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John Sinclair 1516 (eBook)

Totenlichter

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4287-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1516 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Totenlichter brannten, wenn der Killer erschien, um seine blutigen Taten zu begehen. Er war der Rächer. Er hatte allen Sündern den Tod geschworen. Frauen, Männer, auch Kinder standen auf seiner Liste, und niemand wusste, wer sich hinter der Kutte verbarg.

Harry Stahl bekam den Auftrag, ihn zu jagen. Das tat er nicht allein, denn er holte mich ins Boot, und so begann für uns eine gnadenlose Jagd auf einen religiösen Psychopaten ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Totenlichter


Zwei Hände schoben die letzten störenden Zweige zur Seite, dann blieb Florian Thamm stehen. Die Dunkelheit des späten Abends hüllte ihn ein, aber daran dachte er nicht, als er nach vorn blickte und die linke Hand zur Faust ballte.

»Nein, nicht schon wieder!«, flüsterte er. Danach schloss er für einen Moment die Augen, als wollte er nicht mehr sehen, was ihm präsentiert wurde.

Er stand am Beginn des Hangs und schaute in die Tiefe. Dabei wurde ihm leicht schwindlig, und er trat sicherheitshalber einen Schritt zurück. Die zähe Wurzel, die aus dem Boden ragte, übersah er. Er stolperte und landete unsanft auf dem Hinterteil.

Der Junge blieb sitzen und atmete schwer. In seinem Kopf rauschte es, und so hörte er die Stimme seines Freundes erst beim zweiten Ruf.

»He, Florian, wo bist du?«

Mit einer müden Bewegung hob Florian den linken Arm. Er konnte im Moment nicht sprechen. Ein Kloß hatte sich in seiner Kehle festgesetzt.

Er hatte Glück, denn Moritz Müller verließ sich in diesen Augenblicken auf seine Lampe. Der armbreite Strahl huschte durch die Dunkelheit, wurde von Büschen und Stämmen aufgehalten, aber dort, wo Florian hockte, war die Umgebung nicht mehr so dicht, und so traf der Strahl die halb angehobene Hand.

»Warte, ich bin gleich bei dir.«

»Ist schon okay.«

Moritz Müller, wegen seines Haarschnitts auch Igel genannt, beeilte sich. Der Junge wusste, dass etwas passiert war, was für sie sehr bedeutsam werden konnte. Sie waren unterwegs, um etwas Bestimmtes herauszufinden, über das man in letzter Zeit viel sprach. Es hing mit der Kirche zusammen, wie sie gehört hatten, aber beide Jungen wollten nicht, dass die Kirche in den Schmutz gezogen wurde, und so hatten sie sich selbst auf die Suche gemacht, und es war Florian Thamm wohl gelungen, einen Hinweis zu finden.

Erst als Florian direkt von der Lampe getroffen wurde, drehte er den Kopf.

»Was ist denn?«

Moritz ließ sich neben ihm nieder. »Warum sitzt du hier?«

»Ich bin gestolpert.«

»Und? Ist das alles?«

»Nein.«

»Was denn noch?«

»Ich habe sie gesehen?«

»Wen und was?«

»Die Lichter.«

Moritz schluckte. Danach stöhnte er auf. »Sprichst du von den Totenlichtern?«

»Ja, nur davon.«

»Und wo sind sie?«

Florian hob müde den rechten Arm und deutete nach vorn. »Geh mal bis zum Hang. Da kannst du sie dann sehen. Ich habe mich erschreckt, weil ich nicht damit gerechnet habe, aber du weißt ja jetzt Bescheid. Sie befinden sich dort, wo der Hang zu Ende ist.«

»Ich schaue mal nach.«

Florian nickte nur. Er und sein Freund Moritz waren nicht nur beide vierzehn Jahre alt, sie gehörten auch zur gleichen Pfadfindergruppe, bei der es hieß: Jeden Tag eine gute Tat.

