Bianca Exklusiv Band 282 (eBook)
384 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-3302-5 (ISBN)
NIE MEHR EINSAM? von FOX, SUSAN
Marla könnte die ganze Welt umarmen: Nach langen einsamen Jahren hat sie endlich ihre verschollene Zwillingsschwester gefunden. Und dann verliebt sie sich Hals über Kopf in Jake, deren Adoptivbruder. Nur eins belastet ihre junge Liebe - Jake darf nicht wissen, wer sie ist ...
SAG MIR DIE WAHRHEIT, DEBBIE von MICHAELS, LORNA
Ausgerechnet der Arzt Kent Berger soll Debbies schwer krankem Sohn Nick helfen - dabei wollte sie ihm nie wieder begegnen. Doch in ihrer Not findet sie in Kents Armen liebevolle Zärtlichkeit und Trost. Trotzdem wagt Debbie nicht, ihm ihr sorgfältig gehütetes Geheimnis anzuvertrauen ...
MIT HERZ UND VERSTAND von WILKINS, GINA
Bisher hat Catherine nur für ihre Forschung gelebt. Doch dann lernt sie den charmanten Hausmeister Mike kennen. Als sie hört, dass er nebenbei studiert, bietet sie ihm spontan Nachhilfe an - doch nach dem ersten Kuss weiß sie, dass sie es ist, die noch viel zu lernen hat ...
<p>Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Gina Wilkins (auch Gina Ferris Wilkins) hat über 50 Romances geschrieben, die in 20 Sprachen übersetzt und in 100 Ländern verkauft werden! Gina stammt aus Arkansas, wo sie Zeit ihres Leben gewohnt hat. Sie verkaufte 1987 ihr erstes Manuskript an den Verlag Harlequin und schreibt seitdem hauptberuflich. Ihre Romane sind auf allen großen amerikanischen Bestsellerlisten gelandet. Sie glaubt fest daran, dass auch für Autorinnen ein Netzwerk unerlässlich ist, und engagiert sich in verschiedenen Organisationen. Häufig wird sie zu Konferenzen zum Thema 'Verfassen von Romances" eingeladen, aber am liebsten spricht sie vor Schülern, um diese zum Schreiben und Lesen zu motivieren. Sie ist überzeugt, dass ihr lange glückliche Ehe und ihre drei wundervollen Kinder viel zu dem Erfolg ihrer Karriere beigetragen haben.</p>
1. KAPITEL
Die beiden jungen Frauen sahen nicht wie Schwestern aus, und erst recht nicht wie Zwillinge, obwohl ein DNA-Test ihre gleiche Abstammung bewiesen hatte. Sie ähnelten einander weder äußerlich noch vom Charakter her, und sie waren in unterschiedlichen Familien aufgewachsen.
Jaicey Craddock, die zwei Minuten ältere Schwester, hatte blaue Augen und gewelltes blondes Haar, das durch die texanische Sonne noch hellere Strähnen bekommen hatte. Ihre gebräunte Haut bildete einen reizvollen Kontrast zu ihrem Haar. Sie war eine fröhliche, selbstbewusste Frau. Ihre zuversichtliche Art hatte sie zum einen sicher ihrer Adoptivfamilie und zum anderen einem angeborenen Optimismus zu verdanken. Sie fand schnell Kontakt zu anderen Menschen.
Ihre Schwester Marla Norris war etwas kleiner als sie und viel zurückhaltender. Das kräftige braune Haar fiel ihr glatt auf die Schultern. Der fransige Pony betonte die braunen Augen mehr, als sie ahnte. Jahrelang hatte sie ihre wahren Gefühle unterdrückt. Ihr distanzierter Blick gab ihr etwas Geheimnisvolles. Sie wirkte älter und nachdenklicher als ihre Zwillingsschwester.
Marla war durch ihre harte und entbehrungsreiche Kindheit genauso geprägt worden wie Jaicey durch ihre glückliche Jugend. Im Gegensatz zu Jaicey hatte Marla ihre Adoptiveltern im Alter von acht Jahren verloren. Damals war ihre unbeschwerte Kindheit zu Ende, denn durch den Schock und die Trauer wurde sie zunehmend misstrauischer und verschlossener.
Anschließend war sie in mehreren Pflegefamilien untergebracht worden, wo man sie lieblos behandelte und sich niemand richtig um sie kümmerte. Niemals hatte es in ihrem Leben einen Menschen gegeben, dem sie sich anvertrauen konnte, der sie respektierte, geschweige denn liebte. Wie oft hatte sie sich unsagbar hilflos und allein gefühlt.
Allmählich lernte sie, die Einsamkeit zu ertragen, ohne vollkommen zu verzweifeln, und auf eigenen Füßen zu stehen.
