Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 1432 (eBook)

Die Fratze der Nonne

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4203-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1432 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Es war Zufall, dass Johnny Conolly mit seinem Bike einen bestimmten Weg fuhr und die Schreie einer Frau hörte. Er eilte zu Hilfe und kam gerade noch rechtzeitig, um sie vor einer Vergewaltigung zu bewahren. Und er erlebte eine weitere Überraschung, als er feststellte, dass es sich bei der Frau um eine Nonne handelte.

Die ganze Wahrheit erfuhr Johnny zwei Wochen später, als die Nonne ihn besuchte und ihm klar machte, was tatsächlich hinter ihr steckte. Da war er bereits in ihren Teufelskreis hineingeraten ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Fratze der Nonne


Eine sehr laue Sommernacht. Ein sanfter Wind, der das Wasser des kleinen Sees kräuselte, auf den die Frau schaute, die auch den letzten Rest ihrer Kleidung abgelegt hatte.

Elvira stand zwar nackt in der freien Natur, aber sie war durch zwei Felsplatten geschützt, deren Buckel sich bis zum Ufer hinzogen und deshalb so etwas wie die Wände einer Gasse bildeten.

Der zurückliegende Tag war schrecklich heiß gewesen. Die Luft hatte gekocht. Gegen Abend allerdings war die Hitze zusammengefallen, und Wind war aufgekommen. Er hatte zwar keine große Abkühlung gebracht, aber die Luft war angenehmer geworden.

Wer in der Dunkelheit in das Wasser des kleinen Sees stieg, der erlebte eine erfrischende Kühle, weil dieses Reservoir stets von unterirdischen Bächen gespeist wurde …

Kühle und Frische – darauf freute sich die Frau mit den dunkelbraunen Haaren. Sie bewegte sich vorsichtig auf das Ufer zu. Auf dem Weg lagen Steine, und sie musste aufpassen, dass sie sich nicht an scharfen Kanten die Haut aufriss.

Da sie den Weg zum See nicht zum ersten Mal ging, kannte sich Elvira gut aus. Sie lächelte und summte zugleich eine Melodie vor sich hin.

Sie hatte keine Angst, dass sie beobachtet wurde. Dieser Flecken Erde war ihr kleines Refugium. Hier ging sie öfter schwimmen, und bisher war ihr noch niemand gefolgt.

Elvira erreichte das Wasser. Obwohl der See sie lockte, blieb sie noch für eine Weile am Ufer stehen und schaute über die dunkle Fläche hinweg zur anderen Seite.

Viel war dort nicht zu erkennen. Das Ufer lag unter dem Mantel der Dunkelheit verborgen. Die Bäume auf den Hügeln, die den See umgaben, verschmolzen mit dem dunklen Himmel. Die Natur hatte hier wirklich ein Kleinod geschaffen.

Die Stille des Tages war von einer noch stärkeren der Nacht abgelöst worden. Die einzigen Geräusche gaben die Mücken ab, die in der Nähe des Wassers summten.

Elvira streckte den rechten Fuß vor und erschauerte wohlig. Die Hitze des Tages hatte den See nur an der Oberfläche aufheizen können. Auf ihrem Gesicht erschien ein Lächeln, als sie in den See hineinging.

Als das Wasser ihre Hüften erreichte, warf Elvira den Körper nach vorn und begann zu schwimmen. Mit ruhigen Armzügen näherte sie sich der Mitte des Gewässers und freute sich darüber, wie ihr Körper vom kühlen Wasser umspült wurde.

Das Ufer blieb hinter ihr zurück. Dass sie trotz der Einsamkeit und Stille beobachtet werden könnte, wäre ihr nie in den Sinn gekommen. Sie war völlig sorglos.

Das war ein Fehler …

*

Die beiden Männer hatten sich einen guten Platz ausgesucht. Ihr Versteck lag am Hang und nicht sehr hoch über dem See. Die Natur hatte eine Mulde in den Boden gewaschen, in der Gesträuch wuchs.

