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Die Shannara-Chroniken 3 - Das Lied der Elfen (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Blanvalet Taschenbuch Verlag
978-3-641-20646-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Shannara-Chroniken 3 - Das Lied der Elfen - Terry Brooks
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Eine uralte Bedrohung kehrt in die Welt zurück und sendet seine Mordgeister aus, um die Menschheit und die Elfen zu vernichten. Um diese Macht zurückzudrängen und zu besiegen, benötigt der Druide Allanon die Unterstüzung von Brin Ohmsford, der Hüterin der Elfensteine. Denn nur Brin beherrscht das Zauberlied der Elfen. Doch das Böse hat Allanons Schritt vorausgesehen, und auf Brin wartet nun ein Schicksal, das schlimmer ist als der Tod. Nur wenn sie bereit ist, sich selbst aufzugeben, gibt es noch Hoffnung für Menschen und Elfen ...

Die Shannara-Chroniken - Das Lied der Elfen ist bereits in geteilter Form erschienen unter den Titeln: 'Das Zauberlied von Shannara', 'Der Köniig von Shannara' und 'Die Erlösung von Shannara'.



Im Jahr 1977 veränderte sich das Leben des Rechtsanwalts Terry Brooks, geboren 1944 in Illinois, USA, grundlegend: Gleich der erste Roman des begeisterten Tolkien-Fans eroberte die Bestsellerlisten und hielt sich dort monatelang. Doch 'Das Schwert von Shannara' war nur der Beginn einer atemberaubenden Karriere, denn bislang sind mehr als zwanzig Bände seiner Shannara-Saga erschienen.

1

Den vier Ländern stand ein Wechsel der Jahreszeiten bevor, als der Spätsommer langsam in den Herbst überging. Vorbei waren die langen, ruhigen Tage der Jahresmitte, an denen brütende Hitze den Gang des Lebens fast zum Stillstand brachte und das Gefühl vorherrschte, für alles ausreichend Zeit zu haben. Zwar hing die Sommerwärme noch in der Luft, doch die Tage wurden allmählich kürzer, die feuchte Luft wurde trockener, und die Erinnerung an die Unmittelbarkeit des Lebens erwachte von neuem. Überall ließen sich Anzeichen des Übergangs erkennen. In den Wäldern von Schattental verfärbte sich das Laub bereits.

Brin Ohmsford blieb vor den Blumenbeeten stehen, die den Weg auf der Vorderseite ihres Hauses begrenzten, und verlor sich sogleich im Anblick des tiefroten alten Ahorns, der den Hof überschattete. Es war ein gewaltiges Exemplar mit knorrigem Stamm. Brin lächelte. An diesem betagten Baum hingen so viele Kindheitserinnerungen. Ohne nachzudenken, ging sie hinüber.

Sie war ein hochgewachsenes Mädchen – größer als ihre Eltern oder ihr Bruder Jair, fast so groß wie Rone Leah –, und obwohl ihr schlanker Körper zart wirkte, war sie so kräftig wie die anderen. Jair würde in diesem Punkt freilich widersprechen, aber nur deshalb, weil er schon genügend Probleme damit hatte, seine Rolle als Jüngster anzunehmen. Am Ende blieb ein Mädchen ein Mädchen.

Sie strich zärtlich über die raue Ahornrinde und ließ den Blick hinauf zum Gewirr der Äste über ihr wandern. Langes schwarzes Haar umrahmte ihr Gesicht, und es konnte kein Zweifel bestehen, wessen Kind sie war. Vor zwanzig Jahren hatte Eretria genauso ausgesehen wie ihre Tochter jetzt, vom dunklen Teint über die schwarzen Augen zu den weichen, zarten Gesichtszügen. Brin fehlte nur das feurige Temperament ihrer Mutter. Das hatte Jair geerbt. Brin hatte das Wesen ihres Vaters: kühl, selbstsicher und beherrscht. Als Wil Ohmsford einmal seine Kinder verglichen hatte – wozu ihm eines von Jairs eher tadelnswerten Missgeschicken den Anlass geliefert hatte –, war ihm wehmütig aufgefallen, dass Jair zu allem fähig war und Brin ebenso, sie allerdings erst nach reiflicher Überlegung. Brin wusste nicht mehr genau, wer bei dieser Strafpredigt schlechter davongekommen war.

