Ist es dieses Mal für immer? (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-0821-4 (ISBN)
'Logan!' Lucia stockt der Atem. Warum meldet sich ihr Exmann nach zwölf Jahren plötzlich bei ihr? Braucht er wirklich nur ihre Meinung als Kunsthistorikerin? Als sie zu ihm in das toskanische Städtchen Monte Calanetti reist, um ein kostbares Wandgemälde zu begutachten, sind sofort all die widerstreitenden Gefühle von damals erneut da: Wut, Trauer, überwältigende Leidenschaft ... Doch auch wenn die erotische Anziehung zwischen ihnen bald stärker denn je ist, steht ihrem Glück nach wie vor jener traurige Schicksalsschlag im Weg, der sie einst entzweite ...
<p>Scarlet Wilson hat sich mit dem Schreiben einen Kindheitstraum erfüllt, ihre erste Geschichte schrieb sie, als sie acht Jahre alt war. Ihre Familie erinnert sich noch immer gerne an diese erste Erzählung, die sich um die Hauptfigur Shirley, ein magisches Portemonnaie und eine Mäusearmee drehte - der Name jeder Maus begann mit dem Buchstaben 'M'. Heute kann Scarlet neben den Kindheitserinnerungen auf über 27 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen zurückblicken: Sie hat zum Beispiel als Krankenschwester und Gesundheitsbeauftragte gearbeitet. Ihr angeeignetes medizinisches Wissen nutzt sie jetzt für ihre romantischen Arztromane! Sie vermag es, ihre Figuren individuell anzulegen und durch viele persönliche Details zum Leben zu erwecken, nicht bloß in den Arztromanen, sondern auch in all ihren anderen, vielseitigen Geschichten! Mit ihrem Verlobten und ihren zwei Söhnen lebt sie glücklich an der Westküste Schottlands.</p>
1. KAPITEL
Lucia starrte aus dem Fenster, nippte an ihrem Kaffee und leckte sich dann die Schokolade von den Fingern.
Stünde ihr Schreibtisch nicht auf einer Liste von unschätzbaren Antiquitäten, hätte sie auch noch die Füße hochgelegt, um ihren Beinen eine kleine Ruhepause zu gönnen. Gerade hatte sie einen großen Abschnitt ihres aktuellen Projekts zum Abschluss gebracht. Dafür waren monatelange Verhandlungen mit um den Globus verstreuten Museen und Privatsammlungen, mit Restauratoren und Lieferanten nötig gewesen. Aber jetzt, da die Entscheidungen für die Finanzierung gefällt und die Verträge unterschrieben waren, konnte sie sich eine Pause erlauben.
Sie stieß das Fenster weiter auf. Es war heiß, selbst für eine Frau, die seit zwölf Jahren in Venedig lebte und sich eigentlich daran gewöhnt haben müsste. Außerdem ließen die kleinen Bleiglasscheiben keinen freien Blick auf den Canale Grande zu. In der Ferne zog ein Kreuzfahrtschiff vorbei. In ein paar Monaten würde es solchen großen Schiffen verboten sein, die Route zu befahren. Die Strömungen, die die Schiffsmotoren verursachten, destabilisierten die Fundamente der weltberühmten Stadt. Viel von Venedig war bereits unrettbar verloren, und es oblag der heutigen Generation, die noch bestehende Schönheit für die nächste zu bewahren.
Ihr Chef Alessio Orsini steckte den Kopf zur Tür herein. Seine Augen funkelten. Sofort setzte Lucia sich erwartungsvoll auf. Alessio hatte praktisch alle Wunder dieser Welt gesehen, es musste also schon etwas Außergewöhnliches sein, wenn er so aufgeregt war.
„Ich hatte gerade ein höchst interessantes Telefonat.“
Lucia winkte ihn herein. „Worum geht es denn?“
„Einen Fund – ein neues Fresko. Nun, ein altes, natürlich. Bei der Restaurierung einer Kapelle in der Toskana. Ich habe dem zuständigen Architekten gesagt, er soll sich mit dir in Verbindung setzen.“ Alessio sah auf ihren aufgeräumten Schreibtisch. „Genau richtig abgepasst, nicht wahr?“
Sie lächelte. Obwohl Alessio weit in den Siebzigern war, sah man ihn nur selten sitzen. Und er erwartete von jedem, der mit ihm zusammenarbeitete, die gleiche unbändige Energie. Ihr Interesse war sofort geweckt. Ein bisher unbekanntes Fresko wäre eine Feder, die das Komitee sich gern an den Hut stecken würde, vor allem, wenn es gelang, den Künstler zu identifizieren.
