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John Sinclair 1463 (eBook)

Die Frau aus dem Fegefeuer (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4234-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1463 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Die Frau aus dem Fegefeuer (1. Teil).

Sheila Conolly und ich hatten endlich die einsame Villa gefunden, in der die geheimnisvollen Séancen durchgeführt wurden. Wir glaubten, am Ziel zu sein, doch wir erlebten nur eine Eskalation von Gewalt. Ich musste wirklich bis zum Letzten gehen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Aufatmen konnten wir aber auch dann noch nicht, denn die nächste Überraschung stand uns bevor. Es war die Frau aus dem Fegefeuer und sie führte uns in eine Welt, in der nichts so war, wie es aussah ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Frau aus dem Fegefeuer (1. Teil)


Wo bin ich?

Diese Frage hatte sich der Reporter Bill Conolly nicht nur einmal gestellt, sondern immer und immer wieder. Nur eine Antwort hatte er nicht erhalten. Es gab niemanden in dieser Welt, der sie ihm hätte geben können.

Diese Welt war grau!

Das lag an dem seltsamen und ungewöhnlichen Zwielicht, das hier herrschte. Eine ebene und leere Landschaft, die einen traurig stimmen konnte. Ohne Grün, ohne helle Farben. Keine Sonne, keine Blumen.

Eine Gegend, die deprimierte und einem die letzte Hoffnung rauben konnte …

Bill Conolly überlegte. Die große Furcht war von ihm abgefallen. Er hielt sich in der neuen Umgebung auf, und hätte man ihn gefragt, wo er nun war, dann hätte er nur mit den Schultern zucken und nichts antworten können.

Diese Welt war existent. Er konnte sie greifen. Er atmete deren Luft ein, was auch okay war, so lief er nicht in Gefahr, zu ersticken. Aber was war sie genau?

Darüber zerbrach sich der Reporter den Kopf. Er wurde den Eindruck nicht los, dass er es in dieser Welt nicht mit einer normalen Dimension zu tun hatte. Beim ersten Hinschauen und auch beim zweiten kam sie ihm leer vor. Wie ausgeräumt. Da gab es nur dieses graue Licht und die topfebene Landschaft.

Und beim zweiten Blick?

Genau damit begann das Problem. Der zweite Blick war anders. Nicht, dass die Leere verschwunden wäre, nein, da gab es noch etwas, denn er glaubte, dass sich in dieser trotz allem so klaren Luft noch etwas anderes aufhielt. Dass sich innerhalb dieses grauen Lichts etwas verborgen hielt, was mehr zu ahnen als zu sehen war.

Wenn Bill die Augen schloss und sie sehr schnell wieder öffnete, dann glaubte er, in diesem grauen Schimmer für den Bruchteil einer Sekunde etwas zu sehen, das aber so schnell wieder verschwunden war, dass er nicht hatte erkennen können, um was es sich genau handelte.

Er ging davon aus, dass das, was er hier sah, längst nicht alles war. Auch wenn er darüber nachdachte, ändern konnte er es nicht, denn es existierte noch ein zweites Problem, das allerdings sichtbar war.

Bill Conolly war nicht allein!

Er brauchte sich nur umzudrehen, um den Mann zu sehen, der auf dem Boden hockte und durch sein Geflüster die Stille störte. Seine Worte waren nur schwer verständlich. Bill hatte sich bereits daran gewöhnt. Erst als er eine Mischung aus Fluchen und Jammern vernahm, drehte er sich um.

Sein Blick fiel auf den Sitzenden. Er hieß Erskine. Er war ein ziemlich kompakter Mensch mit einem dicken Kopf, zu dem das breite Gesicht passte, das ihm etwas Froschartiges gab. Der Blickkontakt brachte dem Reporter zugleich die Erinnerung zurück, denn er musste daran denken, dass er in diese Lage hineingeraten war, weil er diesen Erskine eigentlich vor einem schlimmen Schicksal hatte bewahren wollen. Während er daran dachte, liefen die Bilder rückwärts, und so streiften seine Gedanken bis hin zum Beginn dieses Ereignisses.

