Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 1418 (eBook)

Grabgesang der Geistermönche

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-4183-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 1418 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

In einer lauen Sommernacht erlebte der Polizist Thomas Weber etwas, was er nie in seinem Leben vergessen würde. Über den Main hinweg huschte eine Prozession von Geistern, die sich benahmen, als wären sie normale Menschen ...

Zugleich stand ich in London unter Stress. Es ging um das Leben eines kleinen Mädchens, das ich retten musste. Ich schaffte es auch, aber ich wurde dabei mein Kreuz los.

Der Geiselnehmer hatte es an sich genommen, denn er fühlte sich nicht nur als wahrer Besitzer des Kreuzes, sondern auch als die Reinkarnation des Erzengels Michael ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Grabgesang der Geistermönche


»In einem Kaff wie hier sterben mehr Menschen an Langeweile als an Krebs oder Herzschwäche.«

An diesen Satz eines Freundes musste Tom Weber denken, als er seinen Streifenwagen unweit des Mainufers parkte, ausstieg und dabei den kleinen Rucksack mitnahm, den er auf das Autodach stellte.

In dieser Nacht fuhr er allein Streife. Sein Kollege war plötzlich krank geworden. Er konnte den Einsatz nicht ausfallen lassen, auch wenn die Fahrt allein nicht den Vorschriften entsprach.

Aber in Miltenberg passierte ja nichts. Wenn es hoch kam, dann ein paar Diebstähle oder Schlägereien, ansonsten ging hier alles recht friedlich zu.

Wie immer hatte Toms Freundin Sylvia den Rucksack mit Proviant gut gefüllt. Sie kannte schließlich seinen Appetit. Zum Essen gehörte auch der Kaffee, der in der kleine Isolierkanne über Stunden hinweg warm gehalten wurde. Dazu gab es Brote und hin und wieder ein oder zwei hart gekochte Eier.

Tom wollte die beiden Klettverschlüsse an der Außenseite in die Höhe ziehen, als er mitten in der Bewegung stoppte.

Etwas war zu hören, etwas, das nicht in die normale Stille der Nacht hineinpasste. Der Polizist hörte es nur, aber er sah nichts, was den Laut hätte verursacht haben können.

Es war Gesang!

Weber stutzte und merkte gleichzeitig, dass ein leichter Schauer über seinen Rücken lief.

Gesang? Wieso? Und das mitten in der Nacht!

Die Sänger waren nicht zu sehen, und das wollte der Vertreter des Gesetzes ändern.

Er drehte sich um, weil er sich in dieser Situation unbedingt einen Rundblick verschaffen wollte. Er hatte noch nicht herausgefunden, aus welcher Richtung der Gesang kam.

Es war wie immer um diese Zeit. Die Stadt am Main schlief. Odenwald und Spessart trafen hier zusammen. Die Grenze bildete der Fluss, der ruhig durch sein Bett strömte. Ein paar Lichter hinterließen auf der Wasseroberfläche blitzende Reflexe. Kein Schiff zog mehr seine Bahn, und die Anlegestellen lagen im Dunkeln, ebenso wie die Kioske und Fahrkartenhäuschen.

Thomas Weber blieb so stehen, dass er auf den Fluss schauen konnte. Ein sanfter, warmer Juniwind wehte über das Wasser hinweg und spielte mit den braunen Haaren des Polizisten. Die Mütze lag im Wagen. Es war ihm einfach zu warm, wenn er sie immer aufbehielt.

Seine Mahlzeit hatte er vergessen. Erst einmal wollte er wissen, woher der ungewöhnliche Gesang kam. Zuerst war er davon ausgegangen, dass jemand ein Radio laufen ließ. Doch diesen Gedanken hatte er rasch wieder verworfen. Wenn jemand um diese Zeit Musik hörte, dann klang sie anders. Dann war es bestimmt kein Chorgesang.

Der dumpfe Gesang wehte offenbar über das Wasser hinweg auf ihn zu.

