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Jetzt ist Kuss! (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
253 Seiten
Goldmann Verlag
978-3-641-20022-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Jetzt ist Kuss! - Janet Evanovich
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(CHF 7,80)
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Ein flüchtiger Verbrecher überfällt einen Gefrierlaster voll beladen mit Eiskrem – in dem nach kurzer Schmelzphase auch noch eine gefrorene Leiche auftaucht. Kopfgeldjägerin Stephanie Plum schleust sich undercover in die Eiskremfabrik Bogart ein, um herauszufinden, wer die Mitarbeiter so eiskalt um die Ecke bringt. Ranger, Sicherheitsexperte und Stephanies größte Versuchung seit Vanilleeis mit Kirschen, arbeitet bei diesem Einsatz eng mit ihr zusammen – zu eng, wie Trentons heißester Cop Joe Morelli findet. Und Stephanie kann sich mal wieder nicht entscheiden zwischen zwei sexy Typen, Becher oder Waffel, Vanille oder Schoko. So süß war das Plum'sche Chaos noch nie!

Janet Evanovich, die unangefochtene Meisterin turbulenter Komödien und Erfinderin der äußerst erfolgreichen Stephanie-Plum-Reihe, stammt aus New Jersey, und lebt heute in New Hampshire. Mit jedem ihrer Romane stürmt die mehrfach ausgezeichnete Autorin in den USA die Bestsellerlisten.

1

Larry Virgil ist ein schlaksiger, schmieriger Typ um die vierzig. Er wohnt allein, in einem Zimmer hinter seiner Autowerkstatt in der Baker Street in North Trenton. Seit mindestens zehn Jahren hat er sich nicht mehr die Haare schneiden lassen. Er trinkt zu viel, und angeblich missbraucht er Frauen. Auf seine Stirn hat er sich einen Hot Dog mit Hoden tätowieren lassen, könnte auch ein männliches Glied sein. Der Tätowierer war wohl kein Meister seines Fachs, für mich ist es ein Hot Dog.

Larry Virgil könnte mir völlig egal sein, wenn die Trenton Police ihn nicht vor einigen Wochen in flagranti erwischt hätte, als er gerade einen mit Kisten Premium Bourbon Whiskey beladenen Sattelschlepper kapern wollte. Virgil wurde verhaftet und umgehend gegen Zahlung einer Kaution durch den Kautionsagenten Vincent Plum, zufällig mein Cousin und Arbeitgeber, wieder freigelassen. Den Gerichtstermin vor einer Woche ließ Virgil verstreichen, und Vinnie ist ordentlich angepisst. Wenn Virgil der Justiz nicht wieder zugeführt wird, verliert Vinnie seine Kaution.

Mein Name ist Stephanie Plum. Ich habe einen College-Abschluss, immerhin, aber keine besondere berufliche Qualifikation. In den letzten Jahren habe ich als Kopfgeldjägerin gearbeitet und Vinnies Kautionsflüchtlinge aufgespürt. Was mir an Kompetenz fehlt, mache ich durch Kamikaze und Zähigkeit wett, denn bezahlt werde ich nur bei Erfolg.

Es war zehn Uhr abends, Mitte September, und schon so kalt, dass ich außer einem T-Shirt gut noch ein Sweatshirt gebraucht hätte. Ich observierte gerade Virgils Dreiergarage und hoffte, dass er aus dem Haus kam oder reinging, damit wir ihn festnehmen konnten. Ich war nicht allein, am Steuer meines Fluchtwagens saß Lula. Seit zwei Stunden hockten wir hier, und meine Augen schielten schon vor lauter Langeweile.

»Das bringt doch nichts«, sagte ich. »Er geht nicht ans Telefon, und in seinem Haus brennt kein Licht.«

Lula ist eine ehemalige Prostituierte, die Vinnie vor langer Zeit mal als Sekretärin für die Aktenablage eingestellt hat. Als die gesamte Kommunikation digitalisiert wurde, fand er nicht den Mut, Lula vor die Tür zu setzen. Jetzt erscheint sie jeden Tag zur Arbeit und macht das, wozu sie gerade Lust hat. Meistens hängt sie mit mir ab. Sie ist etwas kleiner geraten als ich, bringt aber in ihren engen Klamotten weit fülligere Formen unter. Ihre Hautfarbe ist braun, ihre Haltung ein gereiztes Hä? und ihr Haar momentan pink gefärbt.

