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John Sinclair 1475 (eBook)

Zombie-Katzen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4246-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1475 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Zombie-Katzen.

Zombie-Katzen sehen aus wie normale Tiere. Wehe aber dem, der ihnen zu nahe kommt! Das mussten auch Suko und Shao erleben, als sie in die Nähe eines Tierfriedhofs gerieten, den sich die Katzen als neue Heimat ausgesucht hatten. Sie mochten vieles - nur eben keine Menschen ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Zombie-Katzen


Die Laute hörten sich an, als läge ein Mensch in den letzten Zügen!

War es ein Jammern, ein Schreien – oder kam da beides zusammen?

Waren es gequälte Seelen, die keine Ruhe fanden, selbst auf einem Friedhof nicht?

Emma Higgins wusste es nicht. Sie hatte die ungewöhnlichen Laute gehört und ging keinen Schritt mehr weiter.

Das Schreien wiederholte sich. Diesmal noch klagender und scheußlicher, und sie wusste nun, dass es nicht mit den letzten Lauten eines sterbenden Menschen zu vergleichen war. Wer immer die Schreie und Klagelaute ausgestoßen hatte, es war kein Mensch gewesen, sondern irgendetwas anderes. Ein Tier, ein Wesen, das nicht auf diesen Friedhof gehörte …

Emma Higgins zitterte. Es lag nicht nur an den Geräuschen. Diesmal kam noch die Umgebung hinzu, denn Emma stand nicht irgendwo, sie hielt sich auf einem Friedhof auf, weil sie – wie jede Woche – das Grab ihres vor drei Jahren verstorbenen Mannes besuchen wollte, und dabei war es ihr egal, dass die Zeit schon fortgeschritten war und das helle Tageslicht den ersten Schleiern der Dämmerung hatte weichen müssen.

Nun allerdings kamen ihr die Schreie schon schlimm vor, und auch die Umgebung hatte sich verändert. Ihr war, als hätte der alte Friedhof ein anderes, unheimliches Gesicht bekommen.

Die Gräber mit ihren Steinen und Figuren schienen verhüllt zu sein. Was immer normal gewirkt hatte – wie Bäume und Sträucher – hatte sich plötzlich in eine bedrohliche Kulisse verwandelt.

Und dann diese Schreie. Sie hatten sich in den letzten Sekunden vermehrt und waren nicht nur aus einer Richtung an Emmas Ohren gedrungen.

Von überall her hatte sie die Laute vernommen, und sie glaubte, dass sie an Lautstärke zunahmen, was nichts anderes besagte, als dass sich die Schreier auf sie zu bewegten.

Emma Higgins hatte sich auf dem Rückweg befunden. Leider war es bis zum Ausgang noch relativ weit. Komischerweise fürchtete sie sich davor, in diese Richtung zu gehen, aber sie riss sich schließlich zusammen und gab sich den nötigen Stoß.

Der erste Schritt fiel ihr nicht leicht. Sie hatte das Gefühl, in eine Falle zu laufen. Die Umgebung schien sich zu verengen. Alles schien auf sie einzudringen. Im Mund spürte sie den bitteren Geschmack von Gallensäften. Der Schweiß hatte sich auf ihrem Gesicht verteilt, und wenn sie ging, zitterten ihre Beine.

Sie kannte sich auf dem Gelände aus. So wusste sie auch, welchen Weg sie nehmen musste, um so schnell wie möglich den Ausgang zu erreichen. Es war einer dieser Hauptwege, sehr breit, auf dem sie sich sicherer fühlte. Hier waren die Gräber kaum zu sehen, weil sie sich hinter den Büschen und Sträuchern versteckten.

Auf dem Boden lagen kleine Steine, die hin und wieder durchgeharkt wurden und unter ihren Sohlen leise knirschten, als sie mit schnellen Schritten auf den Ausgang zulief, was fast aussah wie eine Flucht.

