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Falsches Spiel, wahre Gefühle? (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-0834-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Falsches Spiel, wahre Gefühle? - Kim Lawrence
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Für Lara ist der attraktive Fremde, der sie mitten in der Nacht in Rom vor einer Horde Rowdys rettet, nicht nur ihr Schutzengel, sondern der aufregendste Mann, dem sie je begegnet ist. Und als er ihre Wange berührt und ihr mit rauer Stimme zuflüstert, wie schön sie ist, kann sie nicht anders, als Raoul Di Vittorio in seinen Palazzo zu folgen. Natürlich bloß für eine Nacht. Doch als sie plötzlich seine Verlobte spielen soll, quält sie nur eine Frage: Wie soll ich Stunden unbeschreiblichen Glücks ertragen, wenn Raoul mich gar nicht liebt?



<p>Kim Lawrence, deren Vorfahren aus England und Irland stammen, ist in Nordwales groß geworden. Nach der Hochzeit kehrten sie und ihr Mann in ihre Heimat zurück, wo sie auch ihre beiden Söhne zur Welt brachte. Auf der kleinen Insel Anlesey, lebt Kim nun mit ihren Lieben auf einer kleinen Farm, die schon seit drei Generationen in Familienbesitz ist. Auf dem Eiland spricht man größtenteils walisisch - eine Herausforderung für Kim doch mit der Zeit lernte sie, diese schwierige Sprache fließend zu sprechen. Und auch mit der Einsamkeit auf dem idyllischen Fleckchen weiß Kim mittlerweile umzugehen: Packt sie die Sehnsucht nach der Großstadt, fährt sie mit der Fähre einfach ins nahe gelegene Dublin. Wenn sie nicht schreibt, verbringt Kim viel Zeit in ihrem Garten oder kocht. Auch joggen geht sie gern - am liebsten am Strand mit ihrem Terrier Sprout.</p>

1. KAPITEL

Als Sergio Di Vittorio das Kasino betrat, verstummten die Gespräche zwar nicht, doch angespannte Erwartung erfüllte den Raum. Zwei große, dunkel gekleidete Gestalten folgten dem ehrwürdigen Aristokraten in angemessen respektvollem Abstand.

Raoul, der an einem der Marmorpfeiler lehnte, beobachtete aufmerksam, wie sein Großvater gemessenen Schrittes den Raum durchmaß. Trotzdem behielt er den Mann am Roulettetisch weiterhin im Auge, der wie besessen war und immer mehr Geld verspielte.

Ein selbstironisches Lächeln umspielte seine Lippen, weil er sich automatisch straffte, als sein Großvater nun näherkam. Alte Gewohnheiten lassen sich eben nur schwer abstellen, dachte er. Und sein Großvater achtete streng auf gute Manieren.

Wobei das Oberhaupt des Familienunternehmens bei vielen Dingen rigide Ansichten vertrat. Zum Beispiel beim Glücksspiel. Was eigentlich nicht überraschte, da sein einziger Sohn, Raouls und Jamies Vater, sich freiwillig das Leben genommen hatte, als das ganze Ausmaß seiner Spielschulden öffentlich geworden war.

Sergio hätte den Skandal beilegen und die Schulden seines Sohnes begleichen können – denn die infrage kommende Summe war für ihn kaum der Rede wert. Stattdessen hatte er seinem Sohn erklärt, endlich Verantwortung zu zeigen und sich als Mann zu erweisen.

Ob sein Großvater diese Entscheidung bereute?

Und sich die Schuld gab?

Raoul bezweifelte es. Sergios Glaube an sich selbst erlaubte keine Zweifel. Und Raoul hatte seine Wut damals für seinen Vater reserviert, der sich für den einfachen Weg entschieden und sie allein gelassen hatte. Dieses Ausmaß an selbstzerstörerischer Verzweiflung war für ihn als Kind schwer zu verstehen gewesen, genauso wie die Tatsache, dass Abhängige grundsätzlich selbstsüchtig waren. Auch sein Verständnis später als Erwachsener konnte ihm nicht die Verbitterung nehmen oder die Erinnerungen an ein einsames Kind auslöschen. Allerdings war Jamie immer für ihn da gewesen, sein älterer Bruder, der seine Kämpfe ausgefochten hatte, bis Raoul groß und stark genug gewesen war, sich selbst zu behaupten.

