John Sinclair 1636 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4407-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Vor mehr als zwanzig Jahren waren sie eine tolle Rockband gewesen, die sich 'The Devils' nannte. Bis zu dem Tag, als sie durchdrehten. Gemeinsam verbrannten sie sich in einer Hütte, und damit war ihre Karriere beendet.
Hätte man meinen sollen. Aber gut zwei Jahrzehnte später kehrten sie zurück.
Aber jetzt war es Satans eigene Rockband ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Satans eigene Rockband
Die Hütte war nicht groß. Sie bot jedoch Platz genug für vier Personen zum Leben und zum Sterben.
Im Moment war die Nacht da. Sehr dunkel und auch kalt, sodass der Schnee draußen nicht wegtaute.
Das war dem Quartett egal. Die vier Männer waren zusammengekommen, um einen Schlussstrich zu ziehen, weil sie danach ein neues Leben beginnen wollten.
Das war zwar nicht logisch, aber sie lebten nach ihrer eigenen Logik und die bezog sich auf ganz bestimmte Mächte.
Vier Männer, vier Musiker. Vier Rocker, die unter dem Namen The Devils schon Triumphe gefeiert hatten. Nicht grundlos nannten sie sich die Teufel, denn zu ihm und zur Hölle hatten sie eine besondere Beziehung, die sie auch in ihren Songs zum Ausdruck brachten …
Sie waren überzeugt davon, dass der Teufel sie in die Höhe gespült hatte. Bis hinein in den Zenit des Rockhimmels. Da wurden Tausende von Fans hysterisch, wenn sie auftraten und ihre Songs zum Besten gaben. Sie waren einfach grandios und perfekt. Über zehn Jahre hinweg hatten sie ihre Spuren hinterlassen, doch den absoluten Höhepunkt wollten sie erst jetzt erleben.
Danach gierten sie.
Und es würde kein Zurück für das Quartett geben, das aus vier Männern bestand, die sich zusammengefunden hatten, als hätte sie der Teufel persönlich gelenkt.
Da war zum einen Quincy Chance. Er sah sich als der Chef der Truppe. Quincy war auf seiner Gitarre perfekt. Wenn er seine Soli durchzog, flippten die Zuhörer fast aus.
Lorenzo Steen war der Sänger. Der Mann mit der Reibeisenstimme. Er konnte so wunderbar soulig singen, wie es ein weiblicher Fan es auf einen Punkt gebracht hatte. Sein Stimmvolumen umfasste mehrere Stufen, und wenn es sein musste, dann schrie er die Texte auch hinaus.
Lucky Osborne bediente das Keyboard. Er war der Typ mit den schnellen Fingern und einer, der nie ruhig vor seinem Instrument saß, wenn er spielte.
Ebenso wie Ronan, der Vierte im Bunde. Der Drummer. Der extreme Musiker. Der Mann, der mit Ringo Starr verglichen worden war. Ein exzellenter Könner. Ein Artist mit den Trommelstöcken und einer, der sich bei jedem Auftritt neue Grenzen setzte.
The Devils hatten alles geschafft. Höher ging es nicht mehr. Sie waren perfekt. Sie hatten die Musikgeschichte in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts mitgeschrieben. Sie waren unsterblich geworden, und sie würden stets in der Erinnerung bleiben.
Das war ihnen nicht genug. Sie brauchten noch einen Kick. Nicht grundlos hatten sie sich den speziellen Namen gegeben. Und sie hatten alles darangesetzt, um ihre Unsterblichkeit auf eine andere und besondere Weise zu dokumentieren.
Wer sich einen so geilen Namen gab, der suchte auch den echten Kontakt zum Teufel. Oder zur Hölle. Schon in ihren Songs hatte sich alles darum gedreht, und als sie es schließlich geschafft hatten und ganz oben standen, da waren ihnen die ersten Gedanken daran gekommen, wirklich unsterblich zu werden.
