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John Sinclair 1600 (eBook)

Willkommen im Hades (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4371-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1600 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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(CHF 1,90)
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Was in den Urzeiten als Kampf zwischen Gut und Böse seine Anfang gehabt hatte, das war nicht vergessen. In der gewaltigen Kulisse der Dolomiten lauerte ein Urteufel, um endlich herrschen zu können ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Willkommen im Hades (1. Teil)


Der Countdown lief!

Noch knappe zehn Sekunden, dann würde die Explosion einen Teil der Bergwelt verändern. Die Mitglieder des Sprengkommandos lagen allesamt in einer guten Deckung. Die Ohren waren durch Schützer bedeckt. Niemand wollte Schäden am Trommelfell riskieren.

Franz Eichler war der Chef. Auch er wartete voller Spannung. In seinem Job gehörte er zu den Routiniers. Wäre es anders gewesen, man hätte ihm diese Verantwortung nicht überlassen.

Auch für Eichler war die Sprengung etwas Besonderes. Eine bestimmte Stelle der Umgebung sollte verschwinden. Es war die Flanke eines Berges, und jeder wusste, dass sich nach der Sprengung die Gegend verändern würde …

Franz Eichler dachte auch an die Proteste, die es gegeben hatte, aber mit Unterstützung des Staates und der Gemeinde hatte man sich schließlich durchsetzen können.

Und der Sprengmeister hatte noch etwas getan. Er hatte seine Tochter Anna mitgenommen. Das war zwar nicht ganz legal, in diesem Fall allerdings schon zu vertreten, denn man konnte Anna berufliche Gründe nachsagen. Sie war eine hervorragende Fotografin und in Fachkreisen sehr bekannt.

Anna hatte einen Blick für Motive, und das hatte sie auch hier bewiesen. Noch vor einer Stunde hatte sie die Fotos geschossen, auf denen dann zu sehen war, wie die Gegend vor der Sprengung ausgesehen hatte. Später würde sie auch ihre Fotos schießen, sodass beides der Nachwelt hinterlassen werden konnte.

Vater und Tochter hatten sich die entsprechende Deckung gesucht. Sie duckten sich nahe der Baubude hinter einigen Fässern. Vor ihrem Vater stand ein grauer Kasten, der aussah wie eine übergroße Autobatterie, und Anna starrte ihn wie hypnotisiert an.

In wenigen Sekunden würde ihr Vater den Kontakt auslösen. Auch für ihn war es eine besondere Sprengung, das sah Anna seinem Gesicht an, in dem die Anspannung wie eingemeißelt stand.

Das letzte Signal war verklungen.

Jeder Mitarbeiter wartete auf den Ablauf des Countdowns.

Dann war es so weit!

Franz Eichler tat seine Pflicht. Nahezu andächtig drückte er auf den roten Knopf – und zuckte leicht zusammen, als er seinen Finger wieder zurücknahm.

Dann ging die Welt unter.

Jeder, der in Deckung hockte, konnte dieses Gefühl haben.

Die Explosionen erfolgten fast in der gleichen Sekunde. Die Natur wurde von einem Feind angegriffen, den sie in all den Millionen Jahren noch nicht gekannt hatte. Die brutalen Kräfte rissen all das auseinander, was bisher zusammengehalten worden war.

Es wurden keine Steine in die Höhe geschleudert, die Ladungen waren so angelegt, dass ein Teil des Berges in sich zusammenbrechen konnte, aber trotzdem etwas freilegte.

Der Krach und das Donnern schien die nahen Berge in der Umgebung zerstören zu wollen. Man konnte das Gefühl bekommen, dass der Himmel einstürzte.

Anna und ihr Vater schauten sich an.

Die Fotografin war wie erstarrt. Obwohl ihr keine Gefahr drohte, hatten sich ihre Augen geweitet. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt.

Zum Herd der Explosionen konnte sie nicht schauen, weil ihr durch die Baubuden die Sicht genommen wurde, aber jeder sah die gewaltige Wolke aus Staub und Dreck, die in die Höhe stieg.

Als hätte der Teufel mit seiner Pranke auf den Boden geschlagen und ein Loch hinterlassen, aus dem diese Wolke ins Freie stieg. Es waren immense Mengen an Staub, die so hoch stiegen, dass sie das blasse Winterlicht der Sonne verdunkelten.

Anna sah, dass sich die Gesichtszüge ihres Vaters entspannten.

Plötzlich lächelte er, und in diesem Moment wusste sie, dass alles gut gegangen war.

Er sagte auch etwas. Sie konnte es wegen der Ohrenschützer nicht verstehen. Deshalb nahm sie den Schutz ab, und Franz Eichler wiederholte seine Worte.

»Es war mein Meisterstück.« Seine Augen glänzten und dann auch die seiner Tochter.

»Ja, Vater, du hast recht. Das war nicht nur super, das war sogar einmalig.«

In ihre Worte hinein erklang das Signal, dass die Sprengung vorbei und glücklich verlaufen war.

Die Männer blieben noch in ihren Deckungen. Es konnte noch immer etwas herabstürzen. Niemand wollte Gefahr laufen, von irgendwelchen Gesteinsbrocken getroffen zu werden. Deshalb hielt man sich zurück.

Franz Eichler nahm nun auch die Ohrenschützer ab. Sie lächelten sich zu, sie hörten aber auch die Nachwehen der Sprengung, denn an verschiedenen Stellen hatten sich Steine gelöst und rollten Abhänge hinab.

Die Staubwolke breitete sich aus. Man konnte den Eindruck haben, dass sie alles fraß, was sich in ihrer Nähe aufhielt, denn es war nichts mehr zu sehen in Richtung Norden.

