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Sherlock Holmes - Sechsmal Mord (eBook)

Sechs Krimis in einem E-Book
eBook Download: EPUB
2017 | 2. Auflage, Mehrfachband
210 Seiten
Aufbau digital (Verlag)
978-3-8412-1347-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sherlock Holmes - Sechsmal Mord - Arthur Conan Doyle
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Das gelbe Gesicht Auch um Eheprobleme muss sich Holmes kümmern: Seit der Ankunft neuer Nachbarn ist Grant Munros Frau nicht wiederzuerkennen, und als er ein gelbes Gesicht im Fenster seines Hauses erblickt, ist er überzeugt, er werde betrogen. Die Lösung liegt in der Vergangenheit seiner Frau - und ist weitaus komplizierter als ein bloßer Seitensprung. Der Teufelsfuß Bei einem Erholungsurlaub mit Dr. Watson auf dem Land stößt Holmes auf einen seltsamen Fall. Nachdem er am Abend zuvor noch mit ihnen Karten gespielt hat, kehrt ein Mann zum Haus seiner Geschwister zurück, um die Schwester tot und die beiden Brüder verrückt aufzufinden. Bei solch einem rätselhaften Fall kann es Sherlock Holmes natürlich nicht lassen... 'Abbey Grange' Einbrecher sollen einen ungeliebten Adligen ermordet haben, so der Verdacht. Holmes lässt sich natürlich nicht lange täuschen, doch könnte es gute Gründe geben, die Sache ruhen zu lassen. Das leere Haus Ein Adeliger wurde erschossen, doch niemand hat einen Schuss gehört. Dr. Watson beginnt zu ermitteln und stößt auf ein viel größeres Rätsel: Sherlock Holmes, und zwar lebendig! Ganz der Alte, rächt er sich für die Ereignisse am Reichenbachfall - und findet ganz nebenbei auch noch den lautlosen Mörder. Das gefleckte Band Wenige Tage vor ihrer Hochzeit verstarb Helen Stoners Schwester unter mysteriösen Umständen. So soll in ihren letzten Nächten ein seltsames Pfeifen gehört haben. Als Helen, die selbst bald heiraten wird, nachts plötzlich dasselbe Geräusch vernimmt, wendet sie sich verzweifelt an Sherlock Holmes. Der verkrüppelte Mann Ein Mann ist tot. Er befand sich zur Tatzeit in einem verschlossenen Raum mit seiner Frau, doch die ist schwerstbehindert. Kann sie es gewesen sein oder war noch jemand im Raum?

Arthur Conan Doyle wurde 1859 im schottischen Edinburgh geboren. Er studierte Medizin und arbeitete bis 1891 als Arzt. Danach widmete er sich dem Schreiben. Die Geschichten um Sherlock Holmes wurden in über fünfzig Sprachen übersetzt und als Filme, Theaterstücke, Hörspiele und sogar im Ballett verarbeitet. Doyle hat aber auch Science Fiction und Gedichtbände verfasst. Er starb 1930 in seinem Haus in Sussex.

Es ist nur natürlich, wenn ich mich bei der Veröffentlichung dieser Skizzen, die auf zahlreichen Fällen fußen, mit denen mein Gefährte mich durch sein ungewöhnliches erzählerisches Talent bekannt gemacht hat und in denen ich manchmal Mitspieler war, eher auf die Erfolge als auf die Mißerfolge konzentriere. Das geschieht nicht so sehr wegen des guten Rufs meines Freundes – gerade wenn er an das Ende seiner Weisheit gelangt war, entfaltete er seine ganze Tatkraft und Vielseitigkeit –, sondern es geschieht, weil die ungelösten Geschichten keinen Abschluß haben; denn da, wo er scheiterte, sind meist auch andere ohne Erfolg geblieben. Dennoch ergab es sich hin und wieder, daß nach seinem Versagen die Wahrheit ans Licht kam. Ich besitze Aufzeichnungen von ungefähr einem halben Dutzend solcher Fälle, und unter ihnen sind die Affäre mit dem zweiten Blutfleck und die Sache, von der ich hier berichten will, diejenigen, die auf das stärkste Interesse rechnen können.

Sherlock Holmes betrieb körperliche Übungen kaum einmal um ihrer selbst willen. Nur wenige übertrafen ihn an Muskelkraft, und er war zweifellos einer der besten Boxer in seiner Gewichtsklasse, die ich je gesehen habe; aber ziellose körperliche Anstrengungen suchte er zu vermeiden; er betrachtete sie als Kraftvergeudung und nahm sie nur auf sich, wenn es der Lösung einer beruflichen Aufgabe dienlich schien. Dann war er unermüdlich und unverdrossen. Daß er unter diesen Umständen im Training blieb, war beachtlich; er ernährte sich gemeinhin äußerst karg, seine Lebensweise war einfach, fast schon enthaltsam zu nennen. Außer dem gelegentlichen Genuß von Kokain hatte er keine Laster, und er griff auch nur zur Droge als Protest gegen die Eintönigkeit des Daseins, wenn die Fälle rar und die Zeitungen unergiebig waren.

