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Der Seuche entstiegen. (eBook)

Wie schwarz und wie tot war der Schwarze Tod? - Fiktiver historischer Roman
eBook Download: EPUB
2014
680 Seiten
Zudendorp Verlag
978-3-95849-014-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Seuche entstiegen. - Karl Heinz Wesemann
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Der Roman schildert die Zeit um 1350 aus der Sicht eines Priesters, der im Rheinland nicht nur gegen die Pest zu kämpfen hat, sondern gegen noch etwas, was der Seuche entstiegen zu sein scheint. Die Archäologin, die seine Aufzeichnungen und Berichte findet, vertieft sich immer mehr in die Schriften und wird in ihren Bann gezogen, denn sie erfährt Hintergründe von denen sie nie zu träumen gewagt hätte, es aber nun beginnt. Der Umschlagtext: Elvira von Rensdorf gräbt, wie sie es schon oft getan hat, etwas aus dem Boden. Nur dieses Mal verändert ihr Fund das Leben der Archäologin. Das Buch, das sie entdeckt, entpuppt sich als ein Werk eines Priesters zur Zeit der Pestepedemie im Europa des 14. Jahrhunderts. Und das, was er schreibt, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren. Denn nicht der Tod wandelte durch Europa und das Rheinland. Es waren die Toten, die der Seuche entstiegen waren. Folgen sie Elvira und dem Autor des ausgegrabenen Buches, in diesem Genremix aus mittelalterlicher Erzählung und Zombieroman, in eine Zeit vor fast 700 Jahren, in der jeder Tag der letzte sein konnte.

II


 

Es war für Gerd kaum wirklich zu erkennen, was Ellie da so sicher identifiziert hatte. Außer dass es wohl aus Stahl oder Eisen sein musste, oder besser „gewesen sein“ musste.
Sie jedoch suchte aufgeregt in ihrer Tasche und zog ihren Pinsel hervor, den sie in solchen Fällen zum Freilegen benutzte.
Kurze Striche reinigten das Metall ein wenig. Ein Pusten hier, ein Wischen dort und der geschwungene Metallbogen wurde größer.
„Nun lass es schon raus. Was ist es?“, kam es Gerd über die Lippen.
„Ein Griff.“
„Ein Griff? Nur ein Griff? Geht’s noch, Ellie? Ich reiß‘ mir fast die Arme aus, damit du nicht verletzt wirst und das wegen eines Griffes? Ich glaube es…“
„Pscht!“, unterbrach Ellie seinen energischen Redeschwall. „Das ist nicht nur einfach ein Griff, G.
Wenn du genauer hinschaust wirst du feststellen, dass es ein blumenverzierter und gefalteter Griff ist. Einer, der an einer Tür befestigt ist und uns in die Tiefe führen wird. Einer, der untypischerweise ein süddeutsches Muster aufweist und hier an sich völlig fehl am Platz ist. Einer der vermutlich aus dem ausgehenden 14 Jahrhundert stammt; das heißt, aus einer Zeit kurz vor der Aufgabe des Klosters.
Also sag nicht ‚einfach nur ein Griff‘ dazu! Grrrrrr.
Ok, das mit der Datierung ist nur grob geschätzt, aber der Rest wird stimmen!“ sagte sie, und Gerd glaubte ihr einfach.
Wenn sie so sicher klang, war es immer bisher korrekt gewesen, was sie an ‚Fakten aus dem Ärmel schüttelte‘ wie sie sagt.
„Ich bin ja schon ruhig. Also ein besonderer Griff. Gut. Und die Tür dahinter ist im Boden?“
„Ja. Genau das. Wir werden sie schon bald freigelegt haben“, meinte Ellie schon erheblich gelassener und sollte schon in wenig mehr als einem Arbeitstag recht behalten haben.

