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Space Troopers - Folge 15 (eBook)

Eiskalt

(Autor)

eBook Download: EPUB
2016 | 1. Aufl. 2016
130 Seiten
beBEYOND (Verlag)
978-3-7325-3129-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Space Troopers - Folge 15 - P. E. Jones
Systemvoraussetzungen
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FOLGE 15: EISKALT

Trotz Anwesenheit der Insekten-Aliens zwingt Klegh John und sein Team dazu, auf einem Eisplaneten nach Artefakten der Alten zu suchen. John spürt ein unglaublich mächtiges Artefakt auf - doch auf keinen Fall will er Klegh dorthin führen. Aber das Artefakt scheint förmlich nach John zu schreien und droht ihm, sein Bewusstsein zu rauben.

Die Serie SPACE TROOPERS ist packende und actionreiche Military Science Fiction. Im Kampf gegen die Aliens entscheidet sich das Schicksal der gesamten Menschheit. Für Fans von Battlestar Galactica und Leser von David Weber oder Jack Campbell.

1. Kapitel


Mirek war tot.

Und er war schuld daran, wie John sich eingestehen musste. Mirek hatte recht gehabt. Er hätte nachgeben und Klegh etwas vorspielen sollen. Woher sollte dieser vierarmige Wichser denn wissen, ob er wirklich nach einem Artefakt suchen würde oder nur so tat? Aber nein, er war mal wieder zu stur gewesen, um andere Argumente als die eigenen gelten zu lassen. Hatte seinen Kopf um jeden Preis durchsetzen müssen. Und der Preis war Mireks Leben gewesen.

Es war, als hätte jemand das Netz zerschnitten, das ihn und die anderen bisher immer aufgefangen hatte. Hatte er wirklich geglaubt, sein Team würde als einziges ohne Verluste davonkommen? Dabei hatten sie schon Harlan verloren. Es hatte keinen Sinn, sich weiter etwas vorzumachen. Denn Harlan war für sie genauso verloren wie Mirek.

Er vermisste sie – alle beide. Mirek hatte ihn meistens besser verstanden als alle anderen, und er war schonungslos ehrlich gewesen. Wenn er ihm nur öfter zugehört hätte! Und Harlan … Harlan hatte immer gewusst, wie er John aufmuntern konnte. Harlan hatte immer vermittelt. Wäre er dabei gewesen, hätte er ihn bestimmt dazu bewegen können, Mirek aufmerksamer zuzuhören. Dann wäre das alles vielleicht nicht passiert. Und Mirek wäre noch am Leben – und Kim und Ophelia …

»Scheiße«, keuchte John.

»Das fällt dir früh auf«, knurrte Phil.

»Wie geht’s Chadim?«

»Verreckt am Wundfieber. Warum sollte sich da was geändert haben?«

Genauso gut hätte Phil ihn ohrfeigen können.

»Ich hab’s verstanden«, antwortete John tonlos.

»Was? Dass wir hier alle verrecken werden? Schade, dass du das nicht vierundzwanzig Stunden früher bemerkt hast, dann wäre Mirek vielleicht noch am Leben.«

»Es tut mir leid, verdammt! Ich wollte das nicht. Ich habe nie gewollt …«

»Aber es ist passiert!«, fauchte Phil und stieß ihn gegen die Wand.

Ein heißer Stich jagte durch Johns wunden Rücken. Ophelia in seinen Armen stöhnte auf.

»Es ist passiert«, fuhr Phil fort, »weil du nie auf jemanden hörst. Weil du immer glaubst, du wüsstest alles besser. Weil du so ein gottverdammter, sturer Bock bist!«

John biss die Zähne zusammen. »Noch etwas?«

»Nein«, knurrte Phil mit stierem Blick. »Nein, denn ich bin fertig mit dir. Endgültig. Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben. Sieh zu, wie du mit deiner Schuld klarkommst. Sieh zu, wie sie sterben – damit du endlich begreifst, was für ein Arschloch du bist.«

***

»Kim?«

Jemand träufelte Wasser auf seine trockenen Lippen. Kim zuckte unter der Berührung zusammen und stöhnte auf. Die leichte Bewegung hatte genügt, um neuen Schmerz durch seine linke Augenhöhle zu jagen.

