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Das große Buch der Grusel-Krimis: 1100 Seiten Horror -  Alfred Bekker

Das große Buch der Grusel-Krimis: 1100 Seiten Horror (eBook)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Auflage
1100 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-0839-8 (ISBN)
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Alfred Bekker Das große Buch der Grusel-Krimis: 1100 Seiten Horror Übernatürliche Wesen bedrohen die Welt. Dämonen suchen die Menschen heim - und mutige Dämonenjäger begegnen dem Grauen... Dieses Ebook enthält diese Romane: Alfred Bekker: Die Rückkehr des Dämonenjägers Alfred Bekker: Seelenhunger Alfred Bekker: Schlächter der Nacht (Blood Empire Band 1-6) Alfred Bekker: Dämonenmeister Alfred Bekker: Das Höllentor Alfred Bekker: Der Totengräber Die Romane wurden teilweise in Alter Rechtschreibung verfasst. Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell. Titebild: Klaus Dill

8


Rabea taten die Füße weh. Sie hatte das Gefühl für Zeit etwas verloren. Eine halbe Ewigkeit schienen sie schon diese Asphaltstraße entlangzugehen und noch immer war ihnen nicht ein einziges Fahrzeug entgegengekommen.

Und dann stutzten sie.

Vor ihnen endete der Asphalt und wurde durch ein altertümliches Kopfsteinpflaster ersetzt.

"Irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass wir uns auf eine große Stadt zu bewegen!", meinte Rabea niedergeschlagen. "Die Straße wird ja immer schmaler und..."

Sie sprach nicht weiter.

Angst hatte sich inzwischen in ihr Herz geschlichen und sich dort festgesetzt. Sie fror - einerseits durch die äußere Kälte, aber da war auch etwas in ihrem Inneren, das sie frösteln ließ. Das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmte, hatte sich immer mehr verstärkt, je länger sie unterwegs gewesen waren.

Sie sah Murphy an.

Und er schien genauso zu empfinden. Sein Gesicht zeigte einen Ausdruck tiefen Zweifels.

Er nahm die Landkarte aus  seiner Manteltasche heraus und sah stirnrunzelnd darauf. Dann schüttelte er den Kopf.

"Wo sind wir?", fragte Rabea.

"Wenn ich das wüsste..."

"Sollen wir zurück zum Wagen gehen?"

"Da sind wir nicht besser dran, Rabea!"

"Das stimmt auch wieder."

"Irgendwann muss doch eine Siedlung oder wenigstens ein Haus kommen... Schließlich sind wir hier im Herzen Englands!"

"Sag mal, ist auf der Karte ein Moor verzeichnet?"

"Wieso?" Murphy hob die Augenbrauen und sah Rabea erstaunt an. Dann blickte er auf die Karte und schüttelte entschieden den Kopf. "Nein", sagte er.

"Die Landschaft hier... Ich habe schon Moorlandschaften gesehen und mir scheint, dass dies eine ist!"

Sie gingen weiter und folgten dem holprigen Pflasterweg. Die Bäume wurden immer bizarrer und manche von ihnen schienen nicht mehr als abgestorbene Ruinen einstigen Lebens zu sein. Morsch und von Pilzen und Moosen überwuchert. Ein Land des Todes und der Geister! dachte Rabea unwillkürlich. In den dicken Stämmen der Bäume  schienen sich immer neue Gesichter zu bilden und die über den Boden kriechenden Nebelschwaden wirkten wie lange Arme eines unheimlichen, formlosen Wesens, das nach den beiden Fremden zu greifen versuchte, die sich hier her gewagt hatten.

Eine geradezu gespenstische, unnatürliche Stille herrschte über all dem.

Die Stille des Todes!, ging es Rabea durch den Kopf. Hin und wieder nur wurde sie unterbrochen vom Krächzen eines Raben...

Maradina Tabras!

Dieser Gedanke ließ Rabea nicht mehr los.