Gegen Lula verblasse ich. Mein schulterlanges braunes, lockiges, unbändiges Haar raffe ich der Einfachheit halber meist zu einem Pferdeschwanz zusammen. Man hat mir schon gesagt, ich sähe ein bisschen wie Julia Roberts aus, als Nutte in Pretty Woman. Geiles Kompliment, oder?

»Also, ich glaube ja, dass sich der Loser längst aus dem Staub gemacht hat«, sagte Lula. »Er hat keine Familie hier, und besonders gesellig scheint er auch nicht zu sein. Wenn er mal ausgeht, dann nur, um Trucks zu kapern, aber vielleicht ist ihm ja letztes Mal jemand in die Quere gekommen.«

Scheinwerferlicht blitzte. Ein Sattelschlepper tuckerte auf uns zu und hielt vor dem am Haus angrenzenden Grundstück, das von einem zwei Meter hohen und mit Stacheldraht bewehrtem Maschendrahtzaun umgeben war. Ein Mann schwang sich aus dem Führerhaus und ging zu dem Tor im Zaun, fummelte an dem Schloss herum, und das Tor klappte auf.

»Da ist er!« Lula stieß mit der Hand in ihre unförmige paillettenbesetzte Handtasche und kramte nach ihrer Pistole. »Arschgeige Larry Virgil. Was hab ich dir gesagt? Er kommt wieder. Wo hab ich denn bloß meine Pistole? Warte, ich hab sie gleich gefunden.«

»Keine Waffen!«, sagte ich. »Er ist angeblich unbewaffnet. Wir brauchen nur zu warten, bis er im Haus ist. Dann schleichen wir uns rein und legen ihm Handschellen an.«

»Ich hab sie«, sagte Lula. »Ich hab meine Pistole gefunden. Los jetzt!«

»Noch nicht«, sagte ich.

Zu spät. Lula glitt hinter dem Steuerrad ihres Firebirds hervor und rannte knarreschwingend schreiend über die Straße: »Stehenbleiben! Kautionsagent!«

Virgil, im ersten Moment wie gelähmt vor Schreck, stürzte zur nächsten Straßenecke. Lula nahm die Verfolgung auf. Trotz der Dunkelheit konnte ich erkennen, dass sie in ihren Via-Spigas-Highheels einen super Sprint hinlegte.

»Stehenbleiben oder ich schieße!«, rief Lula.

Ich versuchte sie einzuholen. »Nicht schießen! Wehe, du schießt auf ihn!«

Virgil schlug einen Haken zurück zur Garage, überquerte die Straße, erreichte Lulas Firebird, riss die Tür auf, klemmte sich hinters Steuer und brauste davon.

»Der hat mein Baby geklaut!«, kreischte Lula. »Meine Handtasche liegt auf dem Sitz. Die hab ich selber bestickt. Ein einmaliges Stück! Mein ganzes Make-up ist da drin.«

»Du hast den Schlüssel im Anlasser stecken lassen«, sagte ich japsend.

»Alles nur deine Schuld«, fauchte Lula mich an. »Du hast mir verboten, auf ihn zu schießen. Hätte ich ihm ein paar Kugeln verpasst, wäre das alles nicht passiert.«

»Ich melde es der Polizei«, sagte ich.

»Ich hab keine Lust, auf die Polizei zu warten«, sagte Lula. »Ich jage ihm hinterher.«

»Zu Fuß?«

»Nicht zu Fuß. Mit seinem Truck.«

»Kannst du so einen schweren Sattelzug überhaupt fahren?«

»Klar«, sagte Lula. »Was hast du denn gedacht?«

Sie setzte einen Fuß auf die unterste Stufe des Treppchens zum Führerhaus, konnte sich jedoch nicht allein hochwuchten.

»Das blöde Ding ist zu steil. Schieb mich mal am Hintern an.«

»Niemals!«

»Dann zieh mich von der anderen Seite rein.«

Ich erklomm das Führerhaus von der Beifahrerseite, krabbelte über die Sitze und streckte Lula die Hand entgegen.

