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John Sinclair 1405 (eBook)

Sei schön für den Teufel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4170-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1405 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Schönheitswahn!

Bestimmte Frauen lassen sich davon einfangen wie Fliegen im Spinnennetz, und es gibt genügend Ärzte, die als Schönheitschirurgen ein Vermögen verdienen, darunter gute und weniger gute.

Aber es gab nur einen Professor Kazakis, und dem liefen die Frauen nach. Seine Praxis war überfüllt, doch niemand, der auf eine Operation wartet, konnte ahnen, wer Professor Kazakis wirklich war ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Sei schön für den Teufel


»Du hast Angst, Mandy, nicht wahr?«

»Ja, Sandra, das habe ich.« Die Antwort wurde eher gestöhnt als gesprochen.

»Aber warum?«

»Ich … verdammt … ich weiß nicht so genau. Das ist ein so tiefes Gefühl, wenn du verstehst?«

»Du hast es dir gewünscht.«

»Ja, das habe ich. Aber jetzt«, Mandys Stimme sackte zu einem Flüstern ab, »bin ich mir nicht mehr sicher.«

Sandra wollte ihre Freundin beruhigen. »Denk nicht daran, Mandy. Denk einfach nur an später, wenn du vor dem Spiegel stehst und die Binden entfernt werden. Wow!, wirst du rufen, denn du schaust plötzlich in ein anderes Gesicht. Nur ist es dann dein Gesicht, Mandy, dein eigenes und auch neues Gesicht!«

Mandy Lane musste lachen. »Himmel, du bist lieb, Sandra. Ich hoffe, dass alles so werden wird.«

»Ganz bestimmt. Was sollte denn schief gehen? Du bist bei einer Kapazität in Behandlung. Professor Kazakis ist ein Könner. Das schreiben alle. Das sprichst sich herum.«

»Schon, aber … ach, ich weiß nicht. Es ist alles so schrecklich kompliziert, wenn du verstehst? Man kann es auch nicht erklären. Das muss man einfach erlebt haben. Ich will nicht länger nerven, Sandra, denn du hast Recht. Es wird schon klappen.«

»Das sage ich immer.«

»Und ich muss Schluss machen. Sie werden mich gleich abholen kommen.«

»He, wie sich das anhört. Als solltest du zur Hinrichtung geführt werden.«

»Na ja, so schlimm ist es nicht.«

»Wir hören voneinander«, sagte Sandra Cargill. »Und wir sehen uns auch.«

»Aber erst, wenn ich okay bin.«

»Gut, einverstanden. Ich küsse dich, Mandy.«

Das Gespräch war beendet. Als Mandy Lane den Hörer auflegte, spürte sie die Feuchtigkeit in ihren Augen. Sie konnte die Tränen nicht zurückhalten. Die Unterhaltung mit ihrer Freundin war ihr wie ein Abschiedsgespräch vorgekommen und nicht wie ein Fingerzeig in die Zukunft.

Lange hatte sie überlegt, sich dieser Operation zu unterziehen. Sie hatte sich immer im Spiegel angeschaut und war zu dem Entschluss gekommen, es doch machen zu lassen. Sie konnte ihre Nase einfach nicht mehr sehen.

Seit ihrer Teenagerzeit hatte sie sich über den Schiefwuchs geärgert, und die hatte den Spott und den Hohn der anderen jungen Leute ertragen müssen.

Über Jahre war das so gegangen, bis sie schließlich zu dem Entschluss gelangt war, sich eine Schönheitsoperation zu unterziehen. Mittlerweile hatte sie genug Geld zusammen, um sich diesen Eingriff auch leisten zu können.

Dann war sie in die Klinik gegangen, die so gar nichts Krankenhaushaftes an sich hatte. Sie sah mehr aus wie ein Luxushotel, was man bei diesen Preisen auch erwarten konnte.

