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Tagebuch der Apokalypse 4 (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Heyne Verlag
978-3-641-20397-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Tagebuch der Apokalypse 4 - J.L. Bourne
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Willkommen in der Welt nach der Apokalypse! Eine weltumspannende Epidemie hat den Großteil der Erdbevölkerung in blutrünstige Zombies verwandelt. Die letzten Überlebenden sind auf sich allein gestellt - wären da nicht ein einsamer Navy-Offizier und die furchtlosen Männer der Task Force Phoenix. Doch die Untoten rücken unaufhaltsam näher ...

J. L. Bourne, geboren in Arkansas, arbeitet hauptberuflich als Offizier der US-Marine, aber widmet jede freie Minute dem Schreiben. Seine Romanserie Tagebuch der Apokalypse hat weltweit inzwischen Kultstatus erlangt. Im Heyne-Verlag sind die Bände 1 bis 4 erschienen.

Landgang

Tag 1

Der Strahlenschutzanzug klebte an meiner schweißnassen Haut, und mein Atem rasselte laut durch die Gasmaske. Ich befand mich dreihundert Kilometer von dem nächsten lebenden Menschen entfernt mitten im Sperrgebiet von New Orleans. Zur Zeit des Geschehens war es niemandem bewusst, aber nachdem die Regierung die Atombombe über New Orleans abgeworfen hatte, erlitt der Waterford-Atommeiler eine Kernschmelze, was die Strahlenwerte in der Gegend noch weiter in die Höhe hatte schießen lassen. Obwohl mein Geigerzähler Hintergrundstrahlungswerte jenseits akzeptabler Risiken anzeigte, lagen sie nicht allzu hoch darüber. Jedenfalls ließ ich Vorsicht walten. Meine Jacht, die Solitude, lag gute eineinhalb Kilometer von meinem Standpunkt entfernt ungefähr hundert Meter vor der Küste vor Anker.

Vor mir befand sich etwas Hochinteressantes und völlig Unerwartetes – ein der Zeit vor den Untoten entstammendes Stück hoch entwickelter Technik, das nie das Licht der Welt erblickt hätte, wenn die Toten nicht auferstanden wären, versteckt in einem Bunker. Ein großer Ballon, der an einem dünnen Kabel schwebte, markierte die Stelle wie die Kennzeichnung einer Smartphone-App. Mehr dazu später.

Vor einer Woche stolperte ich während eines Angelausflugs mit John über einen Notruf. Wir befanden uns einen Segeltag entfernt von unserem Stützpunkt in Key West. Ich verriet es ihm nicht, da ich nicht wollte, dass er wusste, dass ich die alten Remote-Six-Frequenzen checkte. Sicherheitshalber. Menschen tendieren dazu, nervös zu werden, wenn sie glauben, dass Psychopathen mit mörderischen Absichten herumlungern und sie mit atomaren Waffen oder Lärmspeeren beglücken, die dem Läuten einer Essensglocke für die Untoten gleichen. Remote Six wollte mich vor einiger Zeit schon beseitigen, aber eine Truppe Männer opferte ihr Leben, damit die Keys und unser Leben dort erhalten werden konnten.

Ich blieb bei meiner Entscheidung, John diesbezüglich im Dunkeln zu lassen, als die Solitude mit vollem Wind in den Segeln nach Hause glitt. Es gab keinen speziellen Grund dafür, außer vielleicht, dass Johns Rat normalerweise unfehlbar war und ich Angst hatte, seine Meinung darüber zu hören. Ich hatte meine Entscheidung bereits getroffen und wollte nicht, dass mich womöglich gesunder Menschenverstand davon abbrachte. Nachdem wir Fisch, Krabben und Krebse und diverses Treibgut abgeladen hatten, segelte ich die kurze Strecke zur Marina. Jan, Tara und unser Baby, Bug, warteten bereits auf mich, und John stand an der Anlegestelle, als wir ankamen und das Boot vertäuten. Obwohl Jan einen großen Teil ihres Lebenswillens durch Wills Tod verloren hatte, erholte sie sich nach und nach. Sie und John verstanden sich blendend. Mittlerweile waren schließlich auch schon Monate vergangen. Jeder hatte nur ihr Bestes im Sinn. Es schien, als ob sie glaubte, dass wir sie dafür verurteilten, wieder nach vorne zu schauen, aber genau das Gegenteil war der Fall.

