (Verlag)
978-3-608-10981-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die neun Prinzen von Amber - Roger Zelazny
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»Das Farbigste, Exotischste und Unvergesslichste, was unser Genre je gesehen hat.« George R.R. Martin Nach einem Autounfall wacht Corwin, seiner Erinnerungen beraubt, in einer obskuren Klinik im Staate New York auf - er ist auf der Erde gestrandet, die zu den Schattenwelten gehört. Schnell findet Corwin heraus, dass er Teil der großen Königsfamilie von Amber ist, und er unternimmt alles, um in sein Reich zurückzukehren und seinen Bruder Eric vom Thron zu stürzen. Prinz Corwin lebte nach einem Gedächtnisverlust auf der Erde, ohne zu wissen, wer er ist. Als eines Tages ein Mitglied seiner Familie versucht, ihn zu töten, beginnt er, nach seiner Vergangenheit zu forschen. Und so setzt er alles daran, in das Königreich Amber zurückzukehren. Bald schon erfährt er, dass seine Verwandtschaft über einige sehr ungewöhnliche Kräfte verfügt. Alle Nachfahren des Königshauses können zwischen Amber, den Schattenwelten und dem Chaos hin- und herreisen, indem sie die Realität manipulieren. Sie benutzen magische Spielkarten, um zu kommunizieren und sich an andere Orte zu versetzen. Aber vor allem sind sie alle in einen erbarmungslosen Kampf um den Thron verstrickt. Und nicht zuletzt muss das Geheimnis um das Verschwinden ihres königlichen Vaters Oberon aufgedeckt werden.

Roger Zelazny (1937-1995) gehört zu den wichtigsten Fantasy- und Science-Fiction-Autoren aller Zeiten. Seine Bücher und Serien wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem gewann er sechsmal den Hugo Award und dreimal den Nebula Award. Der Muschelkrebs Sclerocypris zelaznyi ist nach ihm benannt.

Roger Zelazny (1937-1995) gehört zu den wichtigsten Fantasy- und Science-Fiction-Autoren aller Zeiten. Seine Bücher und Serien wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem gewann er sechsmal den Hugo Award und dreimal den Nebula Award. Der Muschelkrebs Sclerocypris zelaznyi ist nach ihm benannt.

2.


Es war ungefähr acht Uhr, als mich das Taxi an irgendeiner Straßenecke der nächstgelegenen Stadt absetzte. Ich bezahlte den Fahrer und wanderte zwanzig Minuten lang ziellos umher. Dann machte ich in einem Schnellrestaurant Halt, bestellte Saft, Eier, Toast, Speck und drei Tassen Kaffee. Der Speck war zu fett.

Nachdem ich meine Frühstückspause auf über eine Stunde ausgedehnt hatte, machte ich mich wieder auf den Weg, fand ein Kleidergeschäft und wartete, bis es um halb zehn Uhr öffnete.

Ich kaufte ein paar Hosen, drei Sporthemden, einen Gürtel, etwas Unterwäsche und ein Paar passende Schuhe. Außerdem suchte ich mir ein Stofftaschentuch, eine Brieftasche und einen Taschenkamm aus.

Anschließend ging ich zur Greyhound-Station und stieg in einen Bus nach New York City. Niemand versuchte mich aufzuhalten. Niemand schien nach mir zu suchen.

Während ich die vorbeirauschende Landschaft betrachtete, die in bunten Herbstfarben leuchtete und unter einem hellen, kalten Himmel von frischen Windböen durchweht wurde, ließ ich mir all die Dinge, die ich über mich und meine Lage wusste, durch den Kopf gehen.

Ich war von meiner Schwester Evelyn Flaumel als Carl Corey in Greenwood eingeliefert worden. Dies war als Folge eines Autounfalls geschehen, der etwa zwei Wochen zurücklag und bei dem ich mir angeblich Knochenbrüche zugezogen hatte, die mir aber keine Schwierigkeiten mehr machten. Ich hatte keinerlei Erinnerung an eine Schwester namens Evelyn. Die Leute in Greenwood waren angewiesen worden, mich ruhig zu halten, fürchteten aber rechtliche Konsequenzen, als ich mich befreien konnte und ihnen damit drohte. Also gut. Irgendjemand hatte Angst vor mir – aus irgendeinem Grund. An diesem Punkt wollte ich einhaken.

