Wir schreiben das 23. Jahrhundert. Eine lange Ära des Friedens in der Galaxis kommt abrupt zu einem Ende, als unbekannte Raumschiffe einen Geleitzug des Commonwealth - des Planetenbundes der Menschen und anderer humanoider Völker - attackieren. Offiziell gibt es keine Überlebenden, doch die Zhirrzh, die sich die 'Eroberer' nennen, haben einen Mann als Geisel genommen: Commander Pheylan Cavanagh, den Sohn eines hochrangigen Politikers. Sie wollen Informationen von ihm, denn das nächste Ziel der Eroberer ist die Erde. Es fällt einer kleinen Elitetruppe, den Copperheads, zu, Cavanagh zu befreien, und so die Heimat der Menschen von der unaufhaltsam vorrückenden feindlichen Flotte zu retten ...
Timothy Zahn wurde 1951 in Chicago geboren, lebt in Oregon und ist heute einer der beliebtesten Science-Fiction-Autoren der USA. Sein bekanntestes Werk ist die 'Thrawn'-Trilogie (Legenden), die mehrere Jahre nach dem Ende von 'Die Rückkehr der Jedi-Ritter' spielt und die Geschichte des 'Star Wars'-Universums in eine neue Zeit vorantreibt ('Expanded Universe'). Diesen Büchern folgte eine Reihe weiterer 'Star Wars'-Romane. Für seine Novelle 'Cascade Point' wurde Zahn mit dem renommierten Hugo Award ausgezeichnet.
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Sie waren tatsächlich dort – genau an der Stelle, wo die auf Dorcas registrierte Tachyonen-Signatur sie geortet hatte: vier Schiffe, die schwach im Sternenlicht des tiefen Raums glitzerten und im Infrarot-Bereich aufloderten, während sie die Hitze abführten, die die Nullpunktenergie-Reibung auf ihrem Flug erzeugt hatte. Es waren kleine Schiffe, wohl nicht größer als die Procyon-Klasse: Sie hatten eine milchig-weiße Farbe und die Form dicker sechseckiger Platten unterschiedlicher Größe, die wie eine surreale Skulptur zusammengefügt worden waren.
Fremdartig wie die Hölle.
»Scan abgeschlossen, Commodore«, meldete der Mann an der Sensorstation der Jütland zackig. »Andere Schiffe wurden nicht geortet.«
»Verstanden«, sagte Commodore Trev Dyami. Er bog die Schultern unter der frisch gestärkten Uniform nach hinten und gestattete sich ein sparsames Lächeln, während er auf die Hauptanzeige schaute. Schiffe von Außerirdischen. Der erste Kontakt mit einer neuen raumfahrenden Rasse in einem Vierteljahrhundert.
Und dieses Verdienst gebührte ihm. Ihm allein. Trev Dyami und die Jütland waren die Namen, die in den Pressemeldungen des Commonwealth und schließlich in den Geschichtsbüchern verzeichnet wären.
Das Glück des Kriegers – ja, das war es.
Er wandte sich an die taktische Station – im völligen Bewusstsein dessen, dass alles, was er ab diesem Moment sagte, in dieses Kapitel in den Geschichtsbüchern einfließen würde. »Wie ist die Bedrohungsbewertung?«, fragte er.
»Ich schätze null Komma eins bis null Komma vier, Sir«, meldete der Taktik-Offizier. »Ich sehe keine Anzeichen von Jäger-Ausstoßrohren oder Raketenöffnungen.«
»Sie haben allerdings Laser, Commodore«, meldete der Zweite Taktik-Offizier sich. »Es befinden sich Gruppen von optischen Entladungslinsen an den Vorderkanten jedes Schiffs.«
»Groß genug, um als Waffen zu dienen?«, fragte der Erste Offizier neben Dyami.
»Schwer zu sagen, Sir«, sagte der andere. »Die Linsen sind zwar ziemlich klein, aber das will noch nichts heißen.«
»Was ist mit der Leistungsabgabe?«, fragte Dyami.
