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John Sinclair 1515 (eBook)

Die Balkan-Bestie

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4286-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1515 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

In Rumänien wurde ein Landsmann von mir auf grausame Art und Weise ermordet. Die Spuren wiesen darauf hin, dass es sich bei dem Mörder um eine Bestie handelte, die es normal nicht geben durfte, die aber trotzdem existierte.

Es ging um einen Werwolf, aber nicht um irgendeinen, sondern um eine alte schreckliche Legende.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Balkan-Bestie


Der Tote lag mitten auf dem Marktplatz und direkt neben dem alten Brunnen. Diego Pankrac fand ihn zuerst und war dabei nicht mal überrascht, denn in der Nacht hatte er das Heulen gehört, und so etwas verhieß Unheil, wenn man den alten Geschichten Glauben schenken durfte.

Der Mann stand vor der Leiche, bekreuzigte sich und flüsterte ein Gebet. Mehr konnte er nicht für den Toten tun.

Die zerrissene Kehle wollte er nicht sehen, und trotzdem schaffte er es nicht, den Blick davon zu wenden. Verdammt einsam kam er sich an diesem Morgen vor, war aber auch froh, dass der Mann, den er vom Ansehen her kannte, nicht mehr lebte. Anderenfalls wäre er eine echte Gefahr für die Umgebung geworden, denn dieser Biss deutete auf einen bestimmten Jäger hin, auf eine Bestie, auf eine wilde Kreatur, die es eigentlich nicht mehr geben durfte, die aber trotzdem noch existierte, entgegen aller Beteuerungen …

Der Tote stammte nicht aus der kleinen Stadt, die wie ein Fixpunkt in den Bergen lag. Der Mann hatte zu den Wildhütern gehört, die von der EU geschickt worden waren, um den Menschen klarzumachen, wie sie ihre Umwelt zu behandeln hatten, was die meisten Bewohner als überflüssigen Quatsch ansahen, als hätten sie das nicht schon früher gewusst. Da man sich mit den Männern arrangiert hatte, kam man auch mit ihnen zurecht, und so manchen guten Rat hatten sie ihnen ja doch schon gegeben.

Jetzt war der Engländer tot, und das würde Probleme geben. Diego Pankrac wusste das, denn man musste den Mord melden und vor allen Dingen, wie dieser Mensch ums Leben gekommen war.

Tyler hieß er, Frank Tyler. Er war Spezialist für Bodenkultur gewesen, aber er war auch sehr kommunikativ gewesen, denn er hatte so manches Glas mit den Einheimischen geleert.

Blutige Röte breitete sich im Osten aus. Sie bedeckte den Himmel und zeugte von der aufgehenden Sonne. Bald würde der Tag anbrechen, doch die schlimme Tat konnte auch das Sonnenlicht nicht vergessen machen.

Es gab keine morgendliche Stille mehr. Sie war durch das Summen der Fliegen vertrieben worden, die ihren Tanz besonders um den Hals des Toten aufführten. Dort lag die schreckliche Wunde frei. Pankrac hätte gern eine Decke gehabt, um sie über den Toten zu legen, aber er konnte sich keine herbeizaubern, und so ließ er den Toten liegen, wie er ihn gefunden hatte.

Dabei war er nur auf seinem morgendlichen Spaziergang gewesen. So begann er jeden Tag, bevor er in seine kleine Werkstatt ging, die er als Schuhmacher betrieb. Er gehörte zu denjenigen Handwerkern, die genügend Arbeit hatten. Er verstand sein Handwerk noch, wobei er sich nicht auf Schuhe beschränkte, sondern Lederwaren aller Art reparierte, aber auch neue herstellte. Das konnte ein Gürtel sein, aber auch eine Tasche, und genau das war in der heutigen Zeit wichtig, in der die Menschen einfach zu viel wegwarfen und die Müllberge immer mehr anwuchsen.

