Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 1619 (eBook)

Die Vampir-Echse

(Autor)

eBook Download: EPUB
2016 | 1. Aufl. 2016
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4390-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1619 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Wir hatten Vampire in allen Variationen erlebt. Alt und jung. Männlich und weiblich. Brutal, blutgierig und hinterlistig. So leicht konnte uns nichts mehr überraschen. Doch dieser Fall, den Shao und Suko an mich herangetragen hatten, sprengte all unsere Vorstellungen. Denn Shao und Suko hatten ein Wesen gesehen, das wir uns nicht einmal im Traum hätten vorstellen können ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Vampir-Echse


Lisa Dell umarmte Shao und flüsterte ihr ins Ohr: »Danke, dass du mir geholfen hast.« Sie lachte leise. »Manchmal kann das Benutzen des PCs oder das Spielen damit ziemlich kompliziert sein.«

Jetzt musste auch Shao lachen. »Hör auf, du hast es geschafft, war doch keine Prüfung.«

»Ich hätte mich sonst blamiert«, sagte Lisa, »und genau das wollte ich nicht.«

»Egal, ich bin jedenfalls froh, dass du damit zurechtgekommen bist, Lisa.«

Die blonde Frau mit dem Stoppelschnitt sagte: »Wie wär’s, wenn du noch mit zu mir kommst und wir einen Drink zusammen nehmen? Gewissermaßen als ein kleines Dankeschön?«

Shao dachte kurz nach. Es war hin und wieder vorgekommen, dass die Mitglieder des Computer-Clubs nach den beiden abendlichen Stunden noch etwas tranken. In der Regel taten sie das gemeinsam. Shao hätte auch nichts dagegen gehabt, mit Lisa noch einen Schluck zu nehmen, aber sie war an diesem Abend rechtschaffen müde, und das sagte sie der Bekannten auch.

»Im Prinzip habe ich nichts dagegen, Lisa. Nur nicht heute. Ich bin irgendwie müde und froh, wenn ich mich hinlegen kann. Außerdem wartet jemand auf mich.«

»Suko – oder?«

»Genau.«

Lisa senkte den Blick. »Du magst ihn sehr, nicht wahr?«

»Das kann man wohl sagen.«

»Na ja …« Lisa räusperte sich. »Vielleicht klappt es bei mir ja auch mal wieder. Meine letzten beiden Beziehungen sind zusammengefallen wie das berühmte Kartenhaus. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.«

»Das sollte man auch nicht.«

Lisa Dell lächelte etwas verkrampft, als sie Shaos Hände umfasste. »Dann wünsche ich dir noch eine ruhige Nacht.«

»Ich dir auch.«

»Und wir telefonieren wieder miteinander?«

Shao nickte. »Klar.« Sie reckte ihr Kinn vor. »Und gib gut auf dich acht.«

»Immer.«

Shao hatte das nicht grundlos gesagt. Zwar wohnte ihre Bekannte nicht weit weg, aber die Nacht war dunkel, und viel Licht gab es in dieser Gegend nicht. Das traf besonders auf die schmale Straße zu, die Lisa Dell gehen musste, um ihr Ziel zu erreichen.

Ihre Wohnung lag in einem Wohnpark, der von einem schmalen Grüngürtel umspannt wurde. Eine Stichstraße führte hin, in der keine Häuser standen, dafür die Rückseiten zweier Betriebe. Zum einen eine Reparaturwerkstatt, zum anderen grenzte die Mauer das Gelände eines Ölhändlers ein, der dort seine Transporter parkte.

Es gab nur eine Lampe in der Mitte der Straße. Sie hing wie ein großer heller Tropfen an der rechten Mauerseite.

Lisa war schon im Gehen, als sie sagte: »Hier ist noch nie etwas passiert. Außerdem musst du zur U-Bahn.«

»Ja, da ist es zum Glück heller.«

»Ich komme schon klar, danke.« Lisa winkte. »Wir sehen uns dann in der nächsten Woche. Und grüß bitte zu Hause.«

»Ja, mach ich.«

Ein letztes Winken, und Lisa war in der Dunkelheit untergetaucht.

