Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Die Delfine von Pern (eBook)

Die Drachenreiter von Pern, Band 12 - Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017
Heyne Verlag
978-3-641-20976-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Delfine von Pern - Anne McCaffrey
Systemvoraussetzungen
5,99 inkl. MwSt
(CHF 5,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Die Seedrachen von Pern

Als kleiner Junge wurde Readis, der Sohn eines Fischers, von großen Fischen vor dem Ertrinken gerettet. Nachdem die uralte KI Akkis bei Ausgrabungen entdeckt wurde, erfährt Readis, dass es gar keine Fische waren, sondern Meeressäuger. Die Delfine waren die zweite intelligente Spezies, die einst mit den Menschen nach Pern kam. Auf der Erde haben sie längst gelernt, mit den Menschen zu kommunizieren. Readis, sein Onkel Alemi und der Drachenreiter T’lion versuchen nun, den Delfinen wieder zu ihrem Platz in der Gesellschaft von Pern zu verhelfen. Inzwischen arbeiten andere Burgherren und Drachenreiter weiter an dem Plan Akkis, Pern für immer von der Gefahr, die von den tödlichen Fäden aus dem All ausgeht, zu befreien. Doch ihr Vorhaben ist äußerst gefährlich – für die Menschen und ihre Drachen.

Anne McCaffrey wurde am 1. April 1926 in Cambridge, Massachusetts, geboren, und schloss 1947 ihr Slawistik-Studium am Radcliffe College ab. Danach studierte sie Gesang und Opernregie. In den Fünfzigerjahren veröffentlichte sie ihre ersten Science-Fiction-Kurzgeschichten, ab 1956 widmete sie sich hauptberuflich dem Schreiben. 1967 erschien die erste Story über die Drachenreiter von Pern, „Weyr Search“, und gewann den Hugo Award im darauffolgenden Jahr. Für ihre zweite Drachenreiter-Story „Dragonrider“ wurde sie 1969 mit dem Nebula Award ausgezeichnet. Anne McCaffrey war die erste Frau, die diese beiden Preise gewann, und kombinierte die beiden Geschichten später zu ihrem ersten Drachenreiter-Roman „Die Welt der Drachen“. 1970 wanderte sie nach Irland aus, wo sie Rennpferde züchtete. Bis zu ihrem Tod am 21. November 2011 im Alter von 85 Jahren setzte sie ihre große Drachenreiter-Saga fort, zuletzt zusammen mit ihrem Sohn Todd.

Prolog


 

102 Jahre nach der Landung

 

Kibbe zog ein letztes Mal am Glockenseil. Er und Corey hatten sich den ganzen Vormittag abgewechselt, doch nun hatte die Sonne auf dem Hochland schon ihren höchsten Punkt überschritten, und noch immer reagierte keiner. Normalerweise kam jemand aus dem Menschenort auf den Pier, und sei es auch nur einer der Bootsführer. Doch die Boote schaukelten unter dem Landungssteg vor Anker, und es war offensichtlich, dass schon eine ganze Weile niemand mehr mit ihnen auf See gefahren war, nicht einmal zum Fischen.

Corey klickte ihn angewidert an. Die anderen Delfine ihrer Schule waren schon längst auf eigene Faust zum Fischfang losgezogen, hatten nicht die Geduld gehabt, auf Menschen zu warten, die sie vielleicht füttern würden, während zu dieser Jahreszeit im fischreichen nördlichen Wasser genug Beute zu fangen war. Sie signalisierte ihren Hunger durch ›Blasen‹, denn aus Ärger über den Mangel an menschlicher Aufmerksamkeit verweigerte sie das Sprechen.

»Es hat eine Krankheit gegeben. Ben hat es uns erzählt«, erinnerte sie Kibbe.

»Es ging ihm nicht gut«, antwortete Corey und verwendete widerstrebend Sprache, um ihren Gedanken mitzuteilen. »Menschen können sterben.«

»Ja, das stimmt.« Als Führer seiner Schule und eines ihrer ältesten Mitglieder hatte er zwei Delfineure als Partner gehabt. Noch immer erinnerte er sich zärtlich an Amy, die erste. Sie war so sehr Wassergeschöpf gewesen wie er, selbst wenn sie Langfüße trug und keine Finne hatte. Sie hatte sich bestens darauf verstanden, ihm die Haut zu kratzen, und wusste genau, wo sie alte Haut abpellen musste. Als er verletzt war, hatte sie Tag und Nacht im Wasser bei seinem Haltegestell gewacht, bis sie wusste, dass er sich erholen würde. Er hätte diese klaffende Wunde nie überlebt, hätte sie sie nicht genäht und ihm die Medizin der Menschen gegeben, die eine Entzündung verhinderte.