Auch das hatte ihn der jetzt leider tote Engländer gelehrt, und Diego richtete sich danach. Er war auch jemand, der sich über die neuen Zeiten freute. Jetzt gehörte sein Heimatland Rumänien endlich zu dem großen europäischen Kontinent. Die schrecklichen Jahre der Diktatur waren vorbei. Jetzt hieß es, nach vorn zu schauen.

In dieses Mosaik der Zukunft passte das Bild des ermordeten Engländers nicht hinein. Erst recht die Art und Weise nicht, wie er und von wem er getötet worden war.

Von einem Wolf!

Ja, die Halswunde stammte von einem Wolf. Aber auch da musste er einen großen Abstrich machen, denn dieser Wolf war kein normales Tier. Man hatte ihn schon öfter erlebt, und die Menschen hatten ihn die Balkan-Bestie getauft.

Eine Bestie, die zu einer besonderen Gattung gehörte. Denn dieses Tier war ein Werwolf.

Dieser Gedanke war in den letzten Minuten immer öfter bei Pankrac aufgezuckt. Er hatte gedacht, dass es ihn nicht mehr gab, doch nun mussten die Leute umdenken. Er wusste, dass damit ein Problem auf ihn zukam. Denn wer würde ihm glauben?

Diego Pankrac hob die Schultern. Er wischte über seine Stirn hinweg, die schon jetzt leicht feucht war, was am Wetter lag, denn bereits zu dieser Morgenstunde empfand er die Temperatur als drückend. Es wurde Zeit, dass mal wieder ein Gewitter kam.

Die kleine Stadt schlief noch. Kein Wunder, denn es war Sonntag, zudem noch recht früh. Die Glocken würden erst später läuten, und es würde diesmal ein Totengeläut werden.

Ob der Engländer hier am Brunnen und in der Ortsmitte getötet worden war, konnte Diego nicht bestimmen. Wenn es jedoch der Fall gewesen wäre, dann hätte es übel ausgesehen, denn dann traute sich die Bestie sogar in den Ort hinein.

Der Gedanke daran machte ihn nicht eben fröhlicher. Und er wusste schon jetzt, dass er durch seinen Fund sämtliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, was ihm gar nicht gefallen konnte.

Wie muss ich vorgehen?

Eine Frage, auf die es nur eine Antwort gab. Zuerst musste die Polizei Bescheid wissen.

Jonny Rogowski war hier der Chef. Ein junger Mann mit deutschen Wurzeln. Er machte seinen Job gut, er ruhte in sich selbst, wollte wenig Ärger und konnte sehr konsequent werden, wenn es ihn trotzdem gab.

Natürlich würde er noch schlafen, doch das war Diego egal. Er musste seinen Weg gehen, es musste alles seinen Weg gehen, und dann musste vor allen Dingen eine Panik vermieden werden, denn geheim konnte der Fund nicht bleiben.

Er hätte Jonny auch anrufen können. Man hatte dafür gesorgt, dass es in der kleinen Stadt einen Handy-Empfang gab, aber der Polizist wohnte nicht weit entfernt. Er war nach wenigen Minuten zu erreichen, und Diego fand es besser, wenn er mit ihm persönlich sprach.

Pankrac hoffte nur, dass der Tote möglichst noch unentdeckt blieb. Man würde ihn in der kleinen Leichenhalle am Friedhof verstecken müssen. In diesem Bau mit den alten Mauern war es immer kühl.

»Gut, dann wollen wir mal«, sagte der Schuhmacher und setzte sich in Bewegung. Das flaue Gefühl in seinem Magen wollte nicht weichen, und beim Gehen hatte er das Gefühl, leicht zu schwanken.

Vor dem Haus des Polizisten blieb er stehen. Die Fensterläden waren vorgeklappt, klar, die Leute schliefen noch.

Pankrac klingelte Jonny Rogowski aus dem Bett. Seine Frau und der kleine Sohn blieben liegen.