Etwa einen mal eineinhalb Meter groß im Rechteck lag sie da. Zwischen den Steinplatten eingefügt, mit eisernen, durch die Zeit rotgefärbten Beschlägen. Blättrige Auswürfe aus Rost zierten das Metall hier und da. Das Holz war teils in seinen weichen Stellen ausgefressen, teils voller Blüten durch Schimmel aber dennoch erstaunlich stabil für das Alter, was ihm Ellie unterstellte.
Nicht nur ein, sondern drei Griffe zierten die Tür und seltsamerweise kein Schloss oder Riegel.
Durch den Einsturz der Mauer und die zahlreichen großen Steine und Mörtelteile, war das Holz teilweise gesplittert und hatte sich verzogen, so dass sich eine der Ecken etwas aus dem Boden gehoben hatte.
Anders wäre dieses ungewöhnliche Artefakt den beiden Gräbern vermutlich nicht oder wenn doch, so dann erheblich später aufgefallen. Denn so wie es schien, sollte man diese Tür nicht sofort erkennen. Keine Geheimtür, dafür war sie nun doch zu wenig versteckt. Aber auch nicht ganz so offensichtlich, als dass sie viel benutzt werden sollte.
Ellie kam zu dem Schluss, dass einer der Griffe die Tür würde öffnen können. Sie verwarf die Idee sie unbeschadet aufzusperren jedoch, als der erste der verzierten Türringe bei einer Drehbewegung nachgab und mehr und mehr Lagen seines rostigen Innenlebens preisgab. Ebenso schien ihr die Methode einen neuen Griff einzuschrauben ob des Holzzustandes nicht wirklich erfolgversprechender.

„OK, G. Hier bleibt uns wohl nichts übrig außer Muskelschmalz einzusetzen“, flachste sie. „Ihr Einsatz bitte.“
Ihr Grinsen reichte von einem Ohr zum anderen, trotz dass sie die Frucht eines Arbeitstages nun zum Teufel jagen würden. Sie liebte es, Gerd manchmal auf seine bloße Kraft zu reduzieren. Nur zum Spaß. Und sie wusste, dass er es ihr nicht krumm nahm.
„Jawohl Miss Daisy“, meinte er gelassen und verschwand, nur um wenig später mit einem Hammer zu erscheinen, den Elvira immer als „Marke Steintod“ bezeichnete. Dem guten alten Vorschlaghammer.
Der Kopf des Hammer hob sich und fiel herab in fast demselben Moment.
Gerd setzte das schwere Werkzeug ab und schüttelte den Kopf.
„Ellie, es muss einen anderen Weg da runter geben. Das ist doch sonst nicht deine Art, so schnell die Flinte ins Korn zu werfen. Lass mich mal etwas probieren, ich hab‘ da nämlich etwas gesehen.“
Gerd legte sich auf den Boden und ließ prüfend seinen Blick über die Struktur des Holzes wandern. Er saugte den Anblick der Metallteile und der verwitterten Eichenbretter in sich auf.
Seine Hand wanderte tastend über die Maserung und seine Miene erhellte sich.
„Ja, das könnte klappen. Ich versuche mal etwas. Einschlagen kann ich die Tür ja immer noch, aber so wie ich meine, könnte ich sie retten. Wäre doch einfach viel zu schade drum. Oder, Frau Dok-tor?“
Das stichelnde, langsame Aussprechen ihres Titels, hatte sie am Anfang ihrer Zusammenarbeit fast sekündlich später auf die Palme gebracht, aber mittlerweile musste sie darüber lächeln. Denn sie wusste, dass Gerd sich sicher war etwas ‚zu wissen, was sie nicht weiß‘, und das war in diesem Moment einfach nur gut.
„Hier gibt es einen Spalt, den könnte man... Und dann hier. Da kann ich ansetzen....“
Das hektische, unvollständige Reden war ein zusätzliches Zeichen dafür, dass sich Gerd sicher war, eine Lösung gefunden zu haben.
„Bin gleich wieder da.“, sprach er, und war Sekunden später entschwunden.
Lächelnd verbrachte Minuten später sah Ellie ihn mit einer kleinen Kiste voller Keile, kleinen Hämmern und Dietrichen anmarschiert kommen.
„Das geht, das geht. Wart’s nur ab. Das geht.“, tat Gerd seine Meinung zuversichtlich kund.
Er fing an kleine Keile in die Zwischenräume zwischen der Tür und dem Steinboden zu treiben. Drückte den Spalt breiter und fügte mehr und mehr Keile entlang der Rillen ein, die sich auftaten.
Der Leuchtkegel seiner Taschenlampe erhellte den Zwischenraum und Gerd suchte ihn intensiv und konzentriert nach etwas ab, was er letztlich wohl gefunden zu haben glaubte.
„Yes! Ich wusste es. Ellie schau her!“ rief er freudig und stolz während seine Leuchte den Bereich des Interesses anstrahlte.
„Siehst du den Metallrand dort?“
„Ja, natürlich. Jetzt. Der war vorher nicht zu sehen.“
„Eben. Aber der musste ja nun doch irgendwie da sein, denn da wo Riegel und Knäufe sind, muss es auch ein Schloss geben. Und hier ist es. Ich werde das jetzt mal freilegen und knacken.“
Gerd machte sich daran das Schloss mit Beiteln möglichst zaghaft freizulegen, um es dann aufzusperren. Anschließend setzte er einen Hakenstahl hinein, um damit die Tür aufzuziehen, was aber nur langsam Erfolg verzeichnete. Ein kleiner Spalt tat sich auf, als das Schloss unter dem Zug aufschnappte und nachgab.
„Wow, G! Das reicht. Das reicht! Versuchen wir mal ob…..es….“
Die letzten Worte kamen bereits wieder angestrengt und gepresst über Elviras Lippen, weil ihre Hände schon in dem sich öffnenden Spalt steckten, und versuchten die Türangeln zu überzeugen nachzugeben.
Als Gerd mit anpackte, quittierten sie nach ewiger Zeit des Ausruhens den Widerstand, und taten ihren Unmut darüber mit einem mörderisch lauten Knarren, Knacken und Quietschen kund.
Kühle, mäßig feuchte, dennoch fast modrige Luft stieg aus dem sich öffnenden Steinschlund.
Dunkelheit umfasste die Stufen und beide Wissenschaftler schauten einander staunend aber dennoch aufgeregt und glücklich an.
„Ich hole mal Licht. Auch etwas für Sie, Miss Daisy?“
„Nun gut, Hoke. Bringe er mir auch ein wenig davon mit. Aber hurtig, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“
Der fröhliche Unterton in beiden Stimmen war unüberhörbar und als Gerd mit einem Sortiment aus diversen Stab- und Kopfleuchten, sowie einem Sammelsurium an Baustellenbeleuchtungen erschien, konnten sie es kaum erwarten hinabzusteigen.
Endlich würde ihre Arbeit gekrönt werden. Würde es doch, oder? Es musste einfach. So viele Stunden im Dreck, so viele Liter Schweiß und Tränen der Erschöpfung. Es musste einfach. Und es würde. Sicherlich.
Die Gedanken in Ellies Kopf liefen auf Hochtouren.