Sie ließ die Hände seitlich am Körper entlanggleiten und erinnerte sich daran, wie sie einmal das Wünschlied auf den alten Baum angewandt hatte. Sie war noch ein Kind gewesen und hatte mit dem Elfenzauber herumprobiert. Es war Hochsommer gewesen, und sie hatte mit dem Wünschlied das grüne Sommerlaub des Ahorns in herbstliches Feuerrot verwandelt; in ihrem kindlichen Denken fühlte sie sich dabei völlig im Recht, denn Rot war schließlich eine weit hübschere Farbe als Grün. Ihr Vater war wütend gewesen; der Baum hatte fast drei Jahre benötigt, um nach dem Schock wieder seinen natürlichen Rhythmus zu finden. Das war das letzte Mal gewesen, dass sie oder Jair den Elfenzauber angewandt hatten, wenn ihre Eltern in der Nähe waren.

»Brin, komm, hilf mir bitte, den Rest zusammenzupacken.«

Ihre Mutter rief nach ihr. Brin tätschelte den alten Ahorn ein letztes Mal und drehte sich zum Haus um.

Ihr Vater hatte dem Elfenzauber niemals ganz über den Weg getraut. Vor etwas über zwanzig Jahren hatte er die Elfensteine, die ihm der Druide Allanon geschenkt hatte, eingesetzt, um die Erwählte Amberle Elessedil auf ihrer Suche nach dem Blutfeuer zu beschützen. Der Elfenzauber hatte ihn verändert; das war ihm damals schon klar geworden, auch wenn er nicht gewusst hatte, in welcher Weise. Das war erst nach Brins und später nach Jairs Geburt offenkundig geworden. Nicht bei Wil Ohmsford hatte sich die Wandlung gezeigt, die der Zauber bewirkte, sondern bei seinen Kindern. Sie trugen die sichtbaren Folgen der Zauberei in sich – sie und vielleicht alle kommenden Ohmsford-Generationen. Wobei sich bislang nicht sicher sagen ließ, ob das auf den Zauber des Wünschliedes zutraf.

Brin hatte ihm den Namen Wünschlied gegeben. Wenn man etwas wünschte, wenn man es besang, erfüllte sich der Wunsch. So war es ihr erschienen, als sie die Kraft in sich zum ersten Mal entdeckte. Früh erfuhr sie, dass sie mit ihrem Lied das Verhalten von Lebewesen beeinflussen konnte. Sie konnte das Laub des alten Ahorns verändern. Sie vermochte einen rasenden Hund zu besänftigen. Sie konnte einen Wildvogel verlocken, sich auf ihrer Hand niederzulassen. Sie konnte sich selbst zum Teil jedes beliebigen Lebewesens machen – oder das Tier zum Teil ihrer selbst. Wie sie das bewirkte, wusste sie nicht genau; es geschah einfach. Wenn sie sang, stellten sich Melodie und Text ganz ohne Absicht und ganz von allein ein – als wäre es die natürlichste Sache von der Welt. Sie war sich dessen, was sie sang, stets bewusst und gleichzeitig auch nicht, da ihr Denken in unbeschreiblichen Gefühlen gefangen war. Diese Gefühle durchfluteten und durchwallten sie, erzeugten etwas Neues in ihr. Und daraufhin pflegte sich der Wunsch zu erfüllen.

Das war das Geschenk des Elfenzaubers – und auch sein Fluch. Ihr Vater hatte es als Letzteres erachtet, als er diese Fähigkeit bei sich entdeckte. Brin wusste, dass er sich tief im Innern vor dem fürchtete, wozu die Elfensteine in der Lage waren, und vor dem, was sie bei ihm bewirkt hatten. Nachdem Brin den Hund der Familie dazu gebracht hatte, hinter seinem Schwanz herzujagen, bis er vor Erschöpfung fast zusammenbrach, und später den ganzen Gemüsegarten hatte welken lassen, verkündete ihr Vater, dass niemand mehr die Elfensteine benutzen dürfe. Er hatte sie versteckt und nicht verraten, wo sie zu finden wären. Seither waren sie in diesem Versteck geblieben. Zumindest glaubte das ihr Vater. Sie war sich dessen nicht so sicher. Einmal, es war noch nicht viele Monate her, hatte Brin bemerkt, wie selbstgefällig Jair grinste, als von den versteckten Elfensteinen die Rede war. Jair würde freilich nichts verraten. Aber sie wusste, wie schwierig es war, vor ihrem Bruder etwas geheim zu halten, und sie vermutete, dass er das Versteck entdeckt hatte.

