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John Sinclair 1469 (eBook)

Der Köpfer holt sie alle! (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4240-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1469 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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(CHF 1,90)
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Der Köpfer holt sie alle! (2. Teil).

Zwei Menschen hatten das Jenseits verlassen können. Die Tänzerin Marietta und ihr ebenfalls toter Mörder Eric Walcott.

Nun aber gesellte sich noch eine dritte Größe hinzu: der Köpfer. Er war das Bindeglied zwischen den beiden Toten sowie der Vergangenheit und der Gegenwart.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Köpfer holt sie alle! (2. Teil)


Marietta Abel, die Tote, die trotzdem lebte, schloss die Augen, bevor sie die Hand auf die Klinke der Kirchentür legte, um sie zu öffnen. Sie wollte nicht in das recht kleine Gotteshaus hineinstürmen. Es war besser, es behutsam zu betreten und die Trauerfeier so nicht zu stören.

Eine Trauerfeier, die ihr galt!

Fast hätte sie laut aufgelacht. Eine Trauerfeier für sie, die noch existierte, wobei sie das Wort »leben« unter allen Umständen vermeiden wollte.

Ein halbes Jahr war seit ihrer Ermordung vergangen, und nun wurde in der kleinen Kirche eine Gedenkfeier für sie abgehalten und eine Messe gelesen …

Als Marietta ihre Hand auf die Klinke der Kirchentür legte, geschah etwas Seltsames. Sie verspürte plötzlich einen Stromstoß, der durch ihren Körper jagte. Sie hatte das Gefühl, als würde sie durch ihn in zwei Hälften gespalten.

Ganz falsch war das nicht, denn Marietta war kein normaler Mensch mehr. Aber man konnte sie auch nicht als Tote bezeichnen. Etwas von ihr war aus dem Jenseits zurückgeschickt worden, praktisch als feinstoffliches Wesen, das allerdings das Aussehen eines normalen Menschen angenommen hatte und nicht so durchscheinend aussah wie Ektoplasma.

Noch wartete Marietta ab. Dabei machte sie den Eindruck einer Person, die sich nicht traute. Sie überlegte, wer sich wohl alles in der Kirche versammelt hatte. Es waren auf jeden Fall ihre Eltern. Ein paar Freunde möglicherweise auch, und vielleicht waren auch einige Mitglieder der Tanzschule gekommen, um dem Gedenkgottesdienst beizuwohnen, denn in der Schule war der Amokläufer vor einem halben Jahr erschienen, hatte um sich geschossen, Marietta getötet und einige andere Menschen zum Teil schwer verletzt.

Danach war der Killer ebenfalls erschossen worden. Man hatte ihn begraben oder mehr verscharrt. Er war vergessen worden, ein Namenloser unter der Erde. Aber das war leider nicht sein endgültiges Ende gewesen, denn dieser Killer namens Eric Walcott war ebenso wie Marietta wieder zurückgekehrt, um Rache zu nehmen und abzurechen.

Einen Menschen hatte er bereits getötet. Brian Abel, einer von Mariettas Zwillingsbrüdern, lag tot im Haus der Eltern. Ermordet durch einen Messerstich in die Kehle.

Walcott würde mit dem Morden nicht aufhören, das stand für Marietta fest. Und sie konnte sich vorstellen, dass er sich dafür einen besonderen Ort ausgesucht hatte. Einen geschlossenen Raum, in dem es für die Menschen kaum Fluchtmöglichkeiten gab.

Die Kirche eben …

Dass es sich dabei um ein Gotteshaus handelte, das würde eine Gestalt wie ihn nicht stören.

Bisher war er noch nicht erschienen. Die kleine Feier hinter der Tür lief in geordneten Bahnen ab, und das wiederum machte Marietta Mut.

Sie hatte sich jetzt lange genug vor der Tür aufgehalten. Jetzt wollte sie sehen, wie es im Innern der Kirche aussah, und als sie die Tür ein wenig aufgezogen hatte, vernahm sie zwei Geräusche.

