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John Sinclair 1541 (eBook)

Ball der Vampire

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4312-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1541 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

John und Suko werden zu einem Ball eingeladen. Aber nicht irgendeinem Ball, sondern zum Ball der Vampire. Eine blutige Angelegenheit, bei der John und Suko etwas jagen, das es bisher noch nicht gegeben hat.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Ball der Vampire


Laura wartete auf den nächsten Kunden und ahnte nicht, dass sie der endlose Tod besuchen würde.

Ihr Wohnmobil war klein und dem Beruf entsprechend eingerichtet. Rote Beleuchtung, viel Plüsch, weiche Polster, Porno-Poster an den Wänden und das ovale Bett, auf dem sie ihre Freier bediente. Wenn es hätte erzählen können, dann wären Geschichten herausgekommen, die alles andere als jugendfrei waren.

Das interessierte Laura nicht. Sie dachte nur an das Geld und daran, dass sie noch die letzten Raten für ihr Wohnmobil abstottern musste. Aber das würde sie auch noch schaffen, bevor sie dreißig wurde. Für sie war das eine magische Zahl. Sie kannte Kolleginnen, die waren in Depressionen gefallen und in der Klapsmühle gelandet, als sie die dreißig überschritten hatten …

Laura schaute aus dem Fenster. Ihr etwas zu breiter Mund verzog sich dabei. Das lag am Wetter. An diesem Abend hatte der Himmel sich vorgenommen, den Menschen das Wetter zu schicken, das die meisten überhaupt nicht mochten, sie eingeschlossen.

Regen, der in langen, dünnen Bahnen aus den Wolken rann und die Welt um sie herum nässte. Ein Wetter zum Weglaufen, aber nicht, um auf Kunden zu warten.

Sie tat es trotzdem. Hin und wieder hatte sie Glück. Die Straße, an deren Rand sie parkte, war von Bäumen gesäumt, die zu dieser Jahreszeit wie Gerippe aussahen. Das Laub lag auf dem Boden oder verteilte sich auf der feuchten Fahrbahn, wo es klebte und den Untergrund glatt machte.

Dass an dieser Straße hin und wieder die Mädchen standen, war gewissen Männern hinlänglich bekannt. Demnach konnte Laura darauf hoffen, dass ein Gast bei ihrem Wohnmobil hielt, um von ihr verwöhnt zu werden.

Hin und wieder fuhren die Autos vorbei. Dunkle, fremde Wesen mit hellen Augen, die heranhuschten und dann wieder verschwanden. In der letzten Stunde waren sie zu oft vorbeigefahren, und Laura spielte mit dem Gedanken, ihren Platz zu verlassen und zu ihrer normalen Wohnung zu fahren, die in einem der anonymen Plattenbauten lag. Dort kümmerte sich kein Mensch um den anderen, was ihr sehr lieb war.

Eine Zigarettenlänge wollte sie noch abwarten und dann abdampfen. Sie zündete sich das Stäbchen an. Als sie sich umdrehte, schaute sie in einen Spiegel, der die Trennwand zwischen dem Fahrerbereich und ihrer Arbeitsstelle bildete.

Sie sah eine Frau mit roten Haaren, recht klein, mit einer nicht unbedingt schlanken Figur. Den blassroten Morgenmantel trug sie offen. Auf einen BH hatte sie verzichtet, und nur ein Nichts von Slip bedeckte eine gewisse Stelle. Die Haare waren gekräuselt und schwarz wie Kohle.

Die geschminkten Lippen glichen einer Wunde, durch den Rauch strömte, als sie lächelte und sich dabei selbst zunickte. Wieder dachte sie an die magische Zahl dreißig, und sie wusste auch, dass das Leben erste Spuren bei ihr hinterlassen hatte, die sich als dünne Falten um die Augen herum zeigten, doch die hatte Laura einfach überschminkt. Sie wollte sich und ihren Freiern etwas vormachen.