Ich möchte vermerkt wissen, dass ich bereits seit einer Weile nichts mehr geschrieben habe … nun, außer vielleicht einige Messergebnisse mit Kreide auf den Rumpf der Solitude. Obwohl ich lautstark protestiert hatte, wurden meine Tagebücher nach dem Sanduhr-Vorfall beschlagnahmt und irgendwo aufs nördliche Festland geschickt, wo sie mit fast allem, was wir während der Tour mitgenommen hatten, gelesen und studiert werden sollten.

Nach der Operation Sanduhr war ich der ehrlichen Überzeugung, dass es an der Zeit war, mich zur Ruhe zu setzen und niederzulassen. Die Solitude sollte unsere neue Heimat werden. Hier wollten Tara und ich den Rest unseres Lebens verbringen und unsere Familie großziehen. An Bord waren wir in unserer eigenen Welt. Wir stellten unser eigenes Trinkwasser her und generierten anhand von Wind und Sonne unseren eigenen Strom. Die Untoten behielten die Vorherrschaft über das gesamte Festland, aber die Solitude stand unter meinem Kommando. Diese erbärmlichen Kreaturen wurden immer wieder an Land gespült und lösten Chaos in unserer wachsenden Barackenstadt aus. Das von den Atomreaktoren gespendete Licht sowie die entsprechenden Geräusche lockten sie an. Das Leben auf der Insel war wohlgemerkt nicht sicherer als auf dem Festland, wenn auch etwas entspannter. Die Alten und Kranken starben noch immer, um daraufhin reanimiert zu werden und einen in Stücke reißen zu wollen.

Trotz der Schrecken, die das Leben an Land barg, drängte Tara mich, wahrscheinlich auch aufgrund der Geburt unseres Babys, das Leben auf festem Boden in Erwägung zu ziehen. Nach langem Überlegen gab ich nach. Sie hatte recht: Das Familienleben an Bord einer Jacht war eine ziemlich innige Angelegenheit, um es gelinde auszudrücken. Vor ungefähr einem Monat war uns ein verlassenes Haus am Strand ganz in der Nähe von John und Jan aufgefallen, das sich weit innerhalb der bewachten Eingrenzung befand. Wie jeder andere auch war ich sehr auf Sicherheit bedacht. Ich ersetzte die leichte Tür mit Kartonkern zum Babyzimmer durch eine Stahltür, und Bugs Wiege bestand aus einem umgebauten Hundezwinger aus Metall. Sollte ein Ghul also bei ihr einbrechen, müsste er noch immer den schweren Käfig knacken, um sich an ihr zu vergehen.

Das war der neue Alltag. Wir sterben aus, und es lag an uns Überlebenden, den Prozess wenigstens zu verlangsamen.

Nach einer Woche an Land überzeugte ich Tara von der Tatsache, dass wir weiteren Proviant für die angehende Hurrikansaison benötigten. Als frischgebackener Vater war ich natürlich besorgt, dass wir während der folgenden paar Monate nicht genug zwischen die Zähne kriegten. Ich musste da raus und Besorgungen machen, um unseren Unterhalt zu bestreiten.

Das war zumindest der Hauptgrund dafür – wie ich mir einredete –, meine Familie zu verlassen.

