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Star Wars™ - Nachspiel (eBook)

Lebensschuld

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Blanvalet Verlag
978-3-641-19565-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Star Wars™ - Nachspiel - Chuck Wendig
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Der zweite Teil der packenden Vorgeschichte zu Das Erwachen der Macht - dem erfolgreichsten Kinoereignis aller Zeiten
Nachdem der zweite Todesstern zerstört worden ist, befindet sich das Galaktische Imperium weiterhin vollkommen im Chaos. In dieser Situation wollen Han Solo und Chewie den Heimatplaneten der Wookiees, Kashyyyk, zurückerobern. Doch sie geraten in eine Falle und nur Han Solo gelingt es zu entkommen. Nun setzt er alles daran, die Wookiees zu retten und das Imperium endgültig von den feindlichen Mächten zu befreien ...

Chuck Wendig ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Spieleentwickler. Derzeit lebt er mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn in den Wäldern von Pennsyltucky.

2. Kapitel

Das Grav-Floß treibt durch den Nebel. Ringsum stehen gewaltige Steinsäulen, schwarz wie die Nacht und gerade wie Speere. Sie erinnern an aufmerksame Wachen, vor allem, weil die Umrisse heulender Gesichter in ihre Spitzen gemeißelt sind. Unten in der Tiefe glühen derweil Ströme aus verschwommenem, grünem Licht – die leuchtenden Pilze im höhlenartigen Inneren von Vorlag.

Jom Barell streckt den Arm aus, greift nach einer Kette und zieht das Floß Hand um Hand weiter. Diese Ketten sind an den achteckigen Augenöffnungen jeder Säule verankert, reichen von einem der dunklen Steinwächter zum nächsten. Das Floß hat kein eigenes Triebwerk, und so ist das schwache Surren seiner Schwebeplatten das einzige Geräusch, während es durch den Nebel gleitet.

»Das gefällt mir nicht«, sagt Jom mit leiser Stimme.

»Wie könnte einem das auch gefallen?«, entgegnet Sinjir Rath Velus, der auf dem flachen Teil des Floßes liegt, die Arme über der Brust verschränkt. »Der Nebel ist kalt, der Tag hässlich, und ich bin so nüchtern wie ein Protokolldroide.« Ruckartig setzt er sich auf. »Wusstest du, dass es auf dem Todesstern eine Bar gab? Ein hässliches, schmuckloses Loch – typisch Imperium, eben –, und die Getränkeauswahl war kaum der Rede wert. Aber falls man den Kerl hinter der Bar, Pilkey, kannte, schenkte er einem manchmal von seinem ›Geheimvorrat‹ ein …«

Norra Wexley unterbricht ihn. »Alles ist in Ordnung. Alles läuft nach Plan.« Grundsätzlich war der Plan der gleiche wie immer: reinschleichen, ihre imperiale Zielperson schnappen und sie auf Chandrila ihrer gerechten Strafe zuführen. Der Hauptunterschied war, dass sie sich sonst nicht in die Bergfestung eines galaktischen Sklavenhändlers wagen mussten …

»Oh, ja.« Joms Erwiderung ist ein sarkastisches Grummeln. »Wir haben die Idioten-Reihe. Oder sollte ich besser sagen, wir sind die Idioten-Reihe? Hoffentlich erledigt unser Mädchen da drin ihren Job.«

»Sie ist nicht unser Mädchen«, schnappt Sinjir. »Sie ist nicht mal ein Mädchen. Jas ist eine Frau, die auf sich selbst aufpassen kann, und ich bin sicher, sie würde dich mit einem Tritt von diesem Floß befördern, falls sie das Geseiere hören könnte, das dir aus dem Schnurrbart tropft.«

»Sie ist eine Kopfgeldjägerin.« Jom ächzt, während er das Floß zur nächsten Steinsäule weiterzieht. »Und ich traue Kopfgeldjägern nicht.« Unbewusst hebt er die Hand an seinen buschigen Schnurrbart und streicht darüber.

