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Er & Sie (eBook)

Eine Liebe in Paris - Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | Deutsche Erstausgabe
314 Seiten
Blanvalet Verlag
978-3-641-19614-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Er & Sie - Marc Levy
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»Ein bewegender, lustiger, origineller und erstaunlicher Roman.« Le Parisien

Es war einmal in Paris ...

Sie ist Schauspielerin. Er ist Schriftsteller. Sie heißt Mia. Er heißt Paul. Sie ist eine Engländerin aus London. Er ist ein Amerikaner aus Los Angeles. Sie versteckt sich in Montmartre. Er lebt im Marais. Sie hat sehr viel Erfolg. Er nicht wirklich. Mia ist sogar ein weltweit gefeierter Star, aber Paul hat noch nie von ihr gehört, weil er in seiner ganz eigenen Bücherwelt lebt. Beide fühlen sich einsam, bis sie sich eines Tages in einem kleinen Restaurant begegnen. Obwohl Paul sie zum Lachen bringt und er Mias Ungeschicklichkeit unwiderstehlich findet, wissen beide, dass sie sich nicht verlieben dürfen ...

Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagierte er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig war. Gleichzeitig studierte er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, »Solange du da bist«, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in neunundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 40 Millionen verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit.

1

Der Regen troff von den Dächern und Fassaden, den Autos und Bussen, den Bürgersteigen und Fußgängern. Seit Beginn des Frühlings fiel er nahezu unablässig.

Mia kam von einem Treffen mit ihrem Agenten. Creston war ein Gentleman alter Schule, er sagte stets die Wahrheit, tat dies jedoch mit Takt. Elegant bis in die Ausdrucksweise, war er überall respektiert, und seine scharfen, aber nie verletzenden Bemerkungen wurden bei Dinnerpartys oft zitiert. Mia war sein Schützling, was im grausamen und oft rücksichtslosen Filmbusiness als unschätzbares Privileg gelten konnte.

An diesem Tag hatte er sich in einer Privatvorführung Mias neuen Film angesehen, und da sie ihn zu solchen Anlässen nie begleiten durfte, hatte sie in seinem Büro auf ihn gewartet.

Nachdem er seinen Regenmantel abgelegt hatte, hatte Creston es sich in seinem Sessel bequem gemacht und Mia nicht länger auf die Folter gespannt.

»Etwas Action, eine Prise Romantik, die Szenen geschickt um einen zu dünnen Plot konstruiert, aber wen schert das heute noch? … Das wird ein Riesenerfolg!«

Mia kannte Creston gut genug, um zu wissen, dass er nicht mehr dazu sagen würde.

Sie selbst sei wundervoll, fuhr er fort, ein wenig zu oft nackt, darauf müsse man das nächste Mal besser achten und nicht alle naselang ihren Hintern zeigen. Er werde ein Auge darauf haben, im Interesse ihrer Karriere, man würde als Schauspielerin ja so schnell in eine Schublade gesteckt.

»Sagen Sie mir frei heraus, was Sie von dem Film halten, Creston.«

»Du spielst fantastisch, und das ist schon eine Herausforderung angesichts dieser Rolle. Sicher kann man nicht immer nur Filme drehen, in denen die Leute den Herbst zwischen drei Seitensprüngen, zwei Ehebrüchen und einer Tasse Tee verbringen. Das hier ist ein Actionfilm, die Kamera bewegt sich viel, die Figuren ebenfalls … mehr gibt es dazu nicht zu sagen.«

»Die Wahrheit, Creston!«

»Es ist ein Scheißfilm, meine Liebe, ein schöner Scheißfilm, der die Kinokassen füllen wird, weil du und dein Mann die Hauptrollen spielen. Das allein ist es schon wert – und nur das, übrigens. Die Presse wird es lieben, euch gemeinsam auf der Leinwand zu sehen, und noch mehr wird sie es lieben, dass du ihn dabei in den Schatten stellst. Glaube mir, ich sage das nicht, um dir zu schmeicheln, sondern weil es offensichtlich ist.«

»Im Alltag gibt er den Ton an«, gab Mia mit einem matten Lächeln zurück.

