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Die Chroniken von Pern - Ankunft (eBook)

Die Drachenreiter von Pern, Band 13 - Episodenroman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Heyne Verlag
978-3-641-20884-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Chroniken von Pern - Ankunft - Anne McCaffrey
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Wie alles begann
Dies ist die Geschichte des Planeten Pern, der vor Urzeiten von Menschen besiedelt wurde, die zusammen mit den Delfinen von der Erde kamen. Sie erzählt von den Abenteuern der allerersten Forschungsmission und der Landung des ersten Kolonistenschiffes vom ersten Sporenregen, der beinahe alles Leben auf dem Planeten auslöscht, von einer gewaltigen Katastrophe, die die Bewohner des Südkontinents zum Exodus zwang, von der ersten Weyr, den Drachenhorten, und den Geheimnissen der Drachenreiter ...

Anne McCaffrey wurde am 1. April 1926 in Cambridge, Massachusetts, geboren, und schloss 1947 ihr Slawistik-Studium am Radcliffe College ab. Danach studierte sie Gesang und Opernregie. In den Fünfzigerjahren veröffentlichte sie ihre ersten Science-Fiction-Kurzgeschichten, ab 1956 widmete sie sich hauptberuflich dem Schreiben. 1967 erschien die erste Story über die Drachenreiter von Pern, 'Weyr Search', und gewann den Hugo Award im darauffolgenden Jahr. Für ihre zweite Drachenreiter-Story 'Dragonrider' wurde sie 1969 mit dem Nebula Award ausgezeichnet. Anne McCaffrey war die erste Frau, die diese beiden Preise gewann, und kombinierte die beiden Geschichten später zu ihrem ersten Drachenreiter-Roman 'Die Welt der Drachen'. 1970 wanderte sie nach Irland aus, wo sie Rennpferde züchtete. Bis zu ihrem Tod am 21. November 2011 im Alter von 85 Jahren setzte sie ihre große Drachenreiter-Saga fort, zuletzt zusammen mit ihrem Sohn Todd.

Uns interessiert der dritte Planet in diesem perniziösen System«, quengelte Castor in einem unsachlichen, gebieterischen Ton, den Blick unverwandt auf den Bildschirm gerichtet. »Wie sieht es mit der Berechnung der Sinuskurve aus, Shavva?«

Von ihrem Terminal aufschauend, verzog Shavva kurz das Gesicht, ehe sie antwortete. »Die gute Nachricht lautet, dass alles bestens klappen wird. Schade, dass wir uns die Peripherie des Systems nicht näher ansehen können«, fügte sie hinzu. »Ich würde zu gern mehr über diese massereichen Planeten und die Oort'sche Wolke hier erfahren, doch darauf müssen wir verzichten, wenn unser Eintrittswinkel in die Ekliptik normal verlaufen soll. Wie die Dinge stehen, dürfen wir uns nicht länger als zehn Tage auf der Planetenoberfläche aufhalten, weil wir sonst den Katapulteffekt verpassen.« Erwartungsvoll blickte sie ihn an.

Er stöhnte. »Wir müssen schon wieder Doppelfunktionen übernehmen.« Als er ihre halb ernste, halb spöttische Miene sah, fuhr er fort: »Verflixt noch mal, Shavva, nachdem wir so lange zusammenarbeiten, kennen wir uns in den jeweiligen Fachgebieten der Kollegen gut genug aus, um einen fairen Bericht abzufassen.«

»Fair?«, mischte sich Ben Turnien mit staunend hochgezogenen Augenbrauen ein. »Fair? Wem gegenüber?«

»Menschenskind, Ben, es genügt doch zu wissen, ob ein Planet von Humanoiden bewohnt werden kann. Wir brauchen keinen Zoologen mehr, der uns erklärt, welche Viecher Raubtiercharakter haben. Und jeder von uns hat wohl genug absonderliche Lebensformen, giftige Atmosphären und unwirtliche Gegenden kennengelernt, um zu entscheiden, wann ein Planet als unbewohnbar gilt.«

Es herrschte eine beklemmende Stille, als die vier restlichen Teammitglieder der erst kürzlich eingetretenen Todesfälle gedachten: Sevvie Asturias, der Paläontologe und Arzt, und Flora Neveshan, die als Zoologin sowie Botanikerin fungiert hatte, waren auf dem letzten Planeten, den das Erkundungs- und Vermessungs-Team ansteuerte, ums Leben gekommen. Über das entsprechende Protokoll hatte Castor die deutlich ins Auge fallenden Buchstaben T.B. gesetzt. Todbringend.

