Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Das Spiel - Tod (eBook)

Thriller

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Heyne (Verlag)
978-3-641-18741-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Spiel - Tod - Jeff Menapace
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Die Lamberts sind eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Liebevolle Eltern, entzückende Kinder. Doch nach der grauenvollen Begegnung mit drei Psychopathen ist für die Lamberts nichts mehr wie zuvor. Sie haben überlebt - aber es gibt noch ein letztes Spiel, das gespielt werden muss. Für den Meister dieses Spiels ist es die Krönung seines perfiden Schaffens ... für die Lamberts die pure Hölle!



Jeff Menapace, geboren in Philadelphia, verbringt seine meiste Zeit damit, Bücher zu schreiben und sich Horrorfilme anzusehen. Mit seiner Spiel-Trilogie wird er in Amerika als neuer Stern am Horror-Himmel gefeiert. Er liebt Martial Arts, die 3 Stooges und ist überzeugt davon, dass The Texas Chainsaw Massacre von 1974 der größte Film aller Zeiten ist.

2

Paoli, Pennsylvania

Domino Taylor wachte auf, als er jemanden im ersten Stock weinen hörte. Er rollte sich unverzüglich vom Sofa und eilte zur Treppe.

Carrie und Caleb Lambert saßen nebeneinander auf dem oberen Absatz. Auf Carries Schlafanzug war Hello Kitty abgebildet, auf Calebs Iron Man.

»Wir glauben, Mommy weint«, sagte Carrie.

Domino ging in die erzieherische Offensive. »Warum seid ihr Frechdachse nicht in euren Betten?«

Beide zuckten mit den Schultern, was die für ein achtjähriges Mädchen und einen sechsjährigen Jungen einzig adäquate Antwort auf diese Frage darstellte.

Domino trat auf die vorletzte Stufe und bedeckte ihre Köpfe mit den Flächen seiner riesigen Hände. »Zurück ins Bett mit euch.«

»Redest du mit Mommy?«, wollte Carrie wissen.

Domino stand bereits vor Amy Lamberts Tür. Statt den Kindern zu antworten, legte er einen zur Stille mahnenden Finger auf die Lippen und scheuchte sie dann in ihre Zimmer.

Carrie und Caleb verschwanden. Domino klopfte sacht an Amys Tür.

»Amy?«

Schweigen, dann eine Stimme, die sich hörbar Mühe gab, ganz normal zu klingen. »Ja?«

»Bist du okay?«

»Alles bestens. Komm rein.«

Domino öffnete die Tür. Amy saß aufrecht im Bett. Ihre braunen Augen waren nicht von Schlaf, sondern von Tränen verquollen. Ihr Lächeln war eher ein Grimassieren. Neben ihr lag eine Fernbedienung.

»Mir brauchst du nichts vorzumachen«, sagte Domino und wies auf die Fernbedienung.

Amy griff danach, richtete sie auf den Fernseher am Fußende ihres Bettes und drückte einen Knopf. Auf dem fast stumm gestellten Gerät erschien ein Film von Amy und Patrick am Strand: Patrick, der sich die protestierende Amy über die Schulter warf, losrannte und mit ihr ins Meer eintauchte. Amy, die wieder an die Oberfläche kam, sich Wasser aus den Augen wischte und blindlings nach ihrem Ehemann schlug. Ein lachender Patrick, der in Deckung ging, sich ein paar Hiebe an der Schulter einfing und Amy dann für einen zweiten Tauchgang bis über seinen Kopf hob.

Es tat weh, diese Bilder zu sehen, aber Domino zwang sich zu einem Lächeln. »Wo wart ihr da?«

»Avalon.«

»Wer hat das gefilmt?«

»Die Browns – Jamie und Alexis. Du kennst die beiden ja.«

Domino nickte. »Wann war das?«

»2006. Die Kinder hatten wir übers Wochenende bei Patricks Eltern untergebracht.« Amy schaltete ab, als ihr jüngeres Selbst kurz davorstand, den dritten unfreiwilligen Kopfsprung zu absolvieren.

»Mir brauchst du nichts vorzumachen«, sagte Domino erneut.

Amy bedeutete Domino, sich zu setzen, indem sie mit der Hand leicht auf die Bettkante klopfte. »Mir geht’s gut. Was machst du eigentlich hier? Bist du über Nacht geblieben?«

Domino nickte.

Amy warf ihm einen tadelnden Seitenblick zu. »Domino …«

»Ich hatte keine Lust heimzufahren.«

»Lügner. Ich sollte Miete von dir kassieren.«

Er lächelte. »Was verlangst du üblicherweise für ein Sofa im Wohnzimmer?«

»So langsam bin ich diejenige, die dir was bezahlen müsste.«

Domino verzog das Gesicht.

Amy wischte sich eine verirrte Träne ab. »Sie sind tot. Alle sind tot. Wir brauchen keinen Leibwächter mehr.«

Domino nahm die Hand von ihrem Knie und wandte den Blick ab. »Es verschafft mir Seelenfrieden.«

»Es verschafft dir Rückenschmerzen. Dieses Sofa kann auf Dauer nicht gemütlich sein.«

»Ich habe schon an weitaus ungemütlicheren Orten geschlafen. Abgesehen davon glaube ich, dass es Patrick glücklich macht, wenn ich ab und an nach dir sehe.«

Amy nahm Dominos Hand und drückte sie. »Nur dass du nicht ab und an nach mir siehst, sondern praktisch hier wohnst und versuchst, mich in eine verdammte G.I. Jane zu verwandeln. Du lässt mich andauernd auf diesen Schaufensterpuppen-Sandsack eintreten und einschlagen, den du mir gekauft hast und der mich, wie ich hinzufügen möchte, jedes Mal, wenn ich irgendwas aus dem Keller hole, zu Tode erschreckt.«

Domino gluckste.