Sie wollten ihr Leben dem Teufel weihen. Sie wollten sterben und alles andere der Hölle überlassen. Viel hatten sie gelesen. Oft waren sie zusammengekommen und hatten sich mit der bösen Seite der Magie beschäftigt. Sie hatten Einblicke erhalten in eine Welt, die anderen Menschen verschlossen blieb. Für sie aber war es der Beginn einer neuen Ära, denn tot war nicht gleich tot.
Das hatten sie sich versprochen, und daran glaubten sie auch felsenfest …
*
Und deshalb saßen sie in der Hüte zusammen, die unterhalb einer alten Burgruine stand. Ein guter Platz, denn vor langer Zeit hatte in dieser Burg ein Adliger gelebt, der sich an Kindern vergangen und sie anschließend getötet hatte.
Das war grauenhaft gewesen, aber wer die Vita dieser Person kannte, der wusste auch, dass der Herzog Kontakt zum Satan gesucht hatte.
Das lag Jahrhunderte zurück, die Devils aber lebten in einer anderen Zeit, und für ihren Abgang hatten sie sich diese kalte Winternacht ausgesucht.
Sie hatten für eine freie Fläche gesorgt und die Stühle zur Seite geräumt. So war in der Mitte genug Platz entstanden, um ein Feuer anzufachen. Die Flammen brannten ruhig vor sich hin, der Rauch zog durch die scheibenlosen Fenster ab und störte in dieser einsamen Gegend niemanden. Es war alles so, wie sie es sich gedacht hatten.
Zwischen ihnen lagen die leeren Flaschen. Bier und Wodka hatten sie in sich hineingeschüttet. Jetzt hockten sie um das Feuer und zogen an ihren Joints. Dessen Rauch vermischte sich mit dem Qualm des Feuers, und es ging ihnen wunderbar, wenn sie tief inhalierten.
Es war alles perfekt.
Sie waren in der richtigen Stimmung.
Sie würden die Hütte anzünden und sehen, ob alles so stimmte, wie sie es sich gedacht hatten. Aus dem normalen Feuer sollte ein Höllenfeuer werden, gelenkt vom Teufel, der diese Flammen beherrschte.
Quincy Chance sollte den Startschuss für den Tod geben, so war es ausgemacht. Der Rocker saß in der Runde und grinste leicht. Die langen Haare hingen um seinen Kopf wie Fettsträhnen. Er schien sich an seinem Joint festzusaugen, nahm den letzten Zug und warf die Kippe dann ins Feuer.
»Und?«, fragte Lucky Osborne.
»Wir sollten uns an unser Versprechen halten und starten.«
»Ach, frag die anderen.«
Das tat Chance auch. Sie waren einverstanden. Es gab kein Zurück mehr. Sie hatten diese Nacht gewählt. Fast war die Tageswende erreicht, und wenn sie gemeinsam in den Tod gingen, dann um Mitternacht. Das war ihre Zeit.
Ronan, der Drummer, war der große Schweiger in der Runde. Er stand langsam auf. Er wusste genau, was er tun musste. Die beiden mit Benzin gefüllten Kanister standen bereit. Es musste nur noch der Verschluss abgedreht werden, dann konnte die Feuerhölle beginnen.
»Alles klar bei euch?«, fragte Quincy.
Lucky Osborne nickte.
Lorenzo schlug mit den Knöcheln auf den Holzboden und trommelte damit ein kurzes Solo. So zeigte auch er, dass er mit allem einverstanden war.
»Dann los, Ronan.«
Der Drummer begann mit seinem Rundgang. An den Wänden der Hütte kippte er die brennbare Flüssigkeit aus und vergaß auch die Nähe der Tür nicht, die abgeschlossen war.
Der Benzindunst breitete sich allmählich aus und erschwerte den Rockern das Atmen. Die am Feuer sitzenden Männer starrten vor sich hin. Jeder war mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, die sich nur um ein Thema drehten.
