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Eine schicksalhafte Begegnung (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-7677-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Eine schicksalhafte Begegnung - Victoria Pade
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In der rauen Wildnis von Alaska tauchen selten so umwerfende Frauen wie Emmy Harris auf. Dabei hat der gut aussehende Arzt Aiden Tarlington bei ihrer Stiftung doch nur Fördergelder für sein Projekt beantragt. Aber nun ist sie da - und muss sogar bei ihm übernachten ...



Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.

1. KAPITEL

Das Flugzeug war in Fairbanks, Alaska, gelandet. Es stand jedoch noch auf dem Vorfeld, und die Passagiere konnten noch nicht von Bord gehen. Während Emmy Harris mit allen anderen wartete, nahm sie ihre Schminktasche aus dem Bordcase, um ein paar Reparaturen an ihrem Make-up vorzunehmen.

Als neue Direktorin der Bernsdorfstiftung wollte sie frisch und gepflegt aussehen, wenn sie Dr. Aiden Tarlington zum ersten Mal begegnete. Er war ein guter Freund des Vorsitzenden des Stiftungsbeirats – der alten Knaben, wie Emmy und ihre Assistentin sie immer nannten.

Die sieben Männer – alle alt genug, um Emmys Großvater sein zu können – waren ihre Arbeitgeber. Und wenn sie in den beiden Monaten, seit sie zur Direktorin befördert worden war, eins gelernt hatte, dann war es die Tatsache, dass die alten Knaben den allergrößten Wert auf eine makellose Erscheinung legten.

Da sie annahm, dass Dr. Tarlington in Howard Wilsons Alter war, wollte sie sich ihm mit einer absolut professionellen Erscheinung und Einstellung präsentieren. In den Augen ihrer Vorgesetzten war sie mit neunundzwanzig Jahren fast noch zu jung für ihre Position, daher wollte sie ihnen keinen weiteren Angriffspunkt bieten.

Allerdings gab es nicht viel zu reparieren, denn Emma trug nur wenig Make-up. Ihre Haut war rein, und bisher hatte sie noch keine Falten entdeckt, die getarnt werden mussten. Aber sie trug gern ein wenig helles Rouge an den hohen Wangenknochen auf, und da sie fast den ganzen Tag unterwegs gewesen war, glänzte ihre schmale, nicht zu lange Nase etwas.

Bevor sie am Morgen von zu Hause aufgebrochen war, hatte sie die haselnussbraunen Augen mit einem Hauch Mascara betont. Den brauchte sie nicht aufzufrischen, obwohl es schon spät am Nachmittag war, aber die dezent geschminkten, vollen Lippen mussten nachgezogen werden.

Sie hatte ihr glattes braunes Haar zu einem strengen Nackenknoten gebunden – um älter und erfahrener zu wirken. Aber ein paar Strähnen hatten sich gelockert, und sie schob sie wieder zurück.

Als die Maschine endlich wieder anrollte, legte sie die Schminktasche wieder in das Bordcase und schnallte sich ab. Sie strich über den blauen Rock, um die Krümel des Radiergummis zu entfernen, die sich dort gesammelt hatten, weil sie während des Flugs gearbeitet hatte. Dann streckte sie ein Bein so weit wie möglich aus, um zu überprüfen, ob die neuen, sehr teuren Nylons wirklich so gut saßen, wie die Werbung versprach.

Eine Minute später dockte das Flugzeug am Terminal an, und der Pilot bedankte sich bei seinen Passagieren dafür, dass sie mit seiner Gesellschaft geflogen waren. Emmy stand auf, zupfte den Stehkragen der weißen Bluse zurecht und zog die Kostümjacke an.

Sie konnte es kaum erwarten, von Bord zu gehen und sich in dem kleinen Ort Boonesbury umzusehen. Zu ihren Aufgaben als Direktorin gehörte es, Fakten zu sammeln und die Antragsteller zu überprüfen, die mit einer Spende der Stiftung die medizinische Versorgung ihrer ländlichen Region verbessern wollten. Von ihrer Empfehlung hing es ab, ob der Antrag bewilligt oder abgelehnt wurde.