»Ja, das wissen wir. Und wir wissen auch, dass du keinen ehemaligen Imperialen traust. Du lässt keine Gelegenheit aus, uns daran zu erinnern.«

Jom wendet sich ab und stößt den Atem aus. »Hätte ich etwa Grund, dir zu vertrauen?«

»Nach all der Zeit könntest du es zumindest mal versuchen.«

»Vielleicht begreifst du nicht, was das Imperium für Leute wie mich bedeutet, und warum die Rebellion …«

Norra unterbricht ihn erneut. »Wir haben es verstanden, Jom. Aber wir sitzen alle im selben Boot. Beziehungsweise auf demselben Floß.« Sie deutet mit den Händen.

Links von ihnen schält sich ein titanischer Umriss aus dem Nebel – ein schwarzer Schatten. Die Konturen des Palastes lassen sich vage ausmachen: gewundene Türme und vorgewölbte Brustwehren. Falls sie weiter der Kette an den Felsen entlang folgen, werden sie bald höher steigen – höher und höher, bis zu den Haupttoren des riesigen Komplexes, der in der Caldera eines erloschenen Vulkans errichtet wurde. Dort residiert Slussen Canker, auch bekannt als Canker der Rote, Seine Tödliche Hoheit, Hüter der Seinen und Mörder aller Anderen, der Prinz und liebste Sohn von Vorlag, Meister Slussen Urla-fir Kal Kethin-wa Canker.

Mörder. Sklavenhändler. Abschaum.

Doch er ist nicht ihr Ziel.

Das Ziel ist ein ehemaliger Vizeadmiral des Imperiums, ein Mann namens Perwin Gedde. Er setzte sich vom Imperium ab, im Gepäck eine große Tasche voller Credits – so groß, dass er weiter in rauschendem Luxus leben und sich den Schutz eines Verbrecherfürsten wie Slussen Canker leisten kann. Er lässt sich von Gewürz umnebeln, von Sklaven bedienen, genießt sein ausschweifendes Leben. Sein geschütztes Leben in einer stark gesicherten Festung auf einem Vulkan. Einfach vor die Tore einer solchen Festung zu marschieren wäre höchst unklug, denn sie wird von einer geifernden Hroth-Bestie bewacht. Und von zwei Phasenkanonen. Und einem Paar Wachen, die sich um die Hroth-Bestie kümmern. Und dann ist da noch das Fallgitter aus sich überkreuzenden Lasern …

Zum Glück ist das nicht weiter wichtig, denn sie nehmen einen anderen Weg.

Anstatt sich von vorn zu nähern, nähern sie sich von unten.

Jom zieht das Floß an zwei weiteren Steinsäulen vorbei, dann streckt er die Hand nach hinten und hält Norra die Handfläche hin – eine stille Bitte, auf die sie jedoch nicht eingeht. Stattdessen sagt sie: »Ich kümmer mich darum. Du musst nicht alles selbst erledigen, weißt du?«

Sie nimmt den Kletterhaken und schraubt ihn auf die Spitze der Schockpistole. Jom beobachtet sie aus schmalen Augen, als sie auf den Berg zielt. »Gib das Signal«, fordert sie.

Sinjir hebt einen Notrufsender – den Sender, der auf ihrem Schiff, der Nimbus, installiert war, für den Fall, dass es je abstürzen sollte – und tippt das Gerät dreimal kurz an. Rote Lichter blinken in rascher Folge.

Sekunden vergehen. Dann …

… blinken am Fuß des Berges unterhalb der Festung ebenfalls rote Lichter auf. »Jas, du verfluchter Stachelkopf«, sagt Sinjir, dann lacht er und klatscht in die Hände.

Norra bedeutet ihm, still zu sein, und schießt den Kletterhaken ab, genau auf die Stelle, wo die Lichter im Nebel aufgeblitzt sind. Die Pistole verursacht kaum einen Laut, nur ein leises Pff !, als sie losgeht, dann surrt das Kabel, das am Floß befestigt ist, hinter dem Haken her durch die Luft.

In der Ferne ist ein Klacken zu hören. Genau ins Schwarze getroffen.

