genau so, nur ganz anders (eBook)
348 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-7431-5789-7 (ISBN)
Unsere Welt hat ihren Zauber verloren. Es gibt keine Geheimnisse mehr und Abenteuer waren einmal. Ich sehe das anders. Und jeder, der meine Bücher aufschlägt, wird erleben, wie magisch und mysteriös unsere Welt sein kann. Wie schön es ist, Kummer und Sorgen auszulachen und wie erotisch, romantisch und spannend unser Leben sein könnte.. ..mit einem Hauch Fantasie. Herzlich willkommen in meiner Welt! Ich wünsche Ihnen, dass Sie hier genauso viel Spaß haben wie ich! Ihr Fabian Dieterich
Prolog
Am Anfang war das Ende
Sie schreit, als wir durch die Scheibe schlagen. Ich drücke ihren kleinen Körper in meinen Armen fest an mich und verdecke dabei ihr Gesicht mit meinem, um den vielen Scherben zu entgehen, die uns im Flug einhüllen. Überall um uns herum glitzern und funkeln sie, als wäre über uns ein Ozean aus Glas zerbrochen, der nun auf uns herabregnet. Wir fallen, donnern ungebremst auf die alten Tonziegel, die unter uns knirschen und ächzen. Unkontrollierbar wirbeln wir durch die stockfinstere Nachtluft und schliddern dann über das schräge Ziegeldach geradewegs hinab in Richtung der unendlich tiefen Häuserschlucht vor uns. Bei einem der Überschläge kann ich sehen, wie sie kreischend im Schwarz des Abgrundes verschwindet. Plötzlich ist sie weg, doch ihr Schrei bleibt und baumelt zusammen mit ihrem Körper an meiner Hand über der schwarzen Dunkelheit der Tiefe. Immer noch rutsche ich der Kluft entgegen, in der sie längst verschwunden ist. Immer noch kommt das Ende des Daches langsam, aber mit bedrohlicher Beharrlichkeit näher und näher. Meine freie Hand tastet verzweifelt nach Halt, doch sie findet lediglich die vielen Scherben, die sich bereits wie Schnee auf die Ziegel gelegt haben. Die letzte Reihe Tonziegel, vor dem freien Fall, zischt unter mir vorbei. Dann kommt der Abgrund. Und eine ganz neue Hand, die meine ergreift.
Dank ihr komme ich mit einem Ruck zum Stillstand und beschließe erst einmal zu atmen. Ist schließlich eine ganze Weile her, seit ich genug Zeit dazu hatte. Dann verspüre ich aber auch schon relativ schnell das dringende Bedürfnis herauszufinden, in was für eine seltsame Lage ich da geraten bin. Schwer schnaubend sehe ich erst schockiert in die Tiefe und dann nach oben zum Rest der fremden Hand, die beschlossen hatte mich mit ihrem festen Griff vor dem Sturz ins Nichts zu retten. Und auf einmal ist sich mein Verstand nicht mehr ganz so sicher, wen von beiden er mir lieber als Grund für eine handfeste Panikattacke empfehlen sollte: Die tiefschwarze Unendlichkeit unter meinen hin und her pendelnden Füßen oder diesen Mann mit seinen wild flackernden Augen, der über mir auf dem Dach liegt und meine Hand mit festem Griff festhält. Mikkeal ist ein Paradoxon. Zerpflückt mich mit glühenden Augen voller Zorn, grinst dabei und liegt doch irgendwie erhaben und still da. Mit einer Gelassenheit, so ruhig wie dem Meer. Sein Atem zieht in einer langen hellen Wolke in die kalte Nacht, wo er allmählich von der Dunkelheit des Horizonts verschluckt wird. Der grau getränkte Rauch verschwindet und lässt wieder die glimmende Zigarette erkennen, die in seinem Mundwinkel am Ende des überheblichen Grinsens hängt. Im Schein der lodernden Flammen, die aus den zerstörten Fenstern des Hauses züngeln, kann ich erahnen, wie er sich umsieht und sich sein kaltes Schmunzeln in ein böses Lächeln verwandelt, als sein Blick von den Sternen zu mir abschweift.
»Du also?«, fragt seine raue, ruhige Stimme.
Mein geschärftes Gespür für bedeutsame Momente sagt mir, dass dies genauso ein Moment sein könnte. Also antworte ich dermaßen gewieft, zielgenau und in solch einer genial ausgefeilten Art und Weise, dass jeder Politiker sich meine Worte augenblicklich in sein Hausaufgabenheft mitschreiben sollte. »Hä?«
»Was ist deine einzige Aufgabe?«
Spontan erinnere ich mich an all diese Menschen, die ich ihm bereits in die Welt der Geister gebracht hatte, damit er sie für immer zu sich in sein dunkles Reich holen konnte. Also vermute ich: »Deinen Müll aufräumen?«
»Nein.« Und dessen scheint er sich ziemlich sicher zu sein. Also versuche ich es noch mal:
»Diese merkwürdige Menschheit dazu bringen, brav deinem roten Faden durch die Zeit zu folgen?«
»Falsch.«
Seltsam. Wie oft musste ich sie schon in ihren sogenannten Träumen heimsuchen und davon überzeugen, Kontinente zu entdecken, Kriege entweder zu beginnen oder wahlweise zu beenden, die seltsamsten Dinge zu erfinden oder sich einfach nur mal zu entscheiden. Wenn das nicht meine Aufgabe war, was mache ich denn dann bitte seit zig Jahrhunderten?
»Deine einzige Aufgabe ist es, einfach nur das zu tun, was ich dir auftrage. Und jetzt kommt’s. Habe ich dir gesagt, du sollst sie mir stehlen?«
»Vielleicht nicht wortwörtlich.«, gestehe ich ein klein wenig ein.