Wenn sie aufstand und zum Fenster ging, fiel der Blick in den Garten, auf dessen Rasen eine Schneeschicht lag. Der Schnee war an der Oberfläche gefroren. Das Licht der kalten Wintersonne ließ die Eiskristalle wie wertvolle Diamanten funkeln. Der Außenpool war abgedeckt. Es gab keine Liegestühle oder Tische mehr, die bei schönen Tagen für die Patienten im Garten aufgestellt wurden.

Sie wandte sich wieder ab. Das Lächeln wollte nicht auf ihrem Gesicht erscheinen. Sie empfand keine Vorfreude, und wie geistesabwesend glitt ihr Blick über die helle Einrichtung hinweg. Hier herrschten gelbe und weiße Farben vor, denn auch die Wände waren in einem zarten Gelb gestrichen worden.

Man hatte ihr gesagt, dass sie sich bereithalten sollte. Dazu gehörte auch, dass sie die normale Kleidung ablegen musste. Mandy trug jetzt einen bequemen Jogginganzug und betrat noch mal das kleine Bad, dessen Ausmaße aufgrund des großen Spiegels größer wirkten.

Sie blieb davor stehen. Noch mal betrachtete sie ihr altes Gesicht. Schöne Augen, ein sanft geschwungener Mund, ein weiches Kinn – und dann die Nase.

Sie war ein Teil ihres Gesichts, das sie einfach nur verfluchen konnte. Entstellt durch den Höcker passte sie mehr zu einer alten Hexe als zu einer jungen Frau. Doch dieses jahrelange Ärgernis würde am heutigen Tag verschwinden. Eben durch die Operation des Professor Kazakis, der sich in Fachkreisen als Spezialist einen Namen gemacht hatte.

Nicht alle Mediziner lobten ihn. Die seriösen Kapazitäten waren zwar nicht gegen Schönheitsoperationen, sie allerdings stellten ihre Kunst und ihr Wissen mehr in den Dienst der Unfallchirurgie und lehnten ansonsten solche Einriffe ab.

»Ich hasse dich!«, flüsterte sie ihrer Nase zu. »Ich habe dich schon immer gehasst, und ich schwöre dir, dass es bald mit dir vorbei sein wird.«

Diese Worte gaben ihr wieder Hoffnung. So vergaß sie einen Teil ihrer Angst, zuckte aber leicht zusammen, als sie das Klopfen an der Zimmertür hörte.

Sie war da. Die Schwester. Die Chefin der Mitarbeiter, die das Vertrauen des Professors genoss. Sie war diejenige, die das eigentliche Kommando führte, und nicht wenige vermuteten, dass sie die heimliche Herrscherin in der Klinik war.

Mit etwas unsicheren Schritten verließ Mady Lane das Bad. Ihre Knie waren weich, und sie hörte auch das Schleifen ihrer Fußsohlen über den Boden.

Schwester Ulema hatte das Zimmer bereits betreten, als Mandy aus dem Bad kam. Die Frau mit den dunkelrot gefärbten Haaren lächelte die Patientin an, doch Mandy empfand dieses Lächeln mehr wie ein gefährliches Grinsen.

»Kommen Sie, Mandy. Es ist soweit.«

»Ja, natürlich. Muss ich noch etwas mitnehmen?«

»Nein.«

Beide schauten sich für einen Moment in die Augen, und Mandy hatte das Gefühl, in zwei eisige Pupillen zu sehen, in denen es überhaupt keine Wärme gab.

Eiskalt, ohne Gefühl, so schien auch die Frau, die hier das Regiment führte und sämtliche Vorurteile erfüllte, die man gegen eine Oberschwester vorbringen konnte.

»Bin ich jetzt an der Reihe?«, fragte Mandy.

»Natürlich.«

»Und weiter?«

»Nichts weiter. Der Professor freut sich darauf, Ihnen helfen zu können.«

»Ja, das hoffe ich.«

Schwester Ulema sagte nichts mehr. Sie schaute die Patientin nur an, die das Gefühl hatte, unter diesem Blick einzufrieren.

