Hot Heroes: Stranded (eBook)
100 Seiten
beHEARTBEAT (Verlag)
978-3-7325-2130-2 (ISBN)
Jayden Grant ist Pilot, Survival-Trainer und der attraktivste Fremdenführer im thailändischen Urlaubsparadies. Obwohl er unnahbar erscheint, ist Reiseleiterin Ranja seit ihrem ersten Arbeitstag fasziniert von ihm. Nach einem heißen 'Ausrutscher' macht Jay ihr allerdings klar, dass er kein Interesse an einer festen Beziehung hat. Seitdem ist er noch verschlossener und meidet jeden Kontakt zu Ranja. Sie ist am Boden zerstört, lässt sich jedoch nichts anmerken. Als sie ihren Bruder besuchen möchte, bietet Jay ihr überraschenderweise an, sie hinzufliegen. Doch während des Fluges versagt die Elektronik des Leichtflugzeuges und sie müssen auf einer unbewohnten Insel notlanden. Nun sind sie nicht nur ihrer Anziehungskraft, sondern auch den Gefahren der Natur ausgesetzt. Während Jay Ranja beschützt, hofft sie ihm dabei helfen zu können, seine inneren Dämonen zu besiegen, die ihn seit vielen Jahren quälen. Aber Jay ist fest entschlossen, ihr niemals zu sagen, was er getan hat ...
Kapitel 1
Ein Cowboy in Thailand
Es würde mich wirklich interessieren, wieso es einen waschechten australischen Cowboy in das Heaven Resort nach Thailand verschlagen hat.
Von meinem Arbeitsplatz aus werfe ich Jayden unauffällig schmachtende Blicke zu. Ich habe einen Schreibtisch im großzügig gestalteten Eingangsbereich des Hotels und sitze quasi im Freien. Nur das tempelähnliche Dach der Lobby schützt mich vor Sonne und Regen, und jede Menge Ventilatoren sorgen dafür, dass sich die Hitze nicht staut.
Wenige Meter entfernt steht Jayden an eine Säule gelehnt und unterhält sich mit einem Urlauber, der einen Rundflug bei ihm buchen möchte. Mein heimlicher Schwarm trägt einen Strohhut, der wie ein Stetson aussieht, ein kurzärmliges Hemd, knielange braune Hosen und Flipflops. Die Hände hat er lässig in den Hosentaschen vergraben, und seine verspiegelte Sonnenbrille sowie der Bartschatten unterstreichen sein cooles Aussehen noch. Mit seiner gebräunten Haut, den hohen Wangenknochen, dem markanten Kinn und dem sinnlichen Mund ist er eine Mischung aus Indiana Jones und Hugh Jackman, als er den Drover im Film Australia gespielt hat.
Ob er zu mir herschaut? Ich habe oft das Gefühl, ein Prickeln auf meinem Gesicht oder anderen Körperteilen zu spüren, wenn Jayden in der Nähe ist, doch leider kann ich wegen der Brille seine Augen nicht sehen. Dabei hat er wirklich faszinierende Iriden. Sie besitzen die Farbe von Smaragden.
Nur mühsam kann ich den Blick von ihm abwenden und richte meine Aufmerksamkeit auf mein Clipboard mit der Namensliste. Gleich fährt der Bus nach Phang Nga ab, und ich muss noch die Gäste einsammeln, die sich für die Tempeltour angemeldet haben. Ich darf Jayden nicht zu offensichtlich anstarren; Chi, der nur einen Meter entfernt von mir an seinem Tisch sitzt, hat mich schon einmal gefragt, ob ich etwas mit ihm habe. Ich glaube, Chi wollte herausfinden, ob ich Single bin. Zu meinem Leidwesen verkehren Jayden und ich nur rein freundschaftlich miteinander und essen morgens oder während der Mittagspause zusammen, wenn er nicht gerade unterwegs ist. Ansonsten ist bisher nichts zwischen uns passiert.
Chi hingegen hat mich erst vorgestern gefragt, ob ich mit ihm für eine Nacht nach Phuket fahren will. Angeblich, um dort ein Musical anzusehen. Aber die Absicht dahinter war ziemlich offensichtlich. Chi ist ein junger Thailänder, mit seinen sechsundzwanzig Jahren genauso alt wie ich und hat ein paar Jahre in San Francisco gelebt, bevor er wieder zurück in seine Heimat gegangen ist. Er arbeitet hier ebenso wie ich als Reiseleiter, sieht gut aus, hat ein perfekt geschnittenes Gesicht, dichtes schwarzes Haar und eine ansprechende, schlanke Figur … Doch er reizt mich nicht. Ich finde ihn wirklich nett, aber auch unendlich langweilig. Er hat keine Ecken und Kanten.