Corey hatte nur zu einem Menschen Beziehungen gehabt, und den hatte sie schon lange nicht mehr gesehen. Das erklärte, warum sie so skeptisch war. Sie war nicht so lange mit Menschen verbunden gewesen wie Kibbe. Der Kontakt fehlte ihm. Sie hatten gut zusammengearbeitet, und noch immer gab es lange Küstenlinien, die nicht kartiert waren, und große Fischschwärme, die man hätte aufspüren können. Die Arbeit hatte Spaß gemacht, und es hatte immer Zeit zum Spielen gegeben. Doch bei dem Bemühen, den Vertrag der Delfine mit den Menschen einzuhalten, hatte er in letzter Zeit nur noch den Schiffen folgen können, um sicherzugehen, dass kein Mensch von Bord fiel, ohne dass ein Delfin zu seiner Rettung bereitstand. Er war sich nicht einmal sicher, ob seine Warnungen bezüglich drohender Stürme berücksichtigt wurden: Die Menschen missachteten manchmal guten Rat, insbesondere wenn der Fischfang reich war.

Kibbe war einer von denen, die dazu ausersehen worden waren, eine Zeitlang nahe der nordwestlichen Senkströmung zu dienen; hier lebte die Tillek, die aus allen Delfinschulen um ihrer Weisheit willen auserwählt worden war. Der Name des Leittiers einer Schule beruhte ebenfalls auf der Tradition. Wie den anderen Traditionsvermittlern unter den Delfinen hatte die Tillek ihm erklärt, warum die Delfine den Menschen auf diese Welt gefolgt waren, weit weg von den Wassern der Erde, wo sie sich entwickelt hatten: Um der Möglichkeit willen, im sauberen Wasser eines unverschmutzten Planeten zu schwimmen und so zu leben, wie die Delfine gelebt hatten, bevor die Tech-no-lo-gie (er hatte gelernt, dieses Wort sehr sorgfältig auszusprechen) die alten Ozeane der Menschheit verdorben hatte. Er wusste und lehrte zum Erstaunen der anderen, dass die Delfine einst an Land gelebt hatten. Das war der Grund, warum sie Luft atmeten und von Natur aus dazu gezwungen waren, an die Wasseroberfläche zu kommen, um Sauerstoff zu tanken. Er lauschte Erzählungen, die so alt waren, dass nicht einmal jene, die sie der Tillek gelehrt hatten, ihren Ursprung kannten: dass die Delfine Boten der Götter gewesen seien, die im Meer ertrunkene Menschen in deren ›Unterwelt‹ geleiteten. Da die Delfine das Meer als Unterwelt betrachteten, verursachte dies einige Verwirrung. Die Unterwelt der Menschen hingegen war der Ort, an den die ›Seelen‹ gingen – was auch immer ›Seelen‹ waren.

Eine von Kibbes Lieblingserzählungen trug die Tillek immer mit großem Stolz vor: Wie die Delfine einmal jenen Ehre erwiesen hatten, die umgekommen waren, als eines der Raumschiffe im Meeres-Himmel zerschellte. Seit damals nahmen die Delfine von Pern an diesen Bestattungsriten teil. Es war eine Zeremonie, die die Delfine nicht auf Verlangen der Menschen in ihre Tradition aufgenommen hatten, aber die Menschen schienen immer dankbar dafür zu sein.

Großes Gewicht wurde darauf gelegt, die Namen jener Delfine zu erlernen, die den Großen Schlaf geschlafen und die Menschheit zu den klaren, neuen Wassern von Pern begleitet hatten. Nach ihnen wurden die jungen Kälber benannt, und auf diese Weise gedachte man jener Delfine und derjenigen, die in den Jahren vor den Fäden geboren waren. Zu den Namen war eine Delfinmusik entstanden, die auf den langen Reisen in den Großen Strömungen gesungen werden konnte; der Namensgesang wurde immer angestimmt, bevor die jungen Delfine sich an der Durchquerung des großen Wirbels bei der nordwestlichen Senkströmung versuchten oder auch beim kleineren Wirbel im Ostmeer.

Einen Teil der von der Tillek berichteten Vorkommnisse musste man einfach deswegen lernen, weil sie im Rahmen der Gesamtgeschichte von Bedeutung waren. Der Große Schlaf zum Beispiel verwirrte selbst das klügste Kalb, ob Männchen oder Weibchen, weil Delfine keinen Schlaf brauchten. Dass Delfine fünfzehn Jahre lang geschlafen hatten, war einfach unglaublich. Sie wussten wohl, dass die funkelnden Lichtpunkte am Himmel ›Sterne‹ hießen, doch schien es sehr viele davon zu geben, und die Tillek konnte ihnen nicht sagen, welcher davon die Alte Erde war. Die Menschen hatten ein Gerät, mit dem sie in die Ferne sehen konnten; die Delfine allerdings konnten die Sterne, da sie sich außerhalb des Wassers befanden, nicht mit Schallwellen anpeilen. In der Morgen- und Abenddämmerung gab es drei beständige Lichtpunkte. Der Tillek zufolge waren dies die Raumschiffe, die Menschen und Delfine nach Pern gebracht hatten. Das müsse man einfach so glauben, denn sie habe diese Tatsachen von der Tillek erfahren, die sie unterrichtete. Dies war sowohl eine Tatsache als auch eine Glaubenssache, denn man musste es glauben, obwohl man es nie selbst erfahren konnte. Es war Geschichte.