Prompt klingelte ihr Telefon, und sie nahm hastig ab. An so etwas Aufregendem hatte sie schon lange nicht mehr gearbeitet.
„Ciao, Lucia.“
Die Stimme hätte sie überall erkannt. Italienisch mit einem leichten schottischen Akzent.
„Logan.“ Mehr brachte sie nicht heraus, da sie kaum noch atmen konnte. Er war der letzte Mensch, von dem sie zu hören erwartet hätte.
Logan Cascini. Die einzige wahre Liebe ihres Lebens. Als sie ihn damals in Florenz traf, war es, als wäre ein Märchen wahr geworden. Das Studium der Kunstgeschichte in Florenz hatte Lucia, die in einem sehr konservativen Elternhaus aufgewachsen war, aus ihrem Schneckenhaus gelockt. Mit Logan hatte sie tatsächlich das Gefühl gehabt, nie in einem Schneckenhaus gelebt zu haben.
Ihre Leidenschaft galt der Kunst, seine der Architektur. Vom ersten Augenblick an, als er ihr versehentlich eine Tasse Espresso über das Sommerkleid geschüttet und sich mit seinem schottischen Akzent überschwänglich entschuldigt hatte, war sie verloren gewesen. Bis dahin hatte sie noch nie einen festen Freund gehabt, aber nur drei Tage nach dem Kennenlernen waren sie zusammengezogen. Das Leben war perfekt gewesen. Er war perfekt gewesen.
Sie ergänzten sich perfekt. Mit ihm zusammen blühte sie auf und kam aus sich heraus, während sie ihn Zurückhaltung und Mäßigung lehrte. Als Spross einer italienisch-schottischen Künstlerfamilie hatte er oft erst den Mund aufgerissen und dann erst nachgedacht. Sie hatte sich schon vorgestellt, wie sie zusammen alt werden würden, doch dann war ihre Beziehung tragisch auseinandergebrochen. Die Stelle in Venedig war ihr Rettungsring gewesen, ihre Fluchtmöglichkeit. Natürlich hatte Lucia immer damit gerechnet, dass sie irgendwann beruflich aufeinandertreffen könnten. Dass das jedoch eine solche Wirkung haben würde, damit hatte sie nicht gerechnet.
Zwölf Jahre war es her, dass sie Logan Cascini verlassen hatte, und plötzlich fühlte sie sich wieder wie damals mit zwanzig.
„Ich hoffe, es geht dir gut“, hörte sie ihn sagen. „Alessio Orsini empfahl dich als die beste Wahl. Ich arbeite gerade an der Restaurierung vom Palazzo di Comparino in Monte Calanetti in der Toskana. Dazu gehört auch die Kapelle, in der Prinz Antonio von Halencia und Christina Rose demnächst ihre Trauung zelebrieren wollen. Gestern haben wir dann die Entdeckung gemacht – ein Fresko. Madonna mit Kind. Es ist einfach fantastisch, Lucia.“
Alessio hatte ihr ja gerade gesagt, dass er ihre Telefonnummer weitergegeben hatte, allerdings nicht, an wen. Logan rief also aus rein beruflichen Gründen an. Warum enttäuscht mich das?
Zwischen ihnen hatte eine solche Nähe bestanden, dass sie wohl nie ganz zerstört werden konnte. Aber Lucia hatte sich entschieden zu gehen, bevor sie sich gegenseitig zerstörten. Manche Beziehungen verkrafteten keine Tragödien.
Sie konzentrierte sich auf das, was er ihr zu sagen hatte. Jetzt, nachdem sie den ersten Schock verwunden hatte, übernahm die Professionalität. Hier ging es um Arbeit, um nichts anderes. Sie atmete tief durch.
Doch ihre Gedanken wollten ihr nicht gehorchen, und alle möglichen Fragen schossen ihr in den Kopf. Was hat er in den letzten zwölf Jahren gemacht? Ist er verheiratet? Hat er Kinder? Das Herz zog sich in ihrer Brust zusammen.
„Lucia?“ Hatte Logan bisher brüsk und sachlich gesprochen, so klang seine Stimme jetzt weicher. So wie früher, wenn er sie beruhigen oder aufmuntern wollte.
