Mein Highlander und Herzensbrecher (eBook)
100 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-7825-5 (ISBN)
Schottland, 1287: Ein Blick in die eisblauen Augen des schwarzhaarigen Highlanders Alasdair Og, und um Lady Juliana MacDougall ist es geschehen! Doch der berüchtigte Hochlandkämpfer ist ihr ärgster Feind - und er nimmt sie als Geisel. In seiner Burg hoch in den grünen Hügeln Schottlands erkennt Juliana, dass Alasdair nicht nur in der Kriegs-, sondern auch in der Liebeskunst äußerst bewandert ist ...
<p>Brenda Joyce glaubt fest an ihre Muse, ohne die sie nicht New-York-Times-Bestseller-Autorin hätte werden können. Ihre Ideen treffen sie manchmal wie ein Blitz - zum Beispiel beim Wandern, einem ihrer Hobbys neben der Pferdezucht. Sie recherchiert für ihre Historicals so genau, dass sie auch reale historische Figuren und sogar echte Zeitungsschlagzeilen von damals in ihre Romane einbinden kann. Oft verliebt sie sich beim Schreiben regelrecht in ihre Hauptfiguren.</p>
1. KAPITEL
Coeffin Castle, Lismore, Schottland,
Februar 1287
In der Großen Halle war es still bis auf den Lärm der beiden Kinder, die auf unsichtbaren Ponys umhergaloppierten und Stöcke gegeneinander schwangen, als wären es Schwerter. Juliana MacDougall liebte ihre kleinen Neffen, aber im Augenblick war ihr nicht nach Lächeln zumute. Ein Zittern durchlief sie, und es war nicht die winterliche Kälte, die sie erschauern ließ, sondern die geballte Angst in ihrem Innern.
Sie ließ den Blick zu ihrer Schwester Mary gleiten, die auf der anderen Seite der Halle an der langen Tafel saß und ihren jüngsten Sohn stillte. Die innige Verbundenheit zwischen Mutter und Säugling zu sehen berührte Juliana tief, zumal sie selbst keine Kinder hatte. Mary war ihre beste Freundin, obwohl der Altersunterschied zwischen ihnen neun Jahre betrug, und Juliana konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als ihre große Schwester bei sich zu Gast zu haben. Sie wäre froh gewesen, wenn es sich bei dem derzeitigen Besuch um einen rein familiären gehandelt hätte, doch dem war nicht so. Mary hielt sich wegen des Krieges auf Coeffin Castle auf.
Und es herrschte Krieg, weil Schottland keinen König hatte.
Allmächtiger, würde es je wieder Frieden geben? In Julianas Schläfen begann es schmerzhaft zu pochen. Wie sie es hasste, dazusitzen und auf Nachricht von denen warten zu müssen, die sie liebte!
Mary blickte auf. Sie war eine schöne Frau mit himmelblauen Augen und rötlich blondem Haar, und ihre natürliche Anmut zog Männer wie Frauen gleichermaßen in ihren Bann. Ein warmherziges Lächeln breitete sich auf ihren Zügen aus, doch die Sorge in ihren Augen war unübersehbar, als sie ihren zwölf Monate alten Sohn auf den anderen Arm nahm, um ihr Übergewand zu richten. „Ich werde Thomas demnächst entwöhnen müssen“, sagte sie sanft.
Juliana nickte. „Du hast recht, es wird Zeit.“ Im Frühsommer erwartete Mary ihr viertes Kind, auf das sie sich ebenso freute wie Juliana, die auf eine kleine Nichte hoffte.
Marys Lächeln verblasste. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass Buittle erobert wurde“, sagte sie bitter. Die Burg hatte John Balliol gehört, sie war Teil der Mitgift gewesen, die seine Frau in die Ehe eingebracht hatte. Eben erst war die Botschaft vom Fall von Buittle Castle überbracht worden.
Die beiden Jungen stießen Schlachtrufe aus und hieben wie wild mit den Stöcken aufeinander ein. Julianas Kopfschmerz wurde schlimmer, und sie stand auf. „Roger! Donald! Schluss jetzt!“
Ihre vier und fünf Jahre alten Neffen konnten sich kaum halten vor Lachen, unterbrachen jedoch ihr Spiel und sahen ihre Tante kichernd an. Der blonde Donald warf seinem sommersprossigen, rothaarigen Bruder einen verschwörerischen Blick zu, dann hob er seinen Stock gegen sie. „Es lebe Comyn!“, stieß den Schlachtruf seiner Familie aus und wedelte drohend mit seinem Spielzeugschwert.
