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Die heimliche Hochzeit (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-7713-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die heimliche Hochzeit - Jessica Steele
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Der Unternehmer Silas Livingston muss unbedingt heiraten. Wenn er nur wüsste wen! Da bewirbt sich die zierliche Colly bei ihm als Sekretärin. Sie kommt wie vom Himmel gesandt - er hat den perfekten Job für sie: nicht als Assistentin, sondern als Ehefrau. Zögernd lässt Colly sich auf eine Zweckehe ein, und in aller Stille geben sie sich das Jawort. Nach der heimlichen Hochzeit wollen sie wieder getrennte Wege gehen. Doch Silas bricht sein Versprechen. Erst küsst er Colly zärtlich, dann umarmt er sie voller Leidenschaft und will mehr von ihr ...



Jessica Steele stammt aus der eleganten Stadt Royal Leamington Spa in England. Sie war ein zerbrechliches Kind und verließ die Schule bereits mit 14 Jahren als man Tuberkulose bei ihr diagnostizierte. 1967 zog sie mit ihrem Mann Peter auf jenen bezaubernden Flecken Erde, wo sie bis heute mit ihrer Hündin leben: Eng schmiegt sich ihr Haus an einen Hügel, von dem man eine wunderbare Aussicht auf noch mehr Hügel genießt. Ihr Mann war es auch, der Jessica ermutigte, eine Karriere als Autorin einzuschlagen. Nach fünf 'Lehrjahren', wie sie es nennt, veröffentlichte Jessica 1979 ihr erstes Buch. Sie hat versucht, eine Schreibmaschine zu benutzen, viel lieber aber schreibt sie mit dem Füllhalter. Davon hat sie ständig ein Dutzend griffbereit - nur für den Fall der Fälle. Hintergrundwissen und Inspiration gewinnt Jessica auf ihren Reisen in Europa, Asien, Südamerika oder Afrika.

1. KAPITEL

Colly war ihm zum ersten Mal nach der Beisetzung ihres Vaters begegnet, und sie hatte nicht erwartet, ihn wiederzusehen. Doch jetzt stand er vor ihr, groß, dunkelhaarig und etwa Mitte dreißig – genau so, wie sie ihn in Erinnerung hatte.

Colly hatte seinerzeit nicht feststellen können, wer er war. Ihre nur fünf Jahre ältere Stiefmutter hatte ihn völlig mit Beschlag belegt, als sie nach der Feier vor dem Krematorium gewartet hatten. Noch jetzt hörte sie deutlich ihre drängenden Worte:

„Sie müssen einfach mitkommen und zu Hause eine Erfrischung zu sich nehmen.“

Er hatte Nanettes Einladung höflich abgelehnt und zu Colly hingesehen, als wollte er ihr sein Beileid aussprechen, aber sie war von jemand anderem aufgehalten worden und hatte nicht weiter reagiert. Diesmal ließ sich ein Gespräch nicht vermeiden.

„Silas Livingstone“, stellte er sich vor. „Ich weiß, Sie waren mit Mr. Blake verabredet, aber der ist leider unabkömmlich. Wenn Sie zehn Minuten warten können, werde ich Sie an seiner Stelle empfangen.“

„Soll ich vielleicht ein anderes Mal wiederkommen?“ Colly fragte das nur der Form halber. Sie war schon jetzt aufgeregt genug und bezweifelte, dass sie den Mut finden würde, eine neue Verabredung zu treffen.

„Das ist wirklich nicht nötig“, erklärte Mr. Livingstone. „In wenigen Minuten stehe ich Ihnen zur Verfügung.“ Damit verschwand er in seinem angrenzenden Büro.

Colly wandte sich an die Sekretärin, die etwa Ende dreißig war und einen äußerst kompetenten Eindruck machte. „Soll ich vielleicht woanders warten?“

„Lieber nicht.“ Ellen Rothwell lächelte nun freundlich. „Mr. Livingstone ist sehr beschäftigt. Wenn er Sie trotzdem empfängt, sollten Sie möglichst in der Nähe bleiben und ihn keinesfalls warten lassen.“

Colly erwiderte das Lächeln, sagte aber nichts. Es war ihr peinlich genug, dass Vernon Blakes Sekretärin allen anderen Bewerberinnen telefonisch abgesagt hatte. Sie hatte auch bei Colly angerufen, aber Nanette hatte erklärt, Miss Gillingham sei nicht zu sprechen, und ihr den Anruf verschwiegen.

