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John Sinclair 1653 (eBook)

Der schöne Schein des Bösen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2016 | 1. Aufl. 2016
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4424-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1653 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Als ich Sheila Conollys Stimme hörte, da wusste ich, dass sie Probleme hatte. Sekunden später war ich aufgeklärt.

'Bill ist verschwunden, und ich weiß nicht, was ich tun soll, John.'

Der eine Satz reichte aus, um mich in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Wir fanden Bill, aber wir trafen auch auf eine Frau, die halb Engel und halb Teufel war ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der schöne Schein des Bösen


Der Anruf erwischte mich an einem frühen Abend und in meiner Wohnung. Es war Sheila Conolly, die versuchte, ihrer Stimme einen ruhigen Klang zu geben, was ihr aber ganz und gar nicht gelang.

»Was ist los, Sheila?«

Zwei, drei kurze und heftige Atemstöße. Dann erfolgte die Antwort.

»Bill ist verschwunden, und ich weiß nicht, was ich tun soll, John.«

Er hatte gewusst, dass er sich in Gefahr begab, aber dieses Risiko war der Reporter Bill Conolly bewusst eingegangen. So war es ihm endlich gelungen, die Spur der beiden Waffenhändler aufzunehmen, die schon lange auf seiner Liste gestanden hatten, weil er über dieses Thema einen Artikel hatte schreiben wollen.

Er hatte es geschafft, sie in ihrem Versteck zu überraschen und war doch zu unvorsichtig gewesen. Trotz der gezogenen Waffe war es den zwei Profis gelungen, ihn zu überwältigen.

Da hatte Bill bereits mit seinem Leben abgeschlossen. Zum Glück hatten sie ihn nicht getötet. Er war nur zusammengeschlagen worden, ohne jedoch richtig bewusstlos zu werden. Danach waren seine Hände gefesselt worden, und Bill hatte sich in einem Kofferraum wiedergefunden.

Allerdings stand der Wagen nicht, sie waren unterwegs, und Bill kannte das Ziel nicht. Er machte sich darüber auch keine großen Gedanken, weil er einfach genug mit sich selbst zu tun hatte.

Der Kofferraum war kein bequemes Sofa. Immer wieder wurde Bill in Kurven von einer Seite auf die andere geschleudert. Er versuchte dabei, sich zu versteifen und so zu vermeiden, dass er mit dem Kopf irgendwo gegen stieß. Ihm reichten die Stiche und Schmerzen von den verabreichten Prügeln völlig aus.

Hin und wieder berührte sein Gesicht eine stinkende Decke. Wäre er bei vollen Kräften gewesen, dann hätte er versucht, sich von den Fesseln an seinen Händen zu befreien.

Das Zeitgefühl war dem Reporter verloren gegangen. Er wusste nicht, wie viele Stunden vergangen waren oder ob es nur eine gewesen war. Er konnte und wollte daran nicht denken, auch nicht an sein Zuhause, wo sich seine Frau Sheila bestimmt immense Sorgen und auch Vorwürfe machte. Sie hatte Bill davon abgeraten, sich mit der gefährlichen Sache zu beschäftigen, aber er hatte nicht auf sie gehört. Bill war einfach zu neugierig, zu sehr Journalist und immer daran interessiert, die heiße Story zu bekommen. Auch wenn er schon so lange in diesem Job tätig war, der Hunger nach einer guten Geschichte war geblieben.

Jetzt hatte er sich einen Schritt zu weit vorgewagt. Und das ohne Rückendeckung. Er hätte anderen Kollegen Bescheid geben können, um Rückendeckung zu haben, aber das hatte er nicht getan und würde nun dafür büßen müssen. Wenn es ganz schlimm lief, mit seinem Leben. Darauf stellte sich Bill bereits ein.