Ihre gute Tat bestand darin, dass sie versuchten, etwas aufzuklären, das den Menschen in der Umgebung große Sorge bereitete. Vor allen Dingen der Kirche, denn hier geschah etwas Unrechtes in deren Namen, und das konnte nicht hingenommen werden.

Die Polizei jagte einen Mörder, doch die beiden Pfadfinder suchten mehr. Sie wollten den Menschen stellen, der die Kirche so in den Dreck zog.

Es war ein Pakt zwischen ihnen. Sie hatten sich keinem Menschen anvertraut, auch dem Pfarrer nicht, und in dieser Nacht schienen sie endlich Glück zu haben, obwohl sie sich nicht darüber freuen konnten und Moritz seine Skepsis offen zeigte.

»Bist du sicher, Florian?«

»Ja, Igel, ich bin mir sicher.«

»Dann – dann schaue ich mal nach.«

»Tu das.«

Moritz war gewarnt. Er ließ die Lampe an, als er die wenigen Schritte ging. Es war kein Abgrund, von dem sein Freund gesprochen hatte. Man konnte ihn als normalen Hang bezeichnen, der auch nicht besonders lang war und dort endete, wo das mit Gras bedeckte flache Brachland begann, das sich bis zum nächsten Ort hinzog.

Moritz blieb stehen, als er die Kante erreicht hatte, und schaute nach unten.

Sein Herz klopfte schneller, und er zuckte zusammen.

Unter ihm, wo der Hang zu Ende war, brannten vier helle Lichter.

Er wusste genau, was das zu bedeuten hatte. Er fing an zu zittern, ohne dass er es wollte. In seinem Kopf rauschte es, denn diese Lichter waren nicht normal. Zumindest nicht, was ihre Bedeutung anging. Er und sein Freund hatten die Ohren offen gehalten, und sie wussten verdammt gut Bescheid. Was dort unten leuchtete, waren die Totenlichter, und sie wiesen auf etwas Bestimmtes hin, das ihm jetzt schon Angst machte.

Moritz drehte sich mit einer heftigen Bewegung um. Die Lampe machte die Drehung mit, und in ihrem zuckenden Schein sah er, dass sich sein Freund erhoben hatte.

»Und?«, fragte Florian.

»Du hast recht. Da brennen sie. Vier Totenlichter.«

»Wusste ich es doch«, flüsterte Florian. »Und was machen wir jetzt?«

»Keine Ahnung.«

»Runtergehen?«

Moritz zuckte zusammen. »Warum?«

»Um zu erfahren, ob es sich wirklich so verhält, wie wir gehört und gelesen haben.«

»Hast du denn keine Angst?«

Florian senkte den Blick. »Doch, die habe ich.«

»Aber du willst trotzdem gehen?«

Der Junge nickte.

»Dann komm«, sagte Moritz …

*

Es roch nicht nach Weihrauch oder nach irgendwelchen anderen Dingen, die man mit einer Kirche in Verbindung brachte, es war der Duft eines guten Rotweins, der in unsere Nasen stieg und unsere Gaumen streichelte, wenn wir kleine Schlucke nahmen.

Drei Menschen saßen an einem Tisch zusammen. Der eine Mann war ein Bischof, der andere hieß Harry Stahl und arbeitete für einen geheimen Dienst in Deutschland, und die dritte Person war ich.

Es war Harry Stahl gewesen, der mich gebeten hatte, nach Deutschland zu reisen, damit ich ihm bei einem Problem behilflich sein konnte, das nicht nur ihn anging, sondern besonders die Kirche betraf, und deshalb war auch der Bischof eingeweiht, der seinen Humor verloren hatte und dessen Augen immer wieder verschleierten, wenn er an bestimmte Vorgänge dachte, die passiert waren.

»Sie haben also drei Tote gefunden«, fasste ich zusammen.