Noch zwei Züge, dann drückte sie die Zigarette aus. Sie wedelte den in der Luft stehenden Rauch zur Seite und ging wieder zum Fenster, um letzte hoffnungsvolle Blicke auf die Straße zu werfen. Momentan lag sie im Dunkeln, flankiert von Bäumen. Kein Wagen war zu sehen.

»Scheiße. Das wird nichts mehr!«

Es war eine klare Aussage, die sie jedoch in den folgenden Sekunden revidieren musste, denn von der linken Seite her wurde es hell. Zwei Scheinwerfer schoben ihren hellen Teppich über die Straße und wären Sekunden später vorbeigefahren, wenn es sich der Fahrer nicht anders überlegt hätte und plötzlich bremste.

Augenblicklich veränderte sich der Ausdruck in Lauras Augen. Ihr Blick wurde starr. Sie atmete scharf durch die Nase ein und konnte kaum fassen, dass sie in dieser Nacht noch Glück haben sollte. Aber der Fahrer hatte tatsächlich seinen dunklen Wagen abgebremst.

Das Modell war nicht zu erkennen. Jedenfalls handelte es sich nicht um ein kleines Fahrzeug.

Das Auto parkte in der Lücke zwischen zwei Bäumen. Wer sich so verhielt, der hatte ein Ziel, und das konnte nur sie sein.

Die Scheinwerfer erloschen.

Es wurde dunkel!

Dagegen hatte Laura nichts, aber innerhalb von Sekunden überkam sie ein ungutes Gefühl. Sie erinnerte sich plötzlich an etwas, das sie eigentlich verdrängt hatte.

In ihren Kreisen hatte es sich herumgesprochen, dass einige Kolleginnen verschwunden waren. Einfach so, und sie waren auch nicht wieder aufgetaucht, weder tot noch lebendig. Da machten sich die anderen schon gewisse Sorgen. Sie hatten nichts mehr von ihnen gehört, keine Nachricht erhalten, einfach nichts.

Es ärgerte Laura, dass sie ausgerechnet jetzt daran dachte. Dagegen tun konnte sie nichts, und sie dachte auch nicht daran, den Mann wieder wegzuschicken. Vielleicht konnte sie ihn dazu überreden, länger zu bleiben, aber das musste man erst mal abwarten.

Er ließ sich Zeit.

Laura beobachtete das Auto und wunderte sich schon, dass die Tür nicht aufgestoßen wurde. Sie konnte sich vorstellen, dass der Fahrer ihren Wagen beobachtete und noch nachdachte.

Plötzlich ging alles blitzschnell. Die Tür wurde aufgestoßen, und jetzt hätte es eigentlich im Fahrzeug hell werden müssen, was aber nicht der Fall war. Aus dem dunklen Innern schob sich eine dunkle Gestalt, die einen Hut mit breiter Krempe trug, sodass von dem Gesicht so gut wie nichts zu sehen war.

Der Mann drückte die Wagentür zu.

Laura atmete tief ein. Etwas Kaltes rann ihren Rücken hinab. Sie spürte es wie kleine Eiskörner, und der Gedanke an die verschwundenen Kolleginnen war auf einmal wieder da.

Alles war normal. Der Mann kam auf ihren Wagen zu. Er benahm sich nicht absonderlich. Er trug keine Waffe, er ging nicht zu schnell und nicht zu langsam, und eigentlich wäre an ihm nichts Auffälliges gewesen, hätte es da nicht eine kleine Besonderheit gegeben, die ihr aufgefallen war und über die sie sich schon Gedanken machte.

Bei dieser Witterung hätte sie den Atem vor den Lippen des Mannes sehen müssen. Genau das war nicht der Fall. Es irritierte sie schon, aber sie tat erst mal nichts und wartete, bis der Gast die Seitentür des Wohnmobils erreicht hatte.

Was jetzt kam, lief bei Laura planmäßig und routiniert ab. Ihr Mund verzog sich zu einem Lächeln, sie entriegelte die Tür, um sie dann zu öffnen.

