Warum lügt die Patientin? (eBook)
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-7409-0363-3 (ISBN)
Eine der herausragenden Autorinnen im Romanheftbereich ist Patricia Vandenberg. Mit ihren berühmt gewordenen Romanserien Dr. Norden und Im Sonnenwinkel sowie zahlreichen serienunabhängigen Romanen hat sie sich in die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser geschrieben. Von ihr existieren mehr als 1.500 Romane, die sie seit den 1960ern bis zu ihrem Tod in 2007 verfasste. Wie beliebt Patricia Vandenberg, deren Romane seit mehr als 40 Jahren im Martin Kelter Verlag in Print erscheinen, tatsächlich ist, beweist nicht zuletzt die ungebrochene Lesernachfrage ihrer Texte. Man kann von einer zeitlosen Gültigkeit sprechen, denn eine Lesergeneration nach der anderen wurde und wird in ihren Bann gezogen. Hervorzuheben ist die unnachahmliche Erzählweise Patricia Vandenbergs, die sie immer wieder großartig demonstrierte. Ins Leben gerufen und entscheidend geprägt hat Patricia Vandenberg auch die große Romanserie um Kinderschicksale Sophienlust. Bemerkenswert sind ihre übersinnlichen, phantastischen Amulett-Romane, die ebenfalls die erzählerische Meisterschaft dieser großen Schriftstellerin beweisen. Viele weitere Romane von Patricia Vandenberg unterstreichen die besondere Beliebtheit dieser Schriftstellerin, deren Verdienste im Romanheftgenre hervorzuheben sind. Das Geheimnis des Erfolges lag neben ihrer erzählerischen Kompetenz in ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Sorgen und Sehnsüchten ihrer Mitmenschen begründet. Das richtige Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Leser wirkt sich auch und gerade in der heutigen Zeit sehr positiv auf das Renommee eines Schriftstellers aus. Genau das ist bei Patricia Vandenberg in besonderem Maße der Fall, deren breitgefächerte, virtuose Einfälle auch noch nach ihrem Tod einem großen Lesepublikum viel Freude bereiten.
Eine der herausragenden Autorinnen im Romanheftbereich ist Patricia Vandenberg. Mit ihren berühmt gewordenen Romanserien Dr. Norden und Im Sonnenwinkel sowie zahlreichen serienunabhängigen Romanen hat sie sich in die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser geschrieben. Von ihr existieren mehr als 1.500 Romane, die sie seit den 1960ern bis zu ihrem Tod in 2007 verfasste. Wie beliebt Patricia Vandenberg, deren Romane seit mehr als 40 Jahren im Martin Kelter Verlag in Print erscheinen, tatsächlich ist, beweist nicht zuletzt die ungebrochene Lesernachfrage ihrer Texte. Man kann von einer zeitlosen Gültigkeit sprechen, denn eine Lesergeneration nach der anderen wurde und wird in ihren Bann gezogen. Hervorzuheben ist die unnachahmliche Erzählweise Patricia Vandenbergs, die sie immer wieder großartig demonstrierte. Ins Leben gerufen und entscheidend geprägt hat Patricia Vandenberg auch die große Romanserie um Kinderschicksale Sophienlust. Bemerkenswert sind ihre übersinnlichen, phantastischen Amulett-Romane, die ebenfalls die erzählerische Meisterschaft dieser großen Schriftstellerin beweisen. Viele weitere Romane von Patricia Vandenberg unterstreichen die besondere Beliebtheit dieser Schriftstellerin, deren Verdienste im Romanheftgenre hervorzuheben sind. Das Geheimnis des Erfolges lag neben ihrer erzählerischen Kompetenz in ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber den Sorgen und Sehnsüchten ihrer Mitmenschen begründet. Das richtige Einfühlungsvermögen, der Blick in die Herzen der Leser wirkt sich auch und gerade in der heutigen Zeit sehr positiv auf das Renommee eines Schriftstellers aus. Genau das ist bei Patricia Vandenberg in besonderem Maße der Fall, deren breitgefächerte, virtuose Einfälle auch noch nach ihrem Tod einem großen Lesepublikum viel Freude bereiten.
