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Engelssturm - Samael (eBook)

Band 5 - Roman
eBook Download: EPUB
2017
Heyne Verlag
978-3-641-16533-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Engelssturm - Samael - Heather Killough-Walden
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Uriel, Gabriel, Azrael und Michael haben ihre Sternenengel und damit ihr Glück gefunden, aber niemand weiß, dass der Schöpfer noch einen fünften Sternenengel geschaffen hatte - eine Gefährtin für Samael, den Verstoßenen, den Gefallenen. Doch sie ist seit Jahrtausenden spurlos verschwunden, und Samael verzehrt sich mit jeder Faser seines dunklen Herzens nach ihr. Als er der charmanten Angel begegnet, glaubt er, in ihr seine wahre Liebe erkannt zu haben. Aber so leicht lässt sich Angel nicht erobern, und für die beiden beginnt ein stürmischer Tanz aus Magie und Verführung ...

Heather Killough-Walden wurde in Kalifornien geboren und studierte unter anderem Religionswissenschaften und Archäologie, bevor sie beschloss, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Texas.

7

Vielleicht hatte sie es für unnötig gehalten, solange sie unterwegs war – jedenfalls hatte Angel ausnahmsweise darauf verzichtet, ihre Erscheinung zu ändern. Ihr Aussehen hatte sie in den letzten drei Wochen so oft und so schnell variiert, dass allein der Versuch, ihr auf den Fersen zu bleiben, schon Schwindel erregte. Samael war dazu übergegangen, ihren Spuren zu folgen, ihrem Duft, ihrer Ausstrahlung und sogar dem Nachhall ihrer Gedanken – Hinweise, die sie manchmal achtlos zurückließ, wenn sie erschöpft war. Wenn es ihm gelungen war, sie gerade genug zu ermüden.

Aber alles in allem hatte sie rasch gelernt, selbst diese Spuren zu verwischen. Sie war so schnell, so klug, so gut … Noch nie war er so nahe dran gewesen, dem Wahnsinn zu verfallen.

Jetzt jedoch sah sie wundersamerweise wie sie selbst aus, und diese porzellanpuppengleichen Züge waren ihre eigenen. Angefangen mit dem schimmernden, dichten weißblonden Haar bis hin zu den intensiven silbergrauen Augen war sie wie sein Spiegelbild. Sie war so offensichtlich ein Teil von ihm. Zumindest war es für ihn offensichtlich.

Für sie schien es weit weniger augenfällig.

Er mochte derjenige sein, der mitten auf der Straße stand, doch Angel war eindeutig das Reh im Scheinwerferlicht. Jetzt gerade waren diese wundervollen, übermenschlich lebhaften Augen riesig weit aufgerissen in ihrem vollkommenen Gesicht.

»Sie wollten dich eigentlich in Dallas abfangen«, sagte er zu ihr. Er musste seine gesamte Willenskraft aufbieten, um so stehen zu bleiben und sie behutsam zu bitten. »Aber jetzt werden sie zurückkommen, denn sie wissen, dass du eine andere Route fährst.« Blitze durchzuckten den dunkler werdenden Himmel. »Sie sind schon auf dem Weg.« Er konnte fühlen, dass sie näher kamen. Es war nicht gelogen.

Aber sie fühlte er deutlicher. Vor allem spürte er ihre Angst, selbst durch die statisch aufgeladene Luft und die Autoscheibe zwischen ihnen. Was er nicht begriff, war … warum. Warum hast du Angst vor mir?

Keine Viertelmeile entfernt schlug ein grellweißer Blitz in den Boden ein und erschütterte die gesamte Umgebung. Sam sah, wie Angel hinter ihrem Steuer zusammenzuckte. Wenn er sich konzentrierte, konnte er ihren Herzschlag hören. Schnell und stark. Genau wie der eines Kolibris.

Er achtete nur darauf und blendete alle anderen Geräusche aus. Dann, als er fühlte, dass sich seine Augen genauso aufheizten wie die Elektrizität die Atmosphäre, senkte er den Kopf, schärfte den Blick und versuchte, ihre Gedanken zu erreichen.