Eines Tages im Vorfrühling war er so weit entspannt, daß er mit mir im Park spazierenging; auf den Ulmen sproß das erste blasse Grün, und die klebrigen Kastanienknospen fingen an, sich zu ihren fünffingrigen Blättern zu entfalten. Zwei Stunden lang streiften wir umher, vorwiegend schweigend, wie es zwei Männern geziemt, die einander sehr vertraut sind. Es war schon fast fünf, als wir in die Baker Street zurückkamen.

»Verzeihung, Sir«, sagte unser junger Diener, der die Tür öffnete, »ein Gentleman hat nach Ihnen gefragt, Sir.«

Holmes sah mich vorwurfsvoll an. »Das hat man von Nachmittagsspaziergängen«, sagte er. »Ist der Gentleman wieder gegangen?«

»Ja, Sir.«

»Haben Sie ihn nicht hereingebeten?«

»Doch, Sir. Er wollte warten.«

»Wie lange hat er gewartet?«

»Eine halbe Stunde, Sir. Der Herr war sehr unruhig, Sir, ging die ganze Zeit über hin und her. Ich stand draußen vor der Tür und konnte ihn hören. Schließlich trat er auf den Korridor und rief: ›Kommt denn der Mann nie?‹ Genau das hat er gesagt, Sir. ›Warten Sie doch noch ein bißchen‹, sagte ich. ›Dann warte ich in der frischen Luft. Ich ersticke hier drinnen. Ich bin bald zurück‹, sagte er. Und damit ist er raus, ich hätte ihn nicht halten können, egal, was ich gesagt hätte.«

»Gut, gut, Sie haben Ihr Bestes getan«, sagte Holmes, und wir gingen in unser Zimmer. »Es ist aber trotzdem sehr ärgerlich. Ich brauche dringend einen Fall, und das hört sich an, als ob es etwas von Wichtigkeit sei, nach der Ungeduld, die der Mann an den Tag legte. Hallo! Die Pfeife auf dem Tisch gehört doch nicht Ihnen. Die muß er vergessen haben. Ein schönes Stück aus altem Bruyère mit langem Bernsteinmundstück. Ich frage mich, wie viele echte Bernsteinmundstücke es in London wohl geben mag. Manche glauben, daß eine Fliege im Bernstein Echtheit verbürgt. Dabei gibt es einen Zweig in dem Gewerbe, wo man künstliche Fliegen in künstlichen Bernstein praktiziert. Nun, er muß verstört gewesen sein, wenn er eine Pfeife vergaß, die er offensichtlich sehr schätzt.«

»Woher wissen Sie, daß er sie sehr schätzt?«

»Nun, ich nehme an, die Pfeife hat einmal sieben Shilling sechs Pence gekostet. Sie ist aber, wie Sie sehen, zweimal repariert worden: am hölzernen Schaft und am Bernsteinmundstück. Jede dieser Reparaturen – wie Sie bemerken, wurden silberne Ringe angebracht – wird teurer gewesen sein als die Pfeife selbst. Der Mann muß also die Pfeife sehr schätzen, wenn er es vorzieht, sie flicken zu lassen, als sich für dasselbe Geld eine neue zu kaufen.«

»Gibt es noch etwas?« fragte ich, denn Holmes hatte die Pfeife in der Hand behalten, wandte sie um und um und betrachtete sie mit dem ihm eigentümlichen nachdenklichen Blick.

Er hielt die Pfeife hoch und beklopfte sie mit seinem langen, dünnen Zeigefinger wie ein Professor, der einen Vortrag über einen Knochen hält. »Pfeifen sind manchmal höchst interessant«, sagte er. »Nichts besitzt mehr Individualität als Pfeifen – Uhren und Schnürsenkel vielleicht ausgenommen. Die Merkmale sind zwar wenig ausgeprägt und auch nicht sehr wichtig. Aber der Besitzer ist augenscheinlich ein muskulöser Mann, Linkshänder, verfügt über ein ausgezeichnetes Gebiß, ist ein wenig nachlässig und hat es nicht nötig, sparsam zu sein.«

Mein Freund warf diese Informationen wie nebenbei hin, doch ich bemerkte, wie er mich anblinzelte, um festzustellen, ob ich seinen Schlußfolgerungen gefolgt war.

»Sie glauben, ein Mann muß wohlhabend sein, wenn er eine Pfeife zu sieben Shilling raucht?« sagte ich.

