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Der Augenblick der Wahrheit (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-7755-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Augenblick der Wahrheit - Anne Mather
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Blauer Himmel über Portugal, eine weiße Traumvilla direkt am Meer, ein faszinierender Mann - Christinas junges Herz brennt lichterloh für den stolzen Carlos de Ramirez. Aber erwidert er ihre Leidenschaft? Oder ist der reiche Adlige ihr nur dankbar, dass sie seinen kranken kleinen Neffen heilte?



<p>Ich habe schon immer gern geschrieben, was nicht heißt, dass ich unbedingt Schriftstellerin werden wollte. Jahrelang tat ich es nur zu meinem Vergnügen, bis mein Mann vorschlug, ich solle doch meine Storys mal zu einem Verlag schicken - und das war's. Mittlerweile habe ich über 140 Romances verfasst und wundere mich manchmal, wie schnell alles ging. Obwohl ich als Kind und auch als Teenager praktisch ständig geschrieben habe, habe ich keine Story wirklich beendet. Wenn mein Zimmer zu chaotisch aussah, kam meine Mutter herein, sammelte alle bekritzelten Blätter ein und warf sie in den Müll. So kam es, dass das Buch, das ich verfasste, als meine Tochter ein Baby war, das erste Werk war, das ich tatsächlich abschloss. Ich fand es schwierig, zwischen dem Haushalt und dem Kind genug Zeit zu finden und schrieb in jeder freien Minute auf ein Stück Papier - nicht gerade professionell, aber so war es halt damals. Mittlerweile sind meine beiden Kinder erwachsen, und ich habe zwei entzückende Enkel, die vier und sechs Jahre alt sind. <br/></p>

1. KAPITEL

Als der Zug in den Bahnhof von Lagos einfuhr, war Christina zwar überwältigt von der herrlichen Landschaft Portugals, aber sie hätte all das gerne für eine erfrischende Dusche und saubere Kleidung eingetauscht. Die Baumwolljeans klebten an ihren Beinen. Die rosa Hemdbluse, die noch glatt und sauber gewesen war, als sie am Morgen von Lissabon startete, sah auch nicht mehr schön aus. Christina fühlte sich verschwitzt und schmutzig.

Sie fand ihren Stolz jetzt ganz dumm; sie hätte das Geld ruhig annehmen sollen, das ihr Bruder ihr für ein Flugticket nach Portugal geschickt hatte!

Doch sie kannte ihre Schwägerin und war fest davon überzeugt, dass Bruce ihr nichts davon gesagt hatte. Bestimmt würde Sheila sofort fragen, womit Christina einen Flug nach Faro finanzieren konnte, wo sie doch offenbar keinerlei Ersparnisse besaß. Christina nahm sich vor, nicht gleich zu Beginn ihres Besuchs Spannungen zwischen ihrem Bruder und seiner Frau auszulösen.

Lagos war die Endstation. Christina schleppte ihre Segeltuchtasche und den reichlich schäbigen kleinen Koffer auf die Plattform. Einige Touristen stiegen ebenfalls aus. Ihre auffallend teure Kleidung, die brandneuen Koffer, bildeten einen krassen Gegensatz zu Christinas Aufmachung. Ihr selbst war es egal, was andere von ihr dachten. Sie schulterte die Tasche, strich ihr langes weizenblondes Haar zurück und griff entschlossen nach ihrem Gepäck.

Hoffentlich gab es überhaupt noch eine Busverbindung! Hilfe suchend wandte sie sich an den nächstbesten Polizisten und versuchte, mit den paar Brocken Portugiesisch, die sie aus einem Touristenheftchen vor ihrer Abreise noch schnell gelernt hatte, herauszubekommen, welchen Bus sie nehmen musste. Vielleicht hatte sie der Mann sogar verstanden, aber seine Antwort hörte sich für ihre Ohren wie Chinesisch an. Jetzt sprach sie doch lieber Englisch, doch der Polizist schüttelte bedauernd den Kopf. Inzwischen standen schon ein paar junge Männer um sie herum, und es wurde Christina peinlich, einen solchen Aufstand zu verursachen. Sie beschloss, doch Bruce’ Geld und ein Taxi zu nehmen.

Sie lächelte etwas gequält und versuchte, zielstrebig auszusehen, als sie ein paar Schritte weiterging. Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter. Empört drehte sie sich um und war sofort ungeheuer erleichtert, denn unter einem rötlichen Haarschopf blitzten sie ein Paar blaue Augen amüsiert an. Der Mann war bestimmt kein Portugiese!

