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Jerry Cotton Sonder-Edition 53 (eBook)

Blutiges Pflaster

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Aufl. 2017
80 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-4716-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Jerry Cotton Sonder-Edition 53 - Jerry Cotton
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Pamela Nurvell, eine berühmte Ballerina, wurde vor meinen Augen ermordet. Und die Auftraggeber, die kurz darauf in ihrem Apartment auftauchten, hielten mich für ihren Killer und zahlten mich aus. Als ich auf Pamelas Schreibtisch ein Foto von Mr High mit einem Liebesgruß von ihm entdeckte, stritt er ab, die Frau persönlich gekannt zu haben. Und das konnte nur eines bedeuten: Die Tänzerin hatte gewusst, dass sie bald sterben würde!

2

»Wir werden verfolgt!«, zischte Hugh Leicester und stellte den Spiegel am Armaturenbrett nach. »Kannst du nicht schneller fahren?« Leicester war der Mann im dunklen Abendanzug, der mit dem weißen Gebiss.

»Quatsch«, meinte Bud Mansfield, sein Komplize, der den sandfarbenen Plymouth umsichtig durch den Verkehr steuerte. »Du bist nervös, Hugh. Der Kerl fährt wahrscheinlich rein zufällig in dieselbe Richtung.«

»Es ist kein Kerl«, sagte Leicester. »Es ist eine Frau. Die Puppe sitzt allein in ihrem Wagen.«

Mansfield lachte plötzlich leise.

»Was ist daran so lustig?«, fragte Leicester.

»Ich glaube zu wissen, wer sie ist«, meinte Mansfield. »Denk doch mal nach! Es kann nur die Biene unseres Killers sein. Wetten? Er möchte rausfinden, wer wir sind. 15.000 Dollar hat er von uns kassiert. Leute seines Schlags kriegen den Hals niemals voll. Vielleicht denkt er an eine kleine Erpressung. Um nicht aufzufallen, hat er seine Freundin damit beauftragt, unsere Namen und Adressen ausfindig zu machen.«

»Wir müssen sie abschütteln.«

»Einverstanden«, nickte Mansfield. »Aber ich kann nicht schneller fahren. Der Plymouth ist gestohlen. Wir können nicht riskieren, wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei gestoppt zu werden. Wenn das passiert, sind wir geliefert.«

Leicester nahm die rote Nelke aus dem Revers seines Anzugs und roch daran. »Wenn die Frau rauskriegt, wer wir sind und für wen wir arbeiten, sind wir ebenfalls geliefert.«

»Was schlägst du vor?«

»Wir müssen sie abhängen, so oder so«, sagte Leicester und schob die Nelke zurück ins Knopfloch. »Für einen solchen Fall hat uns der Professor ganz klare Instruktionen erteilt, nicht wahr?«

Mansfield nickte düster. »Ich weiß, aber sie gefallen mir nicht. Ich habe nichts gegen Mord … Vorausgesetzt, dass diese schmutzige Arbeit von einem anderen erledigt wird.«

»Wir brauchen die Kleine nicht gleich umzubringen«, sagte Leicester mürrisch. Er starrte unablässig in den Rückspiegel. »Ich kann ihr Gesicht nicht erkennen. Es liegt im Schatten.«

»Wie willst du sie dann zum Schweigen bringen?«, fragte Mansfield.

Leicester zuckte mit den Schultern. »Das wird sich zeigen. Wir müssen sie in eine Falle locken, um von ihr zu erfahren, ob sie tatsächlich die Freundin des Killers ist oder ob sie für einen anderen arbeitet.«

»Ich hab eine Idee«, sagte Mansfield. »Ganz in der Nähe kenne ich ein Lokal, das einen Hinterausgang hat. Das ist die Lösung.«

»Der Wirt kennt dich?«

»Klar. Er …« Mansfield unterbrach sich. »Ich verstehe«, sagte er dann resignierend. »Wir können es nicht gebrauchen, dass sich die Puppe beim Wirt nach uns erkundigt.«

»Genau«, meinte Leicester. »Jetzt sag ich dir, was wir mit der Kleinen machen …«

Kurz darauf lenkte Mansfield den Wagen in eine schmale, dunkle Seitenstraße. Der Verfolgungswagen, eine dunkelblaue Ford Limousine, nahm denselben Weg. Die Fahrerin hielt es allerdings für geboten, den Abstand beträchtlich zu vergrößern.

