John Sinclair 1522 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4293-9 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!
Teuflische Gespielinnen machen auch John Sinclair und Suko das Leben schwer, denn hinter ihnen stand jemand, der sie für seine Zwecke einspannte. Sie hatten den Dschin befreit, doch der zeigte sich wenig dankbar und riss sie mit hinein in sein tödliches Reich ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Teuflische Gespielinnen
Alma Sorvino konnte den Einbruch der Dunkelheit kaum erwarten. Jetzt, im Hochsommer, war es einfach zu lange hell, aber das würde sich bald ändern.
Sie schlich zum Fenster und schob die beiden Gardinenhälften zur Seite. Der Spalt in der Mitte war breit genug, um das Haus gegenüber sehen zu können.
Besonders die zweite Etage, denn gerade sie interessierte Alma, weil dort eine bestimmte Wohnung lag. Nur für einen Moment schaute sie hin und war zunächst zufrieden, dass in der Wohnung Licht brannte. Die Vorbereitungen waren schon getroffen worden, doch bis der Spaß begann, würde noch etwas Zeit vergehen …
Diese Zeit wollte Alma Sorvino nutzen. Die 60-jährige Frau kicherte, als sie wieder zurück in das Zimmer tauchte, zum Tisch ging und dort nach der Weinflasche griff. Ihr verstorbener Mann war Portugiese gewesen. Er hatte den Portwein sehr gern getrunken. Für ihn war er alles gewesen. Bis zu seinem plötzlichen Tod. Danach hatte Alma Sorvino das Hobby ihres Gatten übernommen. Den ersten Schluck trank sie stets auf ihn, so konnte sie das Andenken in ihrem Herzen bewahren und es letztendlich auch im Mund schmecken.
In ihrem Wohnraum brannte nur eine Lichtquelle. Alma stand etwas vom Fenster entfernt neben der Tür in der Ecke. Dort war der Raum nie richtig hell, wenn nur diese eine Lampe brannte.
Man konnte auch nicht von der anderen Straßenseite hineinschauen.
Bei ihr war das umgekehrt.
Alma stellte die Flasche wieder ab und wischte mit dem Handrücken über ihre Lippen. Dann setzte sie ihre Brille auf, goss einen weiteren Schluck Portwein in ein Wasserglas, das sie auf die innere Fensterbank stellte, und warf dabei einen Blick auf die andere Straßenseite.
Nein, dort tat sich noch immer nichts.
Allmählich wurde es Zeit. Alma Sorvino kannte die Zeitabläufe recht gut und ärgerte sich über jede Verspätung. Die große Schau der beiden wollte sie sich nicht entgehen lassen.
In der Wohnung selbst war sie noch nie gewesen. Sie kannte nur das eine Zimmer durch ihre heimlichen Beobachtungen, und ein Möbelstück war ihr besonders aufgefallen.
Es war der große Stand- und Kippspiegel, der in der Mitte des Zimmers stand und so etwas wie ein Prunkstück war. Seiner Form nach stammte er aus der Zeit des Jugendstils, was nicht ganz Almas Geschmack war, aber das spielte letztendlich keine Rolle. Wichtig war der Spiegel mit seiner großen Fläche, die alles wiedergab, was sich vor ihm abspielte. Genau darauf lauerte die Frau.
Einsam war sie. Zumindest tagsüber. Fiel jedoch die Dunkelheit über das Land, begann die spannende Zeit, und darauf wartete sie immer sehnsüchtig. Der Spaß würde auch heute nicht ausfallen, er verzögerte sich nur ein wenig. So nahm die Frau am Tisch Platz. Durch das Rauchen einer Zigarette wollte sie die Wartezeit überbrücken. Der runde Messingascher wartete darauf, mit Kippen gefüllt zu werden.
Sie summte vor sich hin und hatte sich so hingesetzt, dass sie durch den Gardinenspalt auf das Fenster schauen konnte und natürlich die andere Seite der Straße sah.
