Blutschande (eBook)
328 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7431-6867-1 (ISBN)
Nicolas und sein menschlicher Freund Brendan sind nach einem Unfall in einem alten Tunnel verschüttet. Um dem verletzten Brendan die Wartezeit bis zu ihrer Bergung zu verkürzen, erzählt Nicolas ihm die Geschichte seiner schlimmen Kindheit und Jugend im Kiew des angehenden 15. Jahrhunderts. Im Bordell geboren, wurde er mit etwa 12 Jahren an einen Gutsbesitzer verkauft, dem er erst nach Jahren entfliehen kann. Doch es ist nicht einfach, sich allein durchzuschlagen, um zu überleben verkauft er seinen Körper. Das wird ihm letztendlich zum Verhängnis, er wird schwer verletzt und droht zu sterben. Doch ein geheimnisvoller Fremder findet den Sterbenden und rettet ihn durch sein Blut. Fortan folgt Nicolas dem Vampir Wladimir und wird dessen Ziehsohn. Doch seine Vergangenheit lässt Nicolas nicht zur Ruhe kommen und er droht an einer Krankheit zu sterben. Um ihn zu retten macht Wladimir ihn zum Vampir. Nach Jahren verlässt Nicolas seinen Vampirvater, um sich die Welt anzusehen. Doch auch ein Unsterblicher ist nicht vor Gefahren gefeit.
Mein Name ist Gerdi M. Büttner und ich schreibe seit etwa 20 Jahren Fantasy-Romane. Was mich dazu brachte, waren in erster Linie Fantasy-Romane, die ich gelesen, die mir aber nicht gefallen haben. Aus einem Ratgeber für angehende Autoren merkte ich mir einen einzigen Satz: Schreiben Sie nur das, was sie selbst gerne lesen möchten. Daran hab ich mich bis heute gehalten und deshalb behaupte ich, fallen meine Romane zumindest aus dem Rahmen der Bücher, die einem Genre-Trend folgen. So wie zum Beispiel bei den Vampiren. Da geht es fast nur noch um Krieg zwischen Clans oder um Blutsauger, die von anderen Sternen kommen und die Menschheit bedrohen. Sie haben mit dem guten alten Dracula so gut wie nichts mehr zu tun. Nun, meine auch nicht so sehr, aber sie sind doch noch echte Vampire und sie erleben in jedem Band völlig andere Abenteuer. Hexer- und Geistergeschichten sind seit dem letzten Harry Potter kaum noch zu finden, bei mir bekamen sie ein Comeback. Bulldogge Robin erzählt sein aufregendes Leben als Tierschutzhund. Den gesamten Erlös dieser Romane spende ich an Organisationen, die Tieren in Not helfen. Auch mein Roman Engelsaugen unterscheidet sich von den herkömmlichen Engel-Romanen, die sich meist um Teenie-Romanzen drehen. Weil meine Geschichten so bleiben sollen, wie ich sie mir ausgedacht habe, verlege ich meine Bücher selbst. Für die Umwandlung meiner Manuskripte in Buchseiten und die Gestaltung des Umschlages habe ich meinen Mann in die Pflicht genommen. So bleibt alles in der Familie. Deshalb ist in meinen Romanen auch 100 % Gerdi M. Büttner drin, wenn mein Name draufsteht. Interessantes über mich, Leseproben aller Romane auf meiner Homepage https://www.gerdi-m-buettner.de
Kapitel 1: Der Unfall
„Schau nur Daddy, Bojan fürchtet sich vor Daisy.“ Aufgeregt zupfte Shawna am Hemdsärmel ihres Vaters und deutete auf die beiden ungleichen Hunde. Tatsächlich sah es so aus, als würde sich der große, massige Bullmastiff vor dem winzigen weißen Fellknäuel ängstigen. Er lag demütig ergeben auf der Seite und streckte eine große Pranke in die Luft, so als wolle er um Gnade bitten. Der kleine Westhighland-Welpe hing an seinem Ohr und zerrte mit hellem Knurren daran. Schließlich wurde es dem alten Rüden zu dumm. Mit einem leisen Grollen sprang er auf die Beine und schüttelte den kleinen Plagegeist ab. Dann trollte er sich in eine entfernte Zimmerecke wo er sich aufseufzend niederfallen ließ.
