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Ein weißes Feld - Lucas Cejpek

Ein weißes Feld

Selbstversuch

(Autor)

Buch | Hardcover
140 Seiten
2017
Sonderzahl (Verlag)
978-3-85449-470-6 (ISBN)
CHF 25,20 inkl. MwSt
Ein weißes Feld besteht aus vielen, meist kürzeren Passagen, denen jeweils ein Hauptwort vorangestellt ist: »Serviette«, »Milch«, »Auflauf« usw. Lucas Cejpeks neues Buch folgt somit einem lexikalischen Prinzip, doch die Begriffe sind nicht alphabetisch geordnet, sie sind auch nicht chronologisch entstanden, sondern folgen einer sich im Schreibprozess entwickelnden und sich selbst fortspinnenden Dramaturgie - so durchziehen den Gesamttext zahlreiche Fäden, die unterschiedliche Dinge miteinander quer durch die Zeit verbinden.Zwei Worten, »weiß« und »ich«, kommt eine besondere Bedeutung zu, sie mäandern wie ein Fluß durch alle Einzelfelder. Weiß ist für Cejpek eine neutrale Farbe, die das ungewisse Ergebnis einer Selbsterkundung symbolisiert - das Ich als unbeschriebenes und unbeschreibbares Blatt: »Indem man aus sich heraustritt, wird einem die eigene Identität fragwürdig. Das mystische Erlebnis ist ein paradoxer Zustand: Man wird gerade dann identisch mit sich, wenn diese Identität immer weniger greifbar wird.« Lucas Cejpek gibt sich keinen Illusionen hin, er weiß, »Ich« kann jeder sagen. Im Weißen Feld jedenfalls gibt es viele für ihn wichtige und von ihm zitierte Künstler, Schriftsteller, Weggefährten, die über sich und ihre Arbeit sprechen. Das eigene Autoren-Ich beginnt sich so aufzulösen: »Während des Schreibens an meinem Weißen Feld habe ich bemerkt, wie stark sich die Toten zu Wort melden; wie stark die zeitliche Dimension in diesem Tagebuch ist, das ich als Regieanweisung für Ich-Performances begonnen habe.«

Lucas Cejpek, geboren 1956 in Wien, promovierte über Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften als Kulturtheorie, freier Schriftsteller und Regisseur, veröffentlicht Essays, Romane und Gesprächsbücher.

Kaninchen Ich bin der Freiwillige. Ich klettere unter Beifall auf die Bühne und werde von der Assistentin – sie riecht nach feuchtem Stroh – auf die Wangen geküßt. Der Zauberer kommt auf mich zu und lüftet den Hut – der Hut ist ein Schlauch, er saugt mich auf. Als ich wieder zu mir komme, hält mich die Assistentin an den Ohren hoch, und der Beifall rauscht. Klang Der Nachklang ist scharf, nach einem weichen Anfang und einer breiigen Mitte: weiß. Während ich spitz und heiser klingt. Klangfarbe Welche Wörter lassen mich weiß sehen? Abschied und Abscheu, Ekel, Ausnahme, Dame, Fehler, Hohn, Nichts und Ruhe, Schock, Schwindel, Taumel, Tod, Überfluß, Ursprung und Utopie, Vakuum, Wut. Schmerz Welche Farbe hat derSchmerz, frage ich, wenn Weiß keine Farbe ist?

Erscheinungsdatum
Verlagsort Wien
Sprache deutsch
Maße 135 x 210 mm
Gewicht 283 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Literatur
Schlagworte Belletristik und verwandte Gebiete • Hauptwort • lexikalisches Prinzip • Passagen
ISBN-10 3-85449-470-X / 385449470X
ISBN-13 978-3-85449-470-6 / 9783854494706
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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