Der Besitzer des Bootes in der Slipanlage gegenüber von mir sagte kein Wort, als er sah, wie ich mein Maschinengewehr, den Strahlenschutzanzug und die Gasmaske an Bord der Solitude hievte. Ich besaß genügend Konserven für ein paar Wochen, und der Wasserentsalzer funktionierte einwandfrei. Zudem hatte ich einen halben Tank Propan dabei, aber davon war mehr auf dem Festland zu haben, als ich jemals verbrauchen konnte. Millionen vorstädtischer Gärten waren mit Gasgrills bestückt, deren Tanks nur darauf warteten, abgeholt zu werden. Die Funksprüche vom Festland waren verstummt, nur hier und da empfing man einen vereinzelten Funkamateur. Die unbekannte Station, die mit uns Kontakt gehalten hatte, gab es nicht mehr, und niemand wusste, was das zu bedeuten hatte.

Als ich alleine Richtung Nordwesten in den Golf von Mexiko segelte, fand ich kaum Schlaf, da ich alle Hände voll mit Steuern und Navigieren zu tun hatte. Nur während der längeren Törns durch tiefes Wasser war ich in der Lage, mich hinzulegen, allerdings selbst dann nur in kurzen Intervallen und ausschließlich, wenn der Radaralarm angeschaltet war. Ingenieure in Key West arbeiteten an einem neuen Navigationssystem, das sich an dem alten Loran-Standard orientierte, aber es war noch längst nicht so weit, um für die Schiff- oder Luftfahrt eingesetzt zu werden. Die meisten GPS-Satelliten waren offline, einige sogar beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre aufgrund fehlender Bodenkorrekturen verglüht. Der Garmin-Kartenplotter zeigte für die Stärke des GPS-Signals unheimlicherweise eine Null an.

Je näher ich dem Land kam, desto stärker wurde das Signal des Notrufs. Mithilfe einfacher Maßnahmen suchte ich mit der Antenne meines Handsprechfunkgeräts den Horizont ab, wobei ich ständig an der Verstärkung schraubte und Signal- und Lautstärke nicht außer Acht ließ. So kam ich langsam, aber sicher der Quelle auf den Grund und steuerte direkt auf sie zu. Ich trug die Signallinien auf die Seekarten ein, die ich an Bord der Solitude hatte. Diese Linien überschnitten sich und boten mir die Möglichkeiten der Triangulierung. Je schneller das Boot, desto besser und genauer funktionierte diese Methode mit RF-Linien auf einer Karte. An Land würde ich mich nicht so schnell bewegen können. Da konnte ich genauso gut das Beste daraus machen.

Ich umsegelte eine interessante Gegend in der Größe von ungefähr zehn Häuserblocks, faltete die Karte zusammen und stopfte sie in meine Tasche. Als ich in der Ferne Land durch eine Nebelbank über dem Bug auftauchen sah, warnte mich mein Geigerzähler, dass es an der Zeit war, den mir wohlbekannten gelben Strahlenschutzanzug und die Gasmaske überzuziehen.

Ich ankerte, ruderte an Land, und es dauerte nicht lange, bis ich das erste Mal auf die Untoten traf.

Ich band mein Kajak an den Docks fest und warf meinen Rucksack und die Knarre auf die ausgeblichenen Holzdielen. Ich achtete darauf, stets eine zusätzliche Ration Wasser, Munition und Essen in einem wasserdichten Fach in meinem Beiboot mitzuführen, denn es war nicht nur einmal geschehen, dass ich mit einem furztrockenen, noch rauchenden Maschinengewehrlauf, der von meinem Rücken hing, Richtung Wasser rennen musste, nachdem ich mich einer ganzen Armee dieser elenden Dinger hatte erwehren müssen. Widerwillig kletterte ich einen Pfahl...

Erscheint lt. Verlag 10.4.2017
Reihe/Serie Tagebuch der Apokalypse
Tagebuch der Apokalypse
Übersetzer Wally Anker
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Day by Day Armageddon: Ghost Run (Book 4)
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Day by Day Armageddon • eBooks • J. L. Bourne • Military SF • Postapokalypse • Serien • Survival Horror • tagebuch der apokalypse • Untote • Zombies
ISBN-10 3-641-20397-X / 364120397X
ISBN-13 978-3-641-20397-9 / 9783641203979
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