Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Empire of Storms - Schatten des Todes (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Heyne Verlag
978-3-641-19426-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Empire of Storms - Schatten des Todes - Jon Skovron
Systemvoraussetzungen
11,99 inkl. MwSt
(CHF 11,70)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Das Imperium der Stürme ist ein gewaltiges Reich, das von einem gottgleichen Kaiser regiert wird - und von den Biomanten, mächtigen Zauberern, die einen Menschen mit nur einem Wimpernschlag töten können. Der junge Straßendieb Red soll von ihnen zum Assassinen ausgebildet werden, im Gegenzug dafür schenkten die Magier seiner großen Liebe Hope die Freiheit. Noch während Red versucht, das Spiel der Intrigen und Ränke am Kaiserhof mitzuspielen, segelt Hope als Piratenkönigin Dire Bane die Küste entlang. Doch dann stößt sie auf eine gewaltige Verschwörung der Biomanten, die Red in tödliche Gefahr bringt. Eine Verschwörung, die sogar das Imperium der Stürme in den Untergang reißen könnte ...

Jon Skovron wurde in Columbus, Ohio, geboren. Er arbeitete unter anderem als Schauspieler, Musiker und Webdesigner, doch seine wahre Leidenschaft gehörte schon immer dem Schreiben. In seiner Heimat Amerika hat er sich mit verschiedenen Jugendbüchern und Kurzgeschichten bereits einen Namen gemacht, bevor er mit Empire of Storms - Der Pakt der Diebe seinen ersten Fantasy-Roman für Erwachsene veröffentlichte. Der Autor lebt mit seinen beiden Söhnen in der Nähe von Washington, D.C.

2


Willmont Pavi verlor die Zeit häufiger aus den Augen. Vor allem, wenn er mitten in einem großen Projekt steckte. Seine Freunde hatten sich so daran gewöhnt, dass sie es für gewöhnlich nicht einmal kommentierten, wenn er spät in der Taverne Zum Radkasten auftauchte und dann auch zerlumpt und unrasiert war.

Doch er wusste, dass das Treffen in dieser Nacht anders war, und dass er auf keinen Fall zu spät dran sein durfte. Also zwang er sich den ganzen Nachmittag über, in regelmäßigen Abständen von seiner Arbeit aufzusehen und auf die große Uhr zu blicken, die feierlich auf dem Regalbrett tickte. Als die Sonne endlich hinter den Dächern versank und Mr. Blagely die Eingangstür des Möbelgeschäfts abschloss, packte Willmont als erster Lehrling seine Arbeit zusammen. Der Alte Blagely bedachte ihn mit einem erstaunten Blick, als er bemerkte, wie er seinen Arbeitstisch aufräumte.

»Triffst du dich mit einem Mädchen, Willy?« Blagely hatte keine Haare auf dem Kopf, und so runzelte er die Stirn bis zum Ansatz seines glatten, gefleckten Skalps.

»Ich treffe nur ein paar Freunde, Mr. Blagely.« Willmont war nicht daran gewöhnt zu lügen, aber das war nur zum Teil eine Lüge.

»Sieh nur zu, dass du das Stück, an dem du da arbeitest, nicht übers Knie brichst, Willy.«

»Ich werde nichts überstürzen, Mr. Blagely.«

»Ich muss dich nicht daran erinnern, wie wichtig es für dich und mich und jeden hier im Laden ist?«

»Nein, Sir«, sagte Willmont.

»Guter Junge.« Blagely klopfte ihm auf die Schulter. »Dann mal los.«

»Danke, Sir.« Willmont eilte aus dem Hinterausgang, wo sie die Holzlieferungen aus Klein-Basheta oder auch Eimer mit Farben, Kisten voller Nägel und andere Dinge annahmen, die sie für das Anfertigen erlesener Möbel brauchten. Mr. Blagelys Geschäft war unter den Adligen und reichen Kaufmannsleuten wohlbekannt dafür, einige der qualitativ hochwertigsten Stücke in Steingrat herzustellen. Aber das schien Blagely nicht mehr gut genug zu sein. Er hatte sich hohe Ziele gesetzt, und er verließ sich auf Willmont, diese zu erreichen.

Willmont lief durch die enge Gasse hinter dem Laden hinaus auf die Hauptverkehrsstraße des Künstlerwegs. Er ging an Stoffgeschäften vorbei, an den Läden der Glasbläser und anderen Handwerkern. Das Viertel war bei den Adligen beliebt, deshalb ratterten regelmäßig elegante Kutschen vorbei, und Willmont teilte sich den Bürgersteig mit gepflegt gekleideten Dienern, deren Arme mit Päckchen beladen waren.