»Früher habe ich Schusswaffen gehasst. Jetzt fällt mir jeder diesbezügliche Fehler in einer Krimiserie sofort auf. Dabei hab ich mir diese Serien echt gerne angesehen.«

Wieder kicherte er. »Eigentlich sollte ich dich trösten.«

Amy lächelte. Diesmal sah es nicht wie eine Grimasse aus. »Vielleicht tröstet es mich, dich zu trösten.«

Dominos Lächeln verblasste. »Mir ist klar, dass ich versagt habe. Und ich weiß auch, dass man einen Mann danach beurteilt, wie er sich nach einem solchen Scheitern wieder aufrappelt …« Er sah Amy mit traurigen Augen an. »Ich weiß nicht, ob ich mich davon je wieder erholen werde.«

»Ich lebe noch, Domino. Meine Kinder leben noch. Patrick hätte tausendmal sein Leben dafür gegeben.«

Domino senkte den Kopf und nickte.

Für einen Moment saßen sie schweigend da. Amy schniefte ein paarmal und tilgte die letzten Tränenspuren von ihrem Gesicht. »Ich habe dich im Flur gehört«, meinte sie. »Die Kinder sind doch nicht etwa aufgewacht?«

»Sie haben dich weinen gehört.«

»Oh, gottverdammt noch mal.«

»Es ist nichts Schlimmes daran, wenn man weint.«

»Wenn es deine Kinder aufweckt, ist es sehr wohl schlimm. Ich muss stark sein. Für sie.«

»Du bist auch nur ein Mensch.«

Sie seufzte. »Tagsüber kriege ich es ziemlich gut hin. Das neue Haus macht es mir leichter. Und die Beschäftigung. Aber nachts …« Sie nahm einen tiefen Atemzug, um sich zu beruhigen. »Ich denke immer noch, dass ich mich im Bett umdrehe und ihn sehe. Ihn spüre. Ich weiß, er ist fort – auf einer bewussten Ebene weiß ich das. Doch es ist, als würde mein Unterbewusstsein mich verhöhnen und quälen, indem es mir immer dann, wenn ich besonders verletzbar bin, irgendwie vorgaukelt, er wäre noch da.«

»Macht der Gewohnheit«, sagte Domino.

»Hä?«

»Hast du schon mal was in der Küche umgestellt, was seit Ewigkeiten am selben Ort war? Wie oft greift man an der alten Stelle danach, obwohl man genau weiß, dass es nicht mehr dort steht? Und was ist mit dem ›Schaufensterpuppen-Sandsack‹, den ich dir gekauft habe? Du weißt seit beinahe einem Jahr, dass das Ding im Keller steht. Dennoch erschreckt es dich jedes Mal, wenn du runtergehst.«

Amy nickte und ließ dann den Kopf hängen. Als sie wieder aufsah, sagte sie: »Oder vielleicht ist er wirklich bei mir.«

Domino hätte sich für seine gefühlskalte und der Situation komplett unangemessene Analogie ohrfeigen können. »Ja, der Gedanke gefällt mir viel besser«, sagte er rasch.

Amy schenkte ihm ein schmallippiges Lächeln.

Domino drückte ihre Hand. »Du darfst nicht aufhören, deinen Mann zu lieben. Lass den Tränen freien Lauf. Nur dreh die Lautstärke ein bisschen runter.« Er zwinkerte.

Sie kicherte und nickte.

»Ich habe eine Idee«, hob Domino an. »Wie wäre es, wenn ich dich und die Kinder zum Frühstück ausführe? Danach setzen wir die Kids bei Patricks Eltern ab, und wir besuchen Patrick. Nur wir beide. Du kannst weinen, so laut du willst.«

Amy kicherte abermals.

»Was hältst du davon?«

Sie nickte. Domino tätschelte ihr Knie und stand auf. »Na schön. Schlaf ein wenig.«

»Manchmal frage ich mich, wen es schlimmer getroffen hat«, sagte sie, als Domino auf dem Weg zur Tür war.

Domino drehte sich um. »Was meinst du?«

»Wen hat es härter erwischt? Mich oder Monica?«

Dominos Augenbrauen fuhren in die Höhe. »Sie ist tot, und du lebst. Ich nehme an, dass die meisten Leute der Meinung wären, dass sie schlechter dabei weggekommen ist.« Dann überdachte Domino ihre Frage und verfluchte sich neuerlich dafür, in einer Welt der Grauzonen allzu schwarz-weiß zu denken. »Du sprichst von der Last, mit der Tatsache leben zu müssen, dass du jemanden getötet hast«, sagte er.

»Nein. Nein, ich bin froh darüber, dass ich das Miststück erschossen und meinen Mann gerächt habe. Ich bedauere lediglich, dass wir nicht die Zeit hatten, ihr beim Verbluten zuzuschauen.«

Domino verkniff sich ein Feixen. Er wusste, dass Amy nicht einfach nur harte Sprüche klopfte. Amy war hart. Den Heldentaten dieser Frau war es zu verdanken, dass ihre Familie das erste Zusammentreffen mit den Fannelli-Brüdern am Crescent Lake überlebt hatte. Amy hatte sich zum Schein...

Erscheint lt. Verlag 10.4.2017
Reihe/Serie "Das Spiel"-Trilogie
"Das Spiel"-Trilogie
Übersetzer Sven-Eric Wehmeyer
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Bad Games - Hellbent
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte eBooks • Horror • Psychothriller • Rache • Serien • Thriller • USA / Amerika
ISBN-10 3-641-18741-9 / 3641187419
ISBN-13 978-3-641-18741-5 / 9783641187415
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70