Das klingt jetzt gemein, aber derart »glatte« Menschen haben mich noch nie interessiert.
Jayden hingegen wirkt reifer und besitzt Ausstrahlung, was womöglich auch daran liegt, dass er bereits über dreißig ist. Nun gut, er scheint manchmal grundlos schlechte Laune zu haben, zieht sich nach Feierabend zurück und gibt nur selten etwas von sich preis – aber genau das reizt mich. Ich will wissen, wer er ist, was er will, wen er will.
Bisher habe ich nur einmal beobachtet, wie er mit einer Engländerin, die ohne Begleitung reiste, geflirtet hat – also scheint er immerhin auf Frauen zu stehen. Ansonsten lebt er wie ein Eremit oder »Einzelgänger«, wie Chi sagt. Dann darf ich mich wohl geehrt fühlen, dass sich Jayden wenigstens mit mir unterhält.
In seiner Freizeit unternimmt er allein Dschungeltouren oder fliegt mit seiner Maschine zu irgendwelchen einsamen Inseln. Weiß der Kuckuck, was er dort macht.
Der Urlauber, der einen Rundflug buchen wollte, ist inzwischen verschwunden. Dafür unterhält sich Jay jetzt, immer noch an der Säule lehnend, mit einem großen schwarzhaarigen Mann und einer kleineren Frau, die ihr Haar zu einem Knoten aufgedreht hat. Das sind Mr Cooper und dessen Lebensgefährtin Mrs Groth. Die beiden haben sich ebenfalls für die Tempeltour angemeldet und sind die letzten auf meiner Liste. Nun habe ich einen Grund, zu ihnen – und Jay – zu gehen.
Unauffällig wische ich meine feuchten Hände unter dem Tisch am Rock ab, nehme mein Clipboard und stehe auf. Ich bin völlig verschwitzt; mein beiges Hemd, das ich während der Arbeit tragen muss, bringt mich noch um. Ich kann es kaum erwarten, mir in der Pause die Kleidung vom Leib zu reißen und in meinen Bikini zu schlüpfen.
Ich liebe meinen Job, die Kollegen sind durchweg freundlich und die Hotelanlage ist ein Traum. Sie wurde auf einem Hang errichtet, mit Blick aufs Meer, und die Poollandschaft so gestaltet, dass sich kleine Wasserfälle zwischen Palmen und Brücken kaskadenartig in den Hauptpool am Fuß des Hügels ergießen.
Nur das feuchtheiße Klima setzt mir zu. Obwohl meine Mutter Thailänderin ist, bin ich in New York aufgewachsen und war bloß ein paarmal mit meinen Eltern und meinem älteren Bruder Keno im Urlaub hier. Wir haben die halbe Welt durchquert, weil Mum und Dad ein Reisebüro besitzen und sich gerne selbst vor Ort einen Eindruck von den Gegebenheiten verschaffen.
Nachdem ich meine Ausbildung in unserem Familienunternehmen beendet hatte und ein paar Monate in einer Zweigstelle in New York beschäftigt war, habe ich mich entschlossen, in Thailand zu arbeiten. In der Großstadt hatte ich stets das Gefühl, zu ersticken. Aber das lag nicht nur am Smog, sondern auch an meinen Eltern. Ich liebe sie über alles, doch ich will nicht immer in ihren Fußstapfen laufen.
Hier kann ich ich selbst sein, ohne dass sie mir auf die Finger sehen oder Erwartungen haben, die ich vielleicht nicht erfüllen kann oder will. Und wer möchte nicht in einem Land arbeiten, in dem andere Urlaub machen? Dabei kommt es mir zugute, zweisprachig aufgewachsen zu sein. Ich hatte also die perfekten Voraussetzungen für diesen Job.
Als ich Jay und die beiden Touristen erreiche, klemme ich mir das Clipboard unter den Arm, lege meine Handflächen zu einem Wai aneinander und begrüße sie lächelnd. »Sawasdee.«
Die beiden Urlauber lächeln zurück und nicken.
In Thailand gibt man sich nicht die Hand, generell ist in diesem Land vieles anders als in Amerika. Hier spricht man sich immer mit Vornamen an, zieht die Schuhe aus, wenn man ein Haus betritt, und schimpfende, wütende Leute verlieren ihr Gesicht. Unmut wird einfach weggelächelt. Außerdem ist es verpönt, jemandem über den Kopf zu streichen, weil der Kopf heilig und Sitz der Seele ist.
Dabei würde ich gerade jetzt so gerne Jayden den Strohhut abziehen und mit den Fingern durch sein dunkles Haar fahren, um zu fühlen, wie es beschaffen ist.