Willmont lief weiter zur Taverne und dachte dabei mit Freude und auch Sorge an den Tag zurück, an dem ihm dieses neue Stück überantwortet worden war, das Blagely so wichtig nahm.

Zwei junge Männer waren ins Geschäft gekommen. Es war ein großer Laden mit vier Arbeitstischen, und an jedem saß ein Lehrling. Sein Tisch stand der Tür am nächsten, und Mr. Blagely drängte ihn immer, sich mehr darum zu bemühen, die Kundschaft höflich zu grüßen, wenn sie hereinkam, selbst wenn sie seine Arbeit unterbrachen. Willmont hatte vorgeschlagen, dass er sich stattdessen an einen der Tische im hinteren Teil des Ladens setzen könnte, und dass einer der anderen Lehrlinge sich bemühen sollte, höflich zur Kundschaft zu sein. Aber Blagely hatte abgelehnt.

»Du bist mein würdigster Lehrling, Willy, und ich will, dass die Kunden deine Arbeit zuerst sehen«, sagte er. »Ich wünschte nur, du würdest mehr auf dein Benehmen achten.« Dann hatte er in müder Resignation geseufzt. »Ich nehme an, das geschieht mir nur recht, weil ich den Sohn eines Steinmetzes angenommen habe.«

Es stimmte, dass Willmonts Vater ein Steinmetz war, und einer, der seine Worte nicht mit Höflichkeit oder Manieren milderte. Sonderbarerweise hatte Willmont die Lehrstelle in Blagelys Möbelgeschäft angenommen, weil sein Vater ihn als viel zu schwächlich und feinfühlig erachtete, um seinen älteren Brüdern ins Familiengeschäft zu folgen. Sein Vater hatte die Nachgiebigkeit seiner Mutter gegenüber ihrem jüngsten Kind dafür die Schuld gegeben, Gott hab sie selig. Willmont dachte, dass vielmehr ihr frühzeitiger Tod ihn ein wenig zartbesaiteter hatte werden lassen, nicht ihre Erziehung. Doch sein Vater war nicht die Sorte Mann, mit dem man über solche Dinge reden konnte. Und sein Vater hatte recht behalten mit der Wahl des Betriebs. Das kunstvolle Fertigen von Möbeln passte weit besser zu Willmonts Temperament als das mühsame Meißeln und Schürfen von Mauerwerk. Mr. Blagely war viel gütiger als sein Vater. Willmont kam sogar gut mit den Handwerkern der anderen Läden aus, und schon bald besaß er einen kleinen Freundeskreis. Aber es gab einen großen Unterschied zwischen den einfachen, ernsten Gesprächen der Handwerker und der feinen Sprache der Oberschicht. Immer wenn er mit Leuten aus dem Schloss sprach, erwachte eine winzige Version seines Vaters in ihm.

An dem Tag, als die beiden jungen Männer in das Geschäft gekommen waren, beendete Willmont gerade die Verzierungen für eine Stuhllehne. Das war sein liebster Teil beim Möbelmachen. Bereits während der früheren, einfacheren Stufen eines Projekts freute er sich darauf. Also ignorierte er die beiden Männer, als sie hereinkamen und erwartungsvoll vor ihm stehen blieben.

Nach ein paar Minuten räusperte sich einer von ihnen und sagte mit klarer Stimme: »Hallo Bruder, sagte ich.«

»Ja?«, brummte Willmont, sah aber immer noch nicht von seiner Arbeit auf.

»Ich fragte mich, wer diese exquisite Schnitzerei einer Taube gemacht hat, die derzeit auf dem Fenstersims eures Geschäfts sitzt.«

Willmont unterbrach seine Arbeit und sah die beiden zum ersten Mal aufmerksam an. Der Sprecher trug einen leuchtend blauen Gehrock und hatte sein langes, dunkles Haar sorgfältig zu Locken gedreht. Sein Gesicht war mit einer dünnen Schicht des orangefarbenen Puders bestäubt, das viele der reichen jungen Leute auftrugen. Für Willmont sah er aus wie jeder andere Kunde. Der andere junge Mann war jedoch ein wenig ungewöhnlich. Er trug ein feines Leinenhemd, ein Halstuch und weiche Lederstiefel, genau wie sein Begleiter. Aber statt eines Gehrocks trug er einen braunen Langmantel aus Leder, der aussah, als sei er bereits durch mehrere Höllen und wieder zurück geschleift worden. Er trug auch fingerlose Handschuhe und eine Brille mit so dunkel getönten Gläsern, dass seine Augen dahinter nicht zu erkennen waren.