Sie räusperte sich. Ich werde Logan als Person ignorieren und mich allein auf die Arbeit konzentrieren. Die Entdeckung des Freskos könnte ihre gesamte weitere Karriere bestimmen. Höchste Zeit also, sich den Kopf auf den Schultern zurechtzurücken. „Was kannst du mir über das Fresko sagen?“
Er zögerte. „Ich wüsste nicht einmal, wo ich anfangen sollte.“
Seine Stimme hallte nach, er stand vermutlich in der Kapelle. Lucia kniff die Augen zusammen. Sie brauchte ihn sich gar nicht vorzustellen, wie er mit seinen breiten Schultern, dem dichten dunklen Haar und den so unglaublich sexy grünen Augen dort stand. Er war immer bei ihr, sein Bild eingebrannt in ihre Erinnerung.
Nie würde sie seinen Gesichtsausdruck nach dem Gefühlsaufruhr, der Frustration und den Tränen vergessen. Entschlossen. Endgültig.
Sie hatte gewusst, dass er ihr nicht nachkommen würde. Er mochte zwar nicht ihrer Meinung gewesen sein, aber auch ihm war klar gewesen, dass sie sich gegenseitig zerstörten.
Unwillkürlich schüttelte sie den Kopf, wie um den Gedanken abzuschütteln. „Beschreib mir einfach, was du siehst.“
Vom anderen Ende kam ein Seufzer. „Ich … ich kann nicht, Lucia. Es ist einfach zu überwältigend. Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Oder warte … gib mir deine E-Mail-Adresse. Ich schicke dir ein Foto.“
Seltsam, wie unwillig sie dieser Aufforderung nachkam. Nicht einmal diese winzige Information wollte sie ihm überlassen. Alles von sich wollte sie von ihm fernhalten, sicher verstaut hinter Schloss und Riegel.
Sie brauchte diese Sicherheit. Denn allein seine Stimme zu hören genügte, und schon fühlte sie sich verwundbar. Verletzlich. Keinem anderen war es gelungen, solche Leidenschaft in ihr zu erwecken. Vielleicht lag es daran, was sie zusammen durchgemacht hatten, dass ihre Bindung so tief gewesen war. Was auch immer … sie wollte es nicht wiederaufleben lassen. Sie hatte es überlebt, aber sie bezweifelte, dass sie die Kraft hätte, es ein weiteres Mal durchzustehen.
Ihr Postfach meldete den Eingang einer Mail. Lucia öffnete das eingegangene Foto und ließ sich gegen die Rücklehne ihres Stuhls fallen. Wow!
„Ist es angekommen?“
„Oh ja, und ob.“ Ihr ganzes Leben schon studierte sie Fresken. Die meisten waren nur schwache Abbilder des einstigen Selbst, da die Zeit ihnen massiv und teilweise irreparabel zugesetzt hatte. Nur wenige waren so gut erhalten wie das, was sie vor sich auf dem Bildschirm sah. Eine Explosion strahlender Farben, so lebendig und detailliert, dass ihr der Atem stockte.
„Verstehst du jetzt?“ Die Stimme, die durch das Telefon klang, war wie ein Streicheln auf ihrer Haut.
„Ja, ich verstehe sogar sehr gut“, erwiderte sie.
Danach folgte eine längere Pause, die Lucia nutzte, um das Bild auf ihrem Monitor genau zu studieren. Da gab es so viel zu sehen, so vieles zu entdecken. Unwillkürlich streckte sie die Finger aus und berührte das Foto auf dem Bildschirm.
„Und jetzt?“, fragte Logan.
Das war die Frage. Wie ging es jetzt weiter? „Wer ist der Besitzer?“
„Louisa Harrison. Eine Amerikanerin, die das Anwesen von einem entfernten italienischen Verwandten geerbt hat. Sie hat mich beauftragt, den Palazzo und die Kapelle für die königliche Hochzeit zu restaurieren.“
Lucia zog die Brauen zusammen. „Königliche Hochzeit?“, echote sie.
Vom anderen Ende ertönte ein Lachen. „Oh Lucia. Ich hatte vergessen, dass solche Neuigkeiten dich nicht interessieren. Die Hochzeit von Prinz Antonio von Halencia und Christina Rose. Sie ist schon in wenigen...
| Erscheint lt. Verlag | 28.2.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia | Julia |
| Übersetzer | SAS |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • glamourös • Liebesgeschichte • Liebesroman • lieblich • Märchenhaft • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-0821-0 / 3733708210 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-0821-4 / 9783733708214 |
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