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Das RESCUE-Protokoll (eBook)

Thriller

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Blanvalet Taschenbuch Verlag
978-3-641-21727-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das RESCUE-Protokoll - Will Jordan
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Der ehemalige CIA-Operator Ryan Drake hat nicht viel Zeit, und das ist noch sein geringstes Problem. Denn die Frau, die er befreien will, wird nicht nur von CIA-Agenten rund um die Uhr bewacht, sie ist auch noch schwer verletzt und eigentlich nicht transportfähig. Und doch wird er seinen Plan umsetzen - für eine Freundin!

Dieser Kurzroman spielt kurz nach der Handlung des Romans Operation Black List von Will Jordan.

Will Jordan lebt mit seiner Familie in Fife in der Nähe von Edinburgh. Er hat einen Universitätsabschluss als Informatiker. Wenn er nicht schreibt, klettert er gerne, boxt oder liest. Außerdem interessiert er sich sehr für Militärgeschichte.

2

Während der Fahrstuhl langsam hinunterruckelte, zog Drake einen einfachen Schlüssel an einer Metallkette aus seiner Tasche und öffnete damit die Steuerungskonsole, die sich direkt unter den Knöpfen für die einzelnen Etagen befand. Darunter lagen einige Schalter, die normalerweise den Blicken entzogen waren. Er entdeckte einen mit der Markierung IND und kippte ihn auf ON. Ihr Fahrstuhl war jetzt auf individuelle Steuerung gestellt und würde nicht mehr reagieren, wenn er aus einem anderen Stockwerk angefordert wurde.

Der nächste Schalter war einfach mit STOPP beschriftet. Drake wartete, die Anzeige mit den Etagen über sich im Blick, dann legte er ihn um. Der Fahrstuhl kam zitternd zum Stehen.

Auf diese Weise hatte er ihnen ein paar Sekunden Zeit verschafft, in denen sie sich umziehen konnten. Er streifte sich den OP-Kittel über den Kopf und zog die unauffällige blaue Hose aus, die er bewusst zu groß gewählt hatte. Er faltete alles hastig zusammen und verstaute es unter der Bettdecke der Patientin.

Jetzt trug er einen dunkelblauen Overall, wie ihn Sanitäter tragen, die Patienten zu Krankenhäusern bringen oder von dort abholen. Seine Kollegin Keira Frost hatte sich ebenfalls ihres Arztkittels entledigt. Doch anders als Drake trug sie nun ein dunkelgraues Jackett mit passender Hose und dazu flache Schuhe. Ihre weiße Bluse war fast bis zum Hals zugeknöpft. Smart, aber nicht zu stylisch. Es war der typische dezente Büro-Look, den die Mitarbeiterinnen des US-Außenministeriums bevorzugten.

Wäre ihre Lage nicht so dramatisch gewesen, hätte Drake über ihren Anblick vielleicht sogar gegrinst. Das aktuelle, züchtige Outfit war das völlige Gegenteil dessen, was Frost normalerweise zu tragen pflegte.

Sie fummelte an dem unbequemen Jackett herum, bemerkte seinen Blick und ahnte, was er dachte. »Kein Wort, Ryan!«

Dass sie gegen das Gesetz verstießen und ihr Leben riskierten, war es nicht, was sie am meisten nervte, sondern dass er immer wieder darauf anspielen konnte, wie unwohl sie sich gerade fühlte, wenn er auf die Idee kam, ihr auf die Nerven zu gehen – was irritierend oft der Fall war.

»Würde mir nicht im Traum einfallen«, erwiderte Drake und unterdrückte mit Mühe ein Grinsen.

Die angespannte Stille wurde von einem Knistern in dem Funkohrhörer unterbrochen, den Drake trug, nachdem er ihn Krasinski abgenommen hatte.

»An alle Einheiten. Achtung, wir haben Feindkontakt im Gebäude. Unbekannte Anzahl, wahrscheinlich bewaffnet, und sie haben unsere Zielperson«, ertönte eine männliche Stimme über Funk, die etwas außer Atem klang. Anscheinend war er unterwegs, um sie abzufangen. »Krasinski ist außer Gefecht, und sein Funkgerät fehlt. Ich wiederhole, unsere Kommunikation ist nicht mehr sicher. Schalten Sie auf die alternative Frequenz um und bestätigen Sie.«

Drake wollte gerade das Funkgerät ausstellen, als sich die Stimme noch einmal meldete. »Hören Sie zu? Ich meine den Mann, der gerade versucht, aus dem Krankenhaus zu fliehen.«

Drake antwortete nicht.