„Na, was haben Sie denn für Schwierigkeiten?“, fragte er denn auch prompt in ihrer Muttersprache. Nachdem sie ihm die Sachlage erklärt hatte, schaute er hastig zur Uhr.

„Kommen Sie, ich fahre Sie nach Sagres. Ich muss zwar nach Praia da Balieira, aber wenn Sie dort auf mich warten wollen, bringe ich Sie bis vor die Haustür.“

Dankbar stieg sie in seinen Wagen und bald lag Lagos hinter ihnen. Da der Fahrer schwieg und auch sie keine Lust hatte, sich zu unterhalten, lehnte sie sich bequem zurück und sah aus dem Fenster. Wirklich, eine schöne Landschaft. Sie freute sich, hier ganze drei Monate verbringen zu können.

Plötzlich schreckte sie auf. Der Wagen rumpelte über einen Feldweg, an dessen Ende sie ein paar weiß gekalkte Gebäude erblickte.

„Wo sind wir denn?“, fragte sie und fügte entschuldigend hinzu: „Ich war den ganzen Tag unterwegs, deshalb bin ich wohl eingenickt.“

„Das macht nichts. Ich muss da hinten …“, er wies auf die Häuser, „einen Kunden besuchen. Es dauert höchstens eine Stunde.“

„Eine Stunde!“, rief sie entsetzt, denn der Himmel färbte sich bereits rosa. Bald würde die Sonne untergehen. „Könnten Sie mich nicht zur Hauptstraße zurückfahren? Vielleicht ist noch jemand so nett und nimmt mich mit.“

Er sah sie zweifelnd von der Seite an, dann auf die Uhr und wendete schließlich. Als sie wieder Asphalt unter den Reifen hatten, öffnete er die Wagentür, entschuldigte sich, dass er leider keine Zeit mehr hätte, und überließ sie ihrem Schicksal.

Es war noch immer heiß und überhaupt kein Vergnügen, mit dem Gepäck beladen, hier lang zu marschieren. Sie dachte an ihre Schwägerin. Sheila erwartete bestimmt für ihre so genannte Gastfreundschaft Gegenleistungen. Im Geiste sah sich Christina bereits Geschirr spülen, Betten machen und all die anderen Arbeiten erledigen, die in einem kleinen Hotel so anfielen. Doch wie mühsam diese drei Monate auch sein mochten, sie würde sich schon irgendwie Freizeit schaffen. Und außerdem war da ja noch Bruce, ihr heiß geliebter Bruder.

Jetzt kamen ihr drei Autos entgegen, voll mit braun gebrannten Leuten. Wildes Hupen, ein paar Zurufe, dann waren sie vorbei. Christina seufzte. Wenn doch einer mal in der anderen Richtung fahren würde! Die Sonne färbte sich langsam blutrot. Hoffentlich war sie noch vorm Dunkelwerden im Hotel, sonst fand sie womöglich den Weg gar nicht mehr dorthin.

Allmählich hasste sie diese asphaltierte Straße, die durch eine ziemlich öde Gegend, im Vergleich zu der um Lagos herum, führte. Verdrossen stapfte sie weiter. Dann entdeckte sie einen Feldweg mit dem Schild „Sagres“. Entschlossen bog sie von der Fahrstraße ab, in der Hoffnung, dass dieser Weg eine Abkürzung war.

Nach einer Weile wurde die Landschaft etwas freundlicher. Offensichtlich kam sie endlich wieder in eine bewohnte Gegend. Obstbäume standen inmitten lang gestreckter Wiesen, natürlich vor allem Feigenbäume.

Plötzlich hörte Christina hinter sich ein Auto. Sie drehte sich um. Eine riesige schwarze Limousine brauste heran. Christina deutete mit dem Daumen in Fahrtrichtung. Doch der Fahrer nahm keinerlei Notiz von ihr. Das große elegante Auto rauschte vorbei. Christina fielen die seltsamen, an der Seite eingeprägten Insignien auf. Sie war wütend; denn der Wagen war absichtlich nahe an ihr vorbeigefahren, und hatte sie bis an den Rand der Wiese gedrängt.

Endlich kamen die ersten Häuser von Sagres in Sicht. Christinas Erregung nahm zu. Vor fast einem Jahr hatte sie ihren Bruder zuletzt gesehen. Sie hatten sich immer sehr nahe gestanden. Nicht einmal Sheilas Eifersüchteleien und Feindseligkeiten konnten daran etwas ändern.