Wieder glaubte er zu fühlen, wie die blaue Klinge sich in sein Fleisch bohrte und sein Auge herausriss. Er fühlte das Blut wieder über seine Wange strömen, spürte den irren Schmerz und sah sein Auge – sein Auge – in den Händen dieses Vierarmigen liegen, ehe dieser es wie Abfall auf den Boden warf. Wo Klegh es achtlos zertrat.

»Kim …« Eine Hand strich zitternd durch sein verschwitztes Haar und brachte neuen Schmerz.

Stöhnend öffnete er das eine Auge und starrte in Johns bleiches Gesicht.

»Hey«, flüsterte John. Ein Lächeln huschte über seine Züge. Nur die Augen lächelten nicht. Die glänzten im Halbdunkel der Zelle, als wären sie feucht.

Kim konnte ihn nur anstarren, so verwirrt und schwach war er. Was wollte dieser … dieser … noch von ihm?

Vorsichtig schob John die Hand unter seinem Nacken hindurch und hob seinen Kopf ein wenig an. Ein Gefäß wurde an Kims Lippen gehalten, und kühles Wasser rann in seinen Mund.

Er schluckte im Reflex und war erstaunt, wie durstig er war. Gierig trank er weiter. Zu gierig, denn er verschluckte sich prompt und musste husten. Jedes Husten jagte einen heißen Stich durch seinen Kopf. Kim wimmerte vor Schmerzen und ließ den Kopf zurücksinken.

Mehr Wasser rann in seinen Mund und über seinen Hals. Bis John reagierte und das Gefäß absetzte.

»’Tschuldigung«, raunte er mit heiserer Stimme. Eine zittrige Hand wischte das Wasser aus Kims Gesicht.

»Lass mich«, keuchte Kim.

Er hatte sein Auge verloren. Nein, es war ihm herausgerissen worden, und John hatte dabei zugesehen. Er hatte einfach zugesehen und nichts getan. Dabei war John daran schuld gewesen, dass es so weit gekommen war: Er hätte Klegh doch nur etwas vorlügen müssen. Und er selbst war auch noch so dumm gewesen, John freiwillig zu begleiten.

»Kim, ich … Es tut mir leid. Es tut mir so leid. Ich wollte das nicht. Ich wollte niemals, dass dir was passiert. Oder Ophelia oder …«

»Hau ab«, stöhnte Kim. »Lass mich in Ruhe!«

Er wollte John nicht mehr sehen. Nie mehr wollte er ihn sehen, nie mehr an diesen furchtbaren Augenblick erinnert werden. Und daran, dass der Freund ihn verraten hatte. Das war das Schlimmste an der ganzen Situation.

Johns Hand, die Kims Kopf stützte, begann zu zittern. Ganz langsam und behutsam legte er Kims Kopf wieder auf den Boden.

»Kim …« Johns Stimme war so rau, dass sie ihn im Stich ließ.

»Hau endlich ab«, ächzte Kim und schlug Johns Hand beiseite. »Ich hasse dich.«

***

John wich zurück, als habe er sich verbrannt. Kims Worte schmerzten mehr als jeder Schlag. Okay, was hatte er erwartet? Dass Kim sich bei ihm dafür bedanken würde, dass er seinetwegen sein Auge verloren hatte? Aber warum taten Kims Worte trotzdem so weh?

Ganz klar. Weil er den kleinen Scheißkerl mochte. Weil er auch Harlan mochte und Mirek und Phil, der ebenso wenig noch etwas mit ihm zu tun haben wollte wie Kim. Selbst Chadim mochte er irgendwie.

War das der Preis dafür, dass er das Gefühl hatte, sie alle wären so etwas wie eine Familie? Wenn ja, dann war das scheiße. Dann wollte er das nicht. Dann war die ganze Gefühlsduselei, das ganze Gerede von Verantwortung, Teamgeist und so weiter nur riesengroßer, ausgemachter Mist.

Er brauchte das nicht. Er brauchte niemanden.

John starrte auf seine zitternden Hände. Sein Rücken schmerzte. Phil saß neben ihm, als wollte er nie mehr mit ihm reden. Johns Blick fiel auf Chadim. Dass der krepierte, während er sich hier in Selbstmitleid suhlte, fehlte gerade noch.

Kurz warf er einen Blick auf Ophelia, die er zuvor vorsichtig auf den Boden gelegt hatte, um nach Kim zu sehen. Keuchend zog er sich hoch und kroch auf Händen und Knien zu Chadim. Chadims Augen waren geschlossen. Das Gesicht des Arabers war schweißnass. John zögerte, ehe er vorsichtig seine Hand an Chadims Halsschlagader legte. Der Puls war kaum zu spüren, so schnell und flach war er. Die dunkle Haut glühte förmlich.