Das neue Leben, das nach dem normalen kam. Sie würden ihre Musik in der Hölle spielen, dem Teufel damit einen Gefallen tun, und er würde dafür sorgen, dass sie niemals in Vergessenheit gerieten. Aber das auf seine Weise.
»Fertig!«, meldete Ronan mit leicht erstickt klingender Stimme.
Es glich schon einem Wunder, dass die Hütte noch nicht brannte.
Das geschah wenig später.
Der Drummer kippte den Rest des Benzins direkt ins Feuer.
Noch in derselben Sekunde geschah es.
Es gab so etwas wie einen Knall oder einen Feuersturm, als es zur Verpuffung kam. Plötzlich schlugen die Flammen in die Höhe und griffen mit ihren langen Zungen gierig nach dem Dach der Hütte. Innerhalb von Sekunden entstand eine Feuersbrunst, die nicht mehr zu löschen war und die auch keiner mehr löschen wollte.
Ein gewaltiger Mantel aus Flammen breitete sich blitzschnell aus.
Drei Rocker saßen, nur einer aus der Gruppe stand, und auch er wurde vom Feuer erfasst.
Vier menschliche Fackeln bildeten das Zentrum in der Hütte.
Die Flammen fanden nicht nur menschliche Nahrung, sie huschten auch durch die scheibenlosen Fenster, schossen nach draußen und suchten mit zuckenden Bewegungen auch dort nach Beute, die jedoch nicht vorhanden war.
Alle vier Rocker brannten lichterloh. Jeder von ihnen verspürte die wahnsinnigen Schmerzen, auf die sie sich eingestellt hatten. Sie hatten sich zudem vorgenommen, nicht zu schreien, das allerdings hielten sie nicht durch. Das Feuer ließ ihre langen Haare brennen. Es schälte ihnen die Haut vom Körper, es schmolz sie zusammen und verwandelte sie in schreckliche Gestalten.
Wenn sie noch etwas hörten, dann war es das scharfe Rauschen der Flammen, sonst nichts. Aber etwas bekamen alle mit, bevor sie zusammenbrachen und tot auf dem Boden liegen blieben.
Ein fernes und höllisches Gelächter.
Zu sehen war niemand. Das Lachen reichte ihnen, denn so wussten sie, dass der Teufel nicht weit war.
Irgendwann explodierte das Dach der Hütte. Die Flammen schleuderten es förmlich aus seinem Verbund in die Höhe. Eine Feuerwalze jagte ins Freie. Glutstücke wurden in die Höhe geschleudert.
Die Rocker gab es nicht mehr in ihrem bekannten Outfit. Als man sie irgendwann fand, da lagen in der Asche vier völlig verbrannte und zusammengeschrumpfte Wesen, die einmal eine berühmte Rockgruppe gebildet hatten …
*
Es war an einem Montagabend, als mich Bill Conolly, mein ältester Freund, anrief.
»Hast du das gelesen, John?«
»Wovon sprichst du?«
»Vom Tod der Devils. Der vier Rocker, die wir uns auch schon angehört haben.«
»Nein, habe ich nicht.«
»Dann sag ich es dir. Sie sind tot.«
Ich pfiff durch die Zähne. »Alle vier?«
»Ja.«
»Und wie kam das?«
»Kollektiver Selbstmord.«
Ich schwieg und musste schlucken. Bill hatte recht. Zusammen mit ihm war ich zweimal bei einem Konzert gewesen. Das war schon etwas Besonderes gewesen, sich unter so vielen Fans zu bewegen, obwohl ich mich nicht eben dazu zählte. Wir waren hingegangen, weil wir uns mehr für die Texte interessierten, die doch sehr archaisch waren. Die Gruppe sang von der...
| Erscheint lt. Verlag | 20.1.2016 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4407-1 / 3838744071 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4407-0 / 9783838744070 |
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