»Das hier ist Grosvenor-Mixtur für acht Pence die Unze«, antwortete Holmes, indem er ein bißchen von dem Tabak auf die Handfläche klopfte. »Da er hervorragenden Tabak auch für den halben Preis kaufen könnte, hat er es nicht nötig, sparsam zu sein.«

»Und was ist mit den anderen Punkten?«

»Er hat die Gewohnheit, die Pfeife an Lampen und Gasflammen anzuzünden. Sie sehen, daß sie an einer Seite ganz verrußt ist. Das schafft man nicht mit Streichhölzern. Warum sollte jemand ein Streichholz seitlich an die Pfeife halten? Wenn Sie eine Pfeife aber an der Lampe anzünden, bleibt es nicht aus, daß der Kopf verrußt. Und der Ruß klebt hier rechts. Daran lese ich ab, daß er Linkshänder ist. Halten Sie einmal Ihre Pfeife zum Anzünden an eine Lampe, und Sie werden sehen, wie Sie als Rechtshänder ganz von selbst die linke Seite an die Flamme halten. Es ist möglich, daß Sie es auch einmal andersherum machen würden, aber nicht regelmäßig. Diese hier ist immer so gehalten worden. Dann ist das Bernsteinmundstück durchgebissen. Dazu braucht es einen muskulösen, kraftvollen Burschen, ein gutes Gebiß obendrein. Aber wenn mich nicht alles täuscht, höre ich ihn auf der Treppe, und wir werden bald Interessanteres zu betrachten haben als eine Pfeife.«

Gleich darauf wurde die Tür geöffnet, und ein großer junger Mann betrat das Zimmer. Er war gut, aber unauffällig gekleidet, trug einen grauen Anzug und hielt einen braunen Schlapphut in der Hand. Ich hätte ihn auf dreißig geschätzt, aber in Wirklichkeit war er einige Jahre älter.

»Entschuldigen Sie«, sagte er ziemlich verlegen, »ich hätte wohl klopfen sollen. Ich bin ein wenig durcheinander, das müssen Sie mir zugute halten.« Er strich sich mit der Hand über die Stirn wie einer, der halb benommen ist, und ließ sich dann in einen Sessel fallen.

»Ich sehe, daß Sie ein paar Nächte nicht geschlafen haben«, sagte Holmes in seiner sorglos heiteren Art. »Das greift die Nerven mehr an als Arbeit, sogar mehr als Vergnügen. Darf ich fragen, wie ich Ihnen helfen kann?«

»Ich brauche Ihren Rat, Sir. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Mein ganzes Leben scheint mir zerstört.«

»Sie möchten mich als beratenden Detektiv engagieren?«

»Nicht nur das. Ich möchte Ihre Meinung, die Meinung eines Mannes mit Urteil – eines Mannes von Welt. Ich möchte wissen, was ich als nächstes tun soll. Ich hoffe nur, Sie sind dazu in der Lage.«

Er sprach schnell und stoßweise, und mir kam es vor, als wäre es ihm peinlich zu reden, als müsse er sich dazu zwingen.

»Es ist eine sehr delikate Angelegenheit«, sagte er. »Man spricht nicht gern zu Fremden über Dinge des eigenen Hauses. Es ist schrecklich, die Beziehungen der eigenen Frau zu zwei Männern zu bereden, und dabei habe ich den anderen noch nicht einmal gesehen. Ja, das ist furchtbar. Aber ich bin am Ende meiner Kraft. Ich brauche dringend Rat.«

»Mein lieber Mr. Grant Munro …«, begann Holmes.

Unser Besucher fuhr vom Stuhl hoch. »Wie!« rief er. »Sie kennen meinen Namen?«

»Wenn Sie Ihr Inkognito wahren wollen«, sagte Holmes lächelnd, »würde ich Ihnen empfehlen, Ihren Namen nicht ins Hutfutter schreiben zu lassen, oder Sie sollten wenigstens Leuten, mit denen Sie reden, nicht die Innenseite des Hutes zukehren. Ich wollte aber sagen, mein Freund und ich haben schon so manches seltsame Geheimnis in diesem Zimmer zu hören bekommen und zu unserem Glück mancher geprüften Seele ihren Frieden zurückgeben können. Ich bin sicher, es wird uns auch bei Ihnen gelingen. Dürfte ich Sie bitten, da die Zeit sich als wichtig herausstellen könnte, mir die Tatsachen Ihres Falls ohne Verzögerung mitzuteilen?«

Wieder fuhr sich unser Besucher mit dem Handrücken über die Stirn, als fände er es hart, mit dem Reden zu beginnen. An jeder Geste, jeder Miene erkannte ich, daß er ein zurückhaltender, beherrschter Mann mit einem gewissen Stolz war, der seine Wunden eher verbarg, als sie zu zeigen. Dann begann er plötzlich zu sprechen, und seine geballte Hand vollführte eine ungestüme Bewegung, so als wolle er alle Zurückhaltung in den Wind schlagen.

»Das sind die Tatsachen, Mr. Holmes«, sagte er. »Ich bin verheiratet, seit drei...

Erscheint lt. Verlag 20.1.2017
Übersetzer Karl Heinz Berger, Alice Berger
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Arthur Conan Doyle • BBC • Benedict Cumberbatch • Detektiv • Dr. Watson • England • Ermittler • Ermordung • Fernsehen • Holmes • Klassiker • Krimi • London • Lupe • martin freeman • Mord • Serie • Sherlock Holmes • Spürnase • Tot • Watson • William Sherlock Scott Holmes
ISBN-10 3-8412-1347-2 / 3841213472
ISBN-13 978-3-8412-1347-1 / 9783841213471
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