»Ja, drei Männer. Geschmückt mit Lichtern. Totenlichter. Sie lagen da wie aufgebahrt, und keiner von ihnen lebte mehr. Es waren Menschen mit keiner normalen Vergangenheit. Sie hatten auch nichts mit der Kirche zu tun, aber die Botschaft, die man bei ihnen fand, war eindeutig. Es hieß immer wieder: Tod den Sündern!«

»Waren es denn auch Sünder?«

Der Bischof verzog sein sonnenbraunes Gesicht. »Wer von uns ist denn ohne Schuld und Sünde? Niemand, denke ich. Sie nicht, Herr Sinclair, ich nicht und der Papst auch nicht. Aber dieser unbekannte Mörder maßt sich an, die Menschen zu richten, die er als Sünder betrachtet. Er tötet sie mit Messern, die aussehen wie Kreuze, und wir sind bisher machtlos gewesen. Es wird wirklich Zeit, dass der Täter gefunden wird. Bisher hat die Presse nur über die Morde geschrieben, aber keine genauen Einzelheiten preisgegeben. Lange wird sie nicht mehr ruhig bleiben. Für uns wäre der Imageschaden enorm. Das möchte ich verhindern. Ich habe mit der Polizei gesprochen. Man will alles tun, um den Täter zu fangen, aber ich bin noch einen zweiten Weg gegangen und habe mich mit Herrn Stahl in Verbindung gesetzt. Wir haben uns mal auf einer längeren Zugfahrt kennen gelernt und ein sehr interessantes Gespräch geführt.«

»Stimmt«, bestätigte Harry. »Ich habe dem Bischof dann meine Telefonnummer gegeben. Praktisch für den Notfall, wenn er mal besondere Probleme hat, und die sind jetzt eingetreten, finde ich.« Er schaute mich an und lächelte knapp. »Ich sah die Probleme als so groß an, dass ich dir Bescheid gegeben habe.«

»Klar, Harry. Deshalb bin ich auch hier.«

Mein deutscher Freund hatte mich noch in Rumänien telefonisch erwischt, wo Suko und ich einen Werwolf, die Balkan-Bestie, gejagt und gestellt hatten. Während Suko weiter nach London geflogen war, hatte ich meinen Flug umgeleitet und war in Frankfurt ausgestiegen, wo Harry mich erwartet hatte, um mit mir ins Frankenland zu fahren, denn hier waren die drei Morde geschehen.

»Was hat man bisher herausgefunden?«, wollte ich wissen.

Der Bischof schüttelte den Kopf. Sein glattes dunkles Haar blieb bei dieser Bewegung liegen.

»Nichts?«

»So gut wie nichts.«

Es gab auch keine Fingerabdrücke. Man hatte nur Fußspuren gefunden. Das letzte Opfer lag auf einem Altar in einer kleinen Dorfkirche. Zum Glück hat der Pfarrer es entdeckt, und er hatte es unter der Decke halten können, sodass nicht zu viel davon bekannt geworden war.

»Und wer waren diese Menschen?« Ich stellte ihm die Frage, obwohl ich bereits mehr über die Opfer wusste. Das hatte mir mein Freund Harry Stahl mitgeteilt.

»Sünder, wenn Sie so wollen.«

»Bitte?«

Der Bischof lächelte. »Ich muss Ihnen das erklären, Herr Sinclair. Natürlich ist jeder von uns ein Sünder, das steht außer Frage. Aber die Toten waren besondere. Menschen, die Verbrechen verübt haben, aber aus Mangel an Beweisen nie vor Gericht gestellt werden konnten. Pädophile, Kinderschänder, ein angeblicher Mörder. Ich habe mich erkundigt, aber ich bin keinen Schritt weiter gekommen.«

»Gut, das wissen wir jetzt. Und gibt es einen Punkt, an dem wir einhaken können? Einen Verdacht? Kennen Sie jemanden, dem sie so etwas zutrauen?«

»Ich denke nicht.«

»Und was ist mit der Polizei?«

Die Antwort bekam ich von Harry Stahl. »Von der kommt bisher auch nichts, John. Ich habe mit den zuständigen Stellen gesprochen. Man tappt einfach im Dunkeln....

Erscheint lt. Verlag 23.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4287-7 / 3838742877
ISBN-13 978-3-8387-4287-8 / 9783838742878
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