Gemeinsam verließen sie das Zimmer …

*

Ich hatte meinen Freund und Kollegen Suko mitgenommen, um einen Zeugen zu haben, als wir zu dem Platz fuhren, auf dem auch im Winter die Wohnwagen und Wohnmobile standen. Einige von ihnen waren auch zu dieser Jahreszeit bewohnt, obwohl es mich bei dem Gedanken schüttelte, meine Zeit in einem derartigen Fahrzeug zu verbringen, wenn die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt lagen.

Eigentlich war es selten so kalt in London, aber es gab eben die berühmten Ausnahmen, und jeder Mensch hier musste das Wetter so nehmen, wie es war.

Wir waren nicht ohne Grund zu diesem Ort gefahren, der ziemlich für sich lag, obwohl das Gebiet noch zu London gehörte. Aber hier hörte die Stadt auf. Da standen die Häuser nicht mehr dicht beisammen, und es ging bereits in Richtung Wimbledon.

Der Platz für die rollendem Heime hatte alles, was ein Mensch so braucht. Es gab die entsprechenden Anschlüsse für Strom und Wasser, und wer sich duschen wollte, für den standen die entsprechenden Kabinen bereit. Nur mussten die Menschen dann durch die Kälte, weil die sanitären Anlagen in einem Extrahaus untergebracht waren.

Darum ging es uns allerdings nicht, sondern um eine Frau, die hier lebte. Sie wohnte allein in dem Wagen, was auch nicht tragisch gewesen wäre, aber man sagte ihr nach, dass sie so etwas wie eine Hexe wäre und Kontakt mit dem Teufel suchte.

Ob das zutraf, wusste ich nicht. Aber Suko und ich waren erschienen, um es herauszufinden, denn wir waren verpflichtet, solchen Anzeigen nachzugehen.

Allerdings nur, wenn wir uns in London aufhielten und keine wichtigen Fälle anlagen. Im Moment schien das Wetter selbst die Dämonen eingefroren zu haben, und der letzte Fall, der mich nach Deutschland geführt hatte, war zwar nicht vergessen, aber ich hatte ihn verdaut. Da hatte ich noch erlebt, wie die Vergangenheit in die Gegenwart hineingreifen konnte, aber jetzt wollte ich mich auf das konzentrieren, was vor mir lag.

Suko und ich hatten während der Fahrt über den Fall gesprochen, von dem wir nicht viel wussten. Es ging um eine anonyme Anzeige, und die Person, die sich davon betroffen fühlen musste, hieß Inga. Sie sollte schwarzmagischen Praktiken frönen und in der Nacht unter anderem nach dem Teufel schreien.

Angeblich war sie auch für rätselhafte Ereignisse verantwortlich, die auf dem Platz passiert waren. Um was es allerdings genau ging, hatte man uns nicht sagen können, und so hofften wir, von dieser Inga mehr zu erfahren.

Es war ein kalter, aber auch ein sonniger Tag. Wir hatten bewusst bis zum Mittag gewartet und waren dann erst losgefahren. Da hatte die Sonne schon an Kraft gewonnen, auch wenn sie nicht besonders wärmte und auch nicht das Eis auf den Pfützen wegtaute.

Wir hatten direkt bis auf den Platz fahren können. Eine Schranke war hochgestellt worden, und im Wächterhaus sahen wir keinen Menschen. Überhaupt wirkte der Platz verlassen, abgesehen von den Wohnwagen und Wohnmobilen, die auf mich den Eindruck machten, als wären sie die Schafe einer technisierten Welt.

Parkplatz genug für unseren Rover gab es. Wir stellten den Wagen dort ab, wo einige Bäume in winterliche Starre gefallen waren. In der Nähe befanden sich auch die sanitären Anlagen.

Unsere Zielperson lebte in einem Wohnwagen. Welcher das war, wussten wir nicht. Darüber mussten wir uns keine Gedanken machen, denn unser Informant hatte erklärt, dass er sich mit uns in Verbindung setzen würde, wenn wir angekommen...

Erscheint lt. Verlag 9.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4170-6 / 3838741706
ISBN-13 978-3-8387-4170-3 / 9783838741703
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