Ihr Geist war wie von einer Mauer umgeben, die es eigentlich so nicht geben dürfte. Niemand war stärker als er. Und dennoch war dort diese Wand, die ihn abwehrte. Sie fühlte sich wie Metall an, dick, kalt und undurchdringlich.

Doch er war von jeher ein hartnäckiger Mann. Nun verengte er die Augen – und drückte.

Stopp.

Sam blinzelte und erstarrte beim Klang ihrer wunderschönen Stimme in seinem Kopf. Dies hier war anders. Es war neu für ihn. Hatte er wirklich sie gehört? Sprach sie mittels Telepathie mit ihm, während er unfähig war, in ihren Geist einzudringen?

Das funktioniert nicht, Sam. Lass mich in Ruhe. Kümmere dich um die Adarianer, und vergiss mich.

Den Teufel werde ich tun!

Nun war es an Angel zu blinzeln. Damit hatte sie nicht gerechnet. Heute Nachmittag überraschten sie sich gegenseitig.

Er beobachtete sie über die Distanz hinweg, prägte sich jedes noch so kleine Detail ihrer Züge ein. Sie nagte an ihrer Unterlippe, blickte sich auf der Straße um, und er hörte, wie ihr Herzschlag noch schneller wurde. Sie war unentschlossen.

Sams Sicht wurde schärfer und zoomte ihr Bild heran, als würde er über ein natürliches Teleobjektiv verfügen. Und dort, im wirbelnden Silbergrau ihrer Augen, erblickte er sein Spiegelbild.

Verdammt, fluchte er im Geiste. Er sah aus wie ein Irrer. Seine Erscheinung war so finster wie die Gewitterwolken hinter ihm, seine Statur riesig, sein Haar windzerzaust, und seine Augen schlugen förmlich Flammen. Seine Miene war grimmig.

Nun verstand er ihre Angst.

Noch ein Blitz schlug zornig in die Erde, und Donner hallte in der Luft, der sich wie ein dicht vorbeirauschender Güterzug anhörte. Das Problem war … es interessierte ihn nicht. Ihre Furcht würde ihn nicht aufhalten.

Er war ein lebendes, atmendes Unwetter, und die Welt spiegelte jenen inneren Aufruhr, der ihn zu seinen Taten antrieb, diese Mischung aus Wut, verzweifeltem, unstillbarem Verlangen und Enttäuschung.

Kein Weglaufen mehr, Angel, dachte er und wusste, auch wenn er nicht in ihren Geist eindringen konnte, würde sie ihn hören. Er ging auf den Van zu und sah, wie sie das Lenkrad fester umklammerte. Komm mit mir, verdammt.

Nein.

Sam blieb stehen. Hätte sich jemand anders ihm widersetzt, wie sie es tat, hätte seine spontane Reaktion darin bestanden, etwas zu zerstören, wenn nicht gar die betreffende Person selbst. Aber Angel war Magie. Sie stellte Dinge mit ihm an, die er nicht zuließ und dennoch durchleiden musste. Sie ging ihm unter die Haut, schälte sie ihm ab, während ihre Gegenwart auf sein entblößtes Inneres wie eine Heilsalbe wirkte.

Als er von ihr zu träumen begann, was ungefähr ein Jahr her sein musste, obwohl es sich wie zehntausend Jahre anfühlte, hatte er sich sehnlichst danach verzehrt, auch nur einen winzigen Teil von ihr sehen zu dürfen. Einen Ellbogen. Ihre Hand. Einen Finger. Irgendwas.

Und jetzt hatte sie es in seiner Seele ganz nach oben geschafft und sich permanent in seinem Denken eingenistet. In seinem Herzen.

Sofern er denn eines besaß.

Sie war alles, was er liebte und doch zu hassen wünschte, und sie war die Verkörperung der Hoffnung. Deshalb, um ihretwillen, zwang er sich, ruhig durch die Nase ein- und wieder auszuatmen.

Du kennst mich nicht mal. Dies hier ist Wahnsinn, sagte sie sehr deutlich in seinem Kopf.

Dann spürte er, wie sie sich bewusst zurückzog, als reichte es ihr, mit ihm zu streiten, und dass sie sich nur noch aus der Lage befreien wollte, in die er sie gebracht hatte. Sollte sie sich jetzt an einen anderen Ort teleportieren, könnte er leicht ihrer Spur folgen. Sie war direkt vor ihm. So nahe war er ihr noch nie gewesen, und sie konnte nirgends mehr hin. Warum gab sie nicht einfach auf?