Es würde auch noch dauern, bis die Männer das sahen, was die Sprengung freigelegt hatte. Jedenfalls würde sich die Baufirma freuen, denn jetzt konnte die neue Straße weitergeführt werden, ohne dass es noch ein großes Hindernis gab. Man konnte auf Tunnels verzichten, die sehr kostspielig waren, und auch die Protestler würden irgendwann zufrieden sein.

Franz Eichler hatte seine Pflicht getan und erneut bewiesen, wie gut er in seinem Job war. Es gab trotzdem noch genug zu tun, und das hing mit der Überprüfung zusammen.

Sein Funkgerät meldete sich.

Es war sein Vertreter, der ihn sprechen wollte und ihm zu diesem tollen Erfolg gratulierte. Der Mann befand sich an einem anderen Ort und berichtete nach dem Glückwunsch, dass alles so eingetreten war wie berechnet.

»Ja, das ist gut. Ich komme zu dir. Und den Männern ist nichts passiert?«

»Nein.«

»Dann bis gleich.« Eichler nickte seiner Tochter zu und fragte: »Willst du mit?«

»Nicht unbedingt.«

»Du willst fotografieren?«

Sie lächelte. »Das hatte ich vor.«

Eichler legte seine Stirn in Falten. »Das kannst du natürlich, aber ich gebe dir den Rat, vorsichtig zu sein. Geröll sieht oft fest aus, aber verlassen kann man sich nicht darauf.«

»Ich will auch nicht klettern. Für mich kommt es darauf an, das zu fotografieren, was die Sprengung freigelegt hat. Es wird ja einen neuen Weg geben. Die Landschaft ist schon jetzt verändert, und ich muss meinem Job nachkommen. Ich habe versprochen, den Beginn der Straße bis zum Ende fotografisch festzuhalten.«

»Kannst du.«

»Danke, Vater. Und noch mal, du bist toll gewesen.«

»Nicht nur ich. Auch meine Mannschaft.«

»Die schließe ich mit ein.« Sie bückte sich und hob ihre Kameratasche an. Sie hatte nur einen Apparat mitgenommen, der aber war vom Feinsten. Die Technik erlaubte gestochen scharfe Aufnahmen.

Sie machte sich auf den Weg, ging um die drei Buden herum.

Schon nach wenigen Schritten blieb sie stehen.

Die Sprengung hatte für ein neues Bild gesorgt.

Die Bergflanke, die es mal gegeben hatte, war nicht mehr vorhanden. Der heftige Druck hatte sie weggefegt und zertrümmert. Zwar hing noch immer die Wolke in der Luft, sie war aber dünner geworden, und so schälte sich das Bild immer stärker hervor.

Ein neues Gesicht!, dachte Anna und schoss die ersten Fotos, auch wenn der Staub kein klares Bild zuließ. Aber das musste sie einfach aufnehmen. Es war der Anfang.

Es würde eine neue Straße geben. Die aber musste erst noch geschaffen werden, denn dort, wo sie irgendwann mal verlaufen sollte, hatte das Geröll eine dicke Schicht gebildet, die erst durch schweres Gerät weggeräumt werden musste.

Wenn Anna ihre Fotos schoss, war sie nicht mehr zu halten. Auch jetzt wollte sie sich nicht damit zufrieden geben, die Fotos aus einer bestimmten Entfernung zu schießen.

Sie rückte ihren Helm zurecht.

Sie wollte näher heran und auch in das Zentrum hinein. Sie wollte für die Nachwelt festhalten, welches Bild sich nach der Sprengung ergeben hatte.

Inzwischen hatten sich auch die anderen Arbeiter aus ihren Deckungen hervorgetraut und schauten sich an, was die Sprengung angerichtet hatte. Auch sie sahen sich einer völlig neuen Landschaft gegenüber, waren jedoch allesamt mit ihrem Job zufrieden und klatschten sich gegenseitig ab.

An diesem Tag würde keiner mehr arbeiten. Außerdem lag ein Wochenende vor ihnen. Da fuhren einige der Arbeiter nach Hause. Die meisten in Richtung Süden. Sie verließen die Dolomiten, um bei ihren Familien zu sein.

Anna wollte nicht zu viele Aufnahmen schießen. Zu oft das gleiche Motiv, das konnte langweilig werden. Es war jetzt wichtig, das Zentrum zu erreichen, um die Auswirkungen der Sprengung für die Nachwelt festzuhalten. Es sollte sogar einen kleinen Fotoband geben. Da hatte Anna die entsprechenden Verträge bereits unterschrieben.

Sie bahnte sich ihren Weg durch Geröll.

Die Explosionen hatten das Gestein weit bis in die Landschaft geschleudert. An manchen Stellen waren regelrechte Hügel aufgetürmt worden.

Anna hatte die Fototasche über ihre Schulter gehängt.

Es war nicht einfach, auf diesem Untergrund das Gleichgewicht zu halten. Immer wieder musste sie ihre Arme ausstrecken, um das Gleichgewicht zu bewahren.

Sie sah auch die anderen Arbeiter, die sie beobachteten. Die Männer hatten Feierabend. Sie gingen zu den Baubuden, um ihre persönlichen Sachen zu holen. Die großen Lastwagen würden erst nach dem Wochenende erscheinen, um das wegzuschaffen, was ihnen die mächtigen Schaufeln der Bagger aufluden.

Wie immer würde der Chef das Gelände als Letzter verlassen. Er hatte Anna versprochen, so lange zu warten, bis sie mit ihrer Arbeit fertig war, und das musste sie, bevor die Dunkelheit anbrach.

Und so balancierte sie weiterhin über den breiten Streifen aus Geröll, der den Weg zum Ziel markierte....

Erscheint lt. Verlag 30.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4371-7 / 3838743717
ISBN-13 978-3-8387-4371-4 / 9783838743714
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