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John Sinclair 1524 (eBook)

Schreckens-Zoo

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4295-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1524 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Als der Tierpfleger Till Mitchum den Riesenvogel sah, der eine Schlange verspeiste wie einen Wurm, da wusste er, dass ihm so gut wie kein Mensch glauben würde.

Trotzdem konnte er das Geschehen nicht für sich behalten. Er setzte sich deshalb mit einer Frau in Verbindung, zu der er großes Vertrauen hatte. Es war die Tierärztin Maxine Wells. Sie glaubte ihm und machte die Sache zu der ihren, die sie mitten hinein in eine mörderische Tierhölle führte ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Schreckens-Zoo


Das Unmögliche und Grauenhafte lauerte in seiner Nähe, aber Till Mitchum sah es nicht. Es ging ihm einfach zu schlecht nach dem letzten Abend, an dem so intensiv gefeiert worden war und die Ströme von Whisky und Bier nicht enden wollten.

Eigentlich hatte Mitchum nach Hause gehen wollen. Das war irgendwann nicht mehr möglich gewesen. Da war er nur froh gewesen, innerhalb des Zoos übernachten zu können. Hier war zugleich seine Arbeitsstelle.

Wie ein Toter war er in den Schlaf gefallen, aus den ihn dann das üble Brechgefühl wieder herausgerissen hatte …

Till wusste erst mal nichts. Er erwachte wie aus einem langen Tiefschlaf. Seine Augen wollten sich einfach nicht öffnen lassen, aber der Druck im Magen war stärker. Er zwang Mitchum dazu, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Es war schwer für ihn, aufzustehen. An der glatten Wand stützte er sich ab. Ein paar Meter entfernt ragte das Elefantenhaus in die Höhe. Umgeben von einem Freigelände, das zu den Zuschauern hin durch einen Wassergraben abgetrennt war.

Er quälte sich hoch. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Nach wie vor musste er sich im Dunkeln orientieren, was in seinem Zustand alles andere als einfach war. Die Matratze hatte er verlassen und stolperte auf die Tür zu.

Till gelangte in den Flur, an dessen Ende der Zugang zum Elefantenhaus lag. Hier sah der Pfleger besser, weil das Licht von einer Lampe stammte, die unter der Decke hing und von einem Gitter umgeben wurde. In das Haus wollte er nicht. Die Übelkeit trieb ihn in die andere Richtung hinaus ins Freie, wo er für einen Moment die Kühle des Morgens genoss.

Auch sie schaffte es nicht, den Pfleger von seiner Übelkeit zu befreien.

Sein Ziel war die Lücke zwischen zwei Abfalltonnen. Bis dahin musste er ein paar Meter laufen. Mit letzter Kraft erreichte er sein Ziel, stützte sich an den Tonnen ab und beugte seinen Oberkörper nach vorn.

Es brach förmlich aus ihm hervor. Till Mitchum würgte und keuchte. Dabei gab er Geräusche von sich, über die er sich selbst erschreckte. Beim Übergeben schienen sich seine Eingeweide auflösen zu wollen, aber er konnte nicht aufhören. Sein Körper zitterte. Es gab keine Stelle an ihm, die nicht von einer Schweißschicht bedeckt war. Er fühlte sich mehr tot als lebendig, aber er würgte weiter und leerte seinen Magen von all dem, was überflüssig war.

Ihm ging noch mal durch den Kopf, was er alles getrunken hatte.

Jetzt ging es ihm besser, auch wenn er die Luft so einsaugte wie ein Mensch, der kurz vor dem Ertrinken steht. Auch die dabei entstehenden Geräusche klangen so schrecklich fremd, aber er packte es und richtete sich wieder auf.

In Bächen war der Schweiß über seine Haut geflossen. Zwar fühlte er sich noch immer verschwitzt, doch die Hitzewellen hatten aufgehört, und auch der Schwindel war nicht mehr vorhanden. Er konnte wieder durchatmen.