Mansfield entdeckte eine Parklücke. Er setzte den Plymouth im Rückwärtsgang hinein. Der Ford rollte mit mäßiger Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Mansfield wandte den Kopf. Er sah, dass die Frau am Steuer weißblondes Haar und ein hübsches Profil hatte.

Leicester blickte auf der anderen Seite durch die Wagenfenster. Die Straße führte hauptsächlich zwischen Lager- und Bürohäusern hindurch. Etwa fünfzig Yards hinter den Gebäuden befand sich eine beleuchtete Großbaustelle. Die im Nachtwind schwankenden Lampen erhellten die Rohbauskelette hoher Stahlbetonbauten.

Mansfield kurbelte das Fenster hinunter und steckte den Kopf ins Freie. Nicht weit vor ihm leuchteten die roten Bremslichter des Ford auf.

»Aussteigen!«, befahl Leicester. »Aber sieh nicht zu der Frau hinüber!«

Sie stiegen aus. Leicester zündete sich eine Zigarette an. Er nahm sich Zeit dabei. Vergeblich wartete er auf das Klicken näherkommender Damenabsätze. Er hörte nur das monotone Rauschen des nahen Cityverkehrs.

»Wahrscheinlich trägt sie flache Schuhe mit Gummisohlen«, sagte Leicester mit gedämpfter Stimme.

Die Männer setzten sich in Bewegung und gingen auf die Baustelle zu. Dann überquerten sie die Straße. Als sie im Schutz eines abgestellten Lieferwagens waren, wagte Leicester einen Blick durch die Fenster des Autos. Er stellte fest, dass die Frau ihnen folgte. Sie blieb jedoch auf der anderen Straßenseite.

Die beiden Männer gingen weiter und erreichten ein hohes, düster wirkendes Bürogebäude. Die schmale Hofdurchfahrt war unverschlossen. Die Gangster huschten hinein und stoppten erst, als sie den unbeleuchteten Hof erreicht hatten. Die Lichtglocke, die über der großen Stadt lag, ließ sie die Einzelheiten ihrer Umgebung deutlich erkennen. An der Rückseite des Gebäudes befand sich eine überdachte Laderampe mit vielen Toren.

Die Fenster oberhalb des Rampendachs waren vergittert. In einer Ecke des Hofes parkten drei Sattelschlepper.

»Meinst du, die Kleine wäre so blöd, uns hierher zu folgen?«, fragte Mansfield.

Leicester peilte vorsichtig um die Ecke. Die hufeisenförmige Ausfahrt zeichnete sich klar vor dem Licht der Straßenlaternen ab. Die Frau war nicht zu sehen.

»Bleib hier!«, entschied Leicester. Er verließ den Hof und ging durch die Ausfahrt auf die Straße. Dort prallte er förmlich mit der Frau zusammen.

»Passen Sie doch auf!«, sagte sie ärgerlich. Sie hatte sich fabelhaft in der Gewalt.

Leicester blickte rasch die Straße hinauf und hinab. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Die Frau war bereits an ihm vorbeigegangen. Mit zwei Schritten war er bei ihr. Er packte sie am Arm und riss sie zu sich herum.

»Lassen Sie mich los!«, keuchte sie. »Loslassen, oder ich schreie!«

Leicester grinste. »Versuchen Sie’s doch! In dieser Straße hört Sie kein Mensch.«

Mansfield tauchte plötzlich auf. Er ergriff die Frau am anderen Arm. Sie wehrte sich verzweifelt, aber gegen die kräftigen Männer hatte sie keine Chance.

Entgegen ihrer Drohung verzichtete sie darauf, um Hilfe zu rufen. Die Männer zerrten und stießen sie durch die Einfahrt auf den Hof. Mansfield wandte einen Polizeigriff an. Er drehte der Frau den Arm auf den Rücken, sodass sie sich nicht rühren konnte.

»Was wollen Sie von mir?«, fragte sie schwer atmend.

Leicester ließ sie los. Er sah, dass sie in Mansfields Händen gut aufgehoben war.

»Wer schickt Sie?«, fragte er barsch.

Die Frau schluckte. »Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen!« Sie drehte den Kopf halb zur Seite.

»Können Sie nicht etwas deutlicher werden?«, fragte Leicester. »Ich habe gefragt, wer Sie schickt, und ich will eine genaue Antwort darauf haben.«

»Von mir erfahren Sie nichts.«

Leicester lächelte verächtlich. Er schlug plötzlich zu. Die Wange der Frau färbte sich rot.

»Das wird Ihrer Erinnerung auf die Sprünge helfen!«, sagte er.