Ich zwang mich, an den Unfall zu denken, konzentrierte mich darauf, bis ich Kopfschmerzen bekam. Es war kein Unfall gewesen. Diesen Eindruck hatte ich, obwohl ich den Grund nicht kannte. Aber ich würde es herausfinden, und jemand würde dafür büßen. Gewaltig büßen! Ein ungeheurer Zorn flammte in mir auf. Jeder, der mir Schaden zufügen wollte, der mich für seine Zwecke einspannen wollte, handelte auf eigene Gefahr und würde seine gerechte Strafe erhalten, wer auch immer dahinterstecken mochte. Ich fühlte ein starkes Verlangen zu töten, die Verantwortlichen zu vernichten, und ich wusste, dass ich diese Gefühle nicht zum ersten Mal hatte, dass ich diesem Impuls in der Vergangenheit schon nachgegeben hatte. Mehr als einmal.

Ich starrte aus dem Fenster und sah zu, wie die toten Blätter von den Bäumen fielen.

Als ich New York erreichte, suchte ich als erstes den nächsten Frisiersalon auf und ließ mich rasieren und mir die Haare schneiden; anschließend wechselte ich auf der Toilette Hemd und Unterhemd, denn ich mag es nicht, Haarreste auf dem Rücken zu haben. Die .32 Automatik, die dem namenlosen Individuum in Greenwood gehörte, ruhte in meiner rechten Jackentasche. Wenn Greenwood oder meine Schwester mich wieder schnappen wollten, würde ihnen eine Übertretung des Waffengesetzes gerade recht kommen. Dennoch beschloss ich, die Waffe zu behalten. Sie müssten mich zuerst einmal finden, und ich wollte gewappnet sein. Ich aß kurz zu Mittag, fuhr eine Stunde lang mit Subway und Bussen herum, und nahm schließlich ein Taxi, das mich zu der Adresse in Westchester brachte, zu Evelyn, meiner angeblichen Schwester, die hoffentlich mein Gedächtnis etwas auftauen würde.

Schon vor meiner Ankunft hatte ich mir eine Taktik zurechtgelegt.

Als die Tür des großen Hauses dreißig Sekunden nach meinem Klopfen aufschwang, wusste ich also, was ich sagen wollte. Ich hatte darüber nachgedacht, während ich die gewundene weiße Kiesauffahrt hinaufging, zwischen dunklen Eichen und hellschimmernden Ahornbäumen, während unter meinen Füßen das Laub raschelte und mir der Wind kühl um den frischgeschorenen Hals im hochgeschlagenen Jackenkragen strich. Der Duft meines Haarwassers vermischte sich dabei mit dem dumpfen Geruch der Efeuranken, die sich an den Mauern des alten Gebäudes hochzogen. Nichts kam mir vertraut vor. Ich hatte den Eindruck, noch nie hier gewesen zu sein.

Als ich klopfte, hatte es ein Echo gegeben.

Dann hatte ich die Hände in die Taschen gesteckt und gewartet.

Als die Tür aufging, lächelte ich und nickte dem Hausmädchen entgegen; sie hatte zahlreiche Leberflecken, dunkle Haut und einen puertoricanischen Akzent.

»Ja?«, fragte sie.

»Ich möchte bitte Mrs. Evelyn Flaumel sprechen.«

»Wen darf ich anmelden?«

»Ihren Bruder Carl.«

»Oh, kommen Sie doch bitte herein«, forderte sie mich auf.

Ich betrat den Flur. Der Boden war ein Mosaik aus winzigen lachs- und türkisfarbenen Kacheln, die Wände waren mahagoniverkleidet, in einem Raumteiler zu meiner Linken stand eine Wanne voll großblättriger Gewächse. Von oben spendete ein Würfel aus Glas und Emaille ein gelbliches Licht.

Das Mädchen verschwand, und ich suchte die Umgebung nach vertrauten Dingen ab.

Nichts.

Also wartete ich.

Schließlich kehrte das Hausmädchen zurück, nickte freundlich und sagte: »Bitte folgen Sie mir. Sie wird Sie in der Bibliothek empfangen.«

Ich folgte ihr drei Stufen hinauf und an zwei geschlossenen Türen vorbei durch einen Korridor. Die dritte Tür zur Linken war offen, und das Mädchen bedeutete mir einzutreten. Ich blieb auf der Schwelle stehen.