Vorsichtig bettete er Chadims Kopf auf seinen Oberschenkel und zwang seine Lippen auseinander, um ihm etwas Wasser aus dem letzten Beutel einzuflößen, den er noch hatte.

Keine Reaktion. Das Wasser rann einfach aus Chadims Mund wieder heraus. John hätte heulen können vor Verzweiflung.

»Chadim«, flüsterte er.

Nichts. Er hatte auch nicht wirklich geglaubt, eine Antwort zu bekommen. Behutsam ließ er Chadims Kopf wieder auf den Boden sinken und wischte das Wasser von den stoppligen Wangen. Wie betäubt blieb er neben ihm hocken und starrte auf das reglose Gesicht.

»John …«

Als er Ohpelias Stimme hörte, zuckte er zusammen.

»John …«

Gott, er wollte nicht mit ihr reden! Wenn sie ihm jetzt auch noch Vorwürfe machte, dann …

»Wasser …«

Obwohl sich alles in ihm dagegen sträubte, wandte er ihr den Kopf zu. Sie hatte die Hand nach ihm ausgestreckt. Seine Kehle wurde auf einmal eng. Auf Händen und Knien kroch er neben sie und bot ihr den Wasserbeutel an.

Mit bebenden Händen nahm sie ihn entgegen und trank die letzten Schlucke, die sich darin noch befanden. Keuchend setzte sie anschließend den Beutel ab. Er wagte nicht, sie anzusehen, war hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, in ihre Arme zu flüchten, und der Angst, von ihr zurückgewiesen zu werden.

»Johnnie«, flüsterte sie.

Sacht strich sie über seine Finger, seinen Handrücken, den Unterarm. Dann berührte sie seine Schulter. Sein Kopf sank tiefer, und plötzlich lag ihre Hand in seinem Nacken.

»Es tut mir leid …«, würgte er hervor.

Ihre Finger streichelten seinen Nacken.

»Ich wollte das nicht …«

»Es ist passiert«, sagte sie.

Und was hieß das? Dass sie ihm verzieh?

Er rang nach Atem. Sein Kopf war so schwer. Sie zog ihn sacht zu sich heran. Ihre Hände strichen über seinen Rücken, stockten.

»Oh, mein Gott! Dein Rücken …«

»Ist nicht schlimm.«

»Hast du wenigstens was getrunken?«

»Ja«, log er. Dabei hatte er das ganze Wasser Kim, Chadim und Ophie gegeben.

»Halt mich fest! Bitte!«

Er wusste nicht, wie er ihre Bitte ablehnen sollte. Gab nach und zog sie vorsichtig in seine Arme.

Ein Seufzen kam aus ihrem Mund. Sie entspannte sich merklich und ließ den Kopf gegen seine Schulter sinken. Ihre Finger streichelten seinen Oberarm. Nach einer Weile krochen sie hoch und berührten sein Gesicht.

»Hör auf, dich zu grämen«, flüsterte sie. »Wir machen alle Fehler …«

»Mirek ist tot …«

»Was glaubst du, wie viele Soldaten Hartfield schon auf dem Gewissen hat – oder Forsman? Auch wenn sie sie nicht mit Absicht in den Tod geschickt haben …«

»Sprichst du vom sogenannten Prize of Command?«, fragte er rau.

Ophie schüttelte sacht den Kopf. »Ich spreche von Fehlern, die jeder mal macht. Im Krieg können sie tödlich sein. Aber das Wichtige ist, dass man...

Erscheint lt. Verlag 1.12.2016
Reihe/Serie Space Troopers
Space Troopers
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Aliens • Apokalypse • Avatar • Big Bang Theory • Dystopie • High Tech • John Flanagan • Military Science Fiction • Post Apokalypse • R2D2 • Raumschiff • Science Fantasy • Science Fiction • Science Fiction Romane • Science-Fiction-Thriller • Sci Fi • SciFi • space • Star Wars • Technology • Timothy Zahn • Utopie • Weltall • Weltraum • Zukunft
ISBN-10 3-7325-3129-5 / 3732531295
ISBN-13 978-3-7325-3129-5 / 9783732531295
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