Raoul erinnerte sich an die warme Hand seines Bruders, die sich um seine schloss, als sein Großvater ihnen die Nachricht überbrachte. Der Augenblick hatte sich in seinem Gedächtnis eingebrannt: Die einzelne Träne, die langsam über das Gesicht seines älteren Bruders rollte. Das gleichmäßige Ticken der Wanduhr. Die tiefe Stimme des Großvaters, der erklärte, dass sie von jetzt an bei ihm leben würden.

Verwirrung und Angst krampften damals seinen Magen zusammen. Ein Schluchzen steckte in seiner Kehle, das er verzweifelt zurückhielt, um seinem Großvater zu gefallen. Seine Tränen hatte er sich aufgespart und später in sein Kissen geweint.

Entschlossen verdrängte Raoul die Erinnerungen und hob seinen Brandy in einem stummen Gruß. Im Laufe der Jahre hatte der Alkohol das Kissen ersetzt. Oder vielleicht hatte er einfach nur die Fähigkeit verloren, überhaupt noch weinen zu können. Wahrscheinlich konnte er gar nicht mehr wie ein normaler Mensch fühlen.

Tränen würden seinen Bruder nicht zurückbringen. Jamie war gegangen. Für immer.

Er senkte den Blick, und seine langen dunklen Wimpern legten sich über die Trauer in seinen Augen. Er wollte diesen Anflug von Verzweiflung nicht zulassen, den noch so viel Brandy nicht würde betäuben können.

„Man hat dich beim Leichenschmaus vermisst.“ Sergio deutete mit dem Kopf auf das drehende Rouletterad. „Du hast dich also entschlossen, in die Fußstapfen deines Vaters zu treten?“

Raoul hob den Kopf. „Warum nicht? Schließlich heißt es doch, dass Sucht erblich ist.“

Sergio zuckte auf seine unnachahmliche Art die Schultern. „Daran habe ich auch schon gedacht.“

Hart lachte Raoul auf. „Das hätte ich mir denken können.“

„Nein, der Makel haftet euch beiden nicht an, aber du bist ein Adrenalinjunkie, genau wie Ja…“ Der alte Mann stockte und schluckte schwer, ehe er weitersprach. „Dein Bruder hat immer gesagt, dass … er … Jam…“

Raoul konnte nicht mitansehen, wie sein Großvater um Selbstbeherrschung rang. Deshalb warf er barsch ein: „Er sagte, wenn ich es nicht beim Klettern schaffe, würde ich mich sicher mit einem meiner Autos umbringen.“

Einen Moment klang die Stimme seines Bruders so real, dass er schon fast sein vertrautes lächelndes Gesicht zu sehen glaubte – du bist ein Adrenalinjunkie, kleiner Bruder, und eines Tages wirst du dich umbringen … Seine Worte waren wie ein Schlag in den Magen.

Denn Jamie war derjenige, der jung gestorben war. Nicht deshalb, weil er eine Kurve zu schnell genommen hatte, sondern weil das Leben unfair war.

Raoul trank einen großen Schluck Brandy, während Wut sein Denken benebelte. Er brauchte ein paar Sekunden, ehe er seiner Stimme wieder trauen konnte.

„Ich hätte nicht erwartet, dass du dich an einen Ort wie diesen verirrst, aber ich muss zugeben, dass du es verstehst, dich in Szene zu setzen.“ Was der Wahrheit entsprach. Obwohl schon über achtzig, war Sergio Di Vittorio immer noch eine beeindruckende Gestalt. Er trug sein übliches Schwarz, und in seinen silbergrauen Haaren verfing sich das Licht der Kronleuchter.

Jeder andere hätte Neugier verspürt, warum sein Großvater hier war, aber wie immer fühlte Raoul nichts. Stattdessen nahm er noch einen Schluck Brandy.

Wenigstens war er gut darin, sich selbst zu belügen.

„Die Leute haben nach dir gefragt.“

Raoul senkte den Kopf. Sein Großvater war zwar groß und breitschultrig, aber er überragte ihn noch um ein Stück, schon seit seinem fünfzehnten Lebensjahr. Trotzdem fühlte es sich immer noch nicht richtig an, fast respektlos, auf ihn herabzusehen.

„War es eine schöne Feier?“ Er lehnte sich gegen den Pfeiler und hob sein Glas an die Lippen.

Wann bist du nur so verdammt alt geworden?

Vor allem eine Beerdigung erinnerte einen Menschen an seine eigene Sterblichkeit und die der Menschen, die man liebte … von denen es nur noch herzlich wenige gab.