Terbo, der Zoologe/Chemiker, verunglückte tödlich bei einem Erdrutsch, der den ersten Planeten ihrer gegenwärtigen Erkundungstour heimsuchte; doch da diese Welt eindeutig intelligente Lebensformen beherbergte, schloss der Bericht mit den Initialen I.L.F. ab.

Auf der dritten Welt verloren sie Beldona, die Copilotin und Archäologin, durch denselben Unfall, bei dem Castor verletzt wurde: Ein Planet, dem sie die Bezeichnung E.E.D.I. verpassten – eingeschränkt empfehlenswert für diverse Interessen. Über Sonden hatten sie von einem Planeten, den sie umkreisten, ausreichend Informationen erhalten, um ihn als V.A.T. zu klassifizieren – Vorsicht! Absolut tödlich!

In einem Team, das bereits fünf gemeinsame Expeditionen hinter sich hatte, wurde jeder einzelne Todesfall als persönlicher, schwerer Verlust empfunden. Und diese Mission war noch nicht einmal zu Ende. Das System, das sie gerade erreicht hatten, fünf Planeten, die den Zentralstern Rubkat umkreisten, war das fünfte der sieben Sonnensysteme, die sie auf ihrem derzeitigen Flug durchs All erforschen sollten.

»Mit der Geologie, der Biologie und der Chemie kommen wir zurecht«, dozierte Castor weiter, während er stirnrunzelnd sein in einer Gelschiene ruhendes Bein betrachtete. Der mehrfach gebrochene Knochen war noch immer nicht verheilt. »Jedenfalls kann ich die Analysen vornehmen, wenn ihr mir entsprechende Proben mitbringt. Flora und Fauna können wir nicht so akribisch studieren wie sonst, aber auf alle Fälle werden wir die erforderlichen fünf geeigneten Landeplätze aussuchen, feststellen, ob regelmäßig größere Meteoriteneinschläge zu erwarten sind, drastische geologische Veränderungen identifizieren und herausfinden, ob eine dominante Lebensform existiert.«

»Planeten, die Leben begünstigen, sind selten genug, aber Numero Tres scheint wirklich interessant zu sein«, bemerkte Mo Tan Liu mit seiner sanften Stimme. »Die Werte bezüglich der Atmosphäre und Schwerkraft sehen nicht übel aus. Ich finde, wir sollten ein paar Sonden losschicken.«

»Ab damit«, bestätigte Castor. »Sonden haben wir mehr als genug.«

»Unsere Flugbahn lässt auch den Abschuss einer Peilkapsel zu«, ergänzte Liu. »Die Konföderation Vernunftbegabter Rassen sollte über die T.B.-Situation auf Flora Asturias Bescheid wissen.« Gemäß der bizarren und vielleicht auch makabren Praxis des Erkundungs- und Vermessungs-Corps hatten sie den letzten Planeten nach den Team-Mitgliedern benannt, die bei der Oberflächenerforschung getötet worden waren. »Es ist unsere Pflicht, jede T-B. und V.A.T.-Einstufung unverzüglich zu melden.«

»Na schön, von mir aus«, entgegnete Castor gereizt.

»Soll ich den Bericht abfassen?«, fragte Shavva.

»Den hab ich bereits geschrieben«, beschied Castor ihr in einem Ton, der dem Gespräch ein Ende setzte. Er rief das Programm ab, und als die Kopie fertig war, rollte er sie zusammen, um sie in die Peilkapsel zu stecken. Ein paar Wochen vor ihrer geplanten Rückkehr würde die Nachricht ihr Mutterschiff erreichen. »Es wird sie auch interessieren, dass wir noch eine Oort'sche Wolke entdeckt haben. Ist es jetzt die fünfte oder sechste?«

»Die sechste, einschließlich dieser. Trotzdem glaube ich nicht an die Theorie von den Viren aus dem Weltall«, entgegnete Ben, froh, auf ein weniger deprimierendes Thema überwechseln zu können.

»Das System Nummer Vier war jedenfalls tot«, stellte Shavva mit Nachdruck fest.

»Man kann nicht beweisen, dass die Oort'sche Wolke daran schuld ist. Außerdem«, fuhr Ben fort, »lassen die unzähligen großen und kleinen Krater darauf schließen, dass der Planet von Meteoriten bombardiert wurde. Die Einschläge zertrümmerten die Oberfläche und ließen einen beträchtlichen Teil der Wassermenge in den Ozeanen verdampfen. Wie im Fall von Shaula Drei. Dieses System hatte auch eine Oort'sche Wolke.«

»Doch dort hatten einmal Lebewesen existiert. Wir alle haben die Fossilien in den Steilhängen der Klippen gesehen«, wandte Castor ein.