Rone Leah kam ihr an der Eingangstür entgegen, groß und kräftig. Das rostbraune Haar hing locker auf die Schultern und wurde nur von einem breiten Stirnband gebändigt. Abschätzig kniff er die grauen schelmischen Augen zusammen. »Wie wäre es, wenn du auch einmal ein bisschen mit anpackst, ja? Ich schufte mich hier ab und gehöre nicht einmal zur Familie, um der Katze willen!«

»So oft, wie du hier bist, möchte man das aber fast glauben«, foppte sie ihn. »Was gibt es noch zu tun?«

»Diese Sachen müssen noch raus, das wäre dann wohl alles.« Eine Anzahl von Ledertruhen und kleineren Koffern war im Eingang gestapelt. Rone nahm den größten. »Ich glaube, deine Mutter braucht dich im Schlafzimmer.«

Er verschwand nach draußen. Brin ging durch das Haus zu den hinten gelegenen Schlafzimmern. Ihre Eltern bereiteten sich auf die alljährliche Herbstfahrt zu den entlegenen Gemeinden im Süden von Schattental vor, eine Reise, durch welche sie über zwei Wochen von zu Hause abwesend sein würde. Nur wenige Heiler verfügten über solche Fähigkeiten wie Wil Ohmsford, und im Umkreis von fünfhundert Meilen um das Tal gab es keinen. So bereiste ihr Vater zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, die abgelegenen Siedlungen und bot seine Dienste an, wo sie benötigt wurden. Eretria begleitete ihn stets; sie war ihrem Mann eine große Hilfe und kannte sich in der Pflege der Kranken und Verletzten ebenso gut aus wie er. Diese Reise mussten sie nicht unternehmen – und hätten es wohl auch nicht getan, wären sie weniger gewissenhaft gewesen. Doch Brins Eltern empfanden es als ihre Pflicht. Dem Heilen hatten beide ihr Leben gewidmet, und dementsprechend ernst nahmen sie diese Aufgabe.

Wenn sie sich auf diesen Fahrten der Nächstenliebe befanden, musste Brin auf Jair aufpassen. Diesmal war Rone Leah vom Hochland heruntergekommen, um ein Auge auf die beiden zu werfen.

Brins Mutter packte gerade die letzten Sachen ein, als Brin das Schlafzimmer betrat. Sie schaute auf und lächelte. Langes, schwarzes Haar fiel auf ihre Schultern, und sie strich es sich aus dem Gesicht, das kaum älter wirkte als Brins.

»Hast du deinen Bruder irgendwo gesehen? Wir sind fast zum Aufbruch bereit.«

Brin schüttelte den Kopf. »Ich dachte, er wäre bei Vater. Kann ich dir helfen?«

Eretria nickte, nahm Brin bei den Schultern und zog sie neben sich aufs Bett. »Ich möchte, dass du mir etwas versprichst, Brin. Ihr werdet das Wünschlied nicht benutzen, solange dein Vater und ich unterwegs sind. Weder du noch dein Bruder.«

Brin lächelte. »Ich benutze es praktisch überhaupt nicht mehr.« Sie blickte ihrer dunkelhäutigen Mutter ins Gesicht.

»Ich weiß. Aber Jair, auch wenn er glaubt, ich wüsste nichts davon. Jedenfalls wünschen dein Vater und ich, dass ihr es in unserer Abwesenheit nicht benutzt. Hast du mich verstanden?«

Brin zögerte. Ihr Vater begriff wohl, dass seine Kinder den Elfenzauber in sich trugen, aber er wollte nicht akzeptieren, wie gut und nützlich das Wünschlied war. »Ihr seid, so wie ihr seid: intelligente, begabte Menschen«, sagte er immer. »Ihr braucht weder Trick noch List, um voranzukommen. Seid einfach, wer ihr seid, ohne das Lied.« Eretria unterstützte diesen Rat, obgleich er durchaus duldete, dass sie sich darüber hinwegsetzten, sobald es sich unauffällig machen ließ.

Leider gehörte Unauffälligkeit nicht gerade zu Jairs Stärken. Jair war impulsiv und bis zur Peinlichkeit stur; was nun das Wünschlied anging, so handhabte er es, wie es ihm gefiel – solange er damit ohne Schwierigkeiten durchkam.

Und der Elfenzauber wirkte bei Jair etwas anders …

»Brin?«

Ihre Mutter riss sie aus ihren Gedanken. »Ich wüsste nicht, welchen...

Erscheint lt. Verlag 19.6.2017
Reihe/Serie Die Shannara-Chroniken
Die Shannara-Chroniken
Übersetzer Sylvia Brecht
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel The Wishsong of Shannara
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Amazon Prime • Austin Butler • Der Herr der Ringe • eBooks • Fantasy • Game of Thrones • Heroische Fantasy • High Fantasy • John Rhys-Davies • Manu Bennett • MTV • Poppy Drayton • RTL2 • Serien • TV Serie
ISBN-10 3-641-20646-4 / 3641206464
ISBN-13 978-3-641-20646-8 / 9783641206468
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