Die Waffenhändler waren alles andere als fromme Brüder. Sie stammten aus dem Nahen Osten. Welcher Nation sie angehörten, wusste Bill nicht. Er vermutete, dass es Araber waren. Sie waren Zwischenhändler des Todes, schickten Waffen in Gebiete, die Pulverfässer waren, was sie nicht juckte. Wichtig war ihnen allein das Geschäft und der damit verbundene Profit.

Das Tempo war verringert worden. Hin und wieder rutschte der Wagen auch zur Seite weg, was Bill in seinem Versteck deutlich mitbekam.

Urplötzlich hielt der Wagen an.

Es wurde still um ihn herum. Dann hörte er zwei Männerstimmen und dazwischen ein rau klingendes Lachen. Da die Stimmen lauter wurden, wusste Bill, dass sich die Männer dem Kofferraum näherten.

Die Reise war zu Ende. Sein Leben auch?

Plötzlich schwang die Haube hoch. Der Strahl einer Lampe blendete den Reporter, der sofort die Augen schloss.

»Ach, er ist wach.«

»Ja, und er hat eine kleine Beule.«

»Selbst schuld.«

»Du sagst es. Er hätte nicht so neugierig sein sollen.«

Bill hielt die Augen geschlossen. Aber er hatte jedes Wort gehört und wusste, dass er den rauen Klang der Stimmen nie vergessen würde.

»Geben wir ihm hier die Kugel?«

»Nein, ich will mir den Kofferraum nicht versauen.«

»Was schlägst du vor?«

»Wir lassen ihn noch etwas laufen. Bis zu der ersten Halde. Da kann er dann liegen bleiben.«

»Wie du willst.«

Auch jetzt hatte Bill jedes Wort verstanden. Es gab also noch eine Galgenfrist für ihn. Die Frage war nur, ob er sie nutzen konnte.

»Komm hoch, Schnüffler. Dein letzter Gang steht bevor.«

»Und wohin?«, fragte Bill.

»Das wirst du gleich sehen. Nicht jeder hat das Glück, an einer so exponierten Stelle sterben zu dürfen. Das ist schon etwas Besonderes.«

Bill hörte gar nicht hin. Seine Hände waren gefesselt, das schon, er fühlte sich auch noch zerschlagen, aber er gab nicht auf und bemühte sich, aus eigener Kraft den Kofferraum zu verlassen, denn er wollte seinen beiden Bewachern keinen Grund geben, ihn schon hier zu töten. Wegschleppen würden sie ihn bestimmt nicht.

Es war nicht einfach, sich mit gefesselten Händen zu bewegen. Sie hatten ein dünnes Nylonband um seine Handgelenke gewickelt und das Material schnitt in sein Fleisch.

Er stemmte sich an der Ladekante ab. Danach drückte er seinen Körper hoch.

Die Nacht war finster.

Die beiden Waffenhändler dachten nicht daran, ihm zu helfen. Sie waren zurückgetreten und amüsierten sich über Bills Bemühungen.

Der Reporter biss die Zähne zusammen. Er wollte diesen Typen den Triumph nicht gönnen, und er schaffte es tatsächlich, aus dem Kofferraum zu kriechen.

Mit Händen und Füßen zugleich landete er auf der kalten Erde und spürte die Blicke der Männer förmlich auf seinem Rücken brennen. Das Blut stieg ihm in den Kopf und Schwindel erfasste ihn, als er sich hinstellte.

Einer der beiden trat dicht an ihn heran und zeigte ein hartes Grinsen. Bill nahm den Geruch auf, den die Kleidung des Mannes absonderte, und versuchte nur durch die Nase zu atmen. Viel sah er von der Umgebung nicht.

Sie trieben ihn vor. Dafür sorgte ein Stoß in den Rücken. Bills Füße schleiften über den Boden.

»Geh nur weiter. Wir sagen dir schon, wann du anhalten sollst. Es ist der Ort, wo du sterben wirst.«

Bill schlich voran. In gewissen Abständen hob er den Kopf und sah vor sich Gerüste. Dunkle Stahlskelette, die wie Brücken aussahen. Im ersten Moment war Bill irritiert, da er mit diesen Gerüsten nichts anfangen konnte. Wenig später funktionierte sein Gehirn wieder, und er gelangte zu dem Schluss, dass es sich um eine Industrieruine handeln musste. Da standen nur noch die nackten Träger, die die Seiten und die Decke einer Halle gehalten hatten.