»Ich vermute, dass Sie das tun, denn sonst hätten Sie das Funkgerät nicht mitgenommen. Ich weiß, dass Sie ein schlaues Kerlchen sind, Drake.« Er sprach jetzt leise, und die Wut und Verachtung in seiner Stimme wurde kaum noch von der üblichen professionellen Kälte überdeckt. Er ließ den Satz einen Moment wirken, bevor er fortfuhr.

»Genau, ich weiß, wer Sie sind. Und jetzt seien Sie wirklich schlau und hören mir zu. Ich weiß nicht, was Sie erreichen wollen, aber ich kann Ihnen versprechen, dass Sie es nicht schaffen werden. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viel Ärger Sie bekommen, wenn wir Sie zu fassen kriegen. Und eins können Sie mir glauben, wir werden Sie fassen. Ich kann Ihnen keinen Deal anbieten, deshalb werde ich Ihnen nur einen freundlichen Rat geben – von Agent zu Agent: Lassen Sie die Gefangene in Ruhe und verschwinden Sie, Drake. Verschwinden Sie, solange Sie noch können.«

Drake griff bewusst langsam zum Funkgerät und drückte den Sendeknopf. »Da wir hier kostenlose Ratschläge austauschen, dürfen Sie auch meinen hören: Suchen Sie mich nicht. Dann leben Sie länger.«

Es rauschte noch einmal kurz, dann wusste er, dass niemand mehr auf der Frequenz sendete. Er zog sich den Ohrhörer heraus, denn er würde ihm jetzt nicht mehr von Nutzen sein.

»Sie sind schon hinter uns her?«, fragte Frost, als sie seinen Blick sah.

Drake erwiderte nichts.

»Verdammt. Ich hatte gehofft, dass sie länger brauchen würden.«

Er verzichtete darauf, ihr zuzustimmen. Bedauerlicherweise hatte nur einer der beiden Männer, die man abgestellt hatte, um die Zielperson zu bewachen, von dem Wasser getrunken, das sie mit einem starken Brechmittel versetzt hatten. Nicht einmal Drake hätte es fertiggebracht, inmitten all der Zeugen zwei ausgebildete Agenten auszuschalten, deshalb war ihm nur die Option geblieben, ihren hastig geschmiedeten Plan in die Tat umzusetzen und das Beste zu hoffen.

»Wir haben, was wir wollten«, sagte er stattdessen und blickte auf die bewusstlose Frau hinunter, die immer noch mit Handschellen ans Krankenbett gefesselt war. Die schnellen Bewegungen hatten dazu geführt, dass sie sich im Schlaf leicht rührte, obwohl ihre Augen immer noch geschlossen waren. »Den schwersten Teil haben wir hinter uns.«

»Blödsinn. Den schwersten Teil haben wir hinter uns, wenn wir die Türkei verlassen haben«, schnaubte Frost. Sie blickte ebenfalls auf die Patientin. »Ich hoffe, sie ist es wert, Ryan.«

»Ja. Das hoffe ich auch.« Drake wich ihrem Blick aus, griff zur Schalttafel und legte den Schalter von Stopp auf Betrieb um.

»Verdammt noch mal, ich habe befohlen, dass sich alle Einheiten sofort hier versammeln!«, bellte Wheeler und hastete die Treppe hinunter, wobei er jeweils zwei Stufen auf einmal nahm, während er Befehle ins Funkgerät brüllte. »Rogers, wie sieht es bei diesem Fahrstuhl aus?«

Rogers war der technische Experte des Teams, der sich zur Vorbereitung ihres eigenen Plans zur Entführung der Gefangenen in das primitive Sicherheitssystem des Gebäudes gehackt hatte. Was sie allerdings nicht vorhergesehen hatten, war die Möglichkeit, dass sie jemand anderen daran hindern mussten, ihre Gefangene zu kidnappen.