»Ich habe die Taube gemacht«, sagte Willmont endlich.

»Es ist ein prachtvolles Stück«, sagte der Mann mit dem lockigen Haar.

»Sie ist nicht zu verkaufen«, sagte Willmont.

Der Mann lächelte. »Natürlich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass sie über einen hohen sentimentalen Wert verfügt, als dass Ihr Euch von ihr trennen mögt.«

»Nein«, sagte Willmont. »So etwas verkaufen wir hier nur einfach nicht. Wir verkaufen Möbel.«

»Ah, ich verstehe.« Der Mann begann Zeichen von Verwirrung und Frustration zu zeigen, die Willmont häufig bei Kunden hervorzurufen schien. Sobald er diesen Blick sah, sollte er Mr. Blagely holen. Aber Mr. Blagely war unterwegs, um Besorgungen zu machen. Also machte Willmont sich einfach wieder an seine Arbeit.

Aus dem Augenwinkel nahm Willmont wahr, wie der lockenhaarige Mann ein paarmal auf den Fußspitzen vor und zurück wippte. Er hörte, wie er Luft holte, als wollte er etwas sagen, aber dann ließ er es doch. Das Ganze sorgte dafür, dass sich Willmont unwohl fühlte. Er versuchte, sie so gut es ging zu ignorieren, und beugte sich wieder über seine Stuhlverzierungen.

Da trat der Mann mit der dunklen Brille vor. »Es ist so, mein Kerl«, sagte er fröhlich. »Wir wollten wissen, ob du bereit wärst, ein ähnliches Stück für uns zu machen. Aber statt einer Taube sollte es ein …« Er blickte den lockenhaarigen Mann an.

»Ein Falke«, sagte der Mann.

»Richtig. Ein Falke sein«, sagte der Mann mit der dunklen Brille. »Genauso sonnig wie das Stück, das du gemacht hast, aber ein anderer Vogel, klar?«

»Das würde lange dauern«, sagte Willmont.

»Natürlich würde es das, alter Pott«, sagte der Mann. »Wir würden nicht im Traum daran denken, deine Kunstfertigkeit anzutreiben, wenn ich das so nennen darf. Und natürlich würdest du gut bezahlt.«

»Ich weiß nicht …« Willmont machte sich nicht besonders viel aus Falken oder anderen Jagdvögeln. Sie neigten dazu, die Vögel zu fressen, die er mochte.

Da öffnete sich die Tür, und Mr. Blagely eilte geschäftig herein. »Hallo, ehrenwerte Herren!« Er ging um sie herum und stellte sich neben Willmont. »Mein Name ist Honus Blagely, ich bin der Eigentümer dieses Geschäfts. Ich entschuldige mich, falls Willy etwas Schlimmes gesagt hat. Er ist ein verdammt guter Handwerker, aber er taugt nicht viel, wenn es darum geht …« Als er die Männer zum ersten Mal richtig ansah, wurden seine Augen groß, und er verneigte sich tief. »Eure Hoheit! Bitte verzeiht, dass ich Euch nicht früher erkannt habe!« Er warf Willmont einen Blick zu und erkannte, dass der sich nicht verneigte, also streckte er die Hand aus und zog ihn ebenfalls hinab.

Dazu gezwungen, in der Verbeugung auszuharren, verdrehte Willmont den Kopf, um den lockenhaarigen Mann anzusehen, der etwas verlegen lächelte. »Es ist schon in Ordnung, Mr. Blagely. Ich habe den Palast zum ersten Mal ohne eine vollzählige Eskorte verlassen. Es scheint, Lord Pastinas hier ist so todbringend wie ein ganzer Trupp Soldaten – und etwas weniger auffällig.«

Lord Pastinas grinste auf eine, wie Willmont fand, sehr untypische Weise für einen Lord. »Ich...

Erscheint lt. Verlag 9.10.2017
Reihe/Serie Empire of Storms-Reihe
Empire of Storms-Reihe
Übersetzer Michelle Gyo
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Bane and Shadow - The Empire of Storms Book 2
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte eBooks • Empire of Storms • epische Fantasy • Fantasy • High Fantasy • Jon Skovron • Krieger • Magie • Magier • magische Reiche • Schlachten • Serien
ISBN-10 3-641-19426-1 / 3641194261
ISBN-13 978-3-641-19426-0 / 9783641194260
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von SenLinYu

eBook Download (2025)
Forever (Verlag)
CHF 24,40