»Mr Cooper, Mrs Groth«, sage ich und deute auf den weißen Van, der vor der Rezeption im Hof parkt. »Ihr Bus fährt in fünf Minuten. Ich wünsche Ihnen eine schöne Tour.«
Die beiden bedanken sich, verabschieden sich von uns und gehen zum Fahrzeug.
Ich sehe ihnen kurz nach, wobei ich neben Jayden stehen bleibe, ein Taschentuch aus meiner Rocktasche ziehe und mir die Stirn abtupfe. Dann frage ich ihn: »Wie hältst du es nur unter deinem Hut aus? Mein Hirn gart jetzt schon.«
Er verschränkt die Arme und verzieht einen Mundwinkel zu einem sexy Lächeln. »Du wirst dich an die Hitze gewöhnen.«
Muss er mich so ansehen? Macht er das bewusst?
Nein, er lächelt immer auf diese Art. Das habe ich schon oft bei ihm beobachtet.
»Wie lange bist du noch mal in Thailand?«, will ich wissen, obwohl ich ihn das schon einmal gefragt habe. Mir fällt jedoch gerade nichts anderes ein, worüber ich mit ihm reden könnte. Die Nähe dieses Mannes macht mich stets unkonzentriert.
»Zwölf Jahre.«
»Dann ist es kein Wunder, dass du dich längst akklimatisiert hast.«
Jay stößt sich von der Säule ab, und es sieht danach aus, als wolle er gehen. Verdammt!
Rede mit ihm, Ranja, bevor er wieder wegläuft! »Und du vermisst Australien kein bisschen?«
»Nicht wirklich.« Er sieht auf mich herunter und runzelt unter seinem Hut die Stirn. »Ich war schon länger nicht mehr dort.«
Er hat mir bisher sehr wenig von seinem früheren Leben in Australien erzählt. Ich weiß nur, dass er die Ranch seines Vaters hätte übernehmen sollen, die jetzt sein Bruder führt. Aber wieso, weshalb, warum hat er es nicht getan? Immer, wenn ich darauf zu sprechen kam, hat er sofort das Thema gewechselt.
Ich sollte meine Neugier drosseln, wenn ich Jay als Freund behalten möchte. Daher rede ich lieber wieder über allgemeine Dinge. »Ich habe jetzt drei Stunden Pause und brauche dringend eine Abkühlung.«
»Die gönne ich mir nun auch.«
»Pool oder Strand?«, frage ich, obwohl beides nicht wirklich für Erfrischung sorgt. Die hohe Luftwärme und die starke Sonneneinstrahlung heizen das Wasser auf Badewannentemperatur auf. Aber egal, wofür er sich entscheidet – dort werde auch ich sein. Bisher habe ich ihn weder am Pool noch am Strand getroffen. Dabei bin ich doch so neugierig, wie er unter seinem Hemd aussieht!
»Nichts davon«, antwortet er schmunzelnd und tippt zum Abschied an seinen Hut. »Ich bevorzuge Ruhe und Abgeschiedenheit.« Er dreht sich um und sagt: »Man sieht sich!«, dann marschiert er durch eine schmale Passage zwischen Rezeption und Fitnessraum davon. Der Weg führt zu den Unterkünften der Angestellten, die im hintersten Bereich des Hotels liegen.
War das eben eine Abfuhr? So schnell wirst du mich nicht los, Jayden!
Sofort hefte ich mich an...
| Erscheint lt. Verlag | 7.2.2017 |
|---|---|
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Alexa Kim • Anastasia Steele • Bestseller 2016 • Bestseller 2017 • Bestseller Buch • buch roman für frauen • Cooper McKenzie Die gefährtin des Cops • Ekstase • Elisa Joy The Invisibles • EL James • Erotikroman • Erotische Literatur • Erotischer Liebesroman • erotischer Roman • grey • inka loreen minden buch • inka loreen minden captains lover • inka loreen minden deutsch • inka loreen minden engelslust • inka loreen minden gay • inka loreen minden kindle • inka loreen minden last hope • inka loreen minden neuerscheinung • inka loreen minden penny • inka loreen minden secret passions • inka loreen minden storm • inka loreen minden tay • inka loreen minden verboten gut • inka loreen minden wächterschwingen • inka loreen minden warrior lover • Leidenschaft • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • Liebesroman / Schmonzette • Lily Wilde • Männer in Uniformen • Meredith Wild • Olivia Schwarz Burning Souls • Passion • Romance • Sehnsucht • Sex • sexy e-books • sexy ebooks • Shades • Shades of Grey • Steele • Verführung • Verlangen |
| ISBN-10 | 3-7325-2130-3 / 3732521303 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-2130-2 / 9783732521302 |
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