„Donald.“ Die Stimme seiner Mutter klang warnend.
„Zweifellos wirst du einmal ein ebenso großer Krieger werden wie dein Vater.“ Geschickt entwand Juliana ihm den Stock. „Aber du wirst auch lernen müssen, dass du dein Schwert – oder deine Hand – nicht gegen eine Dame erheben darfst. Und schon gar nicht gegen deine Tante.“
Zutiefst beschämt stand Donald da. „Es tut mir leid, Tante Juliana“, sagte er zerknirscht.
„Das sollte es auch.“ Juliana nahm auch Roger den Stock ab. „Wenn ihr euch wie barbarische Wikinger benehmen wollt, müsst ihr nach draußen gehen.“
Sie legte die Stöcke auf den Tisch und setzte sich neben ihre Schwester. „Vielleicht ist es nicht so verhängnisvoll, wie es uns erscheint“, versuchte sie Mary Mut zu machen, wenn auch wider besseres Wissen. Es war ein Verhängnis, und nicht nur wegen der engen Bande zwischen ihrer Familie und den Balliols. Im Land herrschte Krieg, weil der König seiner Enkelin den Thron vermacht hatte, einem Kind, und das wollten viele nicht akzeptieren.
„Bruce hat die königlichen Stellungen in Wigtown und Dumfries eingenommen und jetzt auch noch Buittle?“ Mary war aschfahl geworden. Robert Bruce, Earl of Annandale, war ein mächtiger Adliger, der sich im vergangenen April zum legitimen Erben König Alexanders erklärt hatte – und das nicht zum ersten Mal. Er behauptete, König Alexander habe ihn bereits vor Jahrzehnten zu seinem Nachfolger bestimmt. Niemand glaubte ihm, doch vor ein paar Monaten hatten er und seine Anhänger zu den Waffen gegriffen und Dumfries, Wigtown und nun auch Buittle erobert. Ohne jeden Zweifel beabsichtigte Bruce, sich des schottischen Throns zu bemächtigen.
Er war indes nicht der Einzige, der Alexanders Nachfolger werden wollte. John Balliol hatte sein Recht auf die schottische Krone ebenfalls angemeldet, genau wie ein Dutzend anderer Adliger im ganzen Land und selbst von außerhalb. Und wie auch nicht? Niemand konnte sich vorstellen, dass ein dreijähriges Kind den Thron besteigen würde. Schottland war, so musste es jedem scheinen, wie eine reife Frucht, die nur darauf wartete, gepflückt zu werden.
Und ohne Regent, mit nur sechs Reichsverwesern, die das Land regieren sollten, war Schottland binnen kürzester Zeit in uralte bittere Rivalitäten zerfallen. Die Comyns und die MacDougalls waren seit Menschengedenken Feinde der Familie Bruce, selbst ohne den Anspruch der Balliols auf den Thron. Bruces glühendster Anhänger war Angus Mor, Lord of Islay. Auch zwei seiner Söhne, Alexander, genannt Alasdair, und Angus Og, hatten sich ihm angeschlossen. Und der Donald-Clan war der Erzfeind der MacDougalls. Die Blutfehde zwischen den beiden Familien reichte Jahrhunderte zurück, in eine Zeit, da ein Vorfahr Julianas, Dougall mit Namen, von seinem eigenen Neffen Donald ermordet worden war.
Marys Ehemann William Comyn, war zusammen mit ihrem Bruder Alexander MacDougall und vielen anderen Comyns und MacDougalls in den Krieg gezogen, um zu verhindern, dass Robert Bruce den Thron bestieg – in der Hoffnung, eines Tages John Balliol an seiner statt krönen zu können.