Und er lächelte. Es ging ihm tatsächlich besser. Sich übergeben zu haben war das Beste für ihn gewesen.

Er wischte über sein Gesicht. Das Hemd klebte an seinem Körper. Verschwitzt und glänzend lag das dunkle Haar auf seinem Kopf, und dann kam der Moment, den viele Männer und auch Frauen kennen. Dann schworen sie, nie wieder so viel zu trinken. Weg von dem verdammten Alkohol.

Auch Till Mitchum schwor, den Alkohol wegzulassen und nur noch Wasser oder Säfte zu trinken. Dieser schlimme Absturz hatte ihm gereicht.

Bei der Fete, die schon recht früh begonnen hatte, hatte es für ihn gut angefangen. Das Essen war okay gewesen. Doch danach hatte er zu schnell getrunken und immer wieder auf den neuen Zoodirektor angestoßen, der früher den alten vertreten hatte und mit den Mitarbeitern blendend auskam. Es würde innerhalb der Mannschaft keine Veränderungen geben, und das sahen Mitchum und seine Kollegen als positiv an. Deshalb hatten sie ja einen draufgemacht.

Es gab keine Schweißausbrüche mehr bei ihm. Auch das Zittern hatte nachgelassen. Wenige Nachwehen noch, das war alles, und er konnte sagen, dass es ihm fast wieder gut ging.

Er musste zweimal schauen, um die Uhrzeit zu erkennen. Die dritte Morgenstunde war angebrochen. Der Himmel zeigte eine dunkle Farbe. Von der See her wehte der Wind, der die Kühlung brachte und den Schweiß auf seiner Haut trocknete.

In seinen stickigen Schlafstall wollte der Pfleger nicht mehr zurück. Er wusste etwas anderes, um sich wieder frisch machen zu können. Ein wenig Bewegung würde ihm gut tun. Ein paar Schritte durch die Kühle und den nächtlichen Zoo laufen, der auch in der Dunkelheit nie still war. Irgendwelche Tiere waren immer wach, und sie zeigten dies auch an, indem sie Geräusche von sich gaben, die für viele Menschen, die sich nicht mit ihnen auskannten, unheimlich klangen.

Alles war anders geworden. Die Nacht machte so viel gleich. Was am Tage normal aussah, das wirkte in der Nacht unheimlich und düster.

Till Mitchum wollte das Gehege umrunden, um wieder in Form zu kommen. Bewegung tat gut, besonders nach einem derartigen Besäufnis.

Und noch etwas verspürte er. Durst, einen gewaltigen Nachdurst. Sein Körper war ausgetrocknet. Es schien keine Flüssigkeit mehr in ihm zu geben.

In seinem Kopf waren plötzlich Stiche. Aber die würden wohl verschwinden, wenn er lange genug die frische Luft eingeatmet hatte.

Zwei Dinge irritierten ihn.

Er hörte ein Klatschen oder Flattern, dann einen krächzenden und schrillen Schrei, der nicht aus einem der Gehege gekommen war. Der Ursprung lag im Freien und über ihm.

Till Mitchum blieb stehen. Wohl war ihm dabei nicht. Er presste die Lippen hart zusammen und schaute schräg in die Höhe, um die Ursache des Geräusches herauszufinden.

Zunächst sah er nichts. Aber sein Blick wanderte weiter bis zu den hohen Bäumen hin, deren dichtes Blattwerk so einen wunderbaren Schatten in der Hitze spendete.

Aus dieser Richtung war der Schrei aufgeklungen. Zu sehen war noch nichts, und Till wünschte in diesem Moment, dass er seine lichtstarke Taschenlampe bei sich gehabt hätte. Doch die lag in seinem Spind.

Der Pfleger war kein Typ, der sich so leicht ängstigte. Dann hätte er seinen Job verfehlt. Aber dieses Geräusch hatte schon sehr seltsam geklungen. Unheimlich und fremd wäre die exakte Beschreibung gewesen.

Wieder schrie das Tier!