Komischerweise verschwindet sein Grinsen irgendwo zischen Zorn und Wut. Und das, obwohl ich mir mit dieser Antwort so viel Mühe gegeben und sie außerdem noch mit einem perfekt umgesetzten sowie ideal ausgewogenen Mimikspiel untermalt hatte, das sich auf der emotionalen Farbskala exakt in der Nachbarschaft von verblüfft und unschuldig finden lässt.
»Ich habe es dir schon einmal gesagt«, zischt er mich blutig an. »Wage es nie wieder, mich zu bestehlen!«
»Wie soll ich dir denn etwas stehlen, das dir noch nicht mal gehört?«, antworte ich jetzt ausnahmsweise ganz direkt. »Aber wenn’s dir hilft, versprech ich’s dir halt.« Und dabei kreuze ich noch nicht einmal meine Finger. Denn die sind ja schließlich damit beschäftigt, die Kleine zu halten.
Wieder ist da sein beißender Blick. Ein Lachen, getränkt in Boshaftigkeit. Von ganzem Herzen grausam. »Oh, glaub mir. Ich schwöre dir sogar, dass du das nie wieder tun wirst.«
Mit einer leicht arroganten Kostprobe seiner durchaus beachtlichen Kraft, zieht er mich kurz zu sich hinauf und flüstert mir dort etwas ins Ohr: »Verlass dich drauf!«
Ich verstehe gar nicht, wieso er sich so aufregt! Mein Plan hat doch sowieso nicht funktioniert!
»Dein permanenter Ungehorsam könnte mich eines Tages meinen Schlaf rauben. Und du weißt wie wichtig mir mein Schlaf ist.« Dann grinst Mikkeal kurz und lässt los.
Als ich zwischen den gemauerten Fassaden am Boden der Straßenschlucht in einer Gasse erwache, liegt sie weinend neben mir. Und dass sie weint, ist ja eigentlich schon mal ein gutes Lebenszeichen. Glaube ich zumindest. Ich habe keine Ahnung wie tief wir jetzt genau gefallen sind, aber anscheinend war der Weg nach unten immerhin so lang, dass ich im Verlauf des freien Falls bei der exakten Meterzahl durcheinander kommen konnte. Aber Zählen war auch noch nie so mein Ding. Ich schlage die Augen auf. Schutt bröselt über meine Wimpern. Das Haus, auf dem wir gerade noch im abendlichen Wind der Küstenmetropole standen, ragt wie eine brennende Fackel neben mir in den Himmel. Lodernde Flammen schlagen genüsslich weit oben aus den Fenstern und lassen ganze Schwärme von Funken knisternd zu den Sternen aufsteigen. Das kleine Mädchen sieht mich mit seinen großen Augen an. Erst als ich ihr zulächle verschwindet dieser Nebel aus Angst, der sich auf ihr Gesicht gelegt hat. Ich erhebe mich aus den Trümmern und will sie gerade auf meine Arme nehmen, da passiert es. Eine plötzliche Müdigkeit überfällt mich ganz fies aus dem Hinterhalt meiner eigenen Selbstsicherheit. Sie schießt förmlich durch meine Adern. Meine Wunden füllen sich mit Blut. Schockiert sehe ich, wie es dick und rot an mir herabfließt. Mein Blick verschwimmt. Ist das …?
»Schmerz«, antwortet mir eine kalte Stimme. »Erinnerst du dich an ihn?«
Fast muss ich ein wenig lachen. Ein merkwürdiges Gefühl, dieser Schmerz. Er hat etwas von Heimat. Ich wanke, verliere die Balance. Machtlos breche ich zusammen. Widerstandslos liege ich da.
Er kniet sich zu mir und sieht mir in die Augen. »Verstehst du, was gerade passiert?«
Nein, tue ich nicht.
»Du gehst nicht wie sonst von einem Leben zum nächsten. Du stirbst.«
So richtig?! Verflixt! Das ist mir ja noch nie passiert!
»Und kannst du dir vorstellen, was ich mich frage?«
Kann ich nicht. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass er sich seine Frage sowieso wieder selbst beantwortet. Also ignoriere ich ihn gekonnt und ärgere mich weiter, denn mich hier einfach so sterben zu lassen finde ich schon sehr übertrieben!
»Das Schlimmste für einen Menschen ist der Tod, was ist dann wohl für dich die schlimmste Strafe?«
Wieso ich zittere kann ich nicht genau sagen, aber das ist ja auch egal. Verständnislos starre ich ihm mitten in seinen beängstigend entschlossenen Blick.
»Sieh dich an. Bewundere noch ein letztes Mal dieses magische Geschöpf, das du dank mir und der Hasken warst, denn morgen wirst du erwachen und sein wie jene, die du so verachtest. Du wirst nie wieder zurückkehren, sondern verdammt sein, bis ans Ende der Ewigkeit unter ihnen zu wandeln. Immer und immer wieder. Ich nehme dir den wahren Tod, die letzte Fähre in unseren Himmel wird für dich nicht mehr kommen. Bei allen Mächten verdamme ich dich zum ewigen Leben.«
Fassungslos sehe ich ihn an. Auf der Suche nach einem letzten Funken Gnade huscht mein Blick über seine kalten Gesichtszüge. Doch er sucht vergeblich.
»Und ich werde dir noch etwas nehmen. Du wirst vergessen. Am Anfang wird es ganz langsam beginnen, doch irgendwann wirst du...
| Erscheint lt. Verlag | 2.1.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | ad ALIÉNI |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Abenteuer • Comedy • Fantasy • New Adult • Romance |
| ISBN-10 | 3-7431-5789-6 / 3743157896 |
| ISBN-13 | 978-3-7431-5789-7 / 9783743157897 |
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