Creston strich sich nachdenklich über den Bart. »Wie geht es euch als Paar?«

»Falls wir noch eins sind …«

»Vorsicht, Mia, keine Dummheiten.«

»Was für Dummheiten?«

»Du hast mich genau verstanden. Ist es denn so schlimm?«

»Der Dreh hat uns einander nicht gerade nähergebracht.«

»Das ist genau das, was ich jetzt nicht hören möchte, zumindest bis zum Filmstart. Der Erfolg dieses Meisterwerks basiert allein auf eurem Zusammenspiel, im Kino wie im Leben.«

»Haben Sie neue Drehbücher für mich?«

»Einige.«

»Creston, ich würde gern ins Ausland gehen, weit weg von London und seinem ewigen Grau. Ich möchte eine intelligente, sensible Rolle spielen, Dinge hören, die mich berühren, mich zum Lachen bringen, Gefühle teilen, und wenn es nur in einem ganz kleinen Film ist.«

»Und ich hätte gern, dass mein alter Jaguar niemals kaputtgeht, aber in Wahrheit nennt mich mein Automechaniker schon längst beim Vornamen. Ich habe alles darangesetzt, dir eine Karriere aufzubauen, du hast in England ein Riesenpublikum, Fans, die dafür bezahlen würden, dich das Telefonbuch vorlesen zu hören, und langsam beginnt man, dich überall auf dem Kontinent zu schätzen. In Anbetracht der Marktlage sind deine Gagen unverschämt hoch, und wenn dieser Film so erfolgreich wird, wie ich erwarte, wirst du bald die am besten dotierte Schauspielerin deiner Generation sein. Also, hab ein wenig Geduld, bitte. Sind wir uns einig? In ein paar Wochen rauschen die amerikanischen Angebote herein wie dieser Londoner Dauerregen. Du wirst bei den ganz Großen mitspielen.«

»Den großen Närrinnen, die lachen, obwohl sie traurig sind?«

Creston richtete sich in seinem Sessel auf und hüstelte. »Diesen und anderen, die glücklich sind. Und nun möchte ich diese Trauermiene nicht mehr sehen, Mia«, fügte er strenger hinzu. »Nach den Interviews wird es euch wieder besser gehen. Ihr werdet so viel lächeln müssen während der Promotiontour, dass es am Ende abfärbt.«

Mia trat ans Bücherregal, öffnete das Zigarettenkästchen, das dort stand, und nahm sich eine heraus.

»Du weißt, dass ich es nicht leiden kann, wenn man in meinem Büro raucht.«

»Warum haben Sie dann Zigaretten hier?«

»Für Notfälle.«

Mia sah Creston an und setzte sich wieder, die unangezündete Zigarette zwischen den Lippen. »Ich glaube, er betrügt mich«, sagte sie.

»Wer wird heutzutage nicht auf die ein oder andere Weise betrogen?«, gab er zurück, während er seine Post durchsah.

»Das ist überhaupt nicht komisch.«

Creston unterbrach seine Lektüre. »Tut er es gelegentlich oder die ganze Zeit?«

»Ändert das etwas?«

»Und du, bist du ihm nie untreu geworden?«

»Nein. Na ja, ein Mal, ein Kuss. Mein Filmpartner küsste wunderbar, und ich konnte es in dem Moment gut gebrauchen. Außerdem wirkte die Szene dadurch echter, das ist nicht wirklich untreu, oder?«

»Die Intention zählt. In welchem Film war das?«, fragte Creston mit hochgezogener Augenbraue.

Mia sah aus dem Fenster, und ihr Agent seufzte.

»Gut, nehmen wir an, dass er dich betrügt. Welche Bedeutung hat das schon, wenn ihr euch nicht mehr liebt?«

»Er ist es, der mich nicht mehr liebt. Ich liebe ihn noch.«

Creston öffnete seine große Schreibtischschublade, holte einen Aschenbecher heraus und riss ein Streichholz an. Mia nahm einen tiefen Zug, und er fragte sich, ob sie blinzelte, weil ihr der Rauch in die Augen stieg, hütete sich aber, ihr diese Frage zu stellen.