Bedrohlich hörte es sich an. Düster und unheimlich zugleich. Das war keine Partymusik. Kein Rap und auch kein Techno. Hier sang jemand einen düsteren Choral, und das nicht allein, denn dort vereinigten sich viele Stimmen.

Thomas Weber schluckte. Er war jetzt seit zwei Jahren Polizist und fühlte sich in seinem Job wohl. Aber so etwas war ihm noch nie vorgekommen.

Gesang in der Nacht. Die Sänger nicht zu sehen. Das war schon verdammt unheimlich und nicht zu erklären, obwohl er noch immer mit der Möglichkeit rechnete, dass irgendjemand seine Anlange zu laut gestellt hatte.

Vielleicht befand sich der Typ auf der anderen Mainseite, wo sich Miltenberg ausbreitete, aber so weit würde der Schall kaum reichen.

Und noch etwas kam hinzu.

Der Gesang näherte sich ihm. Er schien im schwachen Nachtwind über den Fluss zu treiben. Zu sehen war jedoch nichts.

Er hatte keine Ahnung, wie er sich diesen Vorgang erklären sollte.

Weber atmete tief ein. Den Rucksack stellte er zurück auf den Beifahrersitz und schloss die Tür. Er wollte nicht neben dem Streifenwagen stehen bleiben, sondern die paar Meter bis zum Ufer gehen. Vielleicht konnte er dort herausfinden, woher der Gesang kam.

Über den Fluss zu fahren war um diese Zeit nicht drin. Er hätte die Brücke nehmen können. Aber das wollte er auch nicht, weil sich der Gesang in seine Richtung bewegte.

Er ging über den Parkplatz. Tagsüber standen hier die Fahrzeuge der Menschen, die sich eine Mainfahrt gönnen wollten. Um diese Zeit aber wirkte der Platz ausgestorben. Er war leer und auch nur recht spärlich beleuchtet. Die Uferstraße führte an ihm vorbei, und auf dieser fuhren auch nur wenige Wagen. Am Tag sah das anders aus, aber in der Nacht lag alles in tiefer Stille.

Bis auf den Gesang!

An der Anlegestelle blieb Thomas Weber stehen. In der Nähe war ein weißes Ausflugsboot vertäut. Er schaukelte leicht auf den Wellen und gab hin und wieder ächzende Geräusche von sich.

Warten und beobachten.

Das Rauschen des Flusses wurde vom Gesang überlagert. Am Tag hörte man das Gewässer kaum. In der Nacht und der Stille sah es jedoch anders aus.

Thomas Weber starrte über das Wasser hinweg auf die andere Flussseite. So sehr er sich auch anstrengte, es war nichts zu erkennen. Einige Lichter, die meisten davon starr. Nur wenige wurden von den Scheinwerfern fahrender Autos abgegeben. Es war ein normales Bild, das er unzählige Male gesehen hatte. Nichts wies darauf hin, dass sich dort eine Gruppe von Menschen versammelt hatte, um Choräle zu singen.

Woher wehte ihm dann der Gesang entgegen?

Er blieb. Er nahm an Lautstärke zu, als würden die Sänger über den Fluss hinweg auf ihn zukommen.

Der Polizist hielt den Atem an. Ihm war längst unheimlich geworden. Schlimme Gedanken huschten durch seinen Kopf. Er kam sich vor wie in einem düsteren Gruselfilm.

Sie sangen weiter. Immer noch so monoton und bedrohlich. Aber wer waren sie?

Thomas konnte sie nicht sehen. Sie hielten sich irgendwo verborgen. Dennoch steigerte sich der Gesang auf eine bedrohliche Art und Weise.

Längst übertönte er die Geräusche des Flusses. Ein Chor, dessen Mitglieder im Unsichtbaren verborgen blieben. Eben ein Geisterchor.

Genau das war es. Ein Geisterchor!

Thomas Weber hatte das Gefühl, als würde eine Klappe bei ihm fallen. Ja, zum Teufel, das war es! Nur das konnte es sein. Ein Chor aus Geistern. Aus unheimlichen Wesen, die für Menschen nicht sichtbar waren.

Es war etwas, das Albträume verursachte.