Zum einen das Quietschen der Angeln, zum anderen die Stimmen vom Altar her, die sich anhörten, als wären die Versammelten dabei, Gebete zu sprechen.

Das Quietschen der Angeln störte Marietta. Sie befürchtete, dass es möglicherweise auch weiter vorn gehört werden könnte. Das wollte sie nicht. Niemand sollte vorerst sehen, wer die Kirche betrat.

Marietta schob die Tür wieder zu.

Das hieß nicht, dass sie aufgegeben hatte. Sie hatte sich nur für eine andere Möglichkeit entschieden, die in diesem Fall besser war als das normale Betreten der Kirche.

Sie trat zwei kleine Schritte zurück, blieb stehen, schaute sich um, ob sie auch nicht beobachtet wurde, und ging danach wieder nach vorn, weil sie etwa Bestimmtes vorhatte.

Es war ganz einfach und doch phänomenal. Sie trat wieder auf die Tür zu, und es sah so aus, als wollte sie bewusst gegen das Holz laufen, was jedoch nicht der Fall war. Sie berührte es nicht anders, als es auch ein Hauch getan hätte, aber es blieb nicht dabei. Die Tür und das Holz, aus der sie geschaffen war, schienen sich aufzulösen. Es gab kein Hindernis mehr, sie konnte hindurch schweben. Für einen winzigen Augenblick zeichnete sich ihr Körper an der äußeren Türseite ab, dann war er verschwunden und entstand wieder an der inneren Seite der Tür, direkt in der Kirche.

Sie blieb dort stehen und wartete.

Da ihr das Innere der Kirche nicht unbekannt war, hatte sie sich schon zuvor ausgerechnet, wo sie erscheinen und zunächst auch stehen bleiben wollte. Da spielte das Taufbecken eine nicht unwesentliche Rolle. Es war eine Schale, die auf einer recht hohen und dicken Säule stand. Hinter ihr duckte sich Marietta und nahm Deckung.

Sie war vorerst zufrieden. Niemand hatte sie gesehen, ihr Erscheinen war nicht bemerkt worden, und so hatte sie es sich auch ausgerechnet. Auch der Killer war noch nicht da, und das gefiel ihr besonders.

Marietta kannte seine genauen Pläne nicht. Sie ging einzig und allein davon aus, was sie vermutete, denn sie hatte sich in die Gedanken des Killers hineinversetzt.

Es musste für ihn das Höchste überhaupt sein, in die Kirche einzudringen und da weiter zu machen, wo er vor einem halben Jahr aufgehört hatte. Also schießen und töten.

Die Öffentlichkeit würde geschockt sein, wenn sie von dem neuen Amoklauf erfuhr und bekannt wurde, wer der Mörder war. Ob Walcott genau diese Pläne verfolgte, wusste Marietta zwar nicht hundertprozentig, sie konnte es sich aber gut vorstellen.

Nachdem sie sicher war, dass sich der Killer noch nicht in der kleinen Kirche aufhielt, konzentrierte sie sich auf die Besucher. Sehr weit standen sie nicht von ihr entfernt. Es gab auch keine Bänke, sondern Stühle, die zu einigen Reihen zusammengestellt waren. Momentan waren nicht viele Reihen vorhanden. Wenn die Kirche voll wurde, stellte man noch weitere Stühle hinein, die ansonsten im kleinen Gemeindehaus standen.

Am Altar stand der Pfarrer. Er schaute als Einziger in Mariettas Richtung.

Als er jetzt den Kopf senkte, um etwas aus einem Buch abzulesen, nutzte Marietta die Gelegenheit, verließ ihren Platz am Taufbecken und huschte in eine kleine Nische neben dem Eingang. Dort war ein schlichter Altar mit einem einfachen Kreuz. Davor stand ein eisernes Gestell mit Reihen von kleinen Kerzen, die von Menschen für ihre Verwandten und Freunde angezündet wurden, für die sie bitten wollten.

