Dämonenrache (eBook)
304 Seiten
MIRA Taschenbuch (Verlag)
978-3-95649-911-1 (ISBN)
Die Grenzen zwischen der Menschenwelt und den dunklen Reichen fallen schneller als befürchtet, außerdem wird die Auserwählte Ivy nach ihrem Etappensieg über die Mächte der Finsternis von rachsüchtigen Dämonen gejagt. Notgedrungen tut sie sich erneut mit Adrian zusammen, obwohl er sie verraten hat. Sie weiß nicht, was schwieriger ist: die heilige Waffe zu finden, mit der die Dämonen in ihre Schranken gewiesen werden können. Oder ihrem gefährlich attraktiven Verbündeten zu widerstehen. Zumal der wild entschlossen ist, sein Schicksal, das ihn zu ihrem Todfeind bestimmt hat, zu überwinden und ihre Liebe zurückzugewinnen - auch wenn er dafür Himmel und Hölle herausfordern muss ...
'Ich öffne jedes neue Frost-Buch in freudiger Erwartung und werde niemals enttäuscht.'
Bestsellerautorin Charlaine Harris
'Eine Geschichte voller Leidenschaft, dunkler Sinnlichkeit und rasanter Action'
Bestsellerautorin Kresley Cole
'Wildromantisch und voller Action'
RT Book Reviews
'Jeaniene Frost gehört auf jede Must-Read-Liste'
New York Times-Bestsellerautorin Lara Adrian
'Eine spannende neue Welt'
Publishers Weekly
'Ein weiteres aufregendes Abenteuer.'
Romance Reviews Today
'Der atemberaubende Mix aus Urban Fantasy und Love-Story ist einfach phänomenal.'
Romantic Times
<p>Die Romane der New York Times-Bestsellerautorin erscheinen in zwanzig Ländern. Jeaniene Frost lebt zusammen mit ihrem Mann, der sich längst damit arrangiert hat, dass sie an den Wochenenden bis in die Puppen schläft und fast nie einen Fuß in die Küche setzt. Denn Kochbücher jagen ihr einen mächtigen Schrecken ein - ebenso wie Flugzeuge.</p>
1. Kapitel
„Brutus, was soll das?“, murmelte ich, während ich am Strand entlanglief. Ich kuschelte mich tiefer in meine Strickjacke, um die salzige Brise abzuhalten. Es würde schon bald heiß sein, wie üblich in Miami, aber jetzt, kurz vor Sonnenaufgang, war die Frühlingsluft noch etwas zu kühl für das leichte knielange Sommerkleid, das ich übergezogen hatte, um nach meinem entlaufenen Haustier zu suchen.
„Brutus!“, rief ich laut. „Wo bist du?“
Seit mehr als fünfzehn Minuten rief ich vergeblich nach ihm und fing langsam an, mir Sorgen zu machen. Er war noch nie so knapp vor Tagesanbruch von zu Hause fortgeblieben. Ich hatte Brutus zwar nicht haben wollen, als man ihn mir aufgedrängt hatte, und er war definitiv nicht das, was sich normale Menschen unter einem Haustier vorstellten, aber während der vergangenen zwei Monate war er mir doch ans Herz gewachsen.
Jeden Abend verließ er bei Anbruch der Dämmerung das Haus und war spätestens um fünf Uhr früh wieder da. Vor seiner Zeit mit mir hatte er sein ganzes Leben in Finsternis verbracht; Brutus hasste die Sonne nicht nur, er hatte sogar regelrecht Angst vor ihr. Daher war ich losgezogen, um nach ihm zu suchen, als er heute Morgen um halb sechs immer noch nicht wieder aufgetaucht war. Der North Shore Open Space Park in Miami Beach war einer seiner Lieblingsplätze, und zu dieser frühen Stunde lag der Strandabschnitt, den ich ablief, noch völlig verlassen da.
Finster starrte ich auf den langsam heller werdenden Horizont und wurde immer nervöser. „Brutus!“, brüllte ich wieder. Wehe, wenn er mir aus dem Weg ging, weil er die Regeln gebrochen und jemanden gefressen hatte.
Selbst wenn er sich bislang nichts hatte zuschulden kommen lassen, würde er, wenn ich ihn nicht schnellstens fand, vermutlich in ein fremdes Haus eindringen, um dem Sonnenlicht zu entkommen. Und falls das passieren sollte, dann gnade Gott dem Hausbesitzer, der ihn entdeckte und versuchte, ihn zu verscheuchen.
„Hast du was verloren?“, ertönte da eine unbekannte männliche Stimme hinter mir.