Was, wenn sie längst Teil eines üblen Planes geworden waren, den diese Hexe gegen sie schmiedete? Was, wenn sie ihr Schicksal schon längst nicht mehr selbst in der Hand hatten, sondern Gefangene einer verborgenen, unheimlichen Macht geworden waren?

Mach dich nicht selbst verrückt!, ermahnte Rabea sich selbst.

Sie presste die Lippen aufeinander.

Murphy blieb plötzlich stehen.

Als sie ihn fragen wollte, was los sei, bedeutete er ihr mit einer Handbewegung, zu schweigen.

Angestrengt lauschten sie beide in den Nebel hinein.

Und dann hörte auch Rabea es.

Von Ferne drang ein Geräusch an ihre Ohren. Sie wusste nicht, was es war. Irgendetwas klackerte auf dem Pflaster...

Pferdehufe!

Rabea und Murphy wechselten einen fragenden Blick. Das Geräusch wurde lauter.  Und dann tauchte ein großer, sich bewegender Schatten aus dem Nebel heraus auf und schien rasch näherzukommen.

Pferde schnaubten.

Eine Kutsche tauchte jetzt aus dem grauweißen Nichts hervor, gezogen von zwei riesigen Pferden, deren Augen mit großen Scheuklappen geschützt waren.

"Hoh!", sagte eine dunkle, kehlige Stimme, die von dem nur als Umriss sichtbaren Kutscher zu kommen schien.

"Die schickt uns der Himmel!", meinte Murphy. Er lachte. "Nun komm schon, Rabea! Mach nicht so ein Gesicht! Vielleicht hat unsere unfreiwillige Wanderung durch diese Ödnis endlich ein Ende!"

"Ja", murmelte Rabea etwas abwesend.

Das markerschütternde Wiehern eines der Pferde ließ sie zusammenzucken. Murphy ging auf die Kutsche zu. Rabea folgte ihm.

Die Pferde dampften und schienen etwas unruhig zu sein.

Die Kutsche hatte kein Verdeck und insgesamt zwei gegenüberliegende Bänke.

Ein Wagen, wie man ihn aus Filmen kannte. Historiendramen, die in der guten alten Zeit von Queen Victoria spielten...

Rabea erschrak bei dieser Erkenntnis. Ihr Blick blieb auf den goldfarbenen Lettern hängen, die über den Hinterrädern des Gefährts angebracht waren. Thornbury & Sons stand da offenbar der Name der Herstellerfirma. Was sie aber wirklich verwunderte war die Jahreszahl, die darunter stand.

1877.

Dass jemand gewissermaßen in einem Museumsstück durch die Gegend fuhr, war schon recht ungewöhnlich.

Der Kutscher musterte die beiden Wanderer stumm.

Er hatte sehr buschige Augenbrauen und eine markante Nase.

Sein Gesicht war hager und wies tiefe Furchen auf. Graues, viel zu langes Haar umrahmte sein Gesicht und hing ihm beinahe bis in die wässrig-blauen Augen.

Und diese Augen flackerten unruhig.

Er trug einen Zylinder und einen dunklen Mantel, dessen Schnitt äußerst altertümlich wirkte.

Er sieht aus wie ein Totengräber!, durchzuckte es Rabea.

"Hallo!", sagte Murphy. "Unser Wagen ist defekt und wir bräuchten dringend jemand, der uns zur nächsten Siedlung mitnimmt, damit wir telefonieren können!"

Der Kutscher nickte.

In seinem Gesicht zuckte unruhig ein Muskel und die großen Kaltblutpferde, die zu der eher grazilen Kutsche einen merkwürdigen Kontrast bildeten, scharrten mit den Hufen auf dem Pflaster.

Der einzige Laut in dieser gespenstischen Umgebung...

"Vielleicht können Sie uns helfen", fuhr Murphy fort, als der Kutscher nichts sagte, sondern uns nur mit seinem undeutbaren Blick bedachte. "Wir haben uns nämlich zusätzlich wohl auch völlig verlaufen. Geht diese Straße hier nach Swindon?"