»Eine blöde Idee«, sagte ich. »Du weißt doch überhaupt nicht, wo er hingefahren ist. Virgil ist längst über alle Berge, und diesen Truck hat er vermutlich gestohlen.«

»Ich weiß genau, wo er hingefahren ist«, sagte Lula. »Zur Autowerkstatt in der Stark Street. Die schlachten meinen Firebird aus und verhökern die Einzelteile für teures Geld. Die respektieren einfach keinen Privatbesitz.«

Ich nahm mein Handy aus der Tasche. »Ich rufe jetzt die Polizei.«

Verwundert betrachtete Lula das Armaturenbrett. »Ganz schön viel technischer Schnickschnack.«

»Hast du nicht eben noch damit angegeben, du könntest mit so einem Ding fahren?«

»Ich sag doch nur, dass das hier ein schicker Schlepper ist. Mit Getränkehalter und allem Drum und Dran.« Sie sah zum Fußraum. »Und so viele Pedalen. Mist. Was ist das große hier für eins?«

»Die Kupplung.«

»Ach ja. Jetzt fällt es mir wieder ein. Bevor ich mich als Nutte selbständig gemacht hab, bin ich viel mit Uncle Jimmys Kipplaster gefahren.«

Sie stellte einen Via Spiga auf die Kupplung und schaltete. »Passiert ja gar nichts.«

Der Truck machte einen Satz nach vorne, und es knirschte im Getriebe.

»Das hörte sich nicht gesund an«, sagte ich.

»Kein Problem«, entgegnete Lula. »Ob man ein, zwei Gänge überspringt, ist dem Truck egal. Er hat ja noch viel mehr davon.«

Wir schnurrten gemächlich die Straße entlang.

»Ist wie Fahrradfahren«, prahlte Lula. »Verlernt man auch nie.«

Beim ersten Abbiegen nahm sie einen Müllbehälter mit.

»Du hast die Kurve zu scharf geschnitten«, sagte ich.

»Kann schon sein, aber hast du gesehen, wie sanft mein Baby über die Tonne gerollt ist? Wie ein Panzer.«

»An der Kreuzung ist eine Ampel«, sagte ich. »Du weißt hoffentlich, wie man einen Truck zum Stehen bringt.«

»Man tritt auf die Bremse.«

»Schon klar, aber hält dann gleichzeitig auch der Sattelaufleger?«

Lula sah wieder zu Boden. »Die beiden sind doch miteinander verbunden, ich kann jedenfalls nur ein einziges Bremspedal erkennen.«

»Ampel! Pass auf!«, schrie ich.

Lula rauschte über die Kreuzung.

»Du hast gerade eine rote Ampel überfahren!«

»Oh«, sagte Lula. »Meine Schuld. Gut, dass kein Verkehr ist.«

Im Rückspiegel flackerte das Blaulicht eines Streifenwagens auf. »Ich glaube, die Polizei ist hinter uns. Fahr mal lieber ran.«

»Kommt nicht in Frage«, sagte Lula. »Wir verlieren nur Zeit. Ich muss unbedingt an der Autowerkstatt sein, bevor sie anfangen, meinen Firebird zu zerlegen. Den Kerl hinter uns bremse ich aus.«

»Du kannst ja mit dem Truck nicht mal normal abbiegen, ohne was zu demolieren. Ausbremsen für den Arsch.«

»Warum so zickig? Der Polizeiwagen ist unsere Eskorte, so musst du das sehen. Ist doch praktisch, wenn wir damit in der Stark Street einlaufen und Larry Virgil stellen. Heute ist unser Glückstag.«

Der Streifenwagen überholte uns, hielt vor der nächsten Kreuzung und blockierte die Straße. Zwei Polizisten mit gezogener Waffe stiegen aus.

»Bremsen!« sagte ich. »Du sollst bremsen!«

Lula latschte aufs Bremspedal, und der Sattelschlepper verlangsamte, blieb aber nicht stehen. In letzter Sekunde sprangen die beiden Polizisten zur Seite. Lula rammte den Streifenwagen und schob ihn einen halben Block vor sich her, bis die Maschine endlich zum Stillstand kam.

»Gehorcht leider nicht auf Kommando, das Ding«, stellte Lula fest.

Einer der Polizisten näherte sich uns. Ich ließ das Fenster runter und verzog das Gesicht. Es war Eddie Gazarra. Wir sind zusammen zur Schule gegangen. Heute ist er mit meiner Cousine verheiratet, Shirley, der Heulsuse....

Erscheint lt. Verlag 23.10.2017
Reihe/Serie Ein Stephanie-Plum-Roman
Ein Stephanie-Plum-Roman
Übersetzer Thomas Stegers
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Turbo Twenty-Three (Plum 23)
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte eBooks • Eiskrem • Frauenromane • Grandma Mazur • Hamster Rex • Humor • Joe Morelli • Kopfgeldjägerin • Krimi • Kriminalromane • Krimis • Kuss • Liebe • Liebesromane • Lula • lustig • lustige • Mord • Ranger • Romane für Frauen • Serien • Spannung • Stephanie Plum
ISBN-10 3-641-20022-9 / 3641200229
ISBN-13 978-3-641-20022-0 / 9783641200220
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