Genau das war es auch. Eine Flucht. Was sie hier erlebte, das war ihr in all den Jahren nach dem Tod ihres Mannes noch nie passiert. Dieser Friedhof war zu einem Hort des Grauens geworden. Die klagenden Schreie sorgten dafür, und sie dachte noch immer darüber nach, wer sie ausgestoßen haben könnte.

Beim Gehen keuchte sie. Bei jedem Ausatmen verzerrte sich ihr Gesicht. Sie fühlte sich zwar noch nicht alt, aber sie zählte auch nicht gerade zu den jungen Menschen. Das war man mit 55 Jahren nicht mehr.

Tiere schrien, jaulten oder kreischten. Welche Tiere gaben derartige Töne von sich?

Sie hatte diese disharmonische Musik schon lange gehört und über sie nachgedacht, und jetzt endlich war ihr eine Lösung eingefallen.

Katzen!

Ja, es mussten Katzen sein, die auf dem Friedhof umherstreunten und sich so lautstark bemerkbar machten.

Emma Higgins konnte wieder lächeln, obwohl sie Seitenstiche bekam und langsamer gehen musste. Katzen hatte sie immer gemocht. Sie zählten zu ihren Lieblingstieren, und deshalb fürchtete sie sich auch nicht vor ihnen.

Aber warum hatten sich die Katzen ausgerechnet hier auf dem Friedhof versammelt?

Es war müßig, darüber nachzudenken, sie hätte kaum eine Erklärung gefunden.

Trotzdem tat sie es, während sie langsamer ging und eine Hand gegen die rechte Seite presste, weil die Seitenstiche nicht aufhörten. Etwas fiel ihr ein, aber es war ihr nicht möglich, einen Zusammenhang mit den jaulenden Geräuschen herzustellen, weil ihr diese Erklärung einfach zu absurd erschien.

An diesen Friedhof grenzte noch ein zweiter. Kein Gelände, in dem Menschen begraben lagen, nein, dieser Friedhof gehörte einzig und allein den Tieren. Hier begruben die Tierfreunde ihre Lieblinge. In der Regel waren es Katzen und Hunde, aber auch Vögel wurden dort bestattet.

Emma Higgins hatte dieses Gelände zweimal besucht. Es war mehr Zufall gewesen, dass sie dorthin geraten war. Sie hatte nur den Kopf geschüttelt und konnte manche Menschen nicht begreifen, die die Gräber ihrer Tiere mehr pflegten als die ihrer menschlichen Verstorbenen. So etwas wollte ihr nicht in den Kopf.

Tote Hunde, tote Katzen …

Der Schauer erwischte sie beim Gehen. Ja, tote Katzen. Aber die sie hörte, die waren lebendig, und durch ihren Kopf schoss ein fantastischer Gedanke. War es vielleicht so, dass sich hier lebende Katzen versammelt hatten, um ihren toten Artgenossen einen Besuch abzustatten?

Der Gedanke war verrückt. Aber das Schreien und Jammern war es ebenfalls, und plötzlich dachte sie daran, dass gar nichts mehr unmöglich war.

Der Friedhof war ihr in den letzten Minuten fremd geworden. In der anbrechenden Dämmerung sah er aus wie ein riesiger Schatten. Ein kühler Wind, der die aufgestaute Hitze abgelöst hatte, wehte in ihr Gesicht, als sich die Frau Schritt für Schritt vorankämpfte.

Sie sah bereits den Ausgang. Ein hohes Tor aus Gitterstäben. In seiner Nähe befand sich die große Leichenhalle. Eine kleinere stand auch noch dort, sie allerdings wurde wenig benutzt.

Durch das große Tor musste sie nicht gehen. Es gab noch eines an der Seite, das allerdings nicht zu sehen war und sich hinter Büschen verbarg.

Emma Higgins hastete weiter. Sie hatte es bald geschafft, aber die verdammten Tierstimmen verstummten einfach nicht. Noch immer hörte sie die Schreie. Dieses ewige Klagen und Jaulen, das auf Ängste und große Qualen hinwies.

