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Jamie & die Schlange im Paradies (eBook)

Katzenkrimi

(Autor)

eBook Download: EPUB
2016 | 1. Auflage
382 Seiten
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG
978-3-7325-3100-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Jamie & die Schlange im Paradies -  Ira Severin
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Rebekka Frey ist leidenschaftliche Köchin - und sie hat eine echte Spürnase. Was läge da näher, als das Praktische mit dem Nützlichen zu verbinden und sich als Foodjournalistin auf die Suche von alten Rezepten zu spezialisieren? Ihr neuester Rechercheauftrag führt sie ins Alte Land.

Doch statt auf kulinarische Höhepunkte stößt Rebekka erst einmal auf eine Leiche. Wie gut nur, dass ihr bei der Jagd nach dem Killer jemand mit noch schärferer Spürnase zur Seite steht: Kater Jamie ...



Ira Severin liebt Bücher. Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik und diversen Erfahrungen in "ordentlichen" Berufen entschloss sie sich daher, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und endlich selbst Romane zu schreiben. Sie lebt im idyllischen Osnabrücker Land.

Ira Severin liebt Bücher. Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik und diversen Erfahrungen in "ordentlichen" Berufen entschloss sie sich daher, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und endlich selbst Romane zu schreiben. Sie lebt im idyllischen Osnabrücker Land.

1. Kapitel


Rebekka summte leise vor sich hin, während sie die letzten Punkte von der To-do-Liste erledigte, die sie vor jeder Reise systematisch durchging. Seit sie als feste Freie bei Countryside arbeitete, war sie mehrmals im Jahr für einige Wochen von zu Hause fort. Von ihrer ersten Recherchereise war sie nach zwölf Stunden Abwesenheit noch einmal in ihre Wohnung in Osnabrück zurückgekehrt, um zu überprüfen, ob sie tatsächlich den Herd ausgeschaltet hatte. Seitdem existierte die Liste auf ihrem Smartphone, die inzwischen mehr als hundert Punkte umfasste. Denn es ging nicht nur darum, ihr Zuhause in Sicherheit zu wissen. Es gab auch eine Menge Dinge, auf die sie unterwegs keinesfalls verzichten wollte.

»Wo ist denn …?«, murmelte sie vor sich hin und eilte von der Küche ins Wohnzimmer und von dort weiter in ihr kleines Arbeitszimmer. Schließlich fand sie ihre Lieblingspfanne auf dem Tischchen in der Diele, wo sie sie schon am Vorabend bereitgestellt hatte.

Gerade war sie dabei, die rote Mohairdecke zusammenzurollen, in die sie sich an kühlen Abenden auf der Couch einkuschelte, als irgendwo in der Wohnung ihr Handy seinen Lockruf erklingen ließ. Sie fand es in der Küche neben dem Herd.

»Hallo, Häuptling!«, begrüßte Rebekka nach einem kurzen Blick aufs Display ihren besten Freund York. Seinen Spitznamen trug er seit der gemeinsamen Schulzeit, als er der Anführer einer zwar berüchtigten, aber harmlosen Jungsclique gewesen war. Inzwischen nannte ihn außer Rebekka niemand mehr so.

»Rebekka?«, kam eine piepsige Frauenstimme vom anderen Ende der Leitung.

»Wer ist denn da?« Irritiert runzelte Rebekka die Stirn.

»Mari«, wisperte es leise aus dem Telefon.

»Marie? Welche Marie? Das ist doch Yorks Nummer.« Sie versuchte mit einer Hand weiter die Decke zusammenzulegen, produzierte jedoch nur ein unordentliches Knäuel.

»Mari – nur mit i hinten. Von Marietta«, korrigierte die Frauenstimme sie ein wenig lauter. »Wir haben uns neulich kennengelernt. Bei dem Weinfest in der Innenstadt. Ich bin Yorks neue Freundin. Seit fast zwei Wochen.«

»Ach so! Entschuldige. Manchmal ist es schwierig, mit Yorks Tempo mitzuhalten.« Als der Satz heraus war, biss Rebekka sich sofort auf die Unterlippe. Möglicherweise wusste die mädchenhafte Marietta mit den großen blauen Augen nicht, dass sie in diesem Jahr schon Yorks dritte feste Freundin war, obwohl gerade erst der August angefangen hatte. Länger als vier bis sechs Wochen hielt er es mit keiner aus, und nach der von Seiten der Frauen meistens tränenreichen Trennung dauerte es stets kaum einen Monat, bis er eine Neue hatte.