Ich erstarrte. Vor einem Augenblick war noch niemand außer mir am Strand gewesen. Meine erst kürzlich aufgerüsteten Sinne hätten selbst durch das Rauschen der Brandung hindurch registrieren müssen, dass jemand direkt auf mich zugerannt kam. Und er hätte schon ziemlich schnell rennen müssen, um die Strecke binnen Sekunden zu bewältigen.
Es gab noch eine andere Erklärung, wie der Mann so plötzlich und lautlos hinter mir auftauchen konnte, aber sollte sie zutreffen, würde einer von uns diesen Strand nicht mehr lebend verlassen.
Ich durfte ihm nicht zeigen, dass ich wusste, dass womöglich etwas nicht stimmte.
„Du hast mich erschreckt!“, sagte ich. Hoffentlich klang das eher überrascht als verängstigt.
Der Fremde lächelte. Eine schwarze Haarsträhne fiel ihm ins Gesicht. „Tut mir leid. Ich habe dich schreien hören und bin rasch rübergekommen, um zu sehen, ob du vielleicht Hilfe brauchst.“
Er schien ein paar Jahre älter zu sein als ich, so ungefähr Anfang bis Mitte zwanzig. Obwohl er eher schmächtig wirkte, war er auf jungenhafte Art ziemlich süß. Wäre ich ihm letztes Semester am College begegnet, hätte ich die Schatten, die unter seiner Haut auftauchten und wieder verschwanden, für reine Einbildung gehalten. Immerhin hatten diverse Ärzte Halluzinationen bei mir diagnostiziert. Das Problem war jedoch, dass ich inzwischen wusste, dass ich nicht verrückt war, auch wenn es Tage gab, an denen ich mir wünschte, ich wäre es.
Dann sah ich seine Augen aufleuchten wie die eines Tiers im Scheinwerferlicht – das war der Beweis für das übernatürliche Äquivalent von Tapetum lucidum, der reflektierenden Schicht hinter der Netzhaut des Auges von Hunden und Katzen, Rindern oder Pferden. Damit hatte sich mein Verdacht bestätigt. Der Typ vor mir mochte für alle, die nicht über meine Fähigkeiten verfügten – also gut 99 Prozent der Weltbevölkerung –, aussehen wie ein Mensch. Aber er war keiner. Er war ein Dämonen-Lakai.
„Ich könnte schon etwas Hilfe gebrauchen“, erwiderte ich, noch immer lächelnd, obwohl mein Herz wie wild schlug. „Ich suche nach meinem, äh, Hund.“
„Klar doch.“ Er nahm beiläufig meinen Arm. „Ich glaube, ich habe da hinten einen gesehen.“
Wir logen beide. Brutus war kein Hund, und hier lief auch sonst nirgends ein Hund herum. Trotzdem ließ ich mich von dem Fremden zu dem Gestrüpp führen, das an der Ufermauer wuchs. Während ich neben ihm herging, schob ich mein Kleid auf der Seite, die er nicht sehen konnte, vorsichtig nach oben. Ich hatte in den vergangenen Monaten, seit ich entdeckt hatte, dass es so etwas wie Lakaien und Dämonen gab, ein paar Dinge dazugelernt. Die wichtigste Lektion? Verlass niemals unbewaffnet das Haus.
Ich griff nach dem Messer, das ich mit einem Riemen um meinen Oberschenkel geschnallt hatte, und warf einen prüfenden Blick gen Himmel. Brutus war fast drei Meter groß, so breit wie zwei ausgewachsene Gorillas und hatte ledrige Flügel, die er wie Schwerter einsetzen konnte. Jetzt wäre also ein wirklich guter Moment für ihn, sich endlich blicken zu lassen.
Doch das tat er nicht, und ich holte tief Luft, um mir Mut zu machen. Okay, ich war also allein an einem dunklen, verlassenen Strand mit einem Lakaien, der von irgendeinem Dämon mit übermenschlicher Kraft ausgestattet worden war. Keine besonders tolle Situation, aber Hysterie würde jetzt gar nichts bringen. Das wusste ich aus Erfahrung.
„Du scheinst nervös zu sein“, bemerkte der Lakai.
Sein amüsierter Ton wirkte auf mich wie ein Adrenalinstoß. Lakaien und Dämonen hatten zahllose Menschenleben ruiniert, mal abgesehen davon, dass sie meine Eltern umgebracht, meine Schwester entführt und mich, öfter als ich zählen konnte, beinahe getötet hatten. Dieses Arschloch hier dachte, dass ich einfach nur eine weitere menschliche Sklavin war, die er ins Reich seines dämonischen Meisters verschleppen konnte. Nun denn, ich hatte eine Überraschung für ihn.