Angefangen hatte es mit einem Tipp eines Bekannten. Ein gewisser Frank Jackson hatte ihn auf eine ungewöhnliche Séance hingewiesen, die in einer alten Villa stattfand. Dort war es einem gewissen Personenkreis tatsächlich ermöglicht worden, mit ihren verstorbenen Freunden und Verwandten einen Kontakt herzustellen. Keine Show, keine Betrügerei, alles war echt, und das hatte Bill sich ansehen wollen.

Er hatte zuhause keine Nachricht hinterlassen, weil Sheila sich mit Freunden traf und er gehofft hatte, vor ihr wieder zuhause zu sein. Sheila wusste also nicht, wo er war, und sie würde sich bestimmt wahnsinnige Sorgen machen, was leider nicht zu ändern war.

Den Fortgang dieser Séance, an der vier Menschen teilnahmen, hatte Bill sich ganz anders vorgestellt.1

Es war tatsächlich zu einem Kontakt gekommen. Aber es hatte sich kein Kanal geöffnet, durch den der Kontakt zu den Verstorbenen hergestellt worden wäre. Dafür war aus der dunkel polierten Platte des runden Séancetisches ein Skelett erschienen, das einen Kopf aus Fleisch und Blut hatte, wenn auch einen hässlichen.

Das Auftauchen dieser Gestalt hatte die vier Menschen am Tisch, die von ihrer Herkunft sehr unterschiedlich waren, geschockt. Erskine, der mit seinem verstorbenen Geschäftspartner hatte Kontakt aufnehmen wollen, war von diesem Unhold geholt werden. Bill hatte den Mann retten wollen. Er war auf den Tisch gesprungen und dabei selbst in den Sog geraten, denn die Tischplatte hatte ihre Härte verloren, und so war er in die Tiefe gesunken und in eine fremde Gegend gelangt, in der er sich noch immer befand.

In der Dunkelheit. In der anderen Welt. In der Zone des Grauens, in der es kein Licht gab, das ihm hätte einen Weg zeigen können. Es gab auch keine toten Menschen, die ihm hätten helfen können. Er war in dieses Land hineingeraten, zusammen mit Erskine, und fand keine Antwort auf die Frage, wo sie sich befanden.

Er wusste es nicht.

Bill konnte nur raten.

Da fiel ihm die andere Dimension ein. Es war auch viel über das Jenseits gesprochen worden, und vielleicht war diese Umgebung ein Teil des Totenreichs.

So recht glauben konnte Bill es nicht. Das war eigentlich nicht möglich. Er wusste zwar nicht, wie das Reich der Toten aussah, und hätte darüber nur spekulieren können, aber so wie diese Umgebung sah es bestimmt nicht aus. Da war er sich sicher. Also war er in einem Zwischenreich gelandet oder wo auch immer.

Dass ihm körperlich nichts passiert war, war schon ein Vorteil, denn so wurde ihm die Angst genommen. Was blieb, war eine gewisse Spannung, die von allein sicherlich nicht verschwinden würde. Erst wenn er Bescheid wusste, um welche Welt es sich hier handelte, würde er wieder durchatmen können.

Die Skelettgestalt war verschwunden. Nicht mehr da, einfach weg, als hätte es sie nie gegeben. Wohin er auch schaute, er sah sie nicht, und sie schwebte auch nicht über ihm.

Erskine hatte aufgehört zu fluchen. Jetzt hustete er nur noch. Ein regelrechter Anfall hatte ihn gepackt, und Bill wartete ab, bis er vorbei war und Erskine sich über seine Lippen gewischt hatte.

Er sah, dass Bill ihn anschaute.

»Was ist los?«

Erskine lachte. »Nichts, verdammt. Nichts ist los. Wir hocken hier und kein Schwein weiß, wo wir uns befinden. Sag was, Bill. Sag endlich, wo wir hier sind.«

»Ich habe keine Ahnung. Wir sind auf eine verdammt perfide Art gekidnappt worden. Man hat uns geholt. Der Tisch war eine Falle und zugleich der Weg in eine andere Dimension. So musst du das sehen und nicht anders.«

Erskine starrte Bill mit offenem Mund an.