Sie sangen weiter. Sie näherten sich.

Weber hatte das Gefühl, zurückgehen zu müssen, aber er tat es nicht, denn genau in dem Augenblick sah er die Sänger!

Plötzlich raste sein Herzschlag. Es war nicht zu verstehen. Es war einfach unglaublich und auch unheimlich. Er konnte es kaum fassen und starrte nur auf das Wasser, über dem etwas schwebte, das wie ein Nebelgebilde aussah.

Gestalten, die hintereinander hergingen, ohne die Oberfläche zu berühren.

Es gab dafür nur eine Erklärung.

Die Geister mussten aus dem Reich des Todes gekommen sein …

*

Thomas Weber stöhnte auf. Er floh nicht. Er blieb stehen und schaute hin, weil ihn der Anblick bannte. Die Gestalten hatten die Umrisse von Menschen, aber genau waren ihre Körper nicht zu erkennen. Die gab es zwar, doch sie schwebten über dem Wasser. Und sie konnten kein Gewicht haben, denn sonst wären sie versunken. Demnach hatten sie keine festen Körper. Sie waren feinstofflich.

Aber sie konnten trotzdem singen.

Der Polizist schaute dem geisterhaften Zug entgegen. Nicht weit von ihm entfernt würde er das Ufer erreichen, und Tom fragte sich, was weiterhin passieren würde.

Er zählte fünf Gestalten, von denen die erste nun das Wasser verlassen hatten und auf die Uferbefestigung zuschwebte. Sie erreichte Sekunden später den Parkplatz, und jetzt hätte sie sich eigentlich auflösen müssen. Aber das trat nicht ein.

Thomas Weber hatte fest damit gerechnet, aber keine der fünf Gestalten löste sich auf.

Auch die restlichen vier Geistererscheinungen erreichten das trockene Ufer, und so standen sie wie verloren auf dem Beton. Ein Gebilde in der Dunkelheit, für das es keine Erklärung gab. Zumindest nicht für den Zeugen.

Thomas traute sich nicht, auf sie zuzugehen. Er hatte keine Ahnung, wie er sich ihnen gegenüber verhalten sollte. Mit Geistern konnte er nichts anfangen. Er hatte auch nie an sie geglaubt und immer gelacht, wenn jemand darüber sprach.

Das sah jetzt anders aus. Es gab sie, und er spürte, dass von ihnen etwas ausging, das er sich nicht erklären konnte. Man konnte von einer knisternden Spannung sprechen, die die Luft zwischen ihm und diesem Pulk aufgeladen hatte.

Erst jetzt fiel ihm auf, dass es sich bei diesen Gestalten wohl nicht einfach nur um Geister handelte. Sie sahen aus, als wären sie in irgendwelche Kutten eingehüllt. Kapuzen verdeckten die Gesichter.

Es war keine Einbildung. Aus der Nähe sahen sie tatsächlich so aus. Und wenn ihn nicht alles täuschte, dann hatten sie sogar Gesichter. Jedenfalls schimmerte es im Ausschnitt der seltsamen Kapuzen grünlich.

Er holte tief Atem. Er wollte die Luft riechen. Thomas Weber hatte das Gefühl, sich vergewissern zu müssen, dass er noch lebte.

Er flüsterte unbewusst etwas vor sich hin, was er selbst nicht verstand. Er schüttelte den Kopf. Er schloss die Augen, öffnete sie wieder, hörte sich leise stöhnen und musste feststellen, dass sich das Bild nicht verflüchtigt hatte.

Es gab sie noch.

Und sie machten weiter, ohne sich um ihn zu kümmern. Sie drehten sich um, nahmen wieder die übliche Formation ein und bildeten eine Reihe.

Dann gingen sie los, ohne sich um den Zeugen zu kümmern.

Es war eine unheimliche Prozession, die sich erst in Richtung Straße bewegte, dann abschwenkte und schließlich...

Erscheint lt. Verlag 9.12.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-4183-8 / 3838741838
ISBN-13 978-3-8387-4183-3 / 9783838741833
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70