Jetzt drang der rote Lichtschein nicht nur aus den Fenstern, sondern fiel auch durch die Tür und umhüllte die Gestalt des Mannes, der erst mal nichts tat und einfach nur stehen blieb.

Er schaute in Lauras Gesicht.

Sie blickte ihn ebenfalls an, sah allerdings nicht viel, weil er die breite Hutkrempe noch nicht nach oben gebogen hatte.

»Hallo«, flüsterte sie mit rauer Stimme. »Wie geht es dir bei diesem Wetter?« Dumme Worte, wie sie fand, doch ihr waren keine anderen in den Sinn gekommen. Da gab es schon eine Blockade und das Herzklopfen, dessen Ursache dieser Typ war.

Er sprach auch in den nächsten Sekunden kein Wort. Er wartete darauf, dass Laura den Weg freigab, und das tat sie, wenn auch mit einem verdammt unguten Gefühl.

Der Mann betrat den Wagen. Er brauchte seinen Fuß nicht mal sehr hoch zu heben. Ein schneller Schritt reichte, und er hatte den Wohnwagen betreten.

»Na …?«, flüsterte Laura lockend und kam allmählich zum Geschäft. »Was sind denn deine Vorlieben? Du kannst mir alles sagen. Wir haben Zeit, sehr viel Zeit.«

Der Fremde schaute sie unter der Hutkrempe hervor an. Er nickte und flüsterte die Antwort.

»Ich will dich …«

»Ja, das kannst du …«

»Ich will noch mehr.«

»Mal sehen. Ist alles eine Frage des Preises.« Jetzt vibrierte ihre Stimme schon.

Laura erhielt eine Antwort, die sie erschreckte.

»Ich will nicht nur dich, ich will auch dein Blut …«

*

Es war der Augenblick, in dem bei Laura alles aussetzte. Ihre Atmung, ihr Herzschlag, ihre Gedanken – einfach alles. Doch dann sagte sie sich: Das ist Unsinn, der will dich nur kirre machen.

Laura bewegte sich nicht. Sie sah den Typen in seinem dunklen Mantel vor sich. Den Hintergrund bildete das schwarze Türviereck, von vorn strahlte Licht gegen ihn, das seiner Vorderseite einen rötlichen Schimmer gab, der Laura an Blut erinnerte.

»Hast du nicht gehört?«

Zum zweiten Mal vernahm sie die Stimme. Sie kam ihr so blechern und anders vor, als würde sie keinem Menschen gehören. Dafür einem Roboter, der von irgendjemandem losgeschickt worden war, um sich Opfer zu holen.

Laura nickte, ohne es zu wollen.

»Dann schließ die Tür!«

Sie nickte wieder, tat aber nichts. Sie war einfach nicht in der Lage dazu. Ihre Beine fühlten sich schwer an, die Füße schienen auf dem Boden zu kleben. Sie stand weiterhin unbeweglich, und doch glaubte sie daran, leicht zu schwanken.

Es war alles so anders geworden, so irreal. Als sie ihn gesehen hatte, da war ein Lächeln über ihre Lippen gehuscht. Ein geschäftsmäßiges, wie sie es immer tat.

Auch jetzt lächelte sie noch. Es war das alte Lächeln, hölzern und eingefroren.

Sie sah, wie der Mann selbst die Tür des Wohnmobils schloss und sich ihr dann wieder zuwandte.

Der Schlag traf sie völlig unvorbereitet und in der Körpermitte. Sie riss den Mund weit auf. Sie wollte schreien und schaffte es nicht.

Dann wühlte sich der Schmerz hoch.

Es war ein böses Gefühl. Als würden sich Pfeile in ihren Kopf bohren, um ihn in Flammen zu setzen.

Sie blieb nicht mehr stehen. Irgendeine Kraft trieb sie zurück. Aus ihrer Kehle drang ein Ächzen. Dass sie...

Erscheint lt. Verlag 23.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4312-1 / 3838743121
ISBN-13 978-3-8387-4312-7 / 9783838743127
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