Warum redete sie nicht mit ihm? Warum ertrug sie es nicht, ihm in irgendeiner Form nahe zu sein?

Er würde es wiedergutmachen. Er würde dafür sorgen, dass es sich für sie lohnte. Alles, was er besaß, alles, was er war, würde er einsetzen, damit für sie das Zusammensein mit ihm ihre Zeit wert wäre. Würde sie bloß …

Aber seine eigenen Gedanken kamen zu einem jähen Halt, als er etwas anderes hörte …

begreift er das denn nicht? Fühlt er nicht, wie irrsinnig das hier ist? Er, der mich jagt, wir beide, die weglaufen, und die Tatsache, dass uns das Schicksal überhaupt zusammengeworfen hat? Versteht er nicht, dass es nicht natürlich ist?! Dass wir unmöglich zusammengehören können, wenn wir noch nicht einmal miteinander gesprochen haben? Wir dürfen das nicht tun! Alles wäre verloren! Verdammt!

Sie brach den Blickkontakt zu ihm ab und sah zu dem Gewitter hinter ihm. Dann drehte sie sich zu der Tankstelle um.

Er hörte ihre Gedanken! Obwohl sie sich geistig von ihm zurückgezogen hatte, konnte er sie noch hören. Er beruhigte sein eigenes Denken und konzentrierte sich auf ihres. In ihrer Furcht wurde sie unvorsichtig und vergaß, die inneren Barrieren aufzurichten, sodass sie sich ihm unwillentlich öffnete.

Er lächelte, denn er konnte nicht anders. Es war ein kleiner Triumph, aber immerhin ein Triumph, und das nach so langem Kampf!

Doch erkannte er seinen Fehler sofort. Angel sah sein Lächeln, und ihr Schreck war so intensiv, dass Sam ihn mitempfand. Er sah ihn in ihrem Gesicht, erkannte ihn an ihrem sich anspannenden Körper und in ihren hypnotisierenden Augen, die riesig geworden waren.

Und dann beschwor er buchstäblich ein Gewitter herauf. Überall um ihn herum gingen die Blitze in maßlosem Zorn nieder, als Angel verschwand. Wieder mal teleportierte sie sich weg von ihm.

Er spürte ihr nach, aktivierte alle magischen Kräfte, die er besaß, bis er endlich die glitzernden, schneeflockenähnlichen Überreste ihrer wundervollen Kraft streifte. Die hielt er behutsam fest und wollte ihr schon folgen, als er etwas anderes fühlte: schwarz, klebrig, schleimig und falsch. Es war allzu vertraut und alles andere als willkommen. Adarianermagie. Sie waren nahe – und sie folgten ebenfalls Angels Spur.

Samael fluchte wieder, stürmte in das Nichts, durch das sie sich teleportiert hatte, und raste seiner Frau hinterher. Als er das Ende ihrer Spur erreichte und merkte, wie er ihr näher kam, bemerkte er auch andere. Hunderte.

Tausende.

Während weitere Kraftausdrücke über seine vollkommenen, grausamen Lippen kamen, fand er sich auf einmal inmitten einer gewaltigen Menge Sterblicher wieder. Auf einem Konzert.

Auf einem Konzert von Valley of Shadow.

Er fuhr sich durchs Haar und musste an sich halten, um es sich nicht vor lauter Wut auszureißen.

Kluges Mädchen. Kein schlechter Schachzug. War ja klar, dass sie herkam, war es doch womöglich der einzige Ort auf der Welt, an dem er ihre magische Spur zwischen all...

Erscheint lt. Verlag 10.7.2017
Reihe/Serie Engelssturm-Reihe
Engelssturm-Reihe
Übersetzer Sabine Schilasky
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Samael - Lost Angels Book 5
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte eBooks • Engel • Fantasy • Gefallener Engel • Liebe & Leidenschaft • Magie • Paranormal Romance • Romantasy • Serien
ISBN-10 3-641-16533-4 / 3641165334
ISBN-13 978-3-641-16533-8 / 9783641165338
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