Marietta stieß ein zartes Lachen hervor. »Ja, York ist ein dyna­mischer Typ. Das finde ich besonders toll an ihm.« Offenbar hatte sie Rebekkas Bemerkung nicht verstanden, was vielleicht besser war. »Er hat sein Handy zu Hause vergessen, und da dachte ich mir, ich nutze die Chance und frage dich, was er für besondere Vorlieben hat.«

Für einen Moment blieb Rebekka die Luft weg. Dann musste sie grinsen. Je mehr York die Frauen in seinem Leben auf Abstand hielt, umso eifriger versuchten sie, ihn einzufangen. Warum nicht mit Sex? So schrecklich erfinderisch war dieser Gedanke nun auch wieder nicht.

»York und ich … Wir waren nie zusammen«, erklärte sie ruhig. »Ich habe keine Ahnung, was er im Bett gut findet, und selbst wenn, würde ich nicht …«

»Nein, nein, das habe ich nicht gemeint. O Gott, wirklich nicht.« Jetzt schien Marietta diejenige zu sein, die keine Luft bekam. »Ich möchte ihm etwas kochen. Damit er sieht, dass es viele Vorteile hat, mit einer Frau zusammen zu sein. Leider kann ich nicht besonders gut kochen. Und ich habe keine Ahnung, was er gern isst.«

Rebekka unterdrückte einen Seufzer. Schon wieder hatte York ganz unabsichtlich mit seiner unverbindlichen Art eine verzweifelte Frau dazu gebracht, sich ordentlich ins Zeug zu legen, um ihn von sich zu überzeugen. »Mit Essen wirst du ihn nicht zu einem Schwiegermuttertraum machen«, erklärte sie streng.

»Aber man sagt, Liebe geht durch den Magen.« Im Gegensatz zu Rebekka gab Marietta sich keine Mühe, einen tiefen Seufzer zurückzuhalten. »Wenn es ein einfaches Rezept wäre, das trotzdem richtig lecker ist …«

»York mag im Grunde alles Herzhafte. Gut gewürzt sollte es sein und mit einer großen Portion Fleisch.«

»Steak?«, piepste es hoffnungsvoll durch die Leitung.

»Das kommt sicher gut an«, stimmte Rebekka heiter zu und kam sich ein bisschen gemein vor. Wenn Steaks nicht auf den Punkt gebraten waren, verwandelten sie sich gern in ungenießbare Schuhsohlen. Obwohl sie sich einbildete, eine Menge vom Kochen zu verstehen, war ihr das in einem unkonzentrierten Moment schon mehr als einmal passiert.

»Steak ist einfach«, stellte Marietta entschlossen fest.

»Wenn man es kann«, pflichtete Rebekka ihr in unverbind­lichem Ton bei.

»Warst du wirklich nie mit York zusammen?« Die Frage kam zögernd und ein bisschen ungläubig.

»Du liebe Güte! Nein!« Obwohl Marietta sie nicht sehen konnte, schüttelte Rebekka heftig den Kopf. »Wir waren immer nur Freunde, was anderes kam für uns nie infrage. Wegen ein bisschen Sex würde ich unsere Freundschaft niemals aufs Spiel setzen. Während York drei Jahre in London war, hatten wir nicht mal Kontakt. Als er zurückkam, sind wir uns zufällig in der Fußgängerzone über den Weg gelaufen. Jetzt treffen wir uns regelmäßig zum Essen oder auf ein Glas Wein und finden es schön, dass wir gemeinsame Erinnerungen an unsere schrecklichen Lehrer und unsere wilde Studienzeit haben.«

»Gut.« Das klang erleichtert, und Rebekka musste schmunzeln.

Selbst wenn sie auf diese Weise für York empfunden hätte, was sie definitiv nicht tat – niemals wäre es ihr eingefallen, sich in die endlose Schlange seiner Kurzaffären einzureihen. Denn sie würde noch da sein, wenn Marietta längst Geschichte war wie all die anderen sexy Frauen mit langen Haaren und ebensolchen Beinen, die sich York eine nach der anderen an den Hals warfen. Im Gegensatz zu diesen Frauen konnte sie mit ihm lachen und lästern und sich auf ihn verlassen, wenn sie Hilfe brauchte. Was ein gutes Gefühl war. Viel besser als der Tanz auf dem Vulkan, den die meisten Beziehungen darstellten, in denen von großen Gefühlen und Auf-immer-und-Ewig gesprochen wurde.