Jom packt das Kabel und zieht das Floß in eine neue Richtung – nicht länger auf die Tore der Festung zu, sondern ihrem Bauch entgegen. Irgendwo vor ihnen sollte sich eine Kluft im Fels befinden; Ihrem Informanten zufolge tun sich Slussen Cankers Hroth-Bestien dort gern an ihrer Beute gütlich. Diese grässlichen Kreaturen haben Flügel, und sie gehen mehrmals täglich auf die Jagd – und das ist der Ort, an den sie danach zurückkehren. Die Öffnung befindet sich oberhalb eines Felssimses, und normalerweise werden die Hroth-Bestien durch ein weiteres Gitternetz aus Lasern im Innern gehalten. Nur jetzt nicht, denn Jas, die vor mehreren Tagen schon hierherkam, hat die Laser deaktiviert. Ihr Signal in der Düsternis war eindeutig: Der Weg ist frei.

»Ich hab doch gesagt, sie wird uns nicht enttäuschen«, wispert Sinjir Jom ins Ohr.

Seine einzige Reaktion besteht aus einem skeptischen Schnauben.

Das Floß gleitet durch den Nebel, und vor ihnen wird der Weg in den Berg allmählich sichtbar. Es sieht aus wie ein klaffender Schlund mit Fängen aus Stalaktiten und Stalagmiten, die nur darauf warten, sie zu verschlingen. Rotes Glühen ist hingegen nicht zu erkennen; die Laser sind deaktiviert – der Weg ist wirklich frei. Jom zieht das Floß hinüber, hakt das Kabel ein und macht es an einem der Felsen fest, anschließend steigen sie einer nach dem anderen in die Höhle.

Der Gestank trifft sie wie ein Schlag. Entlang der Wand türmt sich totes Fleisch in Metallbehältern: gerupfte Vögel ohne Köpfe, verrottete Brocken, bei denen man nicht mehr sagen kann, zu welchem Wesen sie einst gehörten, Beine mit Hufen, glänzende Innereien. Wolken hungriger Stechmücken hängen in Schwärmen über dem Boden. Das muss das Fressen für die Hroth-Bestien sein, denkt Norra. Die roten Flecken auf dem trockenen Fels legen den Schluss nahe, dass bei der Fütterung jemand hier steht und das Fleisch in die Luft wirft – und die Bestien schnellen in die Luft hoch, um es sich zu schnappen.

Sinjir sagt: »Ich denke ernsthaft darüber nach, mich zu übergeben.«

»Dieser Geruch.« Jom verzieht das Gesicht. »Das würde einen kowakianischen Echsenaffen umhauen.« Er zieht die Brauen zusammen. »Wo ist Jas?«

»Vermutlich weiter drinnen«, erwidert Norra. »Gehen wir.«

Der Plan war denkbar einfach: Jas Emari hatte sich vor einigen Tagen Zutritt zur Festung verschafft, indem sie vorgab, eine Kopfgeldjägerin auf der Suche nach Arbeit zu sein. Was gar nicht mal so weit von der Wahrheit entfernt war, immerhin war ihr Ruf weithin bekannt. Verbrecherfürsten ziehen Kopfgeldjäger an wie diese Fleischhaufen die Fliegen – die Jäger sind stets auf der Suche nach dem nächsten Auftrag, und die Bosse haben eigentlich immer irgendjemanden, der ihnen ein Dorn im Auge ist.

Jetzt, wo Jas den Eingang für sie geöffnet hat, beginnt die eigentliche Arbeit. Einen Grundriss der Festung besitzen sie bereits dank des Holocrons, das Surat Nuat ihnen zur Verfügung gestellt hat – mit anderen Worten: das sie ihm gestohlen haben. Der akivanische Boss führte genauestens Buch über die Verbindungen zwischen Imperialen und der kriminellen Unterwelt, um im Fall der Fälle ein Druckmittel zu haben. Sein Datenwürfel hat der Gruppe schon zahlreiche Informationen...

Erscheint lt. Verlag 20.3.2017
Reihe/Serie Nachspiel
Nachspiel
Star Wars™ - Nachspiel
Übersetzer Andreas Kasprzak
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel Star Wars™ Aftermath 2 - Life Debt
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Chewbacca • eBooks • Fantasy • Han Solo • Kashyyyk • Science Fiction • Serien • SF • Space Opera • Star Wars • Star Wars Kanon • Wookie
ISBN-10 3-641-19565-9 / 3641195659
ISBN-13 978-3-641-19565-6 / 9783641195656
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