Sonnengebräunt und gut gelaunt kam Dr. Jan Thiele von seinem Urlaub in Kenia zurück. Er schwärmte von der herrlichen Landschaft, dem klaren Wasser, von der Safari und dem vorzüglichen Service in einem erstklassigen Hotel.
Dr. Thiele, schon seit Jahren der Gynäkologe und Strahlemann in der Prof.-Kayser-Klinik, verstand es, fesselnd zu erzählen, und er versprach den Kollegen und Schwestern, ihnen seine Aufnahmen vorzuführen, wenn es mal einen ruhigen Abend geben würde.
Ja, wenn! In der letzten Zeit ging es wieder turbulent zu in der Klinik, und besonders auf der Frauenstation herrschte Hochbetrieb.
Eine längere Verschnaufpause konnten sich die Schwestern nicht gönnen, um Dr. Thieles interessanter Berichterstattung zu lauschen. So bekamen sie auch nicht mit, als er von Schwester Marie verschmitzt gefragt wurde, wie es denn mit der Damenwelt bestellt gewesen wäre.
»Teils – teils«, erwiderte Jan gleichmütig, aber da sprach keine Begeisterung aus seinen Worten, und Marie wunderte sich.
Er war nicht nur ein Frauenliebling, er liebte auch die Abwechslung. An eine feste Bindung schien er immer noch nicht zu denken. Schon oft war er verliebt gewesen, aber keine Frau hatte ihn bisher zu fesseln vermocht.
Zu Schwester Marie, der er doch manchmal sein Herz ausschüttete, hatte er schon mal gesagt, dass er wohl nicht zur Ehe tauge.
Schwester Marie machte sich darüber schon ihre Gedanken. Wahrscheinlich hatte er doch ein paar Erfahrungen gemacht, die ihm Warnung gewesen waren. Nette Mädchen kannte er auch, mit denen er hin und wieder ausging, ohne dass sich eine ernste Absicht dahinter verbarg. Jedenfalls konnte er sich nicht vorstellen, mit einer von ihnen ein ganzes Leben zu verbringen.
Eine Ehe, wie Leon Laurin und seine Frau Antonia sie führten, schwebte ihm vor, aber eine Frau wie Antonia, die er sehr mochte, traf man nicht oft.
Nun ging es aber wieder an die Arbeit, mit frischer Kraft und dem Optimismus, den er stets ausstrahlte. Gerade deshalb war er so beliebt.
*
Dr. Laurin konnte sich gerade von einer sehr glücklichen Patientin verabschieden. Er hatte Andrea Hellmers sagen können, dass sie im zweiten Monat schwanger sei. Mit Zittern und Zagen war sie wieder zu ihm gekommen, nachdem sie sich schon zwei Mal getäuscht hatte. Aber nun strahlte sie.
»Mein Mann wird sich freuen«, sagte sie. »Wir sind ja nun fast drei Jahre verheiratet, und Jobst macht sich immer Gedanken, weil er ja zwölf Jahre älter ist als ich.«
»Das spielt doch überhaupt keine Rolle, wenn man sich liebt«, sagte Dr. Laurin. »Jedenfalls ist alles in bester Ordnung, Frau Hellmers.«
»Und auf das Baby wird er bestimmt nicht eifersüchtig sein«, sagte sie mit einem weichen Lächeln.
»Ist er denn sonst eifersüchtig?«, fragte Dr. Laurin, der sich gern auch mit solchen Problemen vertraut machte, da während einer Schwangerschaft öfter ungeahnte Konflikte entstanden durch besondere Eigenheiten des werdenden Vaters.