Auf keinen Fall wollte sie länger als nötig in Boonesbury, Alaska, bleiben. Sie war durch und durch ein Stadtmensch und wusste schon jetzt, dass diese Reise in die entlegensten Teile des Landes nicht gerade zu ihren Lieblingspflichten als neue Direktorin der Bernsdorf-Stiftung gehören würden. Evelyn Wright, ihrer Vorgängerin, war es ebenso gegangen. Es war eine Reise in einen unterentwickelten Teil von Arkansas gewesen, die ihr den Rest gegeben und sie zur Kündigung bewogen hatte.

Bei der ersten Gelegenheit schlüpfte Emma in den Mittelgang und machte sich auf den langsamen Weg zum Ausgang. Aiden Tarlington würde sie am Flughafen abholen und mit ihr nach Boonesbury fahren, wo er der einzige Arzt war.

Vermutlich war er ein rundlicher, gemütlicher Mensch, und sie konnte nur hoffen, dass er noch nicht ganz so alt und gebrechlich wie Howard Wilson war. Als sie das letzte Mal mit Howard gefahren war, hatte sie Todesängste ausgestanden.

Am Flugsteig warteten einige Leute, und automatisch hielt sie nach einem Kopf mit weißem Haar Ausschau – nach einem wie Howards. Aber sie hatte keine Ahnung, wie Dr. Tarlington aussah. Vielleicht hatte er eine Glatze wie Ronald Whitlove – ein anderer alter Knabe.

Dann bemerkte sie, dass einige der Wartenden Schilder mit Namen in die Höhe hielten, und konzentrierte sich darauf, sie zu lesen.

Nein, sie war nicht Sharon.

Auch nicht Winston Murphy.

Aber sie war Emmy Harris …

Nur, der Mann, der das Pappquadrat mit ihrem Namen hielt, war nicht weißhaarig. Oder kahlköpfig. Nicht einmal alt.

Er hatte volles schokoladenbraunes Haar. Und es war lässig aus einem Gesicht gekämmt, das einem Mann gehörte, der wesentlich jünger als Howard war und atemberaubend gut aussah.

Emmy warf einen zweiten Blick auf das Schild, um sicher zu sein, dass sie sich nicht geirrt hatte.

Hatte sie nicht. Es war ihr Name, der in großen Buchstaben darauf stand. Und das Schild wurde von jemandem gehalten, der alles andere als großväterlich wirkte.

Vielleicht ist das überhaupt nicht Dr. Tarlington, dachte sie, als sie auf ihn zuging. Er war nicht gekleidet wie jemand, der Eindruck machen wollte, damit er das beantragte Geld bekam. Dieser Mann trug verwaschene Jeans, einen Pullover, in dessen V-Ausschnitt ein weißes T-Shirt zu sehen war, und eine Denimjacke, die noch heller als die Hose war.

Nicht, dass das Outfit ihm nicht stand. Das tat es. Emmy bezweifelte, dass es irgendetwas gab, in dem der Typ schlecht aussehen würde.

Er war groß und hatte die breitesten Schultern, die ihr je vor die Augen gekommen waren. Außerdem ein kantiges Kinn, eine volle Unterlippe, dazu eine dünnere, aber sehr sinnliche Oberlippe, eine lange, markante Nase und hellblaue Augen, die selbst in einem langweiligen Gesicht auffallen würden.

„Ich bin Emmy Harris“, begrüßte sie ihn, weil sie ihn nicht mit Dr. Tarlington anreden wollte, denn vermutlich war er gar nicht der Landarzt, der sie hier abholen sollte.

Er ließ das Schild sinken und streckte eine große Hand mit kräftigen Fingern aus.

„Hi. Aiden Tarlington.“

Emmy schüttelte die Hand kurz und starrte in sein Gesicht.

„Dr. Tarlington?“, fragte sie. Vielleicht war er der Enkel des Doktors und hieß wie sein Großvater.