»Sie erinnerten mich an ein Hinweisschild: Früher gab es hier Leben.« Die Landung hatte Shavva arg mitgenommen. Zehn Tage auf einer öden, trostlosen Welt waren für sie neunundeinhalb Tage zuviel gewesen. Die Atmosphäre war gerade noch erträglich. Um kein Risiko einzugehen, hatten sie Atemschutzgeräte benutzt. Eine grobe Schätzung ergab, dass die Verwüstung vor rund tausend Jahren stattgefunden hatte. »Als auf der Erde das finstere Zeitalter anbrach, wurde alles Lebendige auf diesem Planeten ausgelöscht.«

»Eigentlich ein Jammer. Diese Welt muss sehr schön gewesen sein. Land- und Wassermassen perfekt ausgeglichen«, warf Ben ein.

»Von der Hoyle-Wickramansingh-Theorie hast du nie viel gehalten, oder?«

»Hat man diese Viren aus dem All je gefunden? Oder auch nur eine Spur davon in irgendeiner Oort'schen Wolke?« Mit einem Anflug von Kampfeslust reckte Ben das Kinn vor. »Diese Theorie von den Weltraum-Viren halte ich für Blödsinn, vor allem, wenn ein Planet mit Kratern vom Umfang einer Großstadt übersät ist. Beides zusammen bedeutete Overkill, und das Universum verschleudert nicht seine Ressourcen. Ob Virus oder Meteoreinschläge – das eine tötet genauso sicher wie das andere.«

»Ich habe in der Bibliothek nach Angaben über weitere Planeten gesucht, auf denen plötzlich alles Leben ausgelöscht wurde. Asturias erfüllt in jeder Hinsicht die üblichen Kriterien«, sagte Liu, den Bildschirm fixierend. »Wenn man überhaupt von Kriterien sprechen kann.« Er stand auf, streckte sich und gähnte. »Was wir wirklich brauchen, ist ein Planet, der gerade von einem Vernichtungsschlag heimgesucht wird.«

Shavva stieß ein bellendes Lachen aus. »Da können wir lange warten.«

Liu zuckte mit den Achseln. »Irgendetwas verursacht das Massensterben. Dennoch halte ich die Virustheorie für extrem unwahrscheinlich, während Meteore etwas ganz Normales sind. Überlegt doch nur, was in der Kreidezeit und im Tertiär auf unserer Erde passierte. Wir hatten bloß Glück gehabt! Die Sonden sind unterwegs, Captain«, meldete er Castor förmlich. »Ich bin dafür, dass wir jetzt etwas essen, dann packe ich die Sachen ins Shuttle, und es kann losgehen.«

»Ich helfe dir«, erbot sich Shavva. »Ich will sicher sein, dass wir dieses Mal tatsächlich alles dabei haben, was wir brauchen«, setzte sie mit leiser, grimmiger Stimme hinzu, während sie erbittert daran dachte, dass Floras Nachlässigkeit zwei Menschenleben gekostet hatte. Nun übernahm Shavva die Leitung dieses unterbesetzten Teams, und sie wollte dafür sorgen, dass sich solche Fahrlässigkeiten nicht wiederholten.

Als junge Biologin mit einem guten Gespür für Koordination hatte sie sich dem Erkundungs- und Vermessungs-Corps angeschlossen, weil sie die vielfältigen Aufgaben reizten und obendrein die Aussicht, als einer der ersten Menschen unbekannte Welten zu betreten und neue Lebensformen zu katalogisieren. Doch sie hatte nicht damit gerechnet, auf diesen Expeditionen liebgewordene Freunde zu verlieren.

In EVC-Teams entwickelten sich starke persönliche Bindungen, da man sich in gefährlichen, abenteuerlichen und anstrengenden Situationen blind aufeinander verlassen musste; die Gruppen waren Strapazen und Zerreißproben ausgesetzt, die in keinem Handbuch, ja nicht einmal in den meisten Team-Protokollen standen.

Dies war ihr vierter Einsatz, doch die erste Tour, auf der es Todesfälle zu beklagen gab. Jetzt mussten drei Leute die gesamte Feldarbeit erledigen – sie selbst, Liu und Ben –, derweil Castor, immer noch gehandicapt von seiner Beinverletzung, an Bord...

Erscheint lt. Verlag 28.2.2017
Übersetzer Ingrid Herrmann-Nytko
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel THE CHRONICLES OF PERN
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Anne McCaffrey • diezukunft.de • Drachen • Drachenreiter von Pern Saga • eBooks • Ferne Zukunft • Science Fantasy
ISBN-10 3-641-20884-X / 364120884X
ISBN-13 978-3-641-20884-4 / 9783641208844
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