»Er war der Star und du eine Anfängerin. Er hat sich als der große Pygmalion gefühlt, doch dann hat seine Schülerin den Meister überholt. Ein herber Schlag für sein Ego. Vorsicht mit der Asche, ich hänge sehr an meinem Teppich.«

»Sagen Sie das nicht, das ist nicht wahr.«

»Und ob es wahr ist. Ich behaupte ja nicht, er sei ein schlechter Schauspieler, aber …«

»Aber was?«

»Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, wir reden später darüber. Ich habe noch Termine.«

Creston umrundete den Schreibtisch, nahm Mia behutsam die Zigarette aus der Hand und drückte sie im Aschenbecher aus. Dann legte er ihr einen Arm um die Schultern und schob sie zur Tür. »Bald wirst du spielen, wo es dir gefällt, New York, Los Angeles, Rom. Bis dahin mach keine Dummheiten! Einen Monat, das ist alles, worum ich dich bitte, deine Zukunft hängt davon ab. Versprichst du es mir?«

Vor Crestons Büro hatte Mia ein Taxi zur Oxford Street genommen. Immer wenn sie niedergeschlagen war, und das war in den letzten Wochen mehr als einmal vorgekommen, ging sie auf dieser pulsierenden Geschäftsstraße spazieren.

In den Gängen eines Kaufhauses hatte sie versucht, David zu erreichen, war jedoch nur an die Mailbox geraten.

Was trieb er an diesem Nachmittag? Wo steckte er seit zwei Tagen? Zwei Tage und zwei Nächte ohne ein einziges Lebenszeichen, abgesehen von der lakonischen Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu Hause: Er wolle auf dem Land etwas ausspannen, sie solle sich keine Sorgen machen. Sie tat genau das Gegenteil.

Zurück in ihrer Wohnung, hatte Mia beschlossen, sich am Riemen zu reißen. David sollte nichts von ihrem Kummer mitbekommen. Sie würde Haltung bewahren, ihn nicht einmal erahnen lassen, welch trostlose Gedanken sie während seiner Abwesenheit geplagt hatten, und vor allem würde sie keinerlei Fragen stellen.

Eine Freundin hatte Mia gebeten, sie zur Eröffnung eines Restaurants zu begleiten. Also beschloss sie, sich richtig in Schale zu werfen. Warum sollte sie David nicht auch ein bisschen eifersüchtig machen? Außerdem war es immer noch besser, von Unbekannten umgeben zu sein, als allein zu Hause Trübsal zu blasen.

Das Lokal war riesig, die Musik zu laut, der Saal brechend voll. Es war unmöglich, sich zu unterhalten oder auch nur einen Schritt zu tun, ohne jemanden zu berühren. Wer kann nur Gefallen an so einer Veranstaltung finden?, dachte sie, ehe sie sich ins Getümmel stürzte.

Am Eingang empfing sie ein Blitzlichtgewitter. Darum also war ihre Freundin so erpicht darauf gewesen, dass sie sie begleitete. Sie wollte sich auf den Celebrity-Seiten der Hochglanzmagazine wiederfinden, einmal vom flüchtigen Hauch des Ruhms gestreift werden. Mein Gott, David, warum lässt du mich an so einem Ort alleine rumstehen? Das werde ich dir hundertfach heimzahlen, Monsieur Ich-muss-mal-ausspannen.

Ihr Telefon klingelte, eine unterdrückte Nummer – um diese Zeit, das konnte nur er sein. Wie sollte sie ihn in diesem Tohuwabohu verstehen? Wenn ich Scharfschütze wäre, würde ich den DJ umlegen, dachte sie.

Sie sah sich suchend um: Sie befand sich genau zwischen Eingang und Küche. Die Menge schob sie langsam in Richtung Küche, doch sie beschloss, sich gegen den Strom durchzukämpfen. Sie nahm das Gespräch an und schrie: »Leg nicht auf!« Na bravo, meine Liebe, ich dachte, du wolltest ganz cool bleiben.

Sich eine Bresche schlagen, die Schnepfe auf ihren High Heels und den...

Erscheint lt. Verlag 22.5.2017
Übersetzer Amelie Thoma
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Elle et Lui
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte before sunset • eBooks • Frankreich • Frauenromane • Korea • Liebesroman • Liebesromane • Nicholas Sparks • Nicolas Barreau • Notting Hill • Paris • Romane für Frauen • Solange du da bist • Steven Spielberg
ISBN-10 3-641-19614-0 / 3641196140
ISBN-13 978-3-641-19614-1 / 9783641196141
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