»Andere Dimension?«, flüsterte er. »Das Totenreich also?«

»Nein – oder doch? Ich weiß es nicht.« Bill hob die Schultern. »Nur stelle ich mir das Totenreich nicht so vor.«

»Wie denn?«

»Keine Ahnung. Ich habe mir nur wenig Gedanken darüber gemacht. Da bin ich ehrlich.«

Erskine blieb am Boden hocken. Er nickte vor sich hin, und Bill kam es weiterhin so vor, als würden sie sich mitten auf einer Straße in einer leblosen Umgebung aufhalten, die aber trotzdem nicht so leer war, weil im Hintergrund etwas lauerte, das nur darauf wartete, hervortreten zu können, um dann zuzuschlagen.

»Dabei habe ich nur versuchen wollen, mit meinem Geschäftspartner Kontakt aufzunehmen. Der Hund hat mich betrogen und hat dann den Löffel abgegeben, verdammt. Mich hat er im Regen stehen lassen, und ich weiß nicht mehr weiter.«

»Da kann ich dir nicht helfen. Ich war das erste Mal bei einer dieser Séancen. Ich weiß nicht, was da sonst läuft. Ich habe auch keine Ahnung, was es mit der Villa auf sich hat. Ich kenne ihren Besitzer nicht. Oder existiert der gar nicht? Steht das Haus einfach nur leer?«

»Keine Ahnung.«

»Mir sah es nicht danach aus. Die Möbel hätten sonst verstaubt sein müssen.« Bill winkte ab. »Im Moment ist es für uns sowieso ohne Bedeutung.«

»Was ist denn von Bedeutung?«

»Das hier.«

Erskine lachte. »Das weiß ich nicht. Eine Leere, in der wir gefangen sind, und das verdammte Skelett lässt sich nicht blicken. Verstehst du das, Bill? Es hat uns hergeschafft, und es müsste uns eigentlich hier begrüßen. Aber was passiert? Nichts, rein gar nichts. Es kommt nicht her und sagt Guten Tag. Es bleibt einfach verschwunden. Toll, würde ich sagen.«

»Sei froh.«

»Warum? Meinst du, dass es uns killen könnte?«

»Möglich wäre es«, erklärte Bill. »Wer weiß, welche Pläne man noch mit uns hat.«

Erskine musste wieder lachen. »Mit uns?«, keifte er los. »Klar, mit uns. Aber was ist mit den anderen? Es gab da noch Mona und Sir Walter am Tisch. Was ist mit ihnen?«

»Die sind in der Villa geblieben.«

»Super. Und warum?«

Bill schüttelte den Kopf. »Ich habe wirklich keine Ahnung, Erskine. Ich stelle hier nicht die Regeln auf.«

Der Mann hockte noch immer am Boden. »Ja, das weiß ich, verdammt, wir stellen sie nicht auf.« Er schwieg, schaute sich dann um, lachte und stand auf, wobei er das Gesicht verzogen hatte und Unverständliches vor sich hin flüsterte.

Bill Conolly befand sich nicht zum ersten Mal in einer derartig ungewöhnlichen Situation. Er hatte seine Erfahrungen sammeln können und wusste auch, dass es sehr wichtig war, wenn er die Nerven behielt und nicht anfing durchzudrehen. Er hoffte, dass Erskine sich ebenfalls so verhalten würde und nicht zum Problem wurde.

Sein Leidensgenosse schwitzte stark. Er konnte sich nicht beherrschen. Immer wieder sprach er mit sich selbst, schüttelte den Kopf oder ballte die Hände.

Dann lachte er plötzlich auf.

»Was ist los?«, fragte Bill.

...

Erscheint lt. Verlag 16.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4234-6 / 3838742346
ISBN-13 978-3-8387-4234-2 / 9783838742342
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