Wie alle Bibliotheken war der Raum voller Bücher. Drei Gemälde hingen an den Wänden, zwei ruhige Landschaften und ein friedlicher Meerblick. Der Boden war mit dickem grünem Teppich ausgelegt. Neben dem großen Schreibtisch stand ein riesiger alter Globus, Afrika war mir zugewendet; dahinter erstreckte sich ein zimmerbreites Fenster, in kleine Glasfelder unterteilt. Doch nicht deswegen hielt ich auf der Schwelle an.

Die Frau hinter dem Schreibtisch trug ein blaugrünes Kleid mit breitem Kragen und V-Ausschnitt, hatte langes Haar und einen ins Gesicht hängenden Pony in einer Farbe zwischen Sonnenuntergangswolken und der Außenseite einer Kerzenflamme in einem abgedunkelten Raum; es war ihre natürliche Haarfarbe, wie ich instinktiv wusste. Die Augen hinter ihrer Brille, die sie meinem Gefühl nach nicht brauchte, waren so blau wie der Lake Erie um drei Uhr an einem wolkenlosen Sommernachmittag, und die Tönung ihres gezwungenen Lächelns passte zu ihrem Haar. Doch nicht deswegen hielt ich auf der Schwelle an.

Ich kannte sie von irgendwoher, auch wenn ich nicht wusste, woher.

Lächelnd trat ich vor.

»Hallo«, sagte ich.

»Setz dich, bitte«, sagte sie und deutete auf einen Sessel mit hoher Lehne und breiten Armstützen, weich und orangefarben gepolstert und genau in dem Winkel zurückgeklappt, den ich bevorzugte, um es mir bequem zu machen.

Ich kam der Aufforderung nach, und sie musterte mich.

»Freut mich, dass du wieder auf den Beinen bist.«

»Mich auch. Wie ist es dir ergangen?«

»Gut, danke der Nachfrage. Ich muss zugeben, dass ich nicht erwartet habe, dich hier zu sehen.«

»Ich weiß«, flunkerte ich. »Aber hier bin ich, um dir für deine schwesterliche Fürsorge zu danken.« Ich legte einen leicht ironischen Ton in meine Worte, weil mich ihre Reaktion interessierte.

In diesem Augenblick kam ein riesiger Hund ins Zimmer – ein irischer Wolfshund – und rollte sich vor dem Tisch zusammen. Ein zweiter folgte und kreiste zweimal um den Globus, ehe er sich ebenfalls hinlegte.

»Nun«, sagte sie genauso ironisch, »das war das Mindeste, was ich für dich tun konnte. Du musst eben vorsichtiger fahren.«

»In Zukunft werde ich vorsichtiger sein, versprochen.« Ich wusste nicht, welche Rolle ich hier eigentlich spielte, aber da sie nicht wusste, dass ich es nicht wusste, beschloss ich, sie gründlich auszuhorchen. »Ich hatte mir gedacht, es würde dich interessieren, wie es mir geht, und ich bin gekommen, damit du es mit deinen eigenen Augen sehen kannst.«

»Neugierig war ich tatsächlich – und bin es immer noch«, antwortete sie. »Hast du schon gegessen?«

»Eine Kleinigkeit vor mehreren Stunden.«

Sie klingelte nach dem Mädchen und bestellte etwas zu essen. Dann sagte sie: »Ich hatte mir schon gedacht, dass du Greenwood verlassen würdest, sobald du dazu in der Lage wärst. Allerdings hatte ich nicht angenommen, dass es so schnell gehen würde – geschweigen denn, dass du hierherkommen würdest!«

»Ich weiß«, erwiderte ich, »deshalb bin ich hier.«

Sie bot mir eine Zigarette an, ich nahm sie und gab uns beiden Feuer. »Du warst schon immer unberechenbar«, sagte...

Erscheint lt. Verlag 7.10.2017
Reihe/Serie Die Chroniken von Amber
Die Chroniken von Amber
Übersetzer Thomas Schlück
Verlagsort Stuttgart
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Billig • Brüder • eBook • E-Book • Familien • Fantastische Literatur • Fantastische Welten • Fantasy • Fantasyklassiker • Game of Thrones • günstig • Kampf um den Thron • Kartenspiel • Klassiker • Könige • Königsfamilien • Magie • Mythologie • New York • Parallelwelten • Prinzen • Schattenwelten • Spielkarten • Taschenbuch • Thron • USA • verschiedene Realitäten • Welten
ISBN-10 3-608-10981-1 / 3608109811
ISBN-13 978-3-608-10981-8 / 9783608109818
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