Er schob den düsteren Gedanken beiseite und nahm einen weiteren Schluck. Der Brandy rann durch seine Kehle und wärmte seinen Magen, konnte ihm jedoch nicht die Kälte nehmen, die er im Inneren verspürte.

Ungeduldig bedeutete Sergio einem Mann in Uniform, der gerade zu ihnen treten wollte, sich zu entfernen, während sein Bodyguard dafür sorgte, dass sich ihnen niemand mehr näherte.

„Wir müssen reden.“

Raoul hatte noch nie gut damit umgehen können, Befehle zu erhalten. Deshalb ignorierte er auch diesen und warf erneut einen Blick zum Roulettetisch.

„Raoul …!“

Er riss sich zusammen und wandte sich wieder seinem Großvater zu. „Wir reden doch gerade.“

Sergio wirkte verärgert. „Allein.“ Er bedeutete Raoul, ihm zu folgen, und ging voraus.

Raoul zögerte einen Moment, dann straffte er die Schultern und folgte ihm.

Sein Großvater kam gleich zur Sache, kaum hatte sich die Tür zu dem Privatraum geschlossen.

„Dein Bruder ist tot.“

Raoul verkniff sich eine sarkastische Erwiderung und presste die Lippen fest aufeinander. Er selbst hatte den leblosen Körper seines Bruders auf dem Küchenfußboden gefunden, und diesen Anblick würde er nie vergessen. Bei der Autopsie hatte man ein Aneurysma als Todesursache festgestellt. Wie es aussah, war sein Bruder jahrelang mit einer tickenden Zeitbombe in der Brust herumgelaufen, ohne dass er etwas davon gewusst hatte.

„Bist du hier, um mir zu sagen, dass das Leben weitergeht?“ Nach dem Tod seines Bruders hatte er über dessen Krankheit gelesen und herausgefunden, dass so etwas gar nicht selten vorkam. Wenn er jetzt durch die Straßen ging, sah er in die Gesichter der Fremden und fragte sich, wer der Nächste sein würde.

„Nicht für alle. Ich werde sterben.“

Raoul war ans Fenster getreten. Jetzt drehte er sich um und kämpfte gegen das kindliche Verlangen an, sich die Ohren zuzuhalten. Nach einem kurzen Moment des Schweigens zuckte er die Schultern und ließ sich in eines der Ledersofas fallen.

„Wir werden alle sterben.“

Oder waren es nur die Menschen, die er liebte?

Er schloss die Augen und zählte im Stillen nach … seine Mutter, an die er sich kaum erinnerte, sein Vater, sein Bruder, seine Frau … Nein! Sie zählte nicht. Im Grunde hatte er Lucy nicht geliebt, sondern sie gehasst.

„Es ist Krebs“, erklärte sein Großvater. „Unheilbar. Sie geben mir höchstens noch sechs Monate.“ Seine Stimme verriet keinerlei Gefühl. „Obwohl ich auf diesen Quatsch noch nie etwas gegeben habe.“

Raoul stand auf, während er sich mit jeder Faser seines Körpers gegen diese Neuigkeit wehrte. „Das ist nicht möglich.“ Ihre Blicke trafen sich, schließlich schluckte er.

„Tut mir leid.“ Er merkte selbst, wie banal seine Worte klangen.

Doch Sergio wischte seine Bemerkung mit einer Handbewegung beiseite. „Kontinuität ist wichtig für mich – du weißt, wovon ich spreche.“

Langsam stieß Raoul die Luft aus und dachte: Zur Hölle, nicht das jetzt auch noch!

„Dein Bruder hätte mir nie einen Erben geschenkt.“

Raoul verkniff sich einen Kommentar. Dies war das einzige Eingeständnis des alten Mannes in Bezug auf die Sexualität seines Bruders. Er hatte Jamies langjährigen Partner Roberto nie anders betitelt als seinen Freund. Raoul verspürte einen scharfen Stich, als sein schlechtes...

Erscheint lt. Verlag 9.5.2017
Reihe/Serie Julia
Julia
Übersetzer Rita Koppers
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • glamourös • Liebesgeschichte • Liebesroman • lieblich • Märchenhaft • Romantische Bücher • SummerSale24
ISBN-10 3-7337-0834-2 / 3733708342
ISBN-13 978-3-7337-0834-4 / 9783733708344
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