»Das kann man sagen, wenn er auch überhaupt keinen Grund hat«, erwiderte Andrea Hellmers nachsichtig. »Besonders schlimm ist es, wenn ein anderer Mann mit mir tanzt. Ich bin froh, dass wir jetzt einen Grund haben, solche Einladungen nicht wahrzunehmen.«
»Tanzen und Bewegung könnte aber nicht schaden. Und außerdem sollten Sie immer in guter Stimmung sein, das vermittelt sich auch dem Baby.«
Andrea war sechsundzwanzig, und als sie den Oberregierungsrat Jobst Hellmers kennenlernte, hatte sie noch nicht ans Heiraten gedacht. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, als Dolmetscherin weit in der Welt herumzukommen.
Obgleich Jobst gewiss kein Frauentyp war, war sie von ihm fasziniert gewesen. Vielleicht lag das auch an dem Hauch Unnahbarkeit, der ihn umgab und der ihn besonders interessant machte. Und es war auch seine Intelligenz, sein universelles Wissen, das Andrea imponierte.
Er war nicht der Typ eines Beamten, eher der eines Wissenschaftlers. Als sie sich näher kennenlernten, sagte er ihr, dass es in seiner Familie eine Tradition sei, dass ein Sohn Beamter wurde. Inzwischen war er schon Ministerialdirektor geworden, und sein Großvater war einst Minister gewesen, sein Vater Botschafter.
Als Andrea jetzt heimfuhr, dachte sie an den Tag zurück, als Jobst ihr seinen Heiratsantrag machte. Lange hatten sie sich da noch nicht gekannt, und sie war sehr überrascht gewesen. Er sagte nur knapp, dass er von Anfang an eine Ehe im Auge gehabt hätte und um ihr Ja bitte. Sollte sie es sich erst lange überlegen müssen, sei es wohl besser, wenn sie sich gleich trennen würden.
Doch sie brauchte keine Bedenkzeit. Es gefiel ihr sogar, dass er so konsequent war, denn sie vertrat auch den Standpunkt, dass ein langes Überlegen eine Unsicherheit einschließen würde. Sie hatte schon einmal eine große Enttäuschung erlebt, aber die sollte nun vergessen sein. Sie sprach nicht darüber, sie sah dafür keinen Grund.
*
Während sich Andrea überlegte, welches Essen sie ihrem Mann an diesem Abend machen wollte, denn es war ja ein doppelt festlicher Anlass, da sie sich vor genau vier Jahren kennengelernt hatten, saß Dr. Thiele am Bett einer anderen jungen Frau, der Trost zugesprochen werden musste, denn sie hatte gerade eine ziemlich schwere Fehlgeburt überstanden.
Nina Neubert war nicht verheiratet, und deshalb hatte man hier in der Klinik auch angenommen, dass ihr die Fehlgeburt ganz willkommen sein würde. Aber dem war nicht so. Nina war todunglücklich. Sie war achtundzwanzig, Chefsekretärin, verdiente gut und hatte eine sehr hübsche Wohnung. Sie sagte, dass alle Voraussetzungen vorhanden gewesen wären, dem Kind eine frohe Kindheit zu gönnen, da ihre verheiratete Schwester das Kind gern mit betreut hätte, während Nina ihrem Beruf nachging.
»Aber allein für ein Kind sorgen zu müssen, erfordert doch einige Opferbereitschaft«, sagte Dr. Thiele.
»Ach was, es wäre doch mehr Freude«, widersprach sie. »Männer können das nicht verstehen, deshalb hat sich ja mein Partner auch von mir getrennt. Jetzt kommt er bestimmt wieder angekrochen, aber nun kann er mir gestohlen bleiben. Früher wollte ich auch kein Kind haben, aber wenn man älter wird und dann die anderen sieht, die Kinder haben, kommen die Wünsche, das Mutterglück auch genießen zu können.«
»Nun, Sie könnten bald wieder ein Kind haben«, sagte Dr. Thiele tröstend.
Marie schmunzelte, als er aus dem Krankenzimmer kam.
»Na, Sie Seelentröster, Erfolg gehabt?«, fragte sie.
»Nicht so ganz. Sie wollte das Kind wirklich haben.«
»Sie wird es verschmerzen«, meinte Marie.