»Sie haben angehalten.«

»Wo?«

»Erdgeschoss.«

»Können Sie sie wieder heraufbringen?«

»Sie haben auf Handsteuerung geschaltet. Ich habe von hier aus keinen Zugriff.« Er macht eine Pause. »Sie könnten versuchen, die Montageklappe zu öffnen und durch den Schacht zu fliehen.«

»Negativ. Ihre Zielperson ist bewusstlos und mit Handschellen ans Bett gefesselt. Wie auch immer sie hier rauskommen wollen, klettern werden sie jedenfalls nicht. Sind sie im Erdgeschoss ausgestiegen?«

»Auf den Bildern der Überwachungskameras ist nichts zu sehen«, meldete Rogers. »Die sind da einfach stehen geblieben.«

Natürlich steigen sie nicht aus, dachte Wheeler. Wenn sie im Erdgeschoss ausstiegen, würden sie Dutzenden von Ärzten, Krankenschwestern, Patienten und Besuchern gegenüberstehen, die alle ziemlich erschrocken sein würden, wenn am helllichten Tag eine Patientin, die mit Handschellen ans Bett gefesselt war, durch die Flure gerollt wurde. Doch warum hielten sie dort, wenn sie nicht aussteigen wollten? Bereiteten sie etwas vor?

»Moment mal!«, rief Rogers und unterbrach Wheelers Gedanken. »Sie haben wieder Fahrt aufgenommen. Abwärts.«

»Wohin?«

»Bis ganz nach unten. Zweites Untergeschoss.«

Wheeler ging allmählich ein Licht auf. Schließlich hatte er sich zur Vorbereitung ihrer eigenen Operation die Gebäudepläne angesehen. Im zweiten Untergeschoss befand sich ein Parkplatz, zu dem nur Klinikmitarbeiter Zutritt hatten.

»Da unten muss ein Fluchtfahrzeug auf sie warten.«

Er machte sich keine Sekunde darüber Gedanken, wie Drake und seine Komplizin es geschafft hatten, in einem ausländischen Krankenhaus als Ärzte aufzutreten, wie sie die Fahrstuhlsteuerung manipuliert oder wie sie es geschafft hatten, ein Fahrzeug in das angeblich gesicherte unterirdische Parkhaus zu schaffen. Solche Fragen konnte man immer noch beantworten, wenn sie die Mistkerle geschnappt hatten und nach allen Regeln der Kunst verhörten.

Von jetzt an wusste Wheeler genau, was zu tun war. Auch wenn Krasinski ausgeschaltet war, standen ihm immer noch vier bewaffnete Agenten zur Verfügung, und er würde sie ohne Zögern einsetzen.

»Alle Einheiten nach unten. Rogers, entriegeln Sie sämtliche Türen auf unserem Weg.«

»Schon dabei.«

»Die Gesuchten könnten bewaffnet sein und gelten als extrem gefährlich. Ich stelle Ihnen frei, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Ich nehme das auf meine Kappe. Los!«

Wheeler, der den Fahrstuhl eingeholt hatte, als dieser im Erdgeschoss stehen geblieben war, ging die letzten verbliebenen Treppen hinunter und gelangte schließlich in das unterirdische Parkdeck. Es war zur Hälfte mit Fahrzeugen gefüllt, alle möglichen Typen, angefangen von billigen Kleinwagen der Pfleger und Krankenschwestern mit ihrem von der Sonne verblichenen Lack bis hin zu großen, teuren Limousinen und Sportwagen der Abteilungsleiter und Fachärzte.

Wheeler interessierte sich jedoch nicht für diesen automobilen Mikrokosmos der türkischen Gesellschaft, sondern zog seine Glock 17 und schob sich durch die jetzt entriegelte Sicherheitstür am Ende der Treppe. Zu seiner Erleichterung stieß er auf zwei seiner Agenten, die dort schon auf ihn warteten: Mark Hobbs, klein, stämmig und als Ex-Marine ein...

Erscheint lt. Verlag 3.4.2017
Übersetzer Wolfgang Thon
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Second Chances
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Schlagworte Agententhriller • CIA • Die Bourne Verschwörung • eBooks • Geheimagenten • Mission: Impossible • Ryan Drake • Thriller • Tom Clancy
ISBN-10 3-641-21727-X / 364121727X
ISBN-13 978-3-641-21727-3 / 9783641217273
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