Da nur wenige Kerzen ihr Licht abgaben, war es in der Nische relativ dunkel, und Marietta fand, dass es ein idealer Platz für sie war, um alles beobachten zu können.

Allmählich konzentrierte sie sich auf die Anwesenden am Altar. Ihre Eltern erkannte sie sofort, obwohl sie ihr den Rücken zudrehten. Sie saßen in der ersten Reihe und waren dort allein gelassen worden. Bestimmt hatten sie das so gewollt. Die anderen Gäste verteilten sich auf den Stühlen hinter ihren Eltern. Ja, es waren Freunde aus dem Ort und aus der Umgebung. Die Abels waren beliebt gewesen, und als Marietta so grausam gestorben war, hatten viele mit den Eltern gelitten.

Das war auch jetzt noch nicht vorbei, sonst wären nicht so viele hier in der Kirche erschienen.

Marietta hätte sich gern ihren Eltern gezeigt und sie getröstet. Das traute sie sich jedoch nicht. Sie wollte nicht, dass sie und die anderen Gäste einen Schock erlitten. Es war besser, wenn sie den richtigen Zeitpunkt abwartete. Wann der sein würde, konnte sie nicht sagen, das stand in den Sternen.

Noch sprach der Pfarrer. Da nicht mehr das helle Tageslicht durch die schmalen Fenster drang, war es im Innern recht düster. So sah Marietta nicht mehr alles deutlich. Es hatte sich Zwielicht ausgebreitet, gefüllt mit Schatten, die verschiedene Grautöne aufwiesen und sich in der Kirche verteilten.

Der Pfarrer sprach weiter. Er hatte eine klare Stimme und redete glücklicherweise nicht so salbungsvoll.

»Es sind inzwischen sechs Monate seit dieser ruchlosen Tat vergangen, aber ein jeder von uns weiß, dass die Wunde noch frisch ist. Sie verheilt nicht so leicht, denn es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Eltern ein Kind verlieren. Auch wenn es schon zwei Jahrzehnte gelebt hat und erwachsen ist, so bleibt es für die Eltern noch immer das Kind. Jeder von uns weiß, dass Worte Trost bedeuten können, aber dies zu begreifen ist für die Betroffenen fast unmöglich. Man muss sich schon damit abfinden und hoffen, dass sich der Mensch, der so brutal aus dem Leben gerissen wurde, jetzt in einer Welt aufhält, in der es keinen Hass und keine Feindschaft mehr gibt. Das wünschen wir uns alle. Der ewige Frieden soll über die Verstorbene kommen und sie für immer begleiten.«

Er schwieg, nickte besonders den Eltern zu und legte eine Pause ein.

Marietta wartete im Hintergrund. Die Worte des Pfarrers waren ergreifend gewesen und an den Versammelten nicht spurlos vorbeigegangen. Marietta hörte das Schluchzen, das leise Scharren der Füße auf dem glatten Steinboden. Betroffen waren besonders ihre Eltern, die dicht nebeneinander saßen und ihre Köpfe gesenkt hielten.

Auch Marietta spürte etwas. Sie wäre am liebsten losgelaufen, um sich ihren Eltern zu zeigen, aber sie wusste auch, dass es besser war, wenn sie sich zurückhielt.

War die Messe bereits beendet?

Es wäre ihr entgegen gekommen, denn dann wäre es Walcott nicht gelungen, hier einzugreifen. Trotzdem hütete sie sich davor, zu jubilieren. Sie musste auf der Hut sein. Walcott war ein grausamer Typ, der kein Menschenleben achtete. Dafür war ihr Bruder Brian das beste Bespiel.

Da es keinen Grund für sie gab, einzugreifen, wollte sie sich auch nicht zeigen. Wenn überhaupt, dann wollte sie nur ihren Eltern gegenübertreten. Die anderen...

Erscheint lt. Verlag 16.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4240-0 / 3838742400
ISBN-13 978-3-8387-4240-3 / 9783838742403
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