»Dann bleib mal stehen, Schnüffler!«

Bill blieb stehen.

Er hörte hinter sich die scharfen Atemzüge seiner Entführer, dann das Geräusch ihrer Schritte, als sie rechts und links von ihm vorbeigingen, um sich vor ihm aufzubauen wie zwei Henker, die sich auf den Tod ihres Delinquenten freuten.

Es war nicht völlig finster, und so sah der Reporter auch die Gesichter der beiden Araber.

Der Mann mit der schiefen Nase im Gesicht fing an zu sprechen.

»Na, noch einen Wunsch, Schnüffler?«

»Ja.«

»Und welchen?«

»Dass ihr zur Hölle fahrt!«

Beide mussten lachen. Sie schüttelten die Köpfe und wunderten sich darüber, dass dieser Mann in seiner aussichtslosen Situation noch Humor an den Tag legte.

»Okay, den Gefallen können wir dir noch nicht tun. Wenn es so weit ist, kannst du uns ja die Tür aufhalten, damit wir die Hölle betreten können.«

»Mach ich doch glatt!« Mehr brachte Bill nicht hervor.

Er starrte die beiden an. Eine Waffe hatte er bei ihnen noch nicht gesehen. Er ging allerdings nicht davon aus, dass sie waffenlos waren.

Der Typ mit der schiefen Nase griff unter seine Jacke und holte eine langläufige Pistole hervor. Er hielt sie in der rechten Hand. Mit der anderen streichelte er fast zärtlich über ihren Lauf.

»Willst du die Kugel in den Kopf?«

Bill schwieg. Er presste die Lippen zusammen. Bill sah alles mit einer nahezu grausamen Klarheit. Die Mündung zielte auf seine Stirn. Der Finger lag auf dem Abzug. Der Tod war nur einen leichten Druck entfernt, da gab es kein Entrinnen mehr.

Der zweite Killer tat nichts. Er hatte nicht mal eine Waffe gezogen. Er war nur zwei kleine Schritte zur Seite gegangen und beobachtete die Szene.

Und dann geschah etwas, mit dem keiner gerechnet hatte, auch Bill Conolly nicht. Es war sein Glück, dass die Schiefnase noch nicht geschossen hatte, und wenn er jetzt abgedrückt hätte, wäre die Kugel über Bills Kopf geflogen.

Schiefnase fluchte, bevor er nach hinten kippte. Er hatte von einem Augenblick zum anderen seine Standfestigkeit verloren und geriet ins Schwanken, sodass an ein Abdrücken nicht mehr zu denken war.

Und der Vorgang war noch nicht beendet. Unter ihm hatte sich ein Trichter gebildet, der dafür sorgte, dass Schiefnase sich nicht mehr halten konnte und der Länge nach auf den Rücken fiel.

Sein Kumpan hatte nur zugeschaut. Er stand zu weit entfernt, als dass er hätte eingreifen können.

Bill Conolly hütete sich davor, auch nur einen Finger zu bewegen. Er blieb starr stehen. Dass in der Erde etwas passierte, das bekam auch er mit, denn er spürte unter seinen Füßen ein leichtes Vibrieren.

Schiefnase war sauer. Er wälzte sich auf den Bauch. Sein Kumpan schrie ihm etwas zu, er brüllte zurück, doch an der Sachlage änderte sich nichts.

Schiefnase musste allein damit fertig werden und sich aus dem Trichter befreien, an dessen Seite immer mehr Erde nachrutschte.

Ans Schießen dachte er nicht mehr....

Erscheint lt. Verlag 20.1.2016
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4424-1 / 3838744241
ISBN-13 978-3-8387-4424-7 / 9783838744247
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