Ich wirbelte herum und verlagerte mein Gewicht dabei allein auf das rechte Bein, während ich mit dem linken zielsicher ausholte. Gleichzeitig zog ich das Messer aus der Scheide und rammte es dem Typen ins Gesicht – mit deutlich mehr Kraft, als ein normaler Mensch aufbringen könnte. Der Lakai, der ohnehin schon ins Straucheln geraten war, nachdem ich ihm die Füße unter dem Leib weggetreten hatte, fiel um wie ein Mehlsack. Mein Mitbewohner Costa hatte mir diverse Nahkampftechniken beigebracht, was sich jetzt auszahlte. Für den Bruchteil einer Sekunde trafen sich unsere Blicke, und das ungläubige Entsetzen in den Augen des schockierten Lakaien versetzte mir einen Kick und spornte mich noch mehr an.
Wer hat jetzt Angst? dachte ich aufgeregt.
Aber ich hätte mir diesen kurzen Moment des Triumphs besser verkneifen sollen. Denn auch mit einem Messer im Kopf war mein Gegner immer noch tödlich. Seine Finger schlossen sich um meine Knöchel, und blitzschnell riss er mir die Füße weg. Ich verlor das Gleichgewicht und landete mit Karacho rücklings am Boden. Sofort rollte ich mich zur Seite, um der unmittelbaren Attacke des Lakaien auszuweichen. Er landete im Sand anstatt auf mir, doch dann rammte er seine Fäuste mit aller Wucht in meinen Unterleib. Ich krümmte mich vor Schmerzen. Es fühlte sich an, als ob ich von einem Laster erfasst worden wäre. Er krallte sich an mir fest und schob sich über mich. Sein Grinsen war trotz der Blutbäche zu erkennen, die aus der tiefen Wunde in seiner Stirn flossen, in der noch immer das Messer steckte.
Ich konnte mich unmöglich aus seinem Griff befreien, also versuchte ich es gar nicht erst. Als er sich auf Höhe meiner Schenkel befand, schlug ich ihm mein Knie ins Gesicht, so fest, wie meine übermenschliche Stärke es zuließ. Ein scharfer Schmerz schoss durch mein Bein, doch diesmal verschwendete ich keine Sekunde, bevor ich zum nächsten Angriff überging. Ich packte seinen Kopf und riss ihn mit aller Kraft zur Seite. Es knackte, und der Körper des Lakaien erschlaffte.
Endlich gelang es mir, mich zur Seite abzurollen. Meine Knie und Rippen pochten so schmerzhaft, dass ich mich zur Feier meines Sieges am liebsten übergeben hätte, und dennoch war mir zum Jubeln zumute. Wie es aussah, hatten sich meine Nahkampf-Lektionen gelohnt! Das Training bei Costa war sogar derart erfolgreich gewesen, dass sich jede Bewegung wie eine Intuition angefühlt hatte und nicht wie die bewusste Entscheidung, mein Gegenüber zu töten. Aber ich hatte einen Lakaien ausgelöscht, und das nicht zum ersten Mal. Allerdings war er der erste, den ich allein und nur mit einer herkömmlichen Waffe zur Strecke gebracht hatte.
Der Berufswunsch Killerin hatte vor sechs Monaten noch nicht auf meiner Liste von Lebenszielen gestanden. Doch seitdem hatte ich lernen müssen, wie man tötet – neben vielen anderen seltsamen und unangenehmen Dingen. Schönen Dank auch, unerwartete übernatürliche Erblinie. Du bist echt das beste Geschenk, das man sich wünschen kann.
In einer Geschwindigkeit, die mich immer wieder aufs Neue überraschte, begann der Körper des Lakaien zu zerfallen, bis nur noch Asche übrigblieb, deren Staubkörner von derselben Meeresbrise davongetragen wurden, die mein Haar durch die Luft wirbelte. Dass Lakaien und Dämonen sich unmittelbar nach ihrem Tod in ein Häufchen verbrannter Substanz verwandelten, war die einzige rücksichtsvolle Eigenschaft, die sie an den Tag legten.
Obwohl jede Zelle meines Körpers schmerzte, rappelte ich mich...
| Erscheint lt. Verlag | 7.8.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Broken Destiny | Broken Destiny |
| Übersetzer | Ira Panic |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Fantasy • Fantasyroman • Fantasy Romane • Fluch • heilige Waffe • Liebe • New Adult • new adult bücher • new adult deutsch • new adult romane • Rache • Romantasy • spannend |
| ISBN-10 | 3-95649-911-5 / 3956499115 |
| ISBN-13 | 978-3-95649-911-1 / 9783956499111 |
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