Daisy wollte ihm sofort nachsetzen, doch Daniel war schneller. Er packte den Welpen am Nacken und hob ihn hoch. Dann legte er das Hündchen behutsam in die Arme seiner Tochter. „Ich glaube für dich und Daisy wird es höchste Zeit ins Bett zu gehen. Kleine Mädchen und kleine Hunde brauchen ihren Schlaf. Sage deinen Onkeln gute Nacht.“
„Klar, Daddy!“ Widerspruchslos steuerte Shawna Brendan und Nicolas an, den Welpen hielt sie fest an die Brust gedrückt. „Gute Nacht Onkel Brendan, gute Nacht Onkel Nico. Und vielen Dank für die vielen Geschenke. Daisy ist wirklich das allerschönste Geburtstagsgeschenk. Ich habe mir schon so lange einen eigenen Hund gewünscht.“
Nicolas hob sie hoch und drückte ihr einen Kuss auf die Backe. „Gute Nacht, Shawna. Es freut mich, das Daisy dir gefällt. Brendan und ich haben extra das schönste Hundemädchen für dich ausgesucht.“ Er reichte sie an Brendan weiter, der sich ebenfalls herzlich von seiner kleinen Nichte verabschiedete.
Als Shawna in ihrem Zimmer verschwunden war, setzten sich die drei Vampire und ihr menschlicher Freund im Kaminzimmer zusammen.
„Ah, so ein Kindergeburtstag ist eine anstrengende Sache.“ Daniel streckte seine langen Beine aus und lehnte sich gemütlich im Sessel zurück. „Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verfliegt. Nun ist meine kleine Shawna schon fünf Jahre alt. Es kommt mir so vor, als hätte ich sie erst gestern zum ersten Mal im Arm gehalten. Ergeht es dir nicht ebenso, Tessa?“
Zärtlich legte er den Arm um die zierliche Frau und zog sie nahe zu sich heran. „Und noch immer kommt es mir wie ein Wunder vor, dass wir sie haben.“
„Ihre Existenz ist auf jeden Fall ein Wunder“, behauptete Nicolas ganz ernst.“ Ich werde nie begreifen, wie ein Baby in Tessas Vampirkörper überleben konnte. Und ihre Ähnlichkeit mit Daniel ist ein weiteres Wunder. Mit ihrem biologischen Erzeuger hat sie absolut nichts gemein, so, als hätte es ihn nie gegeben. Aber das ist auch gut. Auf diese Weise werdet ihr nicht ständig an Randall erinnert.“
Shawna war durch eine Vergewaltigung gezeugt worden. Die, damals noch menschliche Tessa, war von ihrem eifersüchtigen Chef, dem Wissenschaftler Dr. Tim Randall zuerst entführt, dann unter Drogen gesetzt und schließlich vergewaltigt worden. Nach ihrer abenteuerlichen Befreiung war aus der jungen, aufstrebenden Ärztin eine todkranke, süchtige Frau geworden. Und zu allem Unglück musste sie feststellen, dass sie schwanger war. Daniel hatte verzweifelt versucht ihr mit Gaben seines heilsamen Vampirblutes das Leben zu retten. Aber sie wurde zusehends schwächer. In seiner Angst die geliebte Gefährtin zu verlieren flehte er sie an, sie zum Vampir machen zu dürfen. Tessa willigte schließlich nach langem Bedenken ein. Niemand rechnete damals damit, dass das Kind in ihrem Leib die Umwandlung überstehen würde. Doch das Wunder geschah, das Ungeborene überlebte. Ein noch größeres Wunder war, dass sie statt ihrem leiblichen Vater Daniel glich. Und jetzt nach fünf Jahren war diese Ähnlichkeit nicht mehr zu übersehen. Shawna besaß die gleichen ebenholzschwarzen Haare wie der Vampir. Auch ihre Gesichtszüge waren seinen gleich. Und für ihr Alter war sie sehr groß, ebenfalls ein Merkmal, das auf den hochgewachsenen Vampir zutraf. Einzig die leuchtenden grünen Augen hatte sie von ihrer Mutter geerbt.
Die Vampire konnten sich das Phänomen dieser Ähnlichkeit nur dadurch erklären, das Daniels Blutgaben an Tessa die Gene des Ungeborenen verändert hatten. Denn Vampire, männliche wie weibliche, waren zeugungsunfähig. Nur Randall konnte Shawnas Vater sein. Doch obwohl Tessa, die Ärztin und Wissenschaftlerin, unermüdlich nach der Ursache dieser Verwandlung im Mutterleib forschte, war sie dem Geheimnis noch keinen Schritt näher gekommen.
Nach einer kurzweiligen Stunde, die sie plaudernd verbrachten, streckte Brendan gähnend seine Glieder. „Also ich weiß, dass ihr noch nicht müde seid. Aber leider fordert mein elender menschlicher Körper seinen Schlaf.
Und morgen muss ich schon in aller Frühe nach Edinburgh aufbrechen. Ich würde deshalb gerne nach Hause fahren.“
Nicolas musterte ihn kurz mit ärgerlich hochgezogener Augenbraue. Er mochte es nicht, wenn Brendan so abfällig über sein menschliches Dasein sprach. Doch um einen weiteren leidigen Wortwechsel zu vermeiden schwieg er zu dem unausgesprochenen Vorwurf des Freundes. Es war ihm längst bewusst, wie gerne Brendan ebenfalls zum Vampir werden wollte. Aber nach Nicolas‘ Meinung war die Zeit dafür noch nicht gekommen.
