Vier Jahre voller Sehnsucht (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-7752-4 (ISBN)
Er war ihre große Liebe: Daniel Devaney! Doch in den schmerzlichsten Stunden ihres Lebens ließ er sie im Stich. Für Molly gab es nur eine Lösung: Trennung! Vier Jahre sind seitdem vergangen. Konnte die Zeit alle Wunden heilen? Als Danie in Mollys Restaurant als Anwalt Recherchen anstellen muss, sehen sie sich das erste Mal wieder. Wie damals überwältigt sie die Leidenschaft - nach wie vor sehnt sich Molly nur nach diesem attraktiven Mann. Daniel scheint es umgekehrt nicht anders zu gehen - seine stürmischen Küssen sprechen Bände. Obwohl Mollys Herz lichterloh brennt, zögert sie, dem Glück mit Daniel eine zweite Chance zu geben ...
<p>Über 110 Romane wurden seit 1982 von Sherryl Woods veröffentlicht. Ihre ersten Liebesromane kamen unter den Pseudonymen Alexandra Kirk und Suzanne Sherrill auf den Markt, erst seit 1985 schreibt sie unter ihrem richtigen Namen Sherryl Woods. Neben Liebesromanen gibt es auch zwei Krimiserien über die fiktiven Personen Molly DeWitt sowie Amanda Roberts. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Liebesromans lasen ihre ehemaligen Kollegen, es waren Journalisten, vorwiegend die Liebessszenen. Einer ihrer Kollegen meinte daraufhin kopfschüttelnd zum Artdirector: 'Und du bist mit ihr zum Kegeln gewesen.' Sherryl Woods sieht aber die heißen Liebesszenen nicht als Mittelpunkt ihrer Liebesromane an. Für sie geht es in den Romanen um Familie, Seelenverwandtschaft, ein gemeinsames Leben sowie auch um ausgelassenen, befriedigenden Sex. An der Ohio State University studierte Sherryl Woods Journalismus. Danach arbeitete sie für diverse Zeitungsverlage und spezialisierte sich auf das Fernsehen. In Ohio sowie in Florida war sie als Fernsehredakteurin tätig. Damit sie hauptberuflich schreiben konnte, kündigte sie im Jahr 1980 ihren Job, allerdings war sie zwei Jahre später wieder in einer leitenden Position tätig. Erst 1986 wurde sie selbstständig und arbeitet seitdem als Autorin. Sherryl Woods selbst ist der Auffassung, dass sie durch ihren Beruf als Journalistin gelernt hat, packend zu schreiben und Menschen zu beobachten.</p>
1. KAPITEL
Es war ein paar Minuten nach Mitternacht. Für Molly Creighton endete ein ganz besonderer Tag. Jedes Mal, wenn dieser Tag kam, verspürte sie einen stechenden Schmerz in ihrem Herzen und in ihrer Seele. Es schmerzte so sehr, dass sie überzeugt war, es nicht mehr länger aushalten zu können.
Im Lauf der Jahre hatte sie gelernt, wie grausam und unberechenbar das Schicksal sein konnte. Als sie noch ganz klein gewesen war, hatte Molly ihre Eltern verloren, und sie hatte es der Fürsorge ihres Großvaters zu verdanken, dass sie den unsäglichen Schmerz über den Tod ihrer Eltern überhaupt verkraftet hatte. Jess war ein strenger Großvater gewesen, aber er hatte sie sehr geliebt. Er hatte ihr das Bewusstsein gegeben, mit allen Schwierigkeiten fertig werden zu können, die das Leben so mit sich brachte. Trotzdem gab es eine Sache, die sie nie hatte verwinden können. Ein Verlust, der sie so tief schmerzte, dass sie ihn nicht einfach abhaken und frohen Mutes in die Zukunft schauen konnte.
Und dabei schien es ihr gut zu gehen, wenn man es von außen betrachtete. Molly bewirtschaftete die Bar direkt am Hafen von Widow’s Cove in Maine, die schon ihrem Großvater gehört hatte. Sie hatte viele Bekannte und ein paar wirklich gute Freunde. Das Einzige, was ihr wirklich alles bedeutet hatte, gehörte jedoch nicht mehr zu ihrem Leben: Sie hatte ihr Baby verloren.
Und sie gab Daniel Devaney die Schuld daran. Daniel war ihre große Liebe gewesen, obwohl sie und er zwei grundverschiedene Menschen waren. Molly hatte – bis vor ein paar Jahren jedenfalls – das Leben immer mit offenen Armen willkommen geheißen, weil sie genau wusste, dass es manchmal verdammt kurz sein konnte. Daniel dagegen klammerte sich krampfhaft an Vorschriften und Gesetze. Seine Entscheidungen basierten auf Logik und Vernunft. Vielleicht hatte sie sich deshalb so unwiderstehlich zu ihm hingezogen gefühlt, denn sie hatte es in vollen Zügen genossen, seinen geordneten Alltag mit schönster Regelmäßigkeit durcheinander zu bringen. Außerdem hatte seine behutsame, aufmerksame Zärtlichkeit ihr immer fast den Verstand geraubt.
