'Dunkle Materie' wird der Lesestoff von seinen Lesern genannt, den Schriftsteller Adrian Daray seinen Gothic-Fans hinterlässt. Sein Drang von der finsteren Seite zu schreiben, konnte er schon in früh in seiner Kindheit erwecken, da er schon immer diesen Drang verspürt hat - und genau das hat er sich als Ziel gesetzt. Menschen aus der Gothic-Szene verschlingen seine Werke geradezu, aber auch jene, die sich leidenschaftlich gruseln und sich abends gern mit einem guten Buch unter der Decke verkriechen. Spannung und Schauder ist bei seinen Schriften garantiert!
"Dunkle Materie" wird der Lesestoff von seinen Lesern genannt, den Schriftsteller Adrian Daray seinen Gothic-Fans hinterlässt. Sein Drang von der finsteren Seite zu schreiben, konnte er schon in früh in seiner Kindheit erwecken, da er schon immer diesen Drang verspürt hat - und genau das hat er sich als Ziel gesetzt. Menschen aus der Gothic-Szene verschlingen seine Werke geradezu, aber auch jene, die sich leidenschaftlich gruseln und sich abends gern mit einem guten Buch unter der Decke verkriechen. Spannung und Schauder ist bei seinen Schriften garantiert!
Zweiter Tag
Der zweite Engel blies seine Posaune. Da wurde etwas, das einem großen brennenden Berg glich, ins Meer geworfen. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut.
Offenbarung Kapitel 8 Vers 8
Während die Nacht das eiskalte Land vollständig umfing, versuchte ich die Rücklichter meines ´´geliebten´´ Sheriffs nicht aus den Augen zu verlieren, was sich als ziemlich schwierig erwies, da der Schneefall enorm zugenommen hatte. Es kam mir so vor, als ob ich in eine andere Welt vorgedrungen war, seit ich die Interstate verlassen hatte. Die Straße wurde holpriger, die Kälte klirrender, und meine Gedanken, die auf der Fahrt von Fairbanks zu dieser Yukon Street zuweilen mit einigen warmen Erinnerungen aufgefrischt wurden, verwandelten sich langsam aber sicher in eisige Zukunftsprophezeiungen.
Lange schon hatte ich keine Häuser oder andere zivilisierte Behausungen gesehen. Ich fragte mich, wohin mich dieser Sheriff führen würde. Auf dieser schneebedeckten Straße, deren Kurven ebenso zahlreich waren wie ihre Schlaglöcher, empfand ich es schon als Herausforderung den Radioknopf zu betätigen. Doch es gelang mir schließlich. Wie erstaunt war ich, als ich plötzlich Musik aus den Lautsprechern vernahm, die in meiner Fahrertür integriert waren. Ich hatte fest daran geglaubt, dass hier keineswegs Empfang vorhanden wäre.
Nun, ich musste zugeben, dass es eine meiner wenigen Spezialitäten war, fest an Dinge zu glauben, die sich negativ auf mich auswirkten. Murphys Gesetz war seit meiner Scheidung ein fester Bestandteil meines Lebens.
Viele Sender konnte ich nicht empfangen, entweder war das Rauschen so enorm, dass ich kein Wort verstand, oder es war einer dieser typischen Sender, in denen sich die Moderatoren gerne selbst hören. So blieb mir wohl nichts anderes übrig, als diesen Country- Sender einzustellen, den Sheriff Teasle wohl ebenso hörte, so vermutete ich zumindest.
Während ich mir eine Zigarette ansteckte, schüttelte ich den Kopf und konnte es kaum fassen, welche weiteren, verrückten Zufälle mir das Leben noch zuspielte. Der Song, der im Radio lief, lautete ´´Detroit City´´ von Johnny Cash.