Die Männer hatten sich so lautlos wie möglich verhalten und immer einen gewissen Abstand zu ihrem Opfer gehalten. Aus diesem Grund waren sie auch nicht von der Frau entdeckt worden. Sie hatten es sich in ihrem Versteck bequem gemacht.

Und sie hatten genau den richtigen Zeitpunkt erwischt. Schräg unter ihnen ging die nackte Frau auf das Wasser zu. Sie sahen die Rückseite ihres Körpers, die helle Haut und das halblange Haar, das bei jedem Schritt wippte.

»Das ist sie!«

»Ja, und wie.«

»Endlich!«

»Was meinst du?«

»Nackt.« Ein scharfes Lachen folgte. »Wir haben sie doch schon immer nackt sehen wollen.«

»Richtig.« Der Sprecher leckte über seine Lippen. Dann zog er die Nase hoch und sprach weiter. »Aber wir werden sie auch noch aus der Nähe sehen, das schwöre ich dir.« Er rieb seine Hände. »Das wird ein Fest, ein richtiges Fest.«

»Und sie kann nicht mehr weg.«

»Genau.«

»Bleibt es bei unserem Plan?«

Die Antwort erfolgte nicht sofort, weil die Blicke des Mannes der nackten Frau folgten. Er sah, dass sie jetzt in den See ging.

»He, bleibt es dabei?«

»Klar, verdammt!«

»Dann komm.«

Die Männer zögerten nicht länger. Sie erhoben sich.

Als die Frau die ersten Schwimmbewegungen machte, verließen die beiden Voyeure ihre Deckung. Sie wollten zu einem bestimmten Platz und dort auf die Schwimmerin warten. Dass sie dorthin zurückkehren würde, stand fest.

Die Männer kannten die Gegend. Obwohl sie schräg über den Hang zum See hinab gingen, rutschten sie nicht ab. Es löste sich kein Stein unter ihren Sohlen.

Es gab keinen Weg, der zum Wasser hinabführte, aber gewisse Stellen auf dem Hang, die flacher waren als andere. Eine dieser Stellen war ihr Ziel. Denn dort hatte die Frau ihre Kleidung abgelegt.

Beide Männer lachten, als sie davor stehen blieben. Es war keine normale Kleidung.

Zu ihren Füßen lag die Tracht einer Nonne …

*

Nach dem glutheißen Tag war das kühle Wasser für die Badende eine Offenbarung. Sie hielt den Kopf erhoben und schwamm mit ruhigen Bewegungen der Seemitte entgegen. Um sie herum war nur das leise Plätschern der Wellen zu hören. Hoch über ihr wölbte sich ein dunkler Himmel, der von wenigen Wolken bedeckt war. In den breiten Lücken zwischen ihnen glitzerten die Sterne wie Diamanten, denn auch sie gaben ein kaltes Licht ab, das aber die Erde nicht erhellte.

Es war einfach nur wunderbar, in diesem Gewässer zu schwimmen und von einer lautlosen Einsamkeit umgeben zu sein. Sie spürte die Kühle überall an ihrem Körper, und sie hatte den Wunsch, die ganze Nacht durchzuschwimmen, um diese Herrlichkeit so lange wie möglich genießen zu können.

Es war nicht anstrengend für sie. Das Wasser trug sie. Nie dachte sie daran, wie tief der kleine See war. Außerdem wusste Elvira es nicht. Manche sprachen davon, dass er sehr tief war, andere Menschen wiederum glaubten, dass der kleine See ein flaches Gewässer war, auf dessen Grund sich eine dicke Schlammschicht abgesetzt hatte.

Es verging nicht viel Zeit, da hatte sie die Mitte des Sees erreicht. Sie schwamm nicht zurück, blieb dort, legte sich auf den Rücken und bewegte sich gerade so viel, dass sie nicht versank. So blieb sie mit dem Körper flach unter der Wasseroberfläche liegen, hielt die Augen geschlossen und genoss das kühle Wasser.

Die Einsamkeit an diesem See war so wunderbar. Keinen Menschen sehen. Einfach nur sie selbst sein. Sich hingeben, sich anderen Kräften überlassen und der normalen Welt entrücken.