Langsam und träge hob er seine hohe Gestalt aus dem Sessel und nickte zustimmend. „Ich richte mich ganz nach dir. Unsere beiden Turteltäubchen hier werden sicher dankbar für unseren Aufbruch sein.“
Grinsend zwinkerte er Daniel und Tessa zu, die noch immer eng aneinander geschmiegt, in dem Sessel saßen. Er winkte lässig ab als Daniel so tat, als wolle er sie zur Türe begleiten. „Nein, nein, bleib ruhig sitzen, wir finden auch alleine hinaus.“
„Es ist besser, ich fahre“, schlug er wenig später vor, als sie an Brendans Wagen angekommen waren. „Du hast Alkohol im Blut. Wir wollen nicht riskieren, dass du ins Röhrchen pusten musst.“
Brendan nickte zustimmend und begab sich auf die Beifahrerseite. Müde ließ er sich auf den Sitz fallen und schloss die Augen. Nachdem Nicolas den Sitz seinen langen Beinen angepasst hatte fuhr er langsam durch das Burgtor und dann die gewundene Zufahrtsstraße hinab. Nach ein paar schweigsamen Minuten warf er einen schnellen Blick auf seinen stillen Beifahrer. Brendan tat als schlafe er, doch Nicolas‘ Vampirsinnen entging nicht, dass er in Wahrheit hellwach war.
„Welche trüben Gedanken wälzt du in deinem Kopf, Bren? Darf ich daran teilhaben?“
„Wieso weißt du, dass ich nicht schlafe? Schnüffelst du wieder einmal in meinen Gedanken herum?“ Brendan wandte ihm das Gesicht zu und blickte ihn fast feindselig an.
Der Vampir seufzte innerlich auf. Er konnte sich denken, was nun kam. Dieses Thema wurde in letzter Zeit immer mehr zum Streitpunkt zwischen ihnen. Doch er war nicht gewillt, jetzt zu streiten. Deshalb lenkte er besänftigend ein.
„Du kennst mich lange genug. Inzwischen sollte dir klar sein, dass ich nicht unaufgefordert in deinen Gedanken schnüffele, wie du das nennst.
Aber deine plötzliche schlechte Laune ist auch so unübersehbar. Lass mich raten, es ist wieder einmal das alte leidige Thema, oder? Immer wenn du Tessa siehst, fällt es dir wieder ein. Du beneidest sie glühend darum, ein Vampir zu sein. Stimmt‘s?“
Nun drehte sich Brendan so auf seinem Sitz zur Seite, dass er den Freund genau vor Augen hatte. „Warum fragst du, wenn du es genau weißt. Ja, es stimmt, ich beneide sie darum. Schau sie dir an, sie ist eine Schönheit und wird es für immer bleiben. Ich hingegen werde ständig älter. Mag sein, dass ich jetzt noch jung und attraktiv genug bin, um dich an mich zu binden. Aber wie ist es in ein paar Jahren? Ich bin jetzt fünfunddreißig, aber die Jahre fliegen dahin. Ich werde alt und du bleibst ewig jung. Irgendwann sehe ich aus, als wäre ich dein Vater. Sage mir nicht das würde dich nicht stören, das kann ich nicht glauben. Ich habe einfach Angst, du verlässt mich eines Tages. Auch wenn du mir noch so oft versicherst, du wirst mich immer lieben.“
Nicolas nahm den Blick nicht von der gewundenen Straße, doch er konnte sich Brendans leidenden Gesichtsausdruck lebhaft vorstellen. Innerlich seufzte er erneut auf. In gewisser Weise verstand er dessen Ängste sehr gut. Deshalb entschloss er sich, ihm wenigstens ein kleines Zugeständnis zu machen.
„Brendan“, begann er. „Ich werde dir ein kleines Geheimnis offenbaren. Ich sehe, wie sehr du leidest, aber glaube mir, das ist ganz unnötig. Also nur so viel. Ich kann mir durchaus vorstellen, dich eines Tages zu meinesgleichen zu machen. Aber so etwas darf nie willkürlich geschehen. Es ist keineswegs einfach, ein neues Geschöpf der Nacht zu erschaffen. Und gerade das wichtigste Kriterium erfüllst du, zumindest im Moment, noch nicht.“
„Und welches Kriterium wäre das?“ fragte Brendan atemlos. Die Offenbarung machte ihn fast sprachlos vor Aufregung. Doch sogleich schlich sich Sorge in seine Gedanken. Was, wenn er dieses wichtige Kriterium niemals erfüllen konnte?
„Das wäre,...
| Erscheint lt. Verlag | 10.10.2016 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Abenteuer • Blutgier • Russland • Spannung • Vampire |
| ISBN-10 | 3-7431-6867-7 / 3743168677 |
| ISBN-13 | 978-3-7431-6867-1 / 9783743168671 |
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