Das Dunkle schien allgegenwärtig, und wenn es nicht so ernst gewesen wäre, hätte ich lauthals losgelacht. Doch wo es Schatten gibt, existiert auch Licht, und so endete diese Fahrt nach weiteren zwanzig Meilen auf diesem von Löchern verseuchten Straßenimitat an einem Ortsschild, welches zugeschneit inmitten eines Feldes stand und mir mit seinen weißen Buchstaben New-Rock ankündigte, obgleich ich es nur erraten konnte, da ich effektiv nur ´´w-Ro´´ erkannte. Aber was sollte es sonst sein?
Jetzt verstand ich auch die Aussage des Sheriffs, als er meinte, ich werde auf dieser Straße vergeblich nach Verkehrsschildern suchen. Völlig klar! Selbst wenn es welche gäbe, wären diese ohnehin mit Schnee verdeckt gewesen. Ich schüttelte den Kopf, während ich immer angestrengter auf die verschwommenen Lichter des vor mir herfahrenden Dienstwagens der Interstate Police starrte, was mir durch meine laufenden Scheibenwischer erschwert wurde.
Teasle gab mir mit seiner Hand zu verstehen, dass ich ihm wohl folgen sollte, nachdem wir die Kleinstadt New-Rock nach einer weiteren halben Meile erreicht und die Hauptverkehrsstraße verlassen hatten.
Ich fragte mich, warum er nun einen anderen Weg einschlug. Die Siedlung lag wohl noch einige Meilen nördlich von hier, und meist führten doch die Hauptstraßen durch Ortschaften hindurch.
Dennoch verwarf ich meine düsteren Gedanken wieder, denn ein wenig wurde mir warm ums Herz. Endlich, inmitten eines Landes, welches aus Einsamkeit, Schnee und Kälte bestand, gab es eine Kleinstadt, die ich nun zum ersten Mal betreten sollte. Während ich dem Sheriff folgte, wanderten meine Blicke durch die Stadt. Ich sah Straßenbeleuchtungen, Häuser, in denen Lichter brannten, und ich genoss es, vor einer Ampel zu stehen und zu warten, obgleich ich wirklich zugeben musste, dass diese absolut unnütz war. Es stand niemand an dieser Kreuzung, mit Ausnahme unserer Fahrzeuge.
Ich musste noch zweimal abbiegen, bevor Sheriff Teasle vor einem Haus anhielt, dessen große Fenster und das gut beleuchtete Schild über dem Eingang mir verrieten, dass es sich um eine Kneipe handelte, deren Qualität dem Walker ähneln musste. So nahm ich es zumindest an, da es von außen in einem ähnlichen Stil aufgebaut war.
Wollte mich dieser Sheriff zu einem Drink einladen oder mir noch einmal ans Herz legen, dass ich wieder zurückfahren sollte? Eine Frage, die ich wirklich nicht hätte beantworten können. Womöglich betrachtete er dies auch als Henkersdrink, wobei er der Henker war. Na ja, meinen Pessimismus hätte ich ausnahmsweise einmal beiseitelegen können.
Ich parkte meinen Wagen neben ihm, stieg aus und atmete die Stadtluft ein, bemerkte aber rasch, dass diese Luft hier nicht viel von ´´Stadt´´ intus hatte. Dennoch genoss ich es.
»Dark, ich lade Sie auf einen Drink ein, etwas Wärme tut Ihnen bestimmt gut«, lächelte der Sheriff, und es war eindeutig wieder sein eigenartiger Sarkasmus zu spüren.
»Schon gut, Teasle, ich kann gut für meine Drinks selbst bezahlen. Wie wäre es, wenn ich Sie einlade?«
Auf mein Angebot eingehend, betraten wir die Kneipe, die sich ´´Angels Bell´´ nannte, obwohl ich es doch als äußerst überraschend empfand, dass Teasle sich ohne Umschweife einladen ließ. Nun ja, noch hatten wir nicht bestellt.
Das Innenleben dieser Kneipe war einer dieser typisch eingerichteten Country Clubs. Es wurde Billard gespielt, Pfeile wurden auf eine Dartscheibe gezielt, einige einarmige Banditen leerten die Geldbörsen weniger Spielsüchtiger, und der übergewichtige Wirt, dessen Bar aus braunem Eichenholz bestand, rieb stetig mit einem Tuch auf dessen blank lackierte Oberfläche und ich lenkte meinen Blick ungewollt auf sein Glasauge, welches dabei starr ins Leere blickte.