Es musste ein Tier sein. Menschliche Schreie hörten sich anders an. Und diese Laute waren genau dort aufgeklungen, wo die hohen Laubbäume wuchsen.

Till Mitchum war nicht mehr müde, und es ging ihm auch nicht mehr schlecht. Zwar fühlte er sich noch nicht so fit wie ein Turnschuh, aber er wollte es auch nicht auf sich beruhen lassen und nachschauen, wer dieses Geräusch von sich gegeben hatte.

Nach ein paar Schritten sah er mehr. Da huschte plötzlich ein gewaltiger Schatten durch die Luft, der mit den Flügeln um sich schlug. Ein Vogel, der etwas in seinem Schnabel trug, das auf ihn nieder fuhr wie eine Peitsche.

Mitchum war irritiert. Er übte diesen Job schon mehr als zehn Jahre aus. Er war mit den Tieren des Zoos vertraut. Dieses Bild allerdings war ihm neu.

Das war zwar ein Vogel, den er jetzt sah, weil dieser sich auf einem dicken Ast niedergelassen hatte, aber seine Größe machte das Tier zu einer unheimlichen Gestalt. Es war kein Adler, die gab es nicht im Zoo, aber dieser Vogel erreichte eine Größe, die die eines Adlers noch übertraf.

Selbst bei der Dunkelheit sah er das Schimmern des Gefieders, das er von Krähen oder Raben her kannte.

So große Krähen?

Unmöglich. Auch Raben wuchsen nicht zu dieser Größe heran und erst recht keine Dohlen.

Der Pfleger setzte seinen Weg fort, ohne dass er es sich bewusst wurde. Sein Ziel war der Baum mit dem Riesenvogel, obwohl er vor ihm eine gewisse Furcht verspürte.

Und dann sah er es wieder!

Zwischen den Schnabelhälften klemmte die Beute des Vogels, in die er immer wieder zuckend hineinbiss, um sie zu zerteilen. Noch lebte das Beutestück, und der Tierpfleger bekam erneut große Augen, als er sah, was der Riesenvogel da im Schnabel hielt.

Einen Wurm.

Nein, das war kein Wurm, obwohl es normal gewesen wäre, denn Vögel fressen nun mal Würmer. Doch dieses riesige Exemplar hatte sich etwas anderes geholt.

In seinem Schnabel hing eine Schlange!

Jemand lachte. Erst Sekunden später fiel dem Pfleger auf, dass er es war, der gelacht hatte. Es war für ihn einfach nicht zu fassen, was er da sah. Er hatte sich auch nicht getäuscht, obwohl die Dunkelheit noch über dem Gelände lag. Der Vogel auf dem Baum versuchte tatsächlich, eine Schlange zu fressen, was ihm noch nicht gelang, weil sie quer in seinem Schnabel lag. Das allerdings wollte das Tier ändern, denn es versuchte, seine Beute so zu drehen, dass sie der Länge nach durch den Schnabel in die Kehle rutschen konnte.

Die Schlange wollte nicht. Sie wand sich. Sie bewegte sich zuckend, sie krümmte sich, und doch hatte sie keine Chance gegen die Fressgier des Riesenvogels.

Er fing damit an, sie zu verschlingen. Den Kopf hielt er dabei hoch. Er zuckte bei jeder Bewegung, mit der die Schlange tiefer in seine Kehle glitt.

Till Mitchum konnte seine Blicke nicht von dem Geschehen lösen. Er schüttelte immer wieder den Kopf, er schlug die Hände vor sein Gesicht und flüsterte mit sich selbst.

»Das kann es doch nicht geben! Das ist der reine Wahnsinn. Das glaube ich einfach nicht …«

So sehr sich die Schlage auch wehrte, der übergroße Vogel verschlang sie und hackte dabei mit seinen Schnabelhälften immer wieder zu, als wollte er die Haut der Schlange beim Verschlucken perforieren.

Und dann war die Beute...

Erscheint lt. Verlag 23.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4295-8 / 3838742958
ISBN-13 978-3-8387-4295-3 / 9783838742953
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