Irgendwann hatte sie es geschafft, und dafür hatte sie hart gearbeitet. Nach ihrem High-School-Abschluss war Marla selbständig und unabhängig geworden, weil sie nie mehr im Leben auf andere Menschen angewiesen sein wollte. Sie gab sich nicht der Illusion hin, eines Tages „gerettet“ zu werden, wie das manche verlassene Kinder taten. Oder wie viele Frauen, die davon träumten, dass irgendwann ein Märchenprinz kommen und sie ins Paradies auf Erden entführen würde.
Nein, Marla glaubte nur an sich selbst. Wenn sie anderen Menschen nicht zu sehr vertraute und auf deren Hilfe hoffte, würde sie keine Enttäuschungen erleben. Und wenn sie sich von vornherein abschottete und niemanden näher an sich heranließ, konnte sie auch nicht verlassen werden. Der einzige Preis, den sie für diese Haltung zahlen musste, war der, dass sie sich manchmal einsam und unzufrieden fühlte.
Aber dann war wie aus heiterem Himmel ihre Schwester Jaicey aufgetaucht, von der sie nicht einmal zu träumen gewagt hatte, und ihr ganzes Leben hatte sich verändert.
„Tut es dir leid, dass ich dich überredet habe, nach Texas zu ziehen?“
Jaiceys Frage unterbrach das friedliche Schweigen in der Küche, wo die Schwestern Fotos in Alben einsortierten. Fast jeden Abend in dieser Woche hatten sie daran gearbeitet. Sie hatten zusätzliche Abzüge von Schulfotos eingeklebt und von Bildern, die sie selbst im Laufe der Jahre gemacht hatten.
Sie wollten sich gegenseitig einen Überblick über die ersten vierundzwanzig Jahre ihres Lebens verschaffen, die sie getrennt voneinander aufgewachsen waren. Außerdem hatten sie sich vor einem Monat gemeinsam fotografieren lassen und wollten die kleineren Abzüge einkleben.
Marla sah Jaicey nachdenklich an und stellte fest, dass sie besorgt wirkte. „Überhaupt nicht“, erwiderte sie voller Überzeugung. Sie staunte immer noch, dass sie vor drei Monaten ihre gesamte Habe eingepackt hatte und von Illinois nach Coulter City, Texas, gezogen war. Aber bisher hatte sie diesen Schritt keine Minute bereut.
Jaicey war trotzdem noch nicht beruhigt. „Stört es dich auch nicht, dass wir das große Geheimnis noch eine Weile für uns behalten müssen?“
„Wenn ich Bedenken hätte, wäre ich gar nicht erst umgezogen.“
„Würdest du denn am Wochenende auf die Ranch kommen, wenn ich dich darum bitte?“
„Da bin ich mir nicht so sicher.“
Jaicey lachte kurz auf. „Bist du immer noch nervös bei dem Gedanken an meinen großen Bruder, hm?“, vermutete sie. „So etwas nennt man körperliche Anziehungskraft, kleine Schwester.“
Marla wurde ganz warm. Niemand außer Jaicey konnte ihre Gefühle so schnell erraten und auf den Punkt bringen, und darauf war sie immer noch nicht vorbereitet. „Vielleicht“, räumte sie ein, „aber je mehr Zeit ich mit deiner Familie verbringe, desto größer ist die Gefahr, dass wir unser Geheimnis verraten.“
„Und du magst ihren Fragen nicht ausweichen.“ Jaicey runzelte die Stirn. „Das kann ich gut verstehen. Ich habe auch keine große Lust auf Heimlichtuereien.“
„Das kommt noch dazu“, bestätigte Marla.
Vor allem Jaiceys älterer Bruder Jake Craddock stellte besonders bohrende Fragen. Egal, welche Antworten Marla ihm gab, sie schienen ihn eher noch misstrauischer zu machen.
Kaum hatte Jaicey sie den Craddocks vorgestellt, spürte Marla schon, dass Jake ihr nicht traute. Judd hatte sie freundlich begrüßt, aber Jake hatte sie streng und durchdringend gemustert, bevor er sich zu einem Lächeln und einer knappen Begrüßung durchgerungen hatte. Sie hatte es kaum abwarten können, von ihm wegzukommen.
Seitdem fielen ihm ständig neue Fragen ein, mit denen er Marla konfrontierte, auch wenn sie ihm aus dem Weg zu gehen versuchte. Wenn Jaicey ihn nicht abgelenkt oder ihm vorgeworfen hätte, dass er zu viele Fragen stellte, dann hätte Marla kaum vernünftige Antworten finden können, ohne dabei zu lügen.