»Katzen!«, flüsterte Emma Higgins. »Verdammte Katzen. Nichts anderes. Keine Hunde. Katzen. Keine lieben Katzen. Welche, die man hassen muss.«

Während sie ging, sprach sie die Worte keuchend vor sich hin, und wenn ein Atemstoß aus ihrem Mund drang, dann hörte er sich scharf und zischend an.

Der breite Weg verengte sich. Es war nicht wirklich so. Da musste man schon von einer optischen Täuschung sprechen, denn nahe des Eingangs hatten die Bäume Platz genug gehabt, sich auszubreiten. Platanen, Eichen, Linden und Buchen bildeten diesen Wald, durch den der breite Weg führte. Früher hatten rechts und links davon auf den Flächen Gräber gestanden. Sie waren eingeebnet worden. Jetzt wuchs dort nur Rasen, und kein Kreuz oder Grabstein schaute mehr hervor.

Waren es Schreie? Waren es eingebildete Echos?

Emma Higgins wusste es nicht. Aber diese unheimliche und schrille Begleitmusik blieb bestehen, und auch als sie hektisch ihren Kopf hin und her bewegte, sah sie kein Tier auf sich zukommen.

Sie wollte gar nicht daran denken, wie es war, wenn sie plötzlich den Katzen gegenüberstand. Wer sich so verhielt und diese Laute ausstieß, der konnte nicht normal sein.

Dann passierte es doch.

Emma Higgins hatte nicht mehr damit gerechnet, und sie sah die Tiere auch nicht sofort, weil sie zu Boden schaute. Erst als vor ihr ein schneller Schatten über den Boden huschte, wurde sie aufmerksam, ging langsamer und blieb schließlich stehen.

Vor ihr hockten drei Katzen!

Sie wusste nicht, woher die Tiere gekommen waren. Das war auch nicht wichtig. Es zählte allein, dass sie vorhanden waren.

Über Emmas Rücken rann ein kalter Schauer.

Die Katzen blickten sie an. Kalte Augen, die einen matten Glanz abgaben. Mäuler bewegten und öffneten sich. Die klagenden Laute drangen nicht mehr hervor, dafür vernahm sie ein grollendes Knurren, das nichts mit einem sanften Schnurren zu tun hatte.

Die Katzen versperrten ihr den Weg!

Emma glaubte nicht daran, dass es Zufall war. Die drei Tiere wollten nicht, dass sie das Tor erreichte, um den Friedhof zu verlassen. Sie warteten nur darauf, dass sie einen Schritt nach vorn machte.

Etwas raschelte in ihrer Nähe. Einen Moment später hörte sie das Knirschen der kleinen Steine und wusste, dass sich noch weitere Tiere in ihrer Nähe befanden. Sie traute sich nur nicht, den Kopf zu drehen, aber sie schrak zusammen, als ein Tier an ihren Beinen entlang strich und kläglich miaute.

Die Berührung war so etwas wie eine Initialzündung. Emma Higgins hielt es nicht mehr an diesem Ort. Sie dachte an den Ausgang und auch an ihren kleinen Wagen, den sie nicht weit von ihm entfernt abgestellt hatte.

Ein letzter Ruck, dann lief sie vor.

Genau darauf hatten die Katzen gewartet. Die drei Tiere blieben nicht mehr vor ihr hocken. Aus dem Stand sprangen sie hoch und griffen an …

*

»Zufrieden?«, fragte Suko.

Shao nickte und lächelte. »Jetzt schon.« Sie hob die Leinentasche an, in der sich die mit Tee gefüllten Dosen befanden, die sie bei einem asiatischen Händler gekauft hatte.

Den Tipp hatte ihr eine Bekannte gegeben, die genau wusste, wie gern Shao und Suko Tee tranken, und dieser Tipp war wirklich Gold wert gewesen. In Shangs Tee-Kontor hatten...

Erscheint lt. Verlag 16.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4246-X / 383874246X
ISBN-13 978-3-8387-4246-5 / 9783838742465
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