»Sie schätzen sie wahrscheinlich falsch ein.«
»Mag sein, aber sie ist eine Karrierefrau. Ihr Chef wird es ihr schon schmackhaft machen, dass sie ihm unentbehrlich ist.«
»Wie kommen Sie denn darauf?«, fragte Dr. Thiele.
»Weil er schon drei Mal angerufen hat, wie es ihr geht. Außerdem wollte er wissen, ob er sie besuchen darf.«
»Aber er ist nicht der Vater des Kindes«, sagte Jan.
»Vielleicht ist sein Interesse an ihr größer«, meinte Marie hintergründig.
*
Andrea Hellmers hatte den Tisch festlich gedeckt. Leichtfüßig eilte sie durch das hübsche, sehr geschmackvoll eingerichtete Haus.
Es war alles bestens organisiert. Das Essen war vorbereitet, nur die Steaks mussten dann noch in die Pfanne.
Jobst kam mit Blumen. Er hatte den Tag des Kennenlernens noch nie vergessen, wie natürlich auch den Hochzeitstag nicht.
Andrea war gerührt. Er brachte herrliche weiße und zartrosa Rosen. Seinen Sinn für das Besondere verriet das breite Armband, das er ihr dann gleich anlegte. Es war schönste Juwelierarbeit.
»Du sollst mich nicht so verwöhnen, Jobst«, sagte sie, »von mir bekommst du erst in ein paar Monaten etwas Schönes.«
Er sah sie fragend an.
»Wir werden ein Baby haben«, flüsterte sie, und da riss er sie jubelnd in die Arme. Sie hatte nicht gedacht, dass er seine Freude auch so stürmisch zeigen konnte.
Aber dann streichelte er sie gleich besorgt. »Ich muss ja jetzt ganz behutsam mit dir umgehen«, sagte er. »Hast du auch den richtigen Arzt gewählt?«
»Dr. Laurin. Er ist ein sehr guter Arzt, und die Prof.-Kayser-Klinik ist auch ein schönes Gebäude, wo ich es bestimmt recht bequem haben werde.«
»Ja, Dr. Laurin genießt einen ausgezeichneten Ruf. Ich habe das schon von Kollegen gehört. Es wird bedauert, dass Laurin keinen Lehrstuhl angenommen hat. Er ist eine Kapazität wie sein Schwiegervater, Professor Kayser.«
»Du weißt sehr gut Bescheid«, meinte Andrea lächelnd.
»Wir haben ja viel mit den Ärzten zu tun, und leider gibt es da auch einige schwarze Schafe, Liebes.«
Durch diese Bemerkung wurde Andrea an etwas erinnert, woran sie sich lieber nicht erinnert hätte. Aber als sie dann die Steaks zubereitete, wurde diese Erinnerung doch lebendig.
Ja, sie hatte einen jungen Mann gekannt, der Medizin studierte, nachdem er ein glänzendes Abitur gemacht hatte, ein sehr intelligenter junger Mann war das gewesen. Aber er war auch sehr eitel und eingebildet, denn er sah blendend aus.
Das Studieren war ihm bald leid geworden, denn er bekam eine Filmrolle angeboten, in der er einen jungen Arzt darstellen sollte, was ihm natürlich leichtfiel, denn er brachte alles dazu mit. Er war es leid, Vorlesungen zu besuchen, er wollte jetzt der anderen Karriere den Vorzug geben, schnell das große Geld verdienen …
Andrea schob diese Gedanken weg, als sie sich zu ihrem Mann setzte, der sie dann mit liebevollem Lob für das Essen bedachte.
*
Dr. Thiele hatte einen anstrengenden Tag hinter sich, als er von Dr....
| Erscheint lt. Verlag | 24.5.2016 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Laurin | Dr. Laurin |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Arzt • Chefarzt • Doktor • Dr. Daniel • Dr. Norden • Fortsetzungsroman • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landdoktor • Martin Kelter Verlag |
| ISBN-10 | 3-7409-0363-5 / 3740903635 |
| ISBN-13 | 978-3-7409-0363-3 / 9783740903633 |
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