Shao wartete noch einige Sekunden, dann drehte sie ab. Sie hatte vor, die Tube zu nehmen. Bis zur Station waren es nur rund zweihundert Meter, eine Strecke, die sie normalerweise rasch hinter sich brachte und die sie auch genau kannte. Sollte sie jedoch in der Nähe der Haltestelle ein Taxi finden, würde sie sich in den Wagen setzen und sich nach Hause fahren lassen.

Shao wusste selbst nicht, warum sie noch wartete. Es war einfach ein Gefühl, das sie dazu trieb. Dabei gab es keinen Grund für sie, aber ihr war schon seltsam zumute.

Lisa Dell hatte es wirklich nicht weit. In zwei, drei Minuten konnte sie die Straße hinter sich gelassen haben. Shao wollte noch so lange warten. Sie hatte Suko keine genaue Uhrzeit genannt. So blieb sie auf dem Gehsteig stehen und schaute auch den Autos nach, die sie passierten.

Dann war die Spanne vorbei.

Shao drehte sich zur Seite, um die Straße zu überqueren. Sie kam nur einen Schritt weit.

Da hörte sie den Schrei!

Er war nicht in ihrer Nähe aufgeklungen, aber nah genug, um ihn zu hören. Es war eine Frauenstimme gewesen, und dieser Schrei war aus der Gasse geklungen, die hinter ihr lag.

Lisa!, dachte Shao.

Weitere Gedanken machte sie sich nicht, denn einen Moment später rannte sie bereits los …

*

Lisa Dell fand es etwas schade, dass ihre Bekannte nicht mit ihr gekommen war, aber damit musste sie sich abfinden. So war das nun mal, wenn man in einer Partnerschaft lebte, und in dieser Phase befand sich Lisa zurzeit nicht.

Der letzte Versuch war ebenso schiefgegangen wie der vorletzte. Beiden Typen hatte sie die Koffer vor die Tür gestellt und lebte nun allein in ihrer Wohnung, die recht groß war, und die sie nur bezahlen konnte, weil ihre verstorbene Tante ihr etwas vererbt hatte. Mit dem Verdienst einer Friseuse und Maniküre hätte sie sich eine derartige Wohnung nicht leisten können. Wenn sie sparsam war, würde sie noch einige Jahre die Miete bezahlen können. Außerdem war in der Wohnung Platz für zwei Personen. Vielleicht klappte es ja beim dritten Versuch mit einem Partner. Mit zwei Einkommen war alles leichter.

Sie beneidete die Frauen im Club, die in einer Partnerschaft lebten. Lisa war fünfunddreißig Jahre alt. Da sollte man schon wissen, wohin man gehörte.

Sie fand Shao sehr nett. Sie war keine Zicke, sondern eine Frau, die zuhören konnte, wenn man mit ihr sprach. Ihr konnte man das Herz ausschütten, ohne damit rechnen zu müssen, dass es ihr von anderer Seite als Tratsch wieder zugetragen wurde.

Lisa wusste, dass es nur wenige Menschen gab, denen man das Herz ausschütten konnte. Shao gehörte dazu, und das machte sie so sympathisch.

Sie konnte es sich leisten, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen, denn den Weg kannte sie im Schlaf. Es begann dunkel, dann wurde es wegen der Mauerleuchte in der Mitte der Strecke heller, und danach musste sie wieder ein dunkles Stück hinter sich bringen.

Sie war noch nie belästigt worden und dachte auch an diesem späten Abend nicht daran.

Es wurde anders, als sie in den Schein der Lampe trat. Da sie auf weichen Sohlen ging und so gut wie keinen Laut hinterließ, hörte sie deutlich das kratzende Geräusch dicht vor sich. Es warnte sie, und Lisa blieb stehen. So etwas war ihr auf dieser Gasse noch nie widerfahren.

