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Dem Ritter ausgeliefert (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-6806-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dem Ritter ausgeliefert - Margaret Moore
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England, 1214: Gebannt verfolgt die schöne Lady Thomasina das Turnier: Wie mutig und gewandt Rheged kämpft! Heftig schlägt ihr Herz beim Gedanken an den Kuss, den ihr der Ritter aus Wales im Schatten der Zinnen geraubt hat. Dabei ist sie dem verhassten, ältlichen Sir Algar versprochen ... Aber in der Nacht nach dem Turnier wird Thomasina von Rheged entführt! Der Turnierpreis, eine goldene Schatulle, ist gefälscht, dafür soll sie nun büßen. Ein schreckliches Los - oder die Erfüllung sinnlicher Träume? Denn eine unbändige Leidenschaft entbrennt zwischen dem wilden Ritter und Thomasina, denen die Feinde bereits nachjagen ...



<p>Margaret Moore ist ein echtes Multitalent. Sie versuchte sich u.a. als Synchronschwimmerin, als Bogenschützin und lernte fechten und tanzen, bevor sie schließlich zum Schreiben kam. Seitdem hat sie zahlreiche Auszeichnungen für ihre gefühlvollen historischen Romane erhalten, die überwiegend im Mittelalter spielen und in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt mit ihrem Mann, mit dem sie seit über 20 Jahren verheiratet ist, ihrer Familie und zwei Katzen in Toronto, Kanada.</p>

2. KAPITEL

Tamsin und Mavis tauschten vielsagende Blicke. Eine solche Aufforderung an einem Tag wie diesem verhieß nichts Gutes.

„Weißt du, wer gewonnen hat, Charlie?“, erkundigte sich Mavis, während Tamsin die ausgetretenen Stufen hinunterlief und überlegte, was sie vergessen oder nicht bedacht haben könnte.

„Ja, Mylady. Der Ritter aus Wales. Der, dem die Haare bis auf die Schultern fallen.“

Tamsin blieb abrupt stehen und blickte zurück zu dem Jungen: „Sir Rheged?“

„Bist du ganz sicher?“, vergewisserte sich Mavis.

„Ja, Mylady. Ich habe es von Wilf, der Wache am Tor. Und der hat es von dem Boten, der vom Feld zurückgekommen ist. Der Waliser hat sieben Ritter geschlagen und sollte einiges an Geld im Austausch für ihre Waffen und Pferde bekommen. Und natürlich den Preis.“

Tamsin setzte ihren Weg fort. Sie konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, während sie so schnell wie möglich zu den privaten Gemächern des Hausherrn eilte. Sie wurde wieder ernst, als sie vor der schweren Eichentür angekommen war. Sie klopfte und trat auf das schroffe „Herein“ ihres Onkels hin ein.

Ein kurzer Blick sagte ihr, dass im Raum nichts fehlte. Im wohl gefüllten Kohlebecken glühten hell die Kohlen, die Wandbehänge waren sauber und ohne jeden Staub und die Binsen auf dem Boden frisch gestreut. Die Kerzen, die tagsüber nicht angezündet waren, hatte jemand ordentlich gekürzt und die Stoffvorhänge über dem Bogenfenster waren gerade so weit geöffnet, dass frische Luft hereinkam, ohne dass ein unangenehmer Zug enstand.

Ihr Onkel saß hinter dem großen, mit Bienenwachs polierten Tisch und strich sich über den Bart, der trotz seines mittleren Alters bereits ebenso grau war wie sein Haar. Wie immer trug er eine teure Tunika aus fein gewebter brauner Wolle, die von einem breiten Gürtel um seinen runden Buch gehalten wurde, und eine lange Kette aus schweren silbernen Kettengliedern. Mehrere Ringe zierten seine dicken Finger. Die kleine goldene, mit Juwelen verzierte Schatulle, die bei dem Festmahl am Abend dem Turniersieger überreicht werden würde, stand vor ihm.

Onkel Simon klopfte mit seinem wurstigen Zeigefinger auf das Pergament, das offen ausgerollt vor ihm auf dem Tisch lag. Tamsin hätte erleichtert sein sollen, dass er sie nicht sofort mit einer Litanei an Vorwürfen empfangen hatte. Aber der Ausdruck in seinen grauen kleinen Augen trug nichts dazu bei, dass sich ihre Beunruhigung legte.