Sie blickten sich an und Gerd machte den ersten Schritt auf die sich zeigenden Stufen.
Aus Stein gehauen und erstaunlich wenig ausgetreten, sahen sie doch nicht ungefährlich aus. Im Licht der Stableuchte zeigte sich eine Art Kellergewölbe, welches aber den Namen Keller nicht verdiente, da es nicht einmal zweimal zwei Meter groß war, und die Tiefe auch mehr zum Kriechen als zum Stehen einlud.
Elvira machte sich unbekümmert auf, die Stufen hinabzusteigen, wurde aber von ihrem besonneneren Kollegen gebremst.

„Was ist denn mit Dir los? Seit wann stürmen wir einfach munter drauflos, ohne Messungen?“, tadelte er sie oberlehrerhaft. „Das kannst du aber mal glatt vergessen, Ellie.“
Ihr Blick glich dem eines Kindes, das man beim Bonbon stehlen erwischt hatte.
Sie senkte den Blick und zeigte mit der Hand in Richtung der Treppe vor ihnen, um Gerd zu sagen, dass er mit seinem Messgerät den Vorrang hatte vor ihrer Neugier und Ungeduld.
Vorsichtig stieg Gerd eine Stufe nach der anderen hinab, und leuchtete schwenkend die Wände ab.
Dr. von Rensdorf folgte ihm wenig später und hielt eine der starken Lichtquellen für Baustellen ausgeschaltet in der Hand. Ihre Kopfleuchte war nicht sonderlich hell, erlaubte ihr aber den Blick auf die Stufen so dass sie sicher hinuntergelangte.
„Richtiges Licht, G?“
„Ja, sieht OK aus. Lass es raus.“, beschloss Gerd und signalisierte Elvira so, dass sie das Risiko der starken Hitzequelle eingehen konnten. Bisweilen gab es da Probleme mit Gasen, die es partout nicht mochten wenn man sie erwärmt, bzw. einem Schaltfunken aussetzt. Doch sein...

Erscheint lt. Verlag 8.8.2014
Verlagsort Vachendorf
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-95849-014-X / 395849014X
ISBN-13 978-3-95849-014-7 / 9783958490147
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