Bei diesem Gedanken schnürte es Rebekka kurzzeitig die Kehle zu, doch sie rief sich sofort zur Ordnung und konzen­trierte sich wieder auf Marietta.

»Versuch es mit einem guten Essen, aber versprich dir nicht zu viel davon.« Bevor sie sich von der wahrscheinlich trotzdem immer noch hoffnungsvollen jungen Frau verabschiedete, wünschte sie ihr viel Erfolg mit dem Steak. Dann widmete sie sich wieder ihrer To-do-Liste. Da sie so viele andere Dinge mitnehmen musste, ließ sie bis auf die Gewürze alles Essbare weg. Wenn sie bald losfuhr, hatte sie nach ihrer Ankunft noch genügend Zeit, ein paar Lebensmittel zu besorgen, bevor die Geschäfte schlossen.

Das kleine Ferienhaus, das sie für die nächsten vier Wochen gemietet hatte, wirkte auf den Fotos im Internet urgemütlich, sie hatte aber festgestellt, dass der nächste größere Supermarkt mehr als fünfzehn Autominuten entfernt lag. Da ihr Mini-Cooper bis unters Dach vollgestopft war, konnte sie auf der Hinfahrt nicht einfach irgendwo anhalten, um etwas Brot, Aufschnitt, Obst und Gemüse zu kaufen. Sie hasste es, ohne Vorräte zu sein, aus denen sie sich jederzeit nach Lust und Laune kleine Mahlzeiten zubereiten konnte. Ganz zu schweigen von den neuen Rezepten, die sie gern sofort ausprobierte, nachdem sie ihr jemand verraten hatte. Das erforderte eine gewisse Planung bei der Vorratshaltung – und Geschäfte in der Nähe. Aber eine gute halbe Stunde Fahrzeit hin und zurück ließ sich bewältigen, wenn sie einfach nicht daran dachte, dass sie zu Hause in Osnabrück zum nächsten Supermarkt zwei Minuten brauchte.

Nachdem sie die Haustür hinter sich zugezogen und den Schlüssel zwei Mal umgedreht hatte, schlenderte sie mit der Bratpfanne in der Hand zu ihrem Mini-Cooper und schob ihre unverzichtbare teflonbeschichtete Reisebegleiterin unter den Beifahrersitz, was ihr nur gelang, indem sie den Stiel zwischen die kleine Reisetasche und den metallicglänzenden Kosmetikkoffer klemmte. Wenn sie jemals auf dem Weg zu einer ihrer Recherchereisen von der Polizei angehalten wurde, würde sie wahrscheinlich eine strenge Verwarnung wegen schlecht verstauten Transportguts erhalten. Aber bisher war immer alles gut gegangen, und sie beschloss, weiterhin optimistisch zu sein. Fröhlich stieg sie ein.

Bevor sie den Motor startete, zog sie ihr Smartphone hervor, um York eine Nachricht zu schicken. Wie immer, wenn sie für längere Zeit verreisen musste, würde er gelegentlich in ihrer Wohnung nach dem Rechten sehen.

Auto ist gepackt, und ich starte jetzt ins Alte Land. Wenn das Land so alt ist, werde ich mich hoffentlich jünger fühlen. Heute um 6 Uhr aufgestanden. Komme mir wie 100 vor. Dir guten Appetit und kräftige Zähne!

Natürlich würde York sich über ihre abschließende Bemerkung wundern. Und er würde ihr bei nächster Gelegenheit beteuern, dass sie mit ihren achtunddreißig Jahren selbstverständlich noch jung sei. Schließlich war er selbst ein gutes Jahr älter und ging mit Riesenschritten auf die vierzig zu. Sie wusste, dass es ihn vor diesem runden Geburtstag ein bisschen graute, deshalb zog sie ihn gern damit auf. Was ihr half, ihren eigenen schon bald bevorstehenden Übergang ins fünfte Lebensjahrzehnt zu...

Erscheint lt. Verlag 9.12.2016
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Dedektiv • Detektiv • Deutsche Krimis • Deutschland • Ermittler • Katzenkrimi • Komissar • Kommisar • Kommissar • Krimi • Krimi Bestseller • Kriminalroman • Krimis • Mord • Mörder • Polizei • Polizist • Spannung • Spannungsroman • Tatort • Thriller • Verbrechen
ISBN-10 3-7325-3100-7 / 3732531007
ISBN-13 978-3-7325-3100-4 / 9783732531004
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