»Ich weiß nicht, Sir«, sagte der Sensoroffizier langsam. »Ich registriere keine Strahlung.«
»Überhaupt keine?«
»Zumindest keine, die ich auffangen könnte.«
Dyami wechselte einen flüchtigen Blick mit dem Ersten Offizier. »Supraleitende Kabel«, spekulierte der Erste Offizier. »Oder sie sind sehr gut abgeschirmt.«
»So oder so«, pflichtete Dyami ihm bei und schaute wieder auf die lautlosen Gebilde, die in der Mitte der Hauptanzeige drifteten. Nicht nur eine raumfahrende Rasse, sondern eine, die der Menschheit vielleicht sogar technologisch überlegen war! Das Kapitel im Geschichtsbuch wurde mit jeder Minute länger und eindrucksvoller.
Der Erste Offizier räusperte sich. »Sollen wir Kontakt mit ihnen aufnehmen, Sir?«, fragte er.
»Immer noch besser, als hier rumzusitzen und Däumchen zu drehen«, sagte Dyami trocken und warf einen kurzen Blick auf die taktische Anzeige. Der Rest der aus acht Schiffen bestehenden Einsatzgruppe der Jütland befand sich in der standardmäßigen Kampfformation, und die Mannschaften waren auf Gefechtsstation. Die zwei kleinen Aufklärungsschiffe waren ebenfalls in Position – sie hielten sich jedoch im Hintergrund, wo sie außer Gefahr wären, falls die bislang friedliche Begegnung gewaltsam eskalieren sollte. Die Dragonfly-Defensivjäger der Jütland steckten startbereit in den Abschussrohren und konnten jederzeit ins Gefecht katapultiert werden.
Es war ein Szenario wie aus der Zentralen Dienstvorschrift … und es wurde Zeit, Geschichte zu schreiben. »Lieutenant Adigun, fertig bei Erstkontakt-Kommunikationspaket«, befahl Dyami dem Nachrichtenoffizier. »Machen Sie es startklar. Und benachrichtigen Sie alle Schiffe, dass sie sich bereithalten sollen.«
»Signal von der Jütland, Captain«, meldete Ensign Hauver von der Funkstation auf der Brücke der Kinshasa. »Sie sind gerade dabei, das Erstkontakt-Paket an unsere geheimnisvollen Kameraden zu übermitteln.«
Commander Pheylan Cavanagh nickte, ohne den Verbund der Sechseck-Schiffe auf der Anzeige der Brücke aus den Augen zu lassen. »Wie lange wird es dauern?«
»Die erste Tranche können sie innerhalb von fünf bis zwanzig Minuten abschicken«, sagte Hauver. »Die Übertragung des gesamten Pakets kann aber bis zu einer Woche dauern. Allerdings ist da noch nicht die Zeit berücksichtigt, die die andere Seite vielleicht braucht, um herauszufinden, wovon wir überhaupt reden.«
Pheylan nickte. »Wollen wir hoffen, dass sie nicht zu fremdartig sind, um es zu verstehen.«
»Mathematik soll schließlich universal sein«, erläuterte Hauver ihm.
»Es ist das ›soll‹, an dem ich mich störe«, sagte Pheylan. »Meyers, haben Sie noch weitere Informationen zu den Schiffen selbst?«
»Nein, Sir.« Der Sensoroffizier schüttelte den Kopf. »Und ehrlich gesagt, Sir, das gefällt mir überhaupt nicht. Ich habe das Infrarotspektrum vom April auf sechs verschiedene Arten analysiert, und es will sich einfach nicht auflösen. Entweder bestehen diese Hüllen aus einem Material, von dem der Computer und ich noch nie etwas gehört haben, oder sie kaschieren die Emissionen irgendwie.«
»Vielleicht sind sie auch nur schüchtern«, sagte Rico. »Was ist mit diesen optischen Entladungslinsen?«
»Dazu bekomme ich auch keine Daten«, sagte Meyers. »Es könnte sich um Kommunikationslaser mit einem halben Kilowatt Leistung, eine Raketenabwehr mit einem halben Gigawatt oder irgendetwas dazwischen handeln. Ohne eine Messung des Leistungsflusses kann man das unmöglich sagen.«
»Das beunruhigt mich noch mehr als die Hülle«, meinte Rico zu Pheylan und schaute mit einem besorgten Ausdruck in seinem dunklen Gesicht auf die Anzeige. »Dass sie ihre Energieleitungen so stark abschirmen, sagt mir, dass sie etwas zu verbergen haben.«
»Vielleicht sind sie einfach sehr effizient«, spekulierte Meyers.