»Du?«, fragte der Polizist erstaunt und rieb sich den Schlaf aus den Augen. »Was ist denn los?«

»Die Hölle«, erwiderte Diego, »und ich denke, dass dies erst der Anfang ist …«

*

Jonny Rogowski war ein Mensch, dessen blonde Haare recht dünn auf dem Hinterkopf lagen. Die Sonne hatte seinem Gesicht allerdings eine gesunde Farbe gegeben, die jedoch war jetzt gewichen, als beide Männer die kleine Leichenhalle verließen und den Duft der blühenden Sträucher einatmeten, neben denen sie stehen blieben.

Mit einem Tuch wischte der Polizist über sein Gesicht und die hohe Stirn hinweg. Dann schüttelte er den Kopf. »Es kommt mir noch immer wie ein Albtraum vor.«

»Das ist aber keiner.«

»Ich weiß. Hinter uns liegt ein Toter, und wir haben jetzt die Probleme. Oder werden welche bekommen. Wir müssen in Bukarest Bescheid geben, dass einer der EU-Helfer ums Leben gekommen ist. Und wir können auch nicht verschweigen, wie das passierte.«

»Ich weiß.« Diego hob die Schultern. »Wie wird es weitergehen? Was meinst du?«

»Man wird den Fall nicht mir überlassen. Man wird Leute aus der Hauptstadt schicken, und es könnte auch einen ziemlichen Pressewirbel geben, denke ich.«

»Willst du die Wahrheit sagen?«

Rogowski schwieg. Sein Mund bildete einen Strich. Trotzdem zitterten die Lippen ein wenig. Nach einer längeren Pause fragte er: »Wer wird uns glauben?«

»Ich weiß es nicht.«

»Die lachen uns aus, wenn wir von einem Werwolf berichten, denke ich mir. Das kann nicht gut gehen. Die halten uns für verrückte Hinterwäldler, was wir letztendlich ja auch sind, wenn man es genau nimmt.«

»Was willst du dann sagen?«

»Ich habe keine Ahnung.«

Beide Männer schwiegen, bis Diego das Wort übernahm und davon sprach, dass die Wunde sehr wichtig war.

»Wie kommst du darauf?«

»Ganz einfach. Wenn man sich die Wunde genauer anschaut, wird man feststellen, dass sie von keinem normalen Wolfsgebiss stammt. Das sollte ein Hinweis sein.«

Der Polizist schaute nur skeptisch und meinte: »So weit können die Leute nicht denken. Das kannst du von ihnen auch nicht verlangen. Aber ich kann es versuchen. Wenn ich ehrlich bin, dann freue ich mich darüber, wenn mir der Fall aus den Händen genommen wird.«

»Ja, das kann ich nachvollziehen.«

Rogowski schaute zu Boden und nickte. »Es ist zwar Sonntag, aber ich werde alles in die Wege leiten.«

»Tu das, Jonny …«

*

Der Platzregen hatte an diesem Morgen den Verkehr in London fast zum Erliegen gebracht. Hinzu kam das knatternde Gewitter. Blitze und Donner gingen oft in eins über, und an eine normale Fahrt ins Büro war nicht zu denken. Bei diesem Wetter waren die U-Bahnen zudem noch mehr überfüllt, und so hatte ich beschlossen, das Unwetter erst mal abzuwarten, wobei Suko der gleichen Meinung war wie ich.

Wie ein kleiner Junge stand ich am Fenster und beobachtete den Regen, der in langen Bahnen aus dem Himmel fiel. Er und die grauen Wolken bildeten eine Waschküche, die in einer bestimmten Reihenfolge von den scharfen Blitzen aufgerissen wurde.

Ich hatte mit Suko abgesprochen, dass wir den Rover nehmen würden, denn die U-Bahn würde auch noch später mehr als voll sein. Da kamen wir mit dem Wagen besser durch.

Es wunderte mich nicht, dass sich das Telefon...

Erscheint lt. Verlag 23.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4286-9 / 3838742869
ISBN-13 978-3-8387-4286-1 / 9783838742861
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