Sie rauchte langsam und mit Genuss. Dabei fragte sie sich, wie weit die beiden wohl an diesem Abend gehen würden. Es war zwar das gleiche Spiel, aber es lief immer wieder anders ab. Da waren sie sehr variantenreich. Einige Male war Alma schon der Gedanke gekommen, dass man gegenüber informiert war und ihr bewusst diese Schau vorführte. Das war alles möglich, aber letztendlich war es ihr egal.
Alma drückte die Zigarette aus und wirbelte die letzte Asche mit eine Handbewegung zur Seite. Der Blick auf die Uhr. Es ging schon auf Mitternacht zu. Da wurde es Zeit. Allerdings kam es auch vor, dass nichts passierte, und dann ärgerte sich Alma und wartete noch gespannter auf den nächsten Tag.
Heute wurde sie nicht enttäuscht. Das Licht im Zimmer gegenüber war um eine Idee heller geworden und hatte jetzt die Stärke erreicht, die optimal war.
Alma Sorvino erhob sich. Ihre Augen zeigten einen schon beinahe leuchtenden Blick. Sie pfiff leise durch die gespitzten Lippen, löschte das Licht in ihrem Zimmer nicht und konnte trotzdem sicher sein, nicht gesehen zu werden.
Der Spalt zwischen den beiden Gardinenhälften war ihr nicht breit genug. Sie zog ihn noch mehr auseinander, damit sie eine optimale Sicht hatte.
Ja, so war es gut!
Das breite Fenster auf der anderen Seite, das auch hoch genug war, lag wie eine Leinwand vor ihr, auf der bald der Film ablaufen würde. Schon jetzt spürte sie die Aufregung. Das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Das gehörte einfach dazu.
Sie hatte gute Augen. Die Brille reichte ihr. So konnte sie auf ein Fernglas verzichten, obwohl es sicherheitshalber griffbereit auf der Fensterbank lag. Bisher hatte sie es nur selten einsetzen müssen.
Jemand war im Zimmer. Das spürte sie, denn sehen konnte sie niemanden. Sie hatte es einfach im Gefühl, und sie griff zum Glas, um noch einen Schluck Portwein zu trinken.
»Kommt schon, kommt schon«, flüsterte sie gegen die Scheibe. »Lasst ein alte Frau nicht im Stich …«
Es war, als hätte man sie auf der anderen Straßenseite verstanden. Einen Herzschlag später begann das Spiel, und Alma stöhnte vor Lust und Freude auf …
*
»Der Teufel bewegt sich durch das Westend. Ich habe schon öfter Beschwerden und Meldungen bekommen und denke, dass Sie der Sache mal nachgehen sollten.«
Sir James Powell hatte uns angesprochen und Suko und mir dabei direkt in die Gesichter geschaut.
Mein Freund und Kollege hatte seinen Urlaub hinter sich, der sehr schön gewesen war. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Shao hatte er es sich in Italien zehn Tage lang gut gehen lassen, aber jetzt rief wieder die Pflicht.
Wir saßen nicht grundlos im Büro unseres Chefs, und das am frühen Abend, wo die normale Dienstzeit vorbei war.
»Welcher Teufel?«, fragte ich.