Sie sah nach unten und vor sich. Dabei hatte sie das Glück, in der Nähe der Lampe zu stehen, denn ihr Licht fiel nicht nur auf das eingerissene Pflaster, sondern auch auf den Gullydeckel, der sich in der Mitte der Gasse befand.

Wieder hörte sie das seltsame Kratzen. Es war ein Geräusch, das sie nicht mochte. Es verursachte ihr Unbehagen.

Da war der Gully mit dem schweren Deckel.

Und er bewegte sich!

Lisa hielt den Atem an. Urplötzlich kam es über sie. Zahlreiche Empfindungen schossen durch ihren Kopf. Sie wusste nicht, ob sie wegrennen oder bleiben sollte. Etwas in ihr sorgte dafür, dass sie nicht wegrannte und weiterhin nach unten schaute.

Es war keine Täuschung gewesen. Der Gullydeckel bewegte sich tatsächlich, und dabei blieb es nicht, denn die Kraft unter ihm drückte ihn jetzt in die Höhe.

Was war das? Wer hauste in der Tiefe und war so stark, dass er einen Gullydeckel bewegen konnte?

Sie verstand es selbst nicht, dass ihre Neugierde stärker war als die Furcht. Plötzlich wollte sie wissen, wer da unten versuchte, ins Freie zu gelangen.

Noch kratzte der Deckel. Dann war er gänzlich aus seiner Umrandung angehoben worden. Er schwebte für einen Moment über der Öffnung und wurde dann zur Seite geschoben, sodass die Öffnung freilag.

Dort kam jemand. Etwas anderes konnte sich Lisa Dell nicht vorstellen. Dort in der Tiefe hatte jemand gelauert, der sich nun einen Weg ins Freie bahnen wollte.

Sie trat etwas zurück, wobei ihr Blick nach wie vor auf die runde Öffnung gerichtet blieb, in der noch nichts zu erkennen war.

Sekunden verstrichen, bis Lisa die Bewegung in der Rundung erkannte. Also doch. Da war eine Person, die aus der Tiefe der Kanalisation an die Oberfläche klettern wollte.

Lisa machte sich Gedanken darüber, wer das sein könnte. Möglicherweise ein Kanalarbeiter, der den Feierabend verschlafen hatte.

Zwei Atemzüge später war sie schlauer.

Ein Gesicht erschien. Es war das Gesicht einer Frau, das leicht grünlich schimmerte.

Erleichtert fühlte sich Lisa Dell nicht, denn es blieb nicht bei diesem Gesicht. Sie sah den Kopf und auch die Haare, die eigentlich keine waren. Wenn doch, dann mussten sie stark gegelt sein. Wie die breiten Zinken eines Kamms standen sie in die Höhe.

Und die Gestalt stemmte sich weiterhin hoch. Sie legte dabei ihre Hände auf den Rand, und jetzt hatte Lisa das Gefühl, neben sich zu stehen, denn was sie da sah, das konnte nicht sein. Das waren keine normalen Hände, keine menschlichen Finger, es waren die Krallen eines Reptils, einer Echse!

»Das kann nicht sein!«, flüsterte Lisa. »Das ist eine Täuschung. So etwas gibt es nicht …«

Aber was sie sah, war keine Halluzination. Sie schaute in ein Gesicht, das eine sehr glatte Haut aufwies. Da gab es auch einen Mund, der aussah, als wäre er von einem violetten Lippenstift nachgezeichnet worden.

Noch war der Mund geschlossen. Einen Moment später aber öffnete er sich. Eine gespaltene Zunge huschte hervor.

Und das war noch nicht alles!

Lisa sah noch mehr, weil der Mund weit geöffnet worden war. Aus dem Oberkiefer ragten zwei spitze Zähne hervor, sodass Lisa der Gedanke an einen Vampir kam.

Das war zu viel für sie.

Ein gellender Schrei stieg aus ihrer Kehle und brach sich an der Mauer …

*

Shao war klar, dass sie sich...

Erscheint lt. Verlag 20.1.2016
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4390-3 / 3838743903
ISBN-13 978-3-8387-4390-5 / 9783838743905
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70