Als wir die Kneipe betreten hatten, starrten mich alle an, als wäre ich ein Aussätziger. Dies kam wohl daher, dass ich ein Fremder war und in einer Kleinstadt mit knapp viertausend Einwohnern, so verriet es mir die Legende meiner Landkarte, kannten sich offenbar die Meisten. Gerade in solch einer Bar, in der sich vermutlich nur Stammgäste aufhielten, fiel jemand wie ich offenbar sofort auf.
Als wir uns auf die Barhocker setzten, legte sich die Neugier der Gäste, und sie gaben sich wieder ihren eigenen Angelegenheiten hin. Vermutlich lag dies am Sheriff, der über die Hälfte von ihnen persönlich kannte, dies verriet sofort sein permanentes Kopfnicken, während er sich in der Kneipe umsah.
»Was trinken Sie, Sheriff?«, fragte ich.
»Im Dienst genau genommen nichts, andererseits ist mein Dienst für heute beendet und ich genehmige mir daher einen Gin Tonic.«
»Einen Gin Tonic und eine Coke bitte«, rief ich zum Wirt, da die doch recht laute Musik und die nicht überhörbaren Gespräche der Gäste schwer zu übertönen waren.
»Eine Coke?«, fragte mich der Sheriff, völlig von meiner Bestellung überrascht.
Ich nickte. »Ich habe mir schon viel zu häufig die Birne weich gesoffen. Glauben Sie mir, es ist wohl besser so.«
Während uns der Wirt unsere Bestellung über seine sauber polierte Theke schob, hörte ich, wie sich jemand an der Jukebox, welche sich am anderen Ende des Lokals befand, zu schaffen machte. Die Klänge, die daraufhin folgten, erschienen mir wie eine Sirene eines bevorstehenden Fliegerangriffs, der nun unvermittelt auf mich hereinbrechen würde. Ich traute meinen Ohren kaum, als das Lied spielte, dass das unmittelbare Ende meiner Karriere bedeutet hatte. All my Ex´s live in Texas!
Sheriff Teasle bekam offensichtlich meinen Farbwechsel mit, denn er starrte mich an, wie jemand, der in einen Wald schaut und eben ein beunruhigendes Geräusch vernahm. Nicht ängstlich, nein, eher bereit, dagegen etwas zu tun.
»Ein Whiskey hier für meinen Kollegen«, rief er zum Wirt und drängte zur Eile. Augenblicke später spürte ich des Alkohols brennende Wirkung im Hals und eine gewisse Erleichterung durchfuhr meinen Körper. Mist. Mich schüttelte es am ganzen Leib.
»Ich dachte Sie haben einen Anfall, nach Ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen. Was ist denn geschehen? Ich glaubte doch tatsächlich, Sie treten mir vor meiner Nase weg.«
»Schon gut, Sheriff. Ich danke Ihnen für Ihre Anteilnahme, doch dieses verdammte Lied bringt mich aus der Fassung.«
»Das Lied aus der Jukebox? Ich vermutete eher Sie hätten hier einen Geist gesehen.«
»Es schossen mir nur eben unschöne Erinnerungen durch den Kopf, deren ich mich nur zu gern entledigen würde.«
»Wem sagen Sie das«, sagte der Sheriff tonlos und kippte seinen Gin Tonic auf Ex hinunter.
Ich stutzte. »Jetzt sagen Sie nur nicht, dass Ihre Frau Sie ebenfalls verlassen hat?«
Er schüttelte den Kopf. »Nein, Mister Dark. Ich bin nicht verheiratet. Es...
| Erscheint lt. Verlag | 13.1.2017 |
|---|---|
| Verlagsort | Vachendorf |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Gothic • Horror • Kult • Sekten • Thriller |
| ISBN-10 | 3-96164-003-3 / 3961640033 |
| ISBN-13 | 978-3-96164-003-4 / 9783961640034 |
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