„Aiden reicht völlig“, versicherte er mit tiefer, äußerst männlicher Stimme.

„Sie sind Howards Angelkamerad?“, erwiderte sie verblüfft.

„Ab und zu gehen wir auch zusammen auf die Jagd.“

„Also sind Sie Freunde?“

„Ja. Warum überrascht Sie das?“

„Ich dachte nur … Nun ja, ich schätze, ich habe erwartet, dass Sie in Howards Alter sind.“

„Aha. Nein, zweiundsiebzig bin ich noch lange nicht. Aber wir sind trotzdem befreundet. Und Angel- und Jagdkameraden. Falls das für Sie okay ist“, fügte er mit einem belustigten Lächeln hinzu, das winzige Falten an seine durchdringend blickenden blauen Augen zauberte.

„Es geht nicht um okay oder nicht okay, es ist nur …“

„Eine Überraschung.“

„Eine Überraschung“, bestätigte sie. „Ich dachte wirklich, Sie wären einer von Howards Altersgenossen.“

„Tut mir leid, dass ich Sie enttäuscht habe.“

Enttäuschung war das Letzte, was Emmy verspürte.

Was sie verspürte, war das starke – und völlig unprofessionelle – Bedürfnis, ihr Haar aus dem Nackenknoten zu befreien.

„Nein, nein, schon gut“, sagte sie. „Sie sind nur nicht so, wie ich Sie mir vorgestellt habe. Aber eigentlich bin ich froh, dass Sie jünger als Howard sind. Da brauche ich mir wenigstens keine Sorgen zu machen, dass mich jemand mit Augenproblemen und langsamen Reflexen nach Boonesbury fährt.“

„Meine Augen und Reflexe sind in Ordnung“, antwortete der Doktor, und sie fragte sich, ob er gerade versucht hatte, ein wenig zu flirten.

Ich muss mich getäuscht haben, sagte sie sich.

Obwohl er sie nicht aus den Augen gelassen hatte, seit sie auf ihn zugegangen war und sich ihm vorgestellt hatte.

„Aber wir fahren nicht nach Boonesbury“, sagte er. „Das würde einen ganzen Tag dauern. Und die Rückfahrt auch. Wir fliegen.“

„Oh.“ Das verwirrte sie, denn man hatte ihr nicht gesagt, dass sie einen Weiterflug buchen sollte. „Und Sie haben sich um alles gekümmert?“

„Ja. Ich habe die Maschine hergeflogen und werde sie auch zurückfliegen.“

„Oh.“ Dieses Mal hörte es sich etwas beunruhigt an.

Emmy war einige Jahre lang Evelyns Assistentin gewesen und oft mit ihr unterwegs gewesen. Evelyn hatte das Handtuch geworfen, nachdem das Kleinflugzeug, das sie in den hintersten Winkel von Arkansas bringen sollte, auf einem Acker notgelandet war. Emmy hatte gehofft, so etwas nie erleben zu müssen.

Aber jetzt, auf ihrer ersten Reise als Evelyns Nachfolgerin, sollte sie ebenfalls mit einem kleinen Flugzeug fliegen. An dessen Steuerknüppel ein Arzt sitzen würde.

„Also sind Sie Arzt und Pilot?“, fragte sie und versuchte, sich ihre Nervosität nicht anhören zu lassen.

„Mit Zulassung, ja.“ Er wirkte wieder amüsiert, und jetzt funkelten seine Augen sogar.

Dann beugte er sich vor. „Ich fliege besser, als Howard fährt, falls Sie sich deswegen Sorgen machen.“

Langsam begann sie, sich nicht nur deswegen Sorgen zu machen …

„Sind Sie ein...

Erscheint lt. Verlag 15.3.2017
Reihe/Serie Digital Edition
Digital Edition
Übersetzer Patrick Hansen
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7337-7677-1 / 3733776771
ISBN-13 978-3-7337-7677-0 / 9783733776770
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