Sie hasste Lügen, aber Jake war äußerst geschickt darin, gerade die Themen anzuschneiden, über die sie nicht reden wollte – oder auf Jaiceys Wunsch hin nicht reden sollte. Für Marla war es eine echte Herausforderung, wahrheitsgemäß zu antworten, oder gerade so viel von der Wahrheit preiszugeben, wie sie konnte. Nach ihrer ersten Begegnung hatte sie sich zu Hause alle möglichen Fragen ausgedacht, die Jake ihr eventuell stellen könnte, und sie versuchte, unverfängliche Antworten zu finden.
Immer wenn Marla zur Craddock-Ranch kam, riskierte sie, Jake versehentlich einen Hinweis zu geben und ihr Geheimnis zu lüften, bevor Jaicey den Zeitpunkt für gekommen hielt.
Vielleicht erreichte Jake sogar, dass sie sich verplapperte, denn er schien ihre Gefühle und ihren Verstand durcheinanderzubringen. Deshalb versuchte Marla ihm so weit wie möglich auszuweichen. Vor allem hatte sie Angst, mit ihm allein zu sein. Sie wollte schließlich nicht diejenige sein, die die Wahrheit ans Licht brachte.
Jaicey hatte Angst, Jake und seinem Vater unumwunden zu gestehen, dass sie nach ihrer leiblichen Familie geforscht und dabei herausgefunden hatte, dass sie eine Schwester besaß. Für Judd und Jake war Loyalität innerhalb der Familie sehr wichtig, und sie hätten sich möglicherweise zurückgestoßen fühlen oder Jaicey für undankbar halten können.
Immerhin hatten Judd und seine verstorbene Frau Nona Jaicey alles gegeben, was ein kleines Mädchen sich nur wünschen konnte, ganz besonders viel Liebe, und Jaicey wollte nicht, dass Judd das Gefühl haben könnte, er hätte nicht genug für sie getan.
Viele Adoptiveltern fühlten sich verletzt, wenn ihre Kinder nach den leiblichen Eltern suchten, und Marla konnte gut nachvollziehen, dass sie zumindest eine Zeit lang verunsichert sein könnten.
Außerdem war Judd Craddock in den vergangenen Jahren nicht der Gesündeste gewesen, und Jaicey wollte ihn nicht unnötig aufregen.
Deshalb hatte sie sich vorgenommen, eine günstige Gelegenheit abzuwarten und dann ganz behutsam und schonend die Wahrheit vorzubringen. Bis dahin sollte ihre Familie Marla besser kennenlernen. Sie glaubte fest, dass sie ihr Geständnis besser aufnehmen würden, wenn ihr Vater und Jake ihre neue „beste Freundin“ mochten.
Marla war sich dessen nicht so sicher. An Jaiceys Stelle hätte sie anders gehandelt, und sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht intensiver über die Folgen des Planes nachgedacht hatte. Vielleicht wäre es doch vernünftiger gewesen, in Chicago wohnen zu bleiben, bis mit den Craddocks alles geregelt wäre. Aber nachdem Jaicey sie immer wieder gedrängt hatte, nach Texas zu ziehen, hatte sie sich nicht länger weigern können.
Marla wohnte jetzt seit einigen Wochen hier und fühlte sich äußerst wohl. Sie bedauerte nur, dass sie niemandem verraten durfte, dass sie Jaiceys Schwester war.
Ich hätte mich besser nicht von Jaicey überreden lassen sollen, die Ranch zu besuchen, dachte sie. Aber andererseits war sie auch neugierig auf die Craddocks und wollte alles über das Leben ihrer Schwester erfahren.
Und Jaicey wollte die Familie zusammenbringen. Schon vor Wochen hätten sie den Craddocks die Wahrheit sagen sollen. Ihr Vater und ihr Bruder würden sicher verärgert sein, wenn sie es erst so spät erführen. Aber wahrscheinlich würden sie ihren Ärger dabei sowieso nicht an Jaicey auslassen, sondern eher Marla die Schuld geben. Sicher würden sie davon ausgehen, dass Marla das Geheimnis für sich behalten wollte.
Vielleicht würden sie Marla sogar unterstellen, einen schlechten Einfluss auf Jaicey ausgeübt zu haben, als es darum ging, die Wahrheit zu offenbaren. Für die Craddocks war es undenkbar, dass...
| Erscheint lt. Verlag | 31.3.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Bianca Exklusiv | Bianca Exklusiv |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Bianca Exklusiv • bücher für frauen • Cora • cora bianca • cora bücher • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • familiär • Familienglück • Familienroman • Frauenroman • Genussvoll • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher • Sammelband • Second Chance • second chance for love • sinnlich |
| ISBN-10 | 3-7337-3302-9 / 3733733029 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-3302-5 / 9783733733025 |
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