„Thomasina, ich muss mit dir reden. Es ist der Zeitpunkt gekommen, da du mir zurückzahlen kannst, was ich für dich in den vergangenen Jahren getan habe.“

Tamsins Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie war eine Dame, die Tochter eines Edelmanns, und konnte ihren Onkel nicht mit Geld bezahlen. Es gab nur einen Weg, das zu tun, und seine nächsten Worte bestätigten ihre Befürchtung.

„Ich brauche einen Verbündeten im Norden. Daher wirst du Sir Blane von Dunborough heiraten. Er kommt für die Hochzeit hierher, und zwar in vierzehn Tagen.“

Es war nichts anderes, als sie erwartet hatte, aber dennoch – schon in zwei Wochen! Das war nicht einmal ein Monat. Und wer war Sir Blane von Dunborough?

Als ihr einfiel, wer er war, traf es sie wie ein schwerer Schlag. Nur zu gut erinnerte sie sich an den hageren alten Mann, der im Frühjahr zu Besuch auf Burg DeLac gewesen war. Sie hatte sofort bemerkt, wie er Mavis lüstern wie ein alter Satyr anstarrte. Schnell hatte sie erklärt, ihre Cousine fühle sich leider nicht wohl. Ein Blick auf Sir Blane genügte Mavis, um Tamsins Behauptung zu bestätigen und bis zum Ende seines Besuchs im Bett zu bleiben. Tamsin hielt auch die jüngeren Dienstmädchen von ihm fern. Aber selbst die älteren, die Erfahrung mit der Abwehr unerbetener Annäherungsversuche hatten, beschwerten sich, er sei der Schlimmste, der ihnen je untergekommen sei.

Alle Frauen auf DeLac atmeten erleichtert auf, als er abgereist war. Und Tamsin selbst war froh gewesen, dass es ihr gelungen war, ihm nicht zu nahe gekommen zu sein, wenn sie sich hatte mit ihm in einem Raum aufhalten müssen.

Und jetzt sollte sie ihn heiraten!

Die Augenbrauen ihres Onkels zogen sich zusammen, als er die Stirn runzelte.

„Nun? Wo bleibt deine Dankbarkeit?“

Sie würde lieber ihre Tage im kältesten, kargsten, ungemütlichsten Kloster in Schottland verbringen als Blane von Dunborough zu heiraten, aber Tamsin wusste, dass es nicht klug war, das zu sagen. „Ihr habt mich überrascht, Onkel. Ich dachte nicht, dass ich je heiraten würde.“

„Du hast erwartet, du könntest für immer von meiner Großzügigkeit leben?“

Diese Großzügigkeit hatte ihn nicht davon abgehalten, ihr fast täglich jede Münze vorzuhalten, die er für sie ausgegeben hatte und ihre Abhängigkeit von ihm zu betonen, und das seit ihrer Ankunft, nachdem ihre Eltern gestorben waren, als sie zehn Jahre alt gewesen war. „Ich hatte gehofft, dass ich auf Burg DeLac bleiben könnte.“

„Und mir für immer auf der Tasche liegen?“

Tamsins wurde klar, dass sie darauf nicht hoffen konnte. „Oder ich könnte in ein Kloster …?“

„Guter Gott! Es kostet auch Geld, wenn die Schwestern dich aufnehmen. Soll ich das etwa bezahlen?“

„Sir Blane wird doch sicher auch eine Mitgift haben wollen?“

Wut sprach aus dem Gesicht ihres Onkels, als er sich erhob.

„Wie kannst du es wagen, mir so unverschämte Fragen zu stellen? Wo bleibt deine Dankbarkeit für alles, was ich für dich getan habe? Wo ist dein Dank dafür, dass ich einen reichen Mann gefunden habe, der dich ehelichen will?“

Einen Mann? Sir Blane kam Tamsin eher vor wie ein Teufel in menschlichem Gewand. „Ich bin Euch sehr dankbar für das, was Ihr für mich getan habt, Onkel …“

„Du klingst nicht dankbar. Du klingst genau wie deine elende Mutter!“

Die Worte trafen sie wie eine Ohrfeige. Dennoch musste sie widersprechen. Wenn sie jetzt nichts sagte, würde sie es vielleicht ein Leben lang bereuen. „Sir Blane …“

„Ist bereit, mir die Verantwortung für dich abzunehmen und damit Schluss.“ Lord DeLac ließ sich zurück in seinen Stuhl fallen. „Erzähle niemandem davon, bis ich es morgen verkünde. Heute stehen das Festmahl und der Sieger des Turniers im Mittelpunkt, auch wenn er ein ungebildeter, ungehobelter Waliser ist. Du kannst jetzt gehen.“