Sir James hob die Schultern. »Das ist schwer zu sagen. Ich muss mich da auf Zeugen verlassen, die wiederum an einen Politiker herangetreten sind, der mich dann gebeten hat, zwei Beamte abzustellen, die sich mal im Westend umschauen.«
»Sollen wir einen Typen suchen, der sich verkleidet hat?«
»Ich weiß es nicht, John.«
Suko fragte: »Ist denn etwas passiert? Hat dieser Teufel Spuren hinterlassen? Gab es Tote oder Verletzte?«
»Es gab die Angst.«
»Die haben viele.«
»Ich weiß, Suko. In diesem Fall haben sie Angst vor dieser Erscheinung, die hin und wieder erschien, als wäre sie der Hölle entstiegen.«
»Haben Sie denn eine Beschreibung?«
Wir sahen unserem Chef an, dass er sich alles andere als wohl in seiner Haut fühlte. »Nur eine unbedeutende. Es wurde von einem hässlichen Gesicht gesprochen, in dem sich die reine Bosheit gezeigt hätte. Ich weiß, dass es schwer ist, mit diesen vagen Angaben etwas zu erreichen, aber ich habe zugestimmt.«
Ich wollte wissen, was mit den normalen Streifenpolizisten los war. »Sind die nicht alarmiert worden?«
»Nicht so wie Sie beide. Es passt mir selbst nicht, aber dieser Teufel soll durch die Straßen schleichen und sich Menschen zeigen. Er kommt heimlich in der Nacht, er spricht die Leute an und erklärt ihnen, dass sie bereits für die Hölle ausgewählt worden sind. Aber er tut nichts. Er nimmt sie nicht mit, er hat nur gedroht.«
Suko und ich schauten uns an. Das war kein Job, der uns begeistern konnte.
»Wann soll es denn losgehen?«, fragte ich.
Sir James gab noch keine Antwort, und mein Gefühl sagte mir, dass wir nichts Gutes zu erwarten hatten.
»Ich habe an die folgende Nacht gedacht.«
Zwar hatte ich damit gerechnet, aber es verschlug mir trotzdem die Sprache.
»Also jetzt?«
Sir James wand sich. »Ja, ich kann es auch nicht ändern. Fahren oder gehen Sie Patrouille. Ich glaube ja auch nicht, dass etwas daran ist, aber manchmal muss man eben Zugeständnisse machen, weil man von den anderen auch manchmal etwas Entgegenkommen braucht.«
Zum Glück lief es nicht alle Tage so, und ich stimmte mit einem knappen Nicken zu.
»Dann werden wir uns mal umsehen, aber mehr als diese ungenaue Beschreibung haben Sie wohl nicht?«
»Nein, ein übler Kerl, ein Teufel, der den Menschen Angst macht und sie in Schrecken versetzt. So ist es. Ich weiß nicht, ob etwas Schlimmes passiert ist. Das kann durchaus sein, muss aber nicht. Es können Dinge passiert sein, die niemand gemeldet hat und so weiter. Jedenfalls haben die Menschen Angst. Einige trauen sich nicht mehr auf die Straße, und das sind meist die Frauen.«
»Wurden sie angegriffen?«
»Ja und nein. Niemand weiß Genaues, auch die uniformierten Kollegen nicht.«
»Welche Meinung haben Sie denn persönlich, Sir?«, erkundigte sich Suko mit einem Lächeln.
Der Superintendent hob die Schultern. »Ich weiß nicht genau, wie ich es ausdrücken soll, aber ich halte alles für übertrieben.«
Ich schüttelte den Kopf und sagte: »Ein toller Job.«
»Ihren Sarkasmus kann ich verstehen, John.«
»Wie viele Nächte sollen wir uns denn um die Ohren hauen?«
»Versuchen Sie es zunächst mal mit einer.«
»Gut, und die liegt ja jetzt vor uns.«
»Genau.«
Es passte unserem Chef nicht, das sahen wir an seinem säuerlichen Gesichtsausdruck. Aber es ging nun mal nicht anders, wir mussten in den sauren Apfel beißen. Bevor wir uns erhoben, fügte Sir James noch eine Entschuldigung hinzu und erklärte uns dann, wo der angebliche Teufel die Gegend unsicher gemacht hatte.
Danach waren wir dann endgültig entlassen und trollten uns in unser Büro.
Unsere Assistentin...
| Erscheint lt. Verlag | 23.12.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-4293-1 / 3838742931 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-4293-9 / 9783838742939 |
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