Colly wusste, dass ihre Stiefmutter gemein sein konnte, und diese neuerliche Erfahrung bestärkte sie nur in dieser Überzeugung. Doch es hatte keinen Sinn, darüber nachzudenken. Sie musste sich auf das bevorstehende Gespräch konzentrieren.

Vernon Blake war der europäische Direktor von „Livingstone Developments“ und suchte eine mehrsprachige Sekretärin mit Berufserfahrung. Das in Aussicht gestellte Gehalt war mehr als verlockend, und da Nanette ihre Stieftochter nicht im Haus behalten wollte, brauchte Colly einen Job, um finanziell unabhängig zu sein.

So hatte sie wenigstens spekuliert, als sie auf die Anzeige gestoßen war. „Mehrsprachige erfahrene Sekretärin …“ Was sollte daran eigentlich so schwer sein? Colly konnte gut tippen und hatte einmal in Französisch und Italienisch brilliert. Ihre Spanisch- und Deutschkenntnisse konnten sich damit nicht messen, aber was gab es an jemandem auszusetzen, der vier verschiedene Sprachen beherrschte?

Erst als sie Ellen Rothwell eine Weile beobachtet hatte, wurde ihr klar, dass doch mehr von einer guten Sekretärin gefordert wurde. Sie musste ständig Anrufe entgegennehmen, sich in Kurzschrift Notizen machen und vor allem den Eindruck erwecken, dass es keine unlösbaren Probleme gab. Hier schien die eigentliche Aufgabe zu liegen, und Colly musste zugeben, dass sie darin keinerlei Erfahrung besaß.

Fast wäre sie aufgestanden, um sich zu verabschieden, aber die Aussicht auf das fabelhafte Gehalt ließ sie zögern. Sie hatte bald kein Zuhause mehr und brauchte daher dringend einen gut bezahlten Job, um sich allein über Wasser zu halten. Es tat weh, dass ihr Vater sein Testament so abgefasst hatte. Seine achtundzwanzigjährige Witwe hatte alles geerbt, während seine Tochter leer ausging. Natürlich konnte er sein Geld und seinen Besitz vermachen, wem er wollte, aber Colly war damit über Nacht heimat- und mittellos geworden, obwohl sie ihrem Vater sieben Jahre lang den Haushalt geführt hatte.

Vor zwei Jahren hatte der misslaunige und sauertöpfische Joseph Gillingham plötzlich Interesse an der neuen Empfangsdame seines Clubs gezeigt. Er fing an, sich mehr zu pflegen und besser zu kleiden, was Colly anfangs begrüßte. Doch dann tauchte die blonde Nanette persönlich auf – vierzig Jahre jünger als ihr Verehrer, sehr schick und sehr zielstrebig.

„Ich habe so darauf gewartet, dich kennen zu lernen“, flötete sie. „Joey hat mir schon viel von dir erzählt.“

Joey! Der gestandene Joseph Gillingham hieß plötzlich Joey! Aus Rücksicht auf ihn nahm Colly Nanette freundlich auf und übersah wohlwollend, dass sie sich im Haus umsah, als nähme sie heimlich das Inventar auf.

Collys Hoffnung, ihr Vater würde seine Unvernunft nicht zu weit treiben, hielt sich eine Weile, bis Nanette ihr eines Tages einen prächtigen Smaragdring zeigte und dabei stolz verkündete: „Wir werden heiraten.“

Irgendwie brachte Colly einen Glückwunsch zu Stande. Sie bot an, sich eine andere Wohnung zu suchen, doch das führte zu heftigem Protest.

„Von Haushaltsführung verstehe ich nicht so viel“, beteuerte Nanette und schnippte dabei mit den Fingern. „Du musst unbedingt weiter für uns sorgen. Habe ich nicht recht, Darling?“

„Und ob du recht hast“, stimmte Joseph gut gelaunt zu. „Dafür bekommt Colly weiter ihr Taschengeld.“ Der Blick, den er dabei mit Nanette tauschte, machte Colly deutlich, dass er die Summe vorher mit ihr abgestimmt hatte. Sie war bescheiden genug und ging zum großen Teil für den Haushalt drauf, über dessen Kosten sich Joseph keineswegs im Klaren war.