„Vielleicht stimmte die Botschaft nicht.“ Juliana war sich bewusst, dass sie nach einem Strohhalm griff. „Oder vielleicht sind unsere Streitkräfte just in diesem Augenblick, da wir miteinander sprechen, dabei, Buittle Castle für John Balliol zurückzuerobern.“
Mary sah sie grimmig an. „Mir ist es egal, in wessen Besitz Buittle sich gerade befindet, und das heißt nicht, dass ich treuebrüchig bin! Aber ich muss wissen, ob William verwundet ist … oder ob er gar …“
„Ich weiß“, sagte Juliana mitfühlend.
„Ich bin erst siebenundzwanzig“, Marys Stimme war nur noch ein Flüstern, „und ich habe bereits drei Ehemänner verloren. Ich liebe William so sehr, Juliana. Ich könnte es nicht ertragen, ihn ebenfalls entbehren zu müssen.“
Juliana drückte ihr die Hand. Mary war kurz mit dem König der Isle of Man verheiratet gewesen, danach mit dem Earl of Strathearn und dann mit einem weiteren schottischen Edelmann. Krieg und Krankheit hatten ihr die Männer genommen. Vor sechs Jahren war sie William Comyn, dem dritten Sohn des Earl of Buchan, begegnet und hatte sich in ihn verliebt. Die Familie Comyn war die mächtigste Dynastie im Norden Schottlands, und ihr Bruder Alexander hatte der Verbindung mit Freuden zugestimmt.
Juliana wusste, dass Mary ebenso loyal war wie sie selber, dass die Geschicke ihrer beider Familien ihr tief am Herzen lagen und dass sie Bruces Niederlage herbeisehnte. Denn wenn er siegte, würden die Mitglieder der Familien MacDougall und Comyn leiden – nicht nur Ländereien und Titel und Ansprüche würden sie verlieren, sondern auch ihr Leben. Doch jetzt, in diesem Moment, überwog die Angst um ihren Ehemann und ließ alles andere in den Hintergrund rücken. Juliana konnte es Mary nicht verübeln, denn insgeheim bewunderte sie ihre Schwester sehr und beneidete sie auch ein bisschen – nicht weil sie ihre drei vorherigen Ehemänner überlebt und eine so vorteilhafte vierte Ehe geschlossen hatte, sondern weil sie ihren Mann liebte und er sie. Juliana kannte kein anderes Paar, das sich so innig zugetan war wie Mary und William. Schließlich ging es bei einer Heirat in erster Linie um Politik und Macht.
„Lass uns in die Kirche gehen und beten.“ Mary stand auf. Sie winkte eine Magd herbei, damit sie ihr den schlafenden Thomas abnahm. „Danke, Elasaid. Im Gebet werden wir Ruhe finden“, setzte sie hoffnungsvoll hinzu.
Eine Stunde später waren die Kinder in ihrer Kammer untergebracht, und die beiden Frauen wickelten sich in ihre Pelzumhänge. Ian, der Befehlshaber von Julianas Wachleuten, stand wartend draußen, wie sie es befohlen hatte. Vier weitere Hochlandkrieger würden sie ebenfalls begleiten.
Für Juliana war es selbstverständlich, eine eigene Wachabteilung zu haben. Lismore gehörte zu ihrer Aussteuer. Es war eine fruchtbare Insel mit großem Fischreichtum und saftigen Weiden, doch wirkliche Bedeutung hatte das Eiland durch Coeffin Castle, die den Firth of Lorn, die wuchtige St.-Moluag-Kirche und Achanduin Castle, den Sitz des Bischofs von Argyll, überblickte.
Lismore war eine sichere Zuflucht und hatte zu Julianas Lebzeiten nie einen ernsthaften Angriff erlebt. Die beiden größten Burgen ihres Bruders erhoben sich im Osten und im Südwesten, sodass es einem Feind praktisch unmöglich war, über den Firth nach Argyll zu gelangen. Dennoch hatten die MacDonalds, die MacSweens und sogar die MacRuaris es versucht, solange Juliana sich erinnern konnte.
Im vergangenen Jahr wäre sie beinahe mit Lachlan, einem von Alan MacRuaris Söhnen, verheiratet worden. Der...
| Erscheint lt. Verlag | 24.5.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Historical | Historical |
| Übersetzer | Gisela Grätz |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
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| ISBN-10 | 3-7337-7825-1 / 3733778251 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-7825-5 / 9783733778255 |
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