»Ja«, knurrte Rico. »Vielleicht.«
»Los geht’s«, sagte Hauver. »Die Jütland sendet das Pilot-Suchsignal. Sie haben eine Resonanz – schwach, aber sie ist vorhanden.« Er schaute angestrengt auf seine Konsole. »Und eine seltsame Frequenz. Sie müssen wirklich eine unheimliche Technik haben.«
»Wir werden eine Besichtigung ihrer Funkbude für Sie arrangieren, wenn das hier vorbei ist«, sagte Pheylan.
»Ich hoffe doch. In Ordnung, die erste Tranche des Pakets geht raus.«
»Das Führungs-Alien bewegt sich«, meldete Meyers. »Es giert ein paar Grad nach backbord …«
Ohne Vorwarnung schoss ein doppelter Lichtblitz aus dem außerirdischen Führungsschiff und schnitt in den Bug der Jütland. Dann loderte ein diffuseres sekundäres Licht auf, als das Metall der Hülle unter dem Beschuss verdampfte …
Und in der Kinshasa Gefechtsalarm ausgelöst wurde. »An alle Schiffe!«, ertönte Commodore Dyamis Stimme über den Zerhacker der Funkgeräte. »Wir sind unter Beschuss. Kinshasa, Badger, beziehen Sie Flankenposition. Alle anderen Schiffe bleiben auf ihrer Position. Feuermuster Gamma-Sechs.«
»Bestätigen Sie, Hauver«, befahl Pheylan und starrte ungläubig auf die Anzeige. Das Alien hatte das Feuer eröffnet. Ohne jeden Grund und ohne dass sie bedroht worden wären, hatten sie einfach das Feuer eröffnet. »Chen Ki, bringen Sie uns auf die Flankenposition. Steuerbord-Raketenrohre für den Abschuss fertig machen.«
»Wie sollen wir sie programmieren?«, fragte Rico, während seine Finger über die Tastatur des taktischen Rechners huschten. »Näherung oder Radar?«
»Hitzesucher«, erklärte Pheylan. Die Beschleunigung drückte ihn in den Sitz, als die Kinshasa ihre vorgeschriebene Flankenposition ansteuerte.
»Wir sind zu nah an den anderen Schiffen«, gab Rico zu bedenken. »Wir könnten eines von ihnen statt der Aliens treffen.«
»Keine Sorge, wir können weit genug rausziehen, um das zu vermeiden«, beschied Pheylan ihn und warf einen kurzen Blick auf die taktische Anzeige. »Zumindest wissen wir nun, dass die Aliens Wärmestrahler sind. Bei diesen seltsamen Hüllen würden die anderen Einstellungen wahrscheinlich auch gar nicht funktionieren.«
»Raketenfächer von der Jütland«, meldete Meyers mit einem Blick auf seine Anzeigen. »Sie haben eine Radarprogrammierung von …«
Und plötzlich eröffneten alle vier außerirdischen Schiffe in einem blendenden Kaleidoskop aus vielen Lasern das Feuer. »Alle Aliens feuern«, schrie Meyers, als das Trillern des Schadensalarms die Brücke erfüllte. »Wir erhalten Treffer – Schäden an der Hülle in...
| Erscheint lt. Verlag | 31.5.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Eroberer-Trilogie | Die Eroberer-Trilogie |
| Übersetzer | Martin Gilbert |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | Alien • Die Eroberer-Trilogie • diezukunft.de • eBooks • Invasion • Military SF • Serien |
| ISBN-10 | 3-641-21247-2 / 3641212472 |
| ISBN-13 | 978-3-641-21247-6 / 9783641212476 |
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