Die Hochzeit fand statt, und Colly sorgte weiter für den Haushalt. Nanette spielte die Hauskatze. Joseph gegenüber war sie lieb und anschmiegsam, aber wenn er es nicht merkte, zeigte sie Colly die Krallen. Sie hatte einen bösartigen Charakterzug, und sehr bald stellte sich heraus, dass sie ihrem „lieben Joey“ keineswegs treu war. Sie suchte laufend männliche Bekanntschaften, und wenn Colly zufällig ans Telefon ging, hieß es regelmäßig: „Nanette?“ oder „Hallo, Darling?“

„Ich bin nicht Nanette“, lautete jedes Mal ihre Antwort. Dann hängte der Anrufer entweder wortlos ein oder gab vor, die falsche Nummer gewählt zu haben.

Im Lauf der Monate veränderten sich die Anrufe. Die Männer wurden deutlicher, und einmal balzte einer mit rauchiger Stimme: „Wer war das sündhafte Geschöpf, das die Ohrringe unter meinem Kopfkissen zurückgelassen hat, um mir Qualen der Sehnsucht zu bereiten?“

Colly knallte den Hörer auf. Nanette hatte vorgegeben, den Abend bei einer Freundin zu verbringen, die sie trösten müsse, aber in Wirklichkeit hatte sie einen Mann besucht.

Als Nanette eine Stunde später vom Einkaufen kam, zögerte Colly nicht, sie mit dem Anruf zu konfrontieren.

„Die Ohrringe, die du gestern Abend getragen hast, liegen unter seinem Kopfkissen“, bemerkte sie frostig.

„Ah!“, antwortete Nanette, ohne die geringste Verlegenheit zu zeigen.

„Schämst du dich denn gar nicht?“, fragte Colly empört.

Nanette setzte ihre Taschen ab. „Wofür?“

„Mein Vater …“

„Ja? Was ist mit ihm?“

Das war zu viel für Colly. Sie konnte ihre Stiefmutter nur noch mit offenem Mund anstarren.

„Du sagst ihm doch nichts?“, fragte Nanette schmeichelnd.

„Und wenn ich es doch tue?“

„Dann machst du ihn nur unglücklich.“

Damit hatte Nanette recht. Joseph war nie ein glücklicher Mensch gewesen, aber seit der Hochzeit erschien er wie verwandelt. „Er würde aus allen Wolken fallen“, gab Colly zu.

„Halte das, wie du willst.“ Nanette nahm die Taschen wieder auf, ohne die geringste Regung zu zeigen. „Ich habe ihm schon unter Tränen mitgeteilt, wie hässlich du zu mir bist. Wem von uns würde er wohl glauben?“

Am Ende brachte Colly es nicht fertig, ihrem Vater die Wahrheit zu sagen. Nicht, weil er ihr vielleicht nicht geglaubt hätte, sondern weil sie ihm sein neues Glück nicht zerstören wollte.

So verging ein Jahr, und Josephs Verehrung für seine zweite Frau nahm eher noch zu. Nanette war vorsichtig und behandelte ihn so geschickt, dass er nicht merkte, wie sie von einer Affäre in die nächste taumelte. Erst sechs Monate vor seinem tödlichen Herzinfarkt schien sich das Verhältnis abzukühlen. Joseph behandelte Nanette nicht mehr mit derselben Hingabe und zog sich mehr und mehr in sein Arbeitszimmer zurück. Er war ein weithin anerkannter Architekt gewesen, und Schüler und Kollegen holten sich weiterhin gerne Rat bei ihm.

Und dann, ganz plötzlich, ereilte ihn der Tod. Colly wollte es zuerst nicht glauben, aber der Arzt versicherte, dass ihr Vater unter starken Herzbeschwerden gelitten habe und durch nichts zu retten gewesen sei.

Sie stand immer noch unter Schock, als Nanette am nächsten Tag zu ihr kam und ihr das Testament zeigte, das sie unter Josephs Papieren gefunden hatte. Es stammte aus den ersten Wochen nach der Hochzeit und war seitdem nicht geändert worden.

„So ein Schatz!“, verkündete Nanette triumphierend. „Er hat mir alles hinterlassen.“ Ohne eine Spur von Bedauern fügte sie hinzu: „Armes Kind. Du gehst völlig leer aus.“

Das war der nächste schwere Schlag für Colly gewesen. Natürlich hatte sie erwartet, dass Nanette ihren Ehemann beerben würde, aber gar nichts zu bekommen erschien ihr doch etwas ungerecht. Und dabei blieb...

Erscheint lt. Verlag 8.4.2017
Reihe/Serie Digital Edition
Digital Edition
Übersetzer Johannes Martin
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7337-7713-1 / 3733777131
ISBN-13 978-3-7337-7713-5 / 9783733777135
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