Bruce hatte in seinem Brief geschrieben, dass das Hotel Inglês oberhalb einer kleinen Bucht liege. Die ganze Gegend sei durchzogen von diesen Buchten und felsigen Vorgebirgen, die bei Ebbe viele Höhlen und Felsenbäder freigäben. Es wäre herrlich, hier zu schwimmen. Er selbst habe in der wunderbar klaren See mit Tauchen angefangen.

Die kleine Siedlung, wo Bruce’ Hotel stand, lag an der Klippenseite, etwas außerhalb von Sagres. Der Beschreibung nach, die Bruce ihr im letzten Brief gegeben hatte, musste sie endlich dort angelangt sein. Es gab einen Marktplatz mit einem steinernen Brunnen. Die Häuser rund um den Marktplatz waren pastellfarben mit weiß gestrichenen Fensterläden und Blumen auf dem Sims. Einige hatten sehr gepflegte Vorgärten, in denen Blumen um die Wette blühten.

Christina fand es sehr malerisch.

Sie lächelte vor sich hin. Das ermunterte eine Gruppe junger Männer, die vorbeiging, ihr anerkennend zuzupfeifen und sie in der Landessprache anzureden.

Abweisend schüttelte sie den Kopf und ging den Weg weiter, der durch eine schmale Gasse zur Seeseite führte. Sie atmete erleichtert auf, als sie plötzlich das Hinweisschild zum Hotel Inglês erblickte.

In Sagres gab es noch nicht viele Hotels, und das Hotel Inglês war kaum mehr als eine gehobene Pension. Aber auch in den goldschimmernden Strahlen der untergehenden Sonne sah es nicht halb so gepflegt aus, wie sie es sich vorgestellt hatte. Abgeblätterte Farbe, Tische standen unordentlich auf dem Rasen, das schmutzige Geschirr war nicht abgeräumt. Und dennoch fühlte sie so etwas wie Stolz, dass Bruce dieses Hotel leitete. Sie lief die flachen Stufen hinauf. Durch den Vorhang aus Plastikperlen kam sie in die kleine Halle.

Hier im Empfang war es schön kühl. Der Boden war mit Kunststofffliesen ausgelegt. Auf dem Pult stand eine Entréeglocke. Christina überlegte einen Moment, bevor sie läutete. Sie wollte sich erst einmal umsehen und mit der Umgebung vertraut machen.

Von der Halle führten hohe Türen in Esszimmer und Aufenthaltsraum. Links lag eine kleine Bar, leer. Nicht einmal ein Barkeeper war da, um eventuell vorbeikommende Gäste zu bedienen. Hier drinnen aber war alles sauber und ordentlich. Christinas Stimmung besserte sich, und sie freute sich jetzt auf Bruce.

Von rechts hörte sie Schritte und die Stimme ihrer Schwägerin: „Sinto muito, menina …“

Sheila brach ab, als sie Christina erkannte. Der Ausdruck ihres Gesichts verwandelte sich von lächelndem Willkommensgruß in unverhüllte Feindseligkeit.

„Christina, um Himmels willen, was machst du denn hier?“

Christina fühlte sich nicht wohl in ihrer Haut. „Ich – ich komme von Lagos.“

Sheila sah sie erstaunt an. „Aber was willst du hier in Portugal? Ich dachte, du bist auf der Universität!“ Christina umklammerte den Riemen ihrer Reisetasche.

„Das bin ich auch. Aber jetzt sind Sommerferien, Sheila.“

Sheila Ashley machte eine vage Handbewegung. „Vielleicht habe ich meine Frage ungeschickt gestellt oder du hast mich absichtlich falsch verstanden. Selbst wenn Sommerferien sind – warum bist du hier?“

Christinas Unbehagen vertiefte sich. „Willst du damit sagen, dass ihr mich nicht erwartet habt?“ Sie wandte ihre großen grauen Augen nicht vom Gesicht ihrer Schwägerin.

Sheila Ashley war eine attraktive Frau, Anfang dreißig, mit der Haltung eines Fotomodells. Sie war groß und schlank, hatte weiches...

Erscheint lt. Verlag 6.5.2017
Reihe/Serie Digital Edition
Digital Edition
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7337-7755-7 / 3733777557
ISBN-13 978-3-7337-7755-5 / 9783733777555
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