Der Kutscher knurrte irgendetwas Unverständliches vor sich hin. Ein Laut, der fast tierisch klang und Rabea unwillkürlich zusammenzucken ließ.

Ein rascher Blickkontakt mit Murphy sagte ihr, daß ihr Partner auch ziemlich befremdet war,

Ein seltsamer Kauz!, dachte Rabea.

Dann deutete der Kutscher auf die Sitze hinter sich.

"Sie nehmen uns mit?", fragte Murphy.

Der Kutscher nickte und wieder kam ein dumpfes Knurren über seine Lippen. Murphy wandte sich an Rabea.

"Na komm, so ein Angebot bekommen wir in dieser Gegend so schnell nicht wieder!"

"Da hast wohl leider recht."

"Dann los!"

"Wohin bringt er uns?"

"Keine Ahnung, Rabea. Spielt doch auch keine Rolle. Auf jeden Fall werden wir dort wohl telefonieren können..."

Sie bestiegen die Kutsche.

Kaum hatten sie auf den Bänken platzgenommen, da stieß der Kutscher einen archaisch wirkenden, unartikulierten Schrei aus, griff nach der Peitsche und ließ sie über den Kaltblutpferden knallen, die nur darauf gewartet zu haben schienen, endlich loszulaufen.

Ein paar Meter nur waren sie getrabt, da riss der Kutscher ziemlich abrupt die Zügel herum und drehte das Gefährt mitten auf der Straße. Eines der Hinterräder pflügte durch den weichen, feuchten Boden neben der gepflasterten Straße. Es krachte und rumpelte.

Rabea und Murphy wurden ziemlich durchgeschüttelt, ehe die Kutsche dann in einem halsbrecherischen Tempo über das Pflaster jagte.

"Ich hatte angenommen, der Kerl wäre in die Richtung unterwegs, aus der wir gekommen sind!", meinte Murphy.

"Ja", murmelte Rabea. "Es ist beinahe so, als ob..."

Murphy sah sie an.

"Als ob was?"

"Als ob er gewusst hätte, dass wir hier auftauchen würden und uns dann abgeholt hat!"

Murphy atmete tief durch. Der Kutscher ließ das Gefährt derart schnell über das holprige Steinpflaster jagen, dass einem schlecht werden konnte.

Der Dämonenjäger beugte sich vor, um etwas näher beim Kutscher zu sein.

"Fahren wir nach Swindon?", rief er.

Ein unverständliches Knurren kam zurück.

Murphy versuchte es noch mal.

"Wohin fahren wir?"

Er bekam eine ähnliche Antwort.

Wie ein Tier!, dachte Rabea schaudernd.

Murphy sah sie an und zuckte mit den Schultern.

"Aus dem Kerl ist nichts herauszubekommen!"

"Murphy, ich habe ein ungutes Gefühl dabei. Und schlecht ist mir auch!"

"Kein Wunder, bei dem Fahrstil."

"Lass ihn anhalten. Wir gehen besser zu Fuß!"

"Rabea! Wir können uns unser Taxi her leider nicht aussuchen!"

Gerade hatten sie sich einigermaßen an das Geschaukel auf dem holprigen Pflaster gewöhnt, da lenkte der finstere Kutscher ziemlich scharf nach links. Rabea klammerte sich mit beiden Händen fest, als der Wagen mit einem schrecklichen Ächzen der Räder seitwärts fuhr und die Straße verließ.

Von nun an ging es über schlammige Wege weiter.

Rabeas Zweifel wurden immer größer.

Mein Gott, wo sind wir hier nur hingeraten!, ging es ihr schaudernd durch den Kopf, während kalte Angst sie zu erfassen begann. Dieses Gefühl breitete sich immer mehr in ihr aus und erfüllte sie schließlich ganz.

Dies muss ein Alptraum...

Erscheint lt. Verlag 16.8.2019
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-7389-0839-0 / 3738908390
ISBN-13 978-3-7389-0839-8 / 9783738908398
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