Tamsin rührte sich nicht vom Fleck. „Onkel, ich weiß, dass ich mit wenig zu Euch kam und Ihr gezwungen wart, Euch um mich zu kümmern. Aber mich mit einem Mann wie Sir Blane zu verheiraten! Könnt Ihr wirklich so hart und grausam sein? Zu Eurem eigen Fleisch und Blut?“

Der Gesichtsausdruck ihres Onkels war hart und kalt wie Eisen. „Wenn du ihn zurückweist, muss eine andere ihn an deiner Stelle heiraten. Also entweder du heiratest ihn oder Mavis muss es tun. Der Vertrag ist unterzeichnet und das Bündnis geschmiedet. Aber wenn Mavis seine Frau wird, werde ich dich an den erstbesten Mann verheiraten, der bereit ist, dich für nichts außer einer Allianz mit mir zu nehmen.“

Sie hatte also keine Wahl. Wenn sie zuließe, dass die lebensfrohe, sanfte, liebevolle Mavis in eine Ehe mit Sir Blane gezwungen wurde, konnte sie sie auch gleich umbringen. „Dann muss ich mich fügen, Onkel. Ich werde Sir Blane heiraten.“

„Auf dein Ehrenwort?“

Tamsin wollte schreien. Sie wollte sich weigern. Sie wollte ihm auf den Kopf zusagen, was sie von ihm hielt. Aber sie sagte: „Auf mein Ehrenwort“, auch wenn ihr jedes Wort vorkam wie ein Nagel in ihrem Sarg.

„Willst du mir nicht danken?“

Tamsin blickte den Mann, der sie trotz aller ihrer Bemühungen nie in sein Herz geschlossen hatte, fest an, bis er den fordernden Blick abwandte.

Dann drehte sie sich um und ging.

Breitbeinig, die Hände hinter seinem Rücken verschränkt, stand Sir Rheged auf der erhöhten Plattform in der großen Halle von Burg DeLac und wartete darauf, dass er seinen Preis überreicht bekam. Er ließ den Blick über die zum abschließenden Festmahl Versammelten schweifen. Die Fackeln und teuren Kerzen, die die Tische schmückten, brannten hell. Sie erleuchteten nicht nur den Preis und die kostbaren Kleider der Gäste, sondern auch ihre nicht sehr erfreuten Mienen, wenn sie zu ihm, dem Turniersieger, hinübersahen.

Seine Arme schmerzten, und er würde am nächsten Morgen ein paar blaue Flecken haben. Doch das und die ärgerlichen und neidischen Blicke seiner erfolglosen Konkurrenten waren ohne Bedeutung angesichts des wertvollen Preises.

Dennoch galt seine größte Aufmerksamkeit gerade nicht der Schatulle. Er hatte Tamsin am Rand der Halle neben einer Steinsäule entdeckt. Selbst aus der Distanz konnte er erkennen, dass etwas nicht stimmte. Sie wirkte traurig und verstört. Der lebendige Glanz in ihren Augen und ihre stolze Haltung waren verschwunden. Die Kraft, die ihre schlanke Gestalt ausgestrahlt hatte, schien verloren zu sein. Dabei hatte sie vorher den Eindruck gemacht, als gäbe es nichts auf der Burg, was sie nicht im Griff hätte, notfalls sogar das Kommando zur Verteidigung bei einem Überfall.

In diesem Moment kam Lord DeLac mit dem Turnierpreis in der Hand auf ihn zu.

Ob Lady Tamsin krank war? Aber dann wäre sie sicher gar nicht in der Halle gewesen.

„Gute Leistung, Sir Rheged“, Lord DeLacs Lächeln war nicht viel mehr als ein Grinsen.

Vielleicht war sie auch einfach erschöpft. Es musste ermüdend sein, einen so großen Haushalt zu führen; dazu kamen häufig viele Gäste zu Besuch. Feste mussten...

Erscheint lt. Verlag 10.1.2017
Reihe/Serie Historical
Historical
Übersetzer Carola Torti
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Adlig • bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • heldenhaft • highlander liebesromane • Historical_Herbst_Sale23 • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher • Sexy
ISBN-10 3-7337-6806-X / 373376806X
ISBN-13 978-3-7337-6806-5 / 9783733768065
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