Ihr war klar, dass sie nicht stundenlang schwimmen konnte. Irgendwann würde ihr kalt im Wasser werden, dann musste sie zurück zum Ufer.

Doch noch war es nicht so weit. Sie dachte über sich und ihr Schicksal nach, mit dem sie recht zufrieden war. Sie selbst hatte sich einen bestimmten Weg ausgesucht, und sie würde ihn auch weiterhin beibehalten, das stand fest.

Manchmal öffnete sie die Augen, um zum Himmel zu schauen, wo sich nichts verändert hatte. In dieser Stimmung fiel es einem leicht zu glauben, der einzige Mensch auf der Welt zu sein.

Aber auch hier verging leider die Zeit.

Elvira dachte daran, allmählich den Rückweg anzutreten. Sie spürte schon, wie die Kühle des Wassers in ihren Körper eindrang. Eine Gänsehaut überlief sie, und ihr wurde allmählich richtig kalt.

Dagegen kämpfte sie mit den Schwimmbewegungen an, die sie wieder zurück zum Ufer brachten. Brustschwimmen war angesagt. Keine Hektik, alles gemächlich laufen lassen. Arme und Beine so bewegen, dass der Rhythmus nicht gestört wurde.

Ihr Blick richtete sich wieder auf das Ufer, an dem sich nichts verändert hatte. Manche Steine schimmerten dort heller als andere. Dichtes Buschwerk hatte sich im Hang festgekrallt. Der sanfte Nachtwind strich darüber hinweg und brachte einen ungewöhnlichen Geruch mit, der sich aus Blütenduft und dem zahlreicher Kräuter zusammensetzte. Besonders mochte Elvira den Geruch von Wacholder.

Das Wasser flachte ab. Sie merkte es daran, dass es sie nicht mehr so gut trug, und als sie ihre Beine senkte, da fand sie schnell den Kontakt mit dem steinigen Grund.

Elvira stellte sich hin. Die letzten Meter watete sie auf das Ufer zu.

Sie stieg aus dem Wasser. Von ihrem Körper rannen die Tropfen in langen Bahnen. Das Haar war kaum nass geworden, da sie den Kopf stets über Wasser gehalten hatte. Im See hatte sie nicht gefroren. Das änderte sich nun, denn der Wind, der ihren nassen Körper umwehte, ließ sie erschauern.

Elvira wollte so schnell wie möglich zu ihrer Kleidung, sich kurz abtrocknen und sich dann anziehen.

Weit brauchte sie nicht zu gehen, um den Ort zu erreichen, an dem ihre Kleidung lag. Der Weg stieg nur leicht an. Da sie nicht auf einen scharfkantigen Stein treten wollte, hielt sie den Kopf gesenkt.

Dann blieb sie abrupt stehen.

Elvira wusste genau, wo sie ihre Tracht abgelegt hatte. Es war immer der gleiche Ort, und sie hatte es auch diesmal nicht anders gehalten.

Nur lag sie dort nicht mehr.

Jemand hatte sie gestohlen!

*

War das Wasser des Sees zuletzt kalt gewesen, so war das nichts im Vergleich zu dem Gefühl, das sie jetzt durchströmte. Es war eisig geworden, und sie glaubte, sich nicht mehr bewegen zu können. Wie angewachsen stand sie auf dem Fleck. Sie starrte die Stelle an, wo ihre Kleidung hätte liegen müssen.

Sie war nicht mehr da. Da konnte sie schauen, so viel sie wollte.

Der Wind hatte sie bestimmt nicht weggeweht. Es blieb nur die Möglichkeit, dass sie gestohlen worden war, und das versetzte ihr einen erneuten Schock. Etwas Heißes jagte durch ihren Körper bis hinein in den Kopf, und sie hatte plötzlich keinen Speichel mehr im Mund. Alles war ausgetrocknet.

Elvira hob langsam den Kopf. Zu sehen war nichts, gar nichts.

...

Erscheint lt. Verlag 9.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4203-6 / 3838742036
ISBN-13 978-3-8387-4203-8 / 9783838742038
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70