Die Frau spie ihn an. Leicester fluchte. Er wischte sich mit dem Jackenärmel das Gesicht trocken. Dann riss er ihr mit einem Ruck die Handtasche vom Arm. Im Inneren der entdeckte er eine geladene kleine Damenpistole, ein Feuerzeug und eine Schachtel Zigaretten. Leicester stieß einen Pfiff aus. Er nahm die Pistole und das Feuerzeug an sich und warf der Frau die Handtasche vor die Füße.

»Beginnen wir noch mal von vorn«, sagte er scharf. »Wie heißt du?«

Die Frau schwieg. Mansfields Griff wurde fester. Sie stöhnte leise auf.

»Mein Freund bringt Sie garantiert zum Sprechen«, meinte Leicester verächtlich. »Soll er’s mal versuchen?«

»Bitte … Ich habe Ihnen doch nichts getan«, würgte die Frau hervor.

»Du bist uns gefolgt, Püppchen«, sagte Leicester. »Wir möchten hören, warum. Wer ist dein Auftraggeber?«

»Gefolgt? Ich Ihnen? Das ist doch verrückt!«, behauptete die Frau. Ihre Stimme klang rau.

»Was treibst du um diese Zeit in dieser verlassenen Gegend?«, wollte Leicester wissen.

»Ich gehe spazieren.«

»Mit einer Pistole in der Handtasche?«, kam es von Mansfield.

»Die trage ich immer bei mir«, sagte die Frau. »Ihr gemeiner Überfall beweist, wie wichtig es ist, bewaffnet zu sein.«

»Kirby ist dein Freund, nicht wahr?«, fragte Leicester lauernd. »Du kannst es uns ruhig sagen.«

»Ich kenne keinen Kirby«, erklärte sie schroff und trat plötzlich nach hinten aus.

Der Fuß traf das Schienbein von Mansfield, der zusammenzuckte. Sein Griff lockerte sich für den Bruchteil einer Sekunde. Die Frau nutzte die Chance. Sie machte sich los und rannte durch die Einfahrt auf die Straße. Leicester jagte hinterher.

Die Frau war leichtfüßig und schnell, aber der enge Rock behinderte sie. Auf der Straße konnte sie keinen Vorsprung gewinnen. Im Gegenteil. Der kleine, aber agile Leicester schloss rasch zu ihr auf. Ihn trennten nur noch wenige Schritte von der Fliehenden. Da hetzte sie quer über die Fahrbahn auf die Baustelle zu. Der Bretterzaun hatte viele Lücken. Die Frau schlüpfte hindurch, noch ehe Leicester bei ihr war.

Der Boden der Baustelle war weich und sandig. Rohbaustellen, Bretterbuden, Baumaschinen und hohe Materialstapel boten eine Fülle von Versteckmöglichkeiten.

Die Frau hetzte weiter. Sie trug flache Sportschuhe mit Kreppsohlen und konnte sich auf dem weichen, welligen Boden gut behaupten. Trotzdem musste sie höllisch aufpassen. Die Licht- und Bodenverhältnisse...

Erscheint lt. Verlag 23.5.2017
Reihe/Serie Jerry Cotton Sonder-Edition
Jerry Cotton Sonder-Edition
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer • Al Capone • alfred-bekker • Anna Basener • Bahnhofsroman • Bastei • Bestseller • Cora • Dedektiv • Detektiv • Deutsch • Deutsche Krimis • eBook • E-Book • eBooks • Ermittler • erste-fälle • gman • G-Man • Groschenheft • Hamburg • Heft • Heftchen • Heftchen-Roman • Heftroman • Heft-Roman • Horst-Bosetzky • international • Jerry Cotton • Kindle • Klassiker • Komissar • Kommisar • Kommissar • Krimi • Krimiautoren • Krimi Bestseller • Kriminalgeschichten • Kriminalroman • Krimis • krimis&thriller • letzte fälle • martin-barkawitz • Mira • Mord • Mörder • nick-carter • Polizei • Polizeiroman • Polizist • Pulp • Pulp Ficition • Reihe • Romanheft • Roman-Heft • schwerste-fälle • serial content • Serial Novel • Serial Novels • Serie • Serien • Seriennovellen • Soko-Hamburg • spannend • spannende Krimis • Spannung • Spannungsroman • stefan-wollschläger • Tatort • Terror • thomas-herzberg • Thriller • uksak • Verbrechen • Wegner
ISBN-10 3-7325-4716-7 / 3732547167
ISBN-13 978-3-7325-4716-6 / 9783732547166
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