Und die Geschichte war ein weiteres der Großen Geschenke, das die Menschheit den Delfinen gemacht hatte. Um der Geschichte willen hatten die Delfine das Größte Geschenk erhalten: die Fähigkeit des Sprechens. Denn mit dem Größten Geschenk konnten sie die Worte der Geschichte wiederholen: Worte, die so ausgesprochen wurden, wie die Menschen sie aussprachen, nicht wie Delfinlaute. So konnten sie den Menschen gegenüber und untereinander ausdrücken, was sich nur mit Worten und nicht mit den Lauten des Meeres ausdrücken lässt.

Kibbe hatte all die Worte, die Menschen den Delfinen gegenüber benutzten, und ihre besonderen Unterwasser-Signale sehr leicht gelernt. Auch im Singen dieser Worte war er gut, so dass die jungen Delfine seiner Schule mit ihnen vertraut waren, sollten sie dazu auserwählt werden, in den Wassern der Tillek ihre Ausbildung zu vervollständigen. Kibbe kannte die Tradition, in deren Rahmen Menschen und Delfine eine besondere Beziehung hatten: Delfine beschützten die Menschen nach besten Kräften auf der Wasseroberfläche oder im Wasser und taten alles, in welchem Wetter und unter wie gefährlichen Umständen auch immer, selbst um den Preis des Delfinlebens, um die hilflosen Menschen zu retten; sie warnten die Menschen vor Unwettern, zeigten ihnen die Schwärme der von ihnen bevorzugten Fische und warnten sie vor den Gefahren des Meeres. Im Gegenzug für diese Dienste versprachen die Menschen, alle Blutfische zu entfernen, die sich am Delfinkörper festsaugen mochten, gestrandete Delfine wieder ins Wasser zurückzubefördern, kranke und verwundete Delfine zu heilen, mit den Delfinen zu sprechen und ihr Partner zu sein, wenn der Delfin dazu bereit war.

In den Anfangsjahren auf Pern hatten Menschen und Delfine großes Vergnügen daran gefunden, die neuen Meere zu erkunden; es waren grundlegende Jahre gewesen: die Lebensjahre des Menschen Tillek, den alle verehrt hatten. In der Monaco-Bucht war eine Delfinglocke angebracht worden, und Land- und Seebewohner hatten versprochen, zur Glocke zu kommen, wann immer sie geläutet wurde. In jenen Tagen hatten die jungen Delfine jeder einen menschlichen Partner, der bei Erkundungszügen half, bei der Erforschung der Meere, der tiefen Abgründe und der Großen Strömungen – der Zwei Senkströmungen, der Größeren und der Kleineren, und der Vier Aufströmungen. Sie waren höflich miteinander umgegangen, die landbereisenden und die seefahrenden Menschen.

Die Tillek sprach immer respektvoll von den Menschen und bestrafte streng jedes Kalb, das die Bezeichnungen ›Langfuß‹ oder ›Finnenloser‹ benutzte. Wenn die dummen Jungdelfine sich beklagten, dass die Menschen den Vertrag nicht mehr einhielten, dann wies die Tillek sie streng zurecht, dies befreie die Delfine nicht von ihrem Teil der Übereinkunft. Die Menschen hatten die Erforschung Perns einstellen müssen, um das Land gegen die Fädenfälle zu beschützen.

Die Dümmsten veranlasste dies zu laut klickenden Kundgebungen der Belustigung. Warum aßen die Menschen die Fäden nicht einfach auf, so wie die Delfine es taten?

Die Menschen lebten an Land, antwortete die Tillek, und dort gingen die Fäden nicht wie...

Erscheint lt. Verlag 28.2.2017
Übersetzer Barbara Ostrop
Verlagsort München
Sprache deutsch
Original-Titel The Dolphins of Pern
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Anne McCaffrey • diezukunft.de • Drachen • Drachenreiter von Pern Saga • eBooks • Ferne Zukunft • Science Fantasy
ISBN-10 3-641-20976-5 / 3641209765
ISBN-13 978-3-641-20976-6 / 9783641209766
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75

von Jo Koren

eBook Download (2024)
Lehmanns Media (Verlag)
CHF 9,75