Sie hatten einander praktisch ihr ganzes Leben lang gekannt. Daniel war in Widow’s Cove aufgewachsen, obwohl seine Eltern jetzt in einer kleinen Stadt ungefähr dreißig Meilen außerhalb wohnten. Daniel und Molly waren zusammen auf die High School gegangen. Er war der Star im Footballteam gewesen und sie der Star auf jeder Party. Molly hatte ein paar belanglose Affären mit anderen Jungen gehabt, bevor sie sich schließlich in Daniel verliebt hatte. Ein einziges Date hatte ausgereicht, um mit ihrem wilden Partyleben Schluss zu machen. Ein einziger Kuss hatte ihr Schicksal besiegelt.
Obwohl Daniel aufs College gegangen war und Molly nicht, war aus ihnen ein Liebespaar geworden. Jede freie Minute hatten sie miteinander verbracht. Sie war überzeugt gewesen, dass sie all seine Geheimnisse kannte. Aber das ganz große Geheimnis, das er tief in seinem Innern vergraben hatte und das ihm fast das Herz zerriss, das hatte sie nicht gekannt.
Vor vier Jahren war Molly schwanger gewesen. Mit überschäumender Freude hatte sie Daniel davon erzählt, und sie hatte nicht den geringsten Zweifel gehabt, dass er sich genauso freuen würde wie sie. Er hatte gerade sein Studium abgeschlossen und eine viel versprechende Karriere begonnen. Unzählige Male hatte er ihr gesagt, dass er sie mehr liebte als alles andere auf der Welt. Das Thema Ehe hatten sie zwar nie angeschnitten, aber sie war überzeugt gewesen, dass sie geradewegs darauf zusteuerten. Wenn die Schwangerschaft die Entwicklung ein bisschen beschleunigte, was konnte so falsch daran sein?
Doch ganz entgegen aller Erwartung war Daniel vollkommen entsetzt gewesen. Nicht, weil er sie nicht liebte, noch nicht mal, weil sie zu jung waren, wie er gemeint hatte, sondern weil er um keinen Preis Vater werden wollte.
Damals erst hatte er ihr das Geheimnis der Devaneys anvertraut. Das Familiengeheimnis, das ihm und seinem Zwillingsbruder Patrick fast das Herz zerrissen hatte. Patrick war so tief verletzt, dass er seit vielen Jahren kein Wort mehr mit seinen Eltern gewechselt hatte.
Daniel hatte Molly erzählt, dass seine Eltern, Connor und Kathleen Devaney, ihre drei ältesten Söhne skrupellos im Stich gelassen hatten und von Boston nach Maine gezogen waren. Nur Daniel und Patrick hatten sie mitgenommen. Jahrelang hatten sie die Zwillinge so aufgezogen, als ob es ihre einzigen Söhne gewesen wären. Vor ein paar Jahren erst hatte Daniel die Wahrheit erfahren. Zu dem Zeitpunkt war er achtzehn Jahre alt gewesen, und er hatte das Erlebnis im Grunde noch immer nicht verkraftet.
Wenn sein Vater in der Lage war, hatte Daniel zu Molly gesagt, seine drei ältesten Söhne von einem Tag auf den anderen im Stich zu lassen und sie der Fürsorge zu überlassen, wie konnte er, der Sohn, dann jemals daran denken, selbst Vater zu werden? Ein Kind, das von einem Devaney abstammte, konnte nicht viel Glück haben im Leben.
Molly hatte versucht, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Sie war sich sicher, dass er ein wundervoller Vater sein würde. Schließlich war er Staatsanwalt und vertrat vor Gericht die Rechte der Kinder. Aber er hatte sich strikt geweigert, über die finanzielle Unterstützung hinaus irgendeine Rolle im Leben ihres gemeinsamen Kindes zu spielen. Beharrlich hatte er behauptet, dass sie – und das Baby – es ihm eines Tages sogar danken würde.
Molly war zu stolz gewesen, sich auf ein aussichtsloses Gefecht mit Daniel einzulassen. Sie war überzeugt, dass sie ihr Kind auch allein würde großziehen können, und sie hatte seine finanzielle Unterstützung mit scharfen Worten zurückgewiesen. Ihr Baby würde ein Creighton sein – und stolz darauf.
Vielleicht hätte alles genauso kommen können, wenn Daniel ihr nicht das Herz gebrochen hätte. Es machte den Eindruck, als ob ihr Körper längst eingesehen hätte, was ihr Herz noch nicht hatte wahrhaben wollen. Ein Leben ohne Daniel machte keinen Sinn. In jener Nacht, in der sie so heftig gestritten hatten, hatte sie eine Fehlgeburt erlitten. Sie hatte ihr geliebtes Baby verloren.
Es war Daniels Bruder Patrick gewesen, der sie in jener grauenhaften Frühjahrsnacht vor vier Jahren ins Krankenhaus gebracht hatte. Es war Patrick gewesen, der ihr die Hand gehalten und verzweifelt versucht hatte, sie zu trösten. Und Patrick trocknete ihr die Tränen, jedes Jahr im Frühling, wenn die Erinnerung an das schreckliche Ereignis sie wieder überfiel. Auch in diesem Jahr war er wieder bei ihr gewesen. Vor ein paar Minuten erst war er zu seiner Frau nach Hause gefahren. Was Daniel betraf, er und Molly hatten seit jener Nacht kaum ein Wort miteinander gewechselt. Sie zweifelte daran, dass sie jemals wieder wie zivilisierte Menschen miteinander umgehen würden, und sie gab sich selbst ebenso sehr die Schuld daran wie ihm.
Das bedeutete jedoch nicht, dass sie aufgehört hatte, ihn zu lieben. Kein Tag verging, ohne dass sie einen Gedanken an ihren Verlust verschwendete. Schließlich hatte sie nicht nur ihr Kind verloren, sondern ihre gesamte Zukunft. Allein der Anblick von Patrick, der seinem Zwillingsbruder glich wie ein Ei dem anderen, hielt die Erinnerung an die Vergangenheit ständig wach.
Molly seufzte auf und wischte erneut mit ihrem Putzlappen über die Theke.
Ein leises Geräusch in einer Sitzecke der Bar erregte plötzlich ihre Aufmerksamkeit. Widow’s Cove war nicht gerade ein Tummelplatz für Verbrecher, aber trotzdem griff Molly instinktiv nach der Flasche, die direkt vor ihr auf dem Tresen stand. Mit der Waffe in der Hand schlich sie vorsichtig in die Richtung, aus der das verdächtige Geräusch gekommen war.
Sie hielt den Flaschenhals fest umklammert und war bereit, mit aller Kraft zuzuschlagen, als ein zierliches dunkelhaariges Mädchen, kaum älter als dreizehn oder vierzehn, aus der Sitzecke hervorkroch. Mit panischem Blick schaute sie Molly an und entschuldigte sich überstürzt dafür, dass sie sich trotz Sperrstunde noch in der Hafenkneipe aufhielt.
Mollys Herz pochte immer noch wie wild, während sie die Hand mit der Flasche sinken ließ und versuchte, den wirren Worten des Mädchens irgendeinen Sinn zu entnehmen.
„Du meine Güte!“, sagte Molly. Unwillkürlich wich das Kind zurück, als ob es immer noch einen Schlag befürchtete.
„Keine Angst“, beruhigte Molly, stellte die Flasche auf den Tisch und streckte dem Mädchen beide Hände entgegen. „Alles ist okay. Niemand wird dir etwas tun.“
Das Mädchen starrte Molly unverwandt an. Jetzt, wo die unmittelbare Gefahr vorüber war, hüllte die Kleine sich in Schweigen.
„Ich heiße Molly. Und du?“
Schweigen.
„Ich habe dich hier noch nie gesehen“, sagte Molly und tat so, als ob das Mädchen geantwortet hätte. „Woher kommst du?“
Das Mädchen antwortete mit einem starren Blick aus weit aufgerissenen Augen.
„Willst du jetzt nicht reden? Na, auch gut. Eigentlich ganz angenehm, wenn man den ganzen Abend mit einem Haufen ungehobelter Kerle verbracht hat, die ihre Klappe nicht halten können, obwohl sie nichts als Blödsinn daherreden.“
Jetzt zuckten die Mundwinkel des Mädchens leicht. Es schien, als wollte sie ein Lächeln unterdrücken. Molly grinste. Sie freute sich, dass das Mädchen offenbar ganz ihrer Meinung war.
„Verstehe“, fuhr Molly fort. „Hast du Hunger? Die Küche ist schon geschlossen, aber ich könnte dir ein Sandwich machen. Ich kann dir Schinken und Käse anbieten. Oder Tunfischsalat. Oder Erdnussbutter und Salzgurken, mein Lieblingsessen.“
„Iiiih“, stieß das Mädchen unwillkürlich hervor und...
| Erscheint lt. Verlag | 6.5.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Jutta Nickel |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Frech • Liebesgeschichte • Liebesroman • romantisch • Romantische Bücher • Sexy |